Moscherosch, Joh. Mich. eigentlich Mosenrosh, Schrift—
teller unter dem Pseudonym Philander von Sittewald,
geb. 5. März 1601 zu Wilsteit in Baden, gest. 4. April 1669
su Worms als Geheimrat der Landgräsin vön Hessen; Haupt—
verk: „Wunderliche und wahrhaftige Geschichte Philanders
von Sittewald“ (1643 u. 8.). — Bgl. Pariser 1881).
Moschi, Ort und Militärstation (188791 und wieder
1803) in Deutfch-Oftafrika, am Südabhange des Kili—
nandscharo, in der Landschaft Dschagga, (1903) ca. 6ooo E
Broschin, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Posen, Kr.
Schrimm, am Obrakanal, (1805) 18138 E.
Wioschus, Bisam, eigentümliches Sekret des Moschus—
iers (f. d), bildet frisch eine weiche, rötlichbraune Masse
oon durchdringendem Geruch und bitterm, scharfem Ge—
chmack; durch Austrocknen wird es zu einer schwarzbraunen,
zerreiblichen Masse. M. dient als Parfüm und bei dar—
üederliegender Herztätigkeit als Belebungsmittel; es wird
auch durch künstliche Mittel hergestellt.
Moschus, griech. Idyllendichter aus Syrakus, im
»Jahrh. v. Chr, Nachahmer des Theokrit.
Moschusbock, s. Bockkäfer.
Moschuskraut, Pflanzenart, s. Bisamkraut.
Moschusochfe, s. Bisamochse.
Moschuspolyp, s. Seepolyp.
Moschusschwein, s. Bisamschwein.
Moschusspitzmaus, s. Spitzmäuse.
Moschustier, Bisamtier (NMoschus maschifeérus L.
Tafel; Afiatische Tierwelt, M, rehähnlicher, aber
geweihloser Wicderkäuer, hraun, Männchen mit hauer⸗
förmigen, nach unten ragenden Eckzühnen im Oberkiefer
und beutelförmiger Moschusdrüse hinter dem Nabel. In
den Hochgebirgen Zentralssiens, des Moschus (s, d.) wegen
gejagt Lein, Beutel enthält 80-60 6 Moschus). —
Zberg⸗M., s. v. w. Zwerghirsche.
Moschuswurzel, s. Sumbulwurzel.
Mosdök, Stadt im russ.-kaukas. Terekgebiet, am Terek,
15351 E.; Weins, Obst- und Seidenbau.
Mosel (lat. Mosella, frz. Moselle), l. Nebenfluß des
Rheins, entspringt in Frankreich im südlichsten Winkel der
Voͤgesen, fließt erst nordwestl. bis Toul, dann nordöstl.
bis Frouard, tritt bei Novtant auf deutsches Gebiet, bildet
34 km weit die Grenze zwischen Preußen und Luxemburg,
mündet bei Koblenz; Lünge 6514 Km (davon 344 schiffbar);
 Flußgebiet 28033 4km; Nebenflüsse r. die Meurthe
uund die Saar; l. die Sauer, Kyll, Salm u. a.; der
Moselkanal geht von Metz bis zur franz. Grenze.
Mosellanien, sJ. Lothringen.
Moselotte, Kleine Mosel, r. Nebenfluß der Mosel,
nündet bei Remiremont.
Moselweine, die Weine von den Ufern der Mosel
und deren Seitentälern von Trier bis Koblenz, 5818 ha,
meist leichte Weißweine; in Lothringen meist Rotweine.
Moselblümchen, willkürliche Bezeichnung für mit Holunder—
hlüte gewürzten M.
Mosen, Julius, Dichter, geb. 8. Juli 1803 zu Ma—⸗
rieney im Vogtlande, seit 1844 Dramaturg zu Olden—
hurg, gest. das. 10. Okt. 1867; schrieb Epen („Ahasver“,
1838), volkstümliche Gedichte (neue Ausg. 1898), den
Roman „Der Kongreß von Verona“ (1842), Novellen,
Dramen („Heinrich der Finkler“, „Cola Rienzi“, „Kaiser
Otto III. 2c.). „Sämtliche Werke“ (6 Bde. 1880). —
Bgl. Zschommler (1891 u. 1893).
Mosenthal, Salomon Herut., Ritter von, dramat.
Dichter, geb. 14. Jan. 1821 in Cassel, isrgel. Abkunft, seit
1851 Archivar im österr. Unterrichtsministerium, gest. 17. Febr.
1877 in Wien; am bekanntesten seine Volktsschauspiele
„Deborah“ (1830) und „Der Sonnenwendhof“ (1866).
Moser, Gustav von, Lustspieldichter, geb. 11. Wai
1825 in Spandau, 1813356 preuß. Offizier, gest. 28. Ott.
4903 in Görlitz; seine Lustspiele (‚Cin moderner Bar—
bar“, „Ultimo“ „Veilchenfresser““, Der Hypochonder“,
„Der Registratör auf Reisen““, , Krieg im Frieden“,
Ansere Frauen“, „Der Bibliothekat“, Reif Reiflingen“,
Auf Strafurlaub“ ec.), zum Teil mit KArtonge, F. von
reez von Trotha uͤ. a., meist Repertoirestücke.
oser, Joh. Jak, Publizift und Staatsrechtslehrer,
eb. 18. Jan. 1701 zu Stuttgart, 17681bo und 176. 76
Landschaftskonsulent das. 1759 564 als angeblicher Ver—
fasser gegen den Herzog gerichteter Schriften auf Hohen—

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Mos

viel gefangen gehalten, gest. 30. Sept. 1785; schrieb:
Deutsches Staalsrecht“ (50 Bde, 1737 554) u. a. Seine
igene Lebensbeschreibung (8. Aufl. 1777 -88) sehr an—
ichend. — Biogt. von Schulze (1868), Wächler (1885),
Idam (1887). Sein Sohn dFriedr. Kart von M., geb.
