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Augusts II. von Sachsen und der Gräfin Aurora von Königs⸗
nark, 1711 legitimiert, trat 1720 in franz. Kriegsdienste,
ocht ruhmvoll im Polnischen uͤnd Osterreichischen Erbfolge⸗
riege, erstürmte 26. Nop. 1741 Prag, fiegle 11. Mai 1745
ei Fontenoy, 11. Olt. 1746 bei Rocourt, 1747 Marẽhal⸗
Beneral, gest. 80. Nov. 1750 zu Chambord, Berühmt eine
Reveiea ιJtaires““ (deutsch 1756—2). — Biogr. von Weber
1863), Taillandier (1865); vgl auch Colin, „Les campages
 du maréchal de saxe“ (Th. 1u. 2, 190 - 4)
Moritz, Karl Philipp, Schriftsteller, geb. 15. Sept.
1756 zu Hameln, erst Gymnasigllehrer in Berlin, in Ita⸗
ien (1788 -88) mit Goethe befreundet, gest. 26. Juni
7983 als Prof. an der Kunstakademie zu Berlin; schrieb:
Uber die bildeunde Nachahmung des Schönen“ (1788),
Götterlehre“ (1791 u. v.), „Anton Reiser“ (autobiogr.
stanan, 1788- 80), u. a. — Val. Dessoit (18883.
BMoritzberg, Flecken im preuß. Reg.⸗Bez. Hildesheim,
in der Funersie, (1905) 4442 E., ehemal. Klosterkirche
1040), einzige reine Saͤulenbasilika in Norddeutschland.
Moritzvurg, königl. sächs. Jagdschloß in der Amtsh
Drebden⸗Reuftadi, im Friedwalde, 164389 erbaut, be⸗
ühmte Geweihsammlung. — Val. Stöhr (1905).
Bioritz⸗ und Lazarusorden, s. Maurikius- und
azarusorden.
Morlairx (spr. läh), Stadt im franz. Dep. Finistere,
im Jarlot und Queffleut, (1901) 16086 E.
Morlaͤken (nal. oriaceo), die slaw. Bewohner der
Dfftüste des Adriat. Meers, suͤdlich bis Spalato.
Morlanwelz, Gemeinde in der helg. Prov. Henne—
jau, (1904) 8200 E.; Kohlengruben, Gießereien.
Vorlen (pr. mohrle), Fabrikstadt in der engl. Grafsch
hoct (Wess Riding), bei Leeds, (4801) 23 638 E.
Moͤrlen (pr. niorle), Arnold, engl. Politiker, geb.
819 in London, i880 Mitglied des Parlaments, Ein—
zeitscher der liberalen Partei, 18092 85 Generalpostmeister.
Vorley (spr. mohrle), Henry, engl. Literarhistoriker,
geb. 15. Sept. 1822 zu London, 186589 Prof. am Uniexsity
 Coilege das. gest. 14. Mai 1884; schrieb: „Kairy
tales“ (2 Bde., neue Aufl. 1892), „Journal of ↄ Lonlon
 playgoer“ (neue Aufl. 1891), „English writers
(neue Ausg. Bd. IV11, 1887 - 84), Library of English
iteraturé“ (5 Bde. 1875- 81) u. a.
Morley (spr. mohrle), John, engl. Schriftsteller und
Politiker, geb.24. Dez. 18388 zu Blackburn, feit 1883 Unter⸗
ausmitglied, 1886 und 1882 —95 Staatssekretär für Ir—
and, Dez. 1805 Minisler für Indien; schrieb über Edimund
Burte (1867), Voltaire (3. Aufl. 1878), Rousseau (1876),
diderot (1878), Cobden (1881). Walpole (1889). Crom⸗
dell (1900) u. a.
Mormon, Affe, s. Pavian.
WMormton City, Stadt, s. Salt Lake City.
Siormsnen (engl. Latter-Day Saints, „Heilige der
etzten Tage“), religioͤse Sekte, gestiftet 1830 von Joseph
Zmith (geb. 23. Bez. 1805 zu Sharon im nordamerik.
Staate Vermont, ermordet 27. Juli 1844 zu Carthago,
zllinois), welcher angeblich mit Hilfe eines Engels 1827
ine in goldene Platten eingegrabene Schrift auffand und
1830 als sog. Bibel der M. u. d. T. „Phe Book of Nopmon“
 (in Wahrheit ein voni Presbyterianerprediger Spaul⸗
ding um 1812 verfaßter Roman) herausgab (deutsch 1852).
Aud ihten ersten Riederlassungen verdrungt, gründeten die
M. unter Smiths Nachfolger Brigham Moung 1848 am
Salzsee Neujerufalem und kolouisierten das Land mit
zroßem Erfolge. Ihr Staat, ein Teil des Staates Utah, ist
cine theokratische Gemeinde mit einem unbeschränkten Präsi⸗
denten (zugleich Prophet, seit dem Tode Voungs 1877 John
Taylor, dann John Wilford Woodruff, seit 1898 Lorenzo
Snow) an der Spitze, 2 Räten, 12. Aposteln ꝛc. ihre Lehre
santheisuich, die Vielweiberci (seit 1861) dogmaätisch be⸗
ründet, aber durch die Gesetzgebung, der Ver. Staaten
it 1887 unterdruckt. Zahl, der M. in Utah etwa 260 000
m ganzen Mill. — Bgl. Busch (1870) Schlagintweit
2. Rufl. 1878), Linn (engl., 1802), Folt (engl 1903).
Mornmiugäo (spr. ung), Hafen in der portug.ost
id. Besitzung Goa, Bahnausgangspunkt.