8. Dez. 1728 zu Stuttgart, 1772 80 Minister in Hessen⸗
Darmstadt, gest, 10. Nob. 1iss zu Ludwigsburg; veroffent⸗
ichte: „Pakriotisches Archiv“ 12 Boe. 178400) u. a.
— Bgl. Herm. vom Bufche (1846), Ledderhose (1871).
Möser, Alhert, lyrischer Dichter, geb. 7. Mai 1835
u Göttingen, Lehrer in Dresden, geft. das. 27. Febr.
900; veröffentlichte mehrere Sammlungen von formvoilndeten
 Gedichten (1865 u. ö.), „Pol de Mont, Joyllen.
dachdichtungen““ (1893) u. a.
Möfer, Justus, Publizist und Historiker, geb. 14. Dez.
720 zu Osuabrück, Advokat, seit 1768 Geheimreferendar,
nest. 8. Jan. 1794 zu Osnabrück; am beruͤhmtesten seine
Osnabrückische Geschichte (2. umgearb. Auft. 1780) und
nine „Patriotischen Phantasien“ (171764 A80). Biogr.
on Kreyßig (1867); vgl. ferner Rupprecht 4892).
WMosersche Bilder, s. v. w. Sauchbilder (f. d.).
Moses (Mose, hebr. Moschen), Befreier, Religions⸗
ifter und nach der Tradition der exilischen Zeit auch Ge—
tzgeber der Israeliten um 1500 v. Ehr. aus dem Stamm
evi, Sohn Amrams und der Jochebed, wurde nach obiger
radition als neugeborenes Kind ausgesetzt, von einer
dochter des Pharao gerettet und in der Weisheit der
igypter egen. Wegen Totschlags aus Agypten flüchtig
vard er am Berge Horeb von Gottmit der Herausführung
eines geknechteten Volks aus Agypten beauftragt, voll⸗
rachte * mit Hilfe seiner Geschwister Aaron und Mirsam;
iach der Gesetzgebung am Sinai und einem 40jährigen
Vüstenzug eroberte er das Land östl. vom Jordau'“ Vr
sarb auf dem Berge Nebo. Die Geschichtlichkeit des M.
st. nicht zu bezweifeln, das Volk aber hat er nicht vor⸗
efunden, sondern es hat sich erst durch Annahme der
zahvereligion und die Einwauderung in Palüstina aus ver—
inzelten Stämmen hebr. Abkunft gebildet. — über die
vünf Bücher M. s. Pentateuch.
Moses von Chorene, atmen. Historiker. Die ihm
ugeschriebenen Werke, eine Geschichte Armeniens (armen.
ind franz., 18413 deutsch 1869), ein Lehrbuch der Rhetorik
ine Geographie (Vened. 1881) werden in das b. bis 7. Jahrh.
gelegt. Besamtausg. Veuedig 18685.
Mosheim, Joh Lorenz von, luth. Theolog, geb. 9. Okt.
694 zu Lübeck, gest. 9. Sept. 1755 als Proöf. und Kanz-—
er zu Göttingen; durch die „Institutiones historigo
colésiassticge“ (1755 u. b.; deutsch 1736— 96) Begründer
yer pragmatischen Kirchengeschichte. — VBgl. Heussi (1904).
Möflen, röm. Provinz im S. der untern Donau, durch
en Ciabrus (jetzt Cibriz) in Nieder-M. (Moesie inferior,
etzt Bulgarien) und Ober-M. (dA. superdor, jetzt Serbien)
jeteilt. In frühester Zeit von khraz. Völkerstümmen be—
vohnt, 29 vp. Ehr. von den Römern unterworfen und
ald als Provinz eingerichtet. Im 8. Jahrh. n. Chr. hatte
»as Land oft unter den Einfällen der Goten zu leiden,
is es Theodosius J. 878 n. Chr. diesen einräumte. Voun
ynen stanimen die sog, Mösogoten, die sich bis ins 6. Jahrh.
un M. hielten. Im'6. Jahrh. drangen in Rieder-M. die
Zulgaren ein, im 7. Jahrh. wurden in Ober-M. die
erben aufgenommen. [Sambesi.
Mosiwatunjafälle, die Viktoriafälle (s. d.) des
Moskau, Gouvernement im mittlern Teil des Eurvp.
dußlands, zu Großrußland gehörig, im Mittelpunkt des Mos—
auer Kohlenbeckens, im Gebiet der Moskwa und Kligßma
— 0———
i. a., auch Hausindustrie. — Die Hauptstadt
M.russ. Moskwa, Haupt- und Krönungstadt
 Rußlands, au der Moskwa Karte;
zuropäisches Rußland J, 3), Sitz
ines und
dommandanten des Militärbezirks M. so— *8
die des Metropoliten von W 71003) 1109. Mogtau
91 789, mit den Vororten 1173427 6 besteht aus
ctadtteilen. deren ältester, der Kreml, nur noch Kirchen,
naläste und Staatsgebäude enthült, und einer Reihe don
corstädten; mit etwä 600 Kirchen und Kapellen, Universität
zegründet 1755), Rumjanzew ches Museum, Tretjakowsche
emãäldegalerie, reichste Stadt und ersier Fabriksn Kuß—