Mornan (spr. näh) Philippe de, Seigneur du Plessis—
Marly, franz. Staatsmann, geb. 5. Nov. 1549 auf Buhy
Normandie), unter Heinrich IV. Staatsrat und Gouper⸗
teur von Saumur, gest. 1 Nop. 1623 zu La Forẽf⸗sur⸗

Mor
-zevre; auch theol. Schriftsteller. Seine „Mémolres“
reue Aufl. 1824) historisch wichtig. J
Mornell, s. v. w. Morinell (. Regenpfeifer).
Mornington, Grafen von, s. Wellesley.
Morny, Charles Auguste Louis Josephe, Herzog von,
cauz. Staatsmann, geb. 283. Okt. 1811 außerehelicher
Zohn der Königin, Hortense und des Grafen Flahault
s. d.) de la Billarderie, von Graf Morny adoptiert, in
ngen Beziehungen zu seinem Halbbruder Napoleon III.,
hauptteilnehmer des Staatsstreichs (2. Dez. 1831), seit
854 Präsident des Gesetzgebenden Körpers, 1836—57
vesandter in Petersburg, gest. 10. März 1865.
Moro, Monte, Alpenpaß, s. Monte Moro.
Moro, niederländ. Maler, s. Mor.
Morogoro (Mrogoro), Ort in der Landsch. Ukami in
eutsch-Ostafrika, Hauptort des neuen Bezirksamtes M.
aus den Bezirken Kilossa und Kisati).
Morolt, s. Salman und Morolt.
Morön, M. de la Frontera, Stadt in der span.
ßrov. Sevilla, auf steilem Kalkfelsen am Fuße der Sierra
»e M., am Guadaira, (1900) 14190 E.
Morona, l. Nebenfluß des Amazonenstroms, ent—
pringt auf den Ostkordilleren von Ecuador, mündet in
zeru unterhalb des Pongo de Manseriche.
Moros (at.), mürrisch, grämlich, auch (vom ital.
norõoso) saunselig; Morofität, Verdrießlichteit.
Morosini, Francesco, aus venet. Adelsfamilie, einer
der größten Admirale Venedigs, geb. 1618, Doge seit
688, unterwarf einen Teil des Peloponnes und eroberte
Athen, gest. 6. Jan. 1694. — Bal. J. Morosini (Vened.
385), Bruzzo (Forli 1890). J
Morpeth (Morepath), Stadt in der engl. Grafsch.
dorthumberland, am Wansbeck, (1901) 6158 E.
Morphäa (Morphea), Flecken auf der Haut, die die
zorläufer des Aussatzes bilden.
Morpheus, nach Opid ein Sohn des Schlafgottes,
ine Art Traumgott (s. Hypnos).
Morphium, Morphin, 1805 von Sertürner ent—
ecktes wichtigstes Alkaloid des Opiums, in kleinen, vier—
eitigen, farblosen Säulen kristallifierend, von bitterm Ge—
pnace, narkotisches Gift, in kleinen Gaben beruhigendes,
Flafmachendes, krampf- und schmerzstillendes Heilmittel,
n erxheblichern (unter Umständen schon nach G,. bis O,e g)
urch Lähmung des zentralen Nervensystems tödlich wirkeud.
Offizinell ist das salzsaure M. (Morphinhudrochlorid,
sorphinum hydrochiorticum). Beim Erhitzen von M.
nit konzentrierter Salzsäure entsteht das Apomorphin(s. d.)
Anhaltender Morphiumgebrauch führt zur Morphiumsucht
chronischen Morphiumvergiftuug, Morphinismiis), welche
ligemeine Abmagerung, Erschlaffung und Zerrüttung des
netpenfystems zur Folge hat. Ba akuter Morphium—-ergiftung
 dienen starker Kaffee, Taunin, Atropin und
dofsein als Gegenmittel, daneben auch Brechwittel ꝛc. —
Igl. über Morphiumsucht: Emmerich (2. Aufl. 1887),
romme (2. Aufl. 1888) Kuips- Hasse (1809), Deutsch
1301); über M. als Heilmittel: Rosenbach (1904).
Morphologie (grch.), Lehre von der Gestalt. In
en beschreibenden Naluxwissenschaften die Disziplin, welche
ich mit den Formverhältnissen der Naturobijekte beschüftigt
ind die Formen desselben Gebietes auf ihre Gesegmäßigeit
 zurückzuführen und auseinander abzuleiten versucht
bergleichende M.). — In der Geographie die Lehre von
en Formen, Höhens und Tiefenverhältnissen (vertikale
liederung) der Erdoberfläche, zerfällt in die Orographie
ĩ. d.) und Hydrographie (s. d.). — In der Sprachwissen—
haft s. v. w. Formenlehre.
Morphotropie (grch.), in der Kristallographie die
thnlichteit der morpholog. und physik. Eigenschaften che—
Asch nicht analoger Verbindungen.
Morra, Spiel, s. Mora.
Morris, Sir Lewis, engl. Dichter, geb. 28. Jan. 1883
a Carmarthen; veröffentlichte: „Songs of two worlds“
8 Bde., 187 1-75), „Phe epic ot Hades“ (8 Bde. 1876
77). ASongs of Britain“ (1887), „A vision of Saints“
1890), „HAarvest tide“ (19009. Dramen („6wen“,
Gycia“) u..
Morris, William, engl. Dichter, geb. 1884 bei Lon—
on, auch Zeichner, gest. 8. Okt. 1896, ein Haupt der sog.
rüäraffaelitischen Schule: schrieb die Dichtungen .The Ufe