(1809) u. a. Brunnen: der Fisch-, Erhardt-, zwei Wittels⸗
bacher? und der Perseusbrunnen. Baulen: spütgot. Frauen⸗
oder Domkirche (1 468 88; die unvollendeten Türme das
Wahrzeichen M.s, darin Grabmal Kaiser Ludwigs des
Bayern), Peterskirche (18. Jahrh.), Heilige-Geist-Kirche
(14. Jahth.), Si. Michgels-Hoftirche, Theatinerkirche Gtal.
Barockfuͤl 166175), Aillerheiligen⸗Hoftirche (1826-87)
dudwigs⸗, Maria⸗Silf-Kirche, Basilika (1850), Ursula—
pfarrkirche (1887), evang. Maätthäuse (1883), Markus-(1878),
 Bennokirche (18804 [Tafel: Stil
Io)j, Lutkastirche (1886) u. a. Propylüen (Prachttor
mit ion. und dor. Säulen; 1862, von Klenze), Ruhmes—
halle mit der Bavaria (s. d.), Siegestor (14550); königl.
Kefidenz (aus Königsbau, 182886, Festsaalbau, 1832
—-42, debh von Klenze, und Alter Residenz, 1602-189,
besebendd letztere mit vier Höfen (Perseus⸗ uünd Wittelshachet
 Btunnen), der Schatzkammer und der Reichen
Kapelle, Odeon (1828, von Klenze), Paläste des Prinz-Regenten
 Luitpold und des Herzogs Marx, Kriegsmini⸗
sterium (sämtlich von Klenze), Wittelsbacher Palast
I850), Hof⸗ und Staatsbibliothek (1843; beide von
RBärtner), Universität, Akademie der Künste, Hofs und
Nationaliheater, Nesidenztheater, Münze, altes Bayr.
Nationalmuseum (1866, von Riedel), das Marimiliaueum
(nach Plänen Bürkleins, mit Arkaden und Fresken), neues
Bayr. Nationalmuseum (1900, von Seidl, Kunstwerke von
der Römerzeit bis zur Gegenwart), Rathaus (von Hauber⸗
risser (Tafel: Gotik I, 11), Alte Pinalothek (1836,
von glenge 300000 Kupferstiche, 22000 Handzeichnungen,
Vasen, Gemaälde), Neue Pinakothek (1868, von Voit,
porzellanbilder, Antiquarium mit Korkmodellen griech.
und“ röm. Bauten, Altertümer, Schmucksachen, Bilder
neuerer Meister), Glyptothet (1830, vou Klenze; antike
Bildwerke), Technische Hochschule, Schacksche Gemälde—
galerie (Besitz des Deutschen Kaisers). Hofbräuhaus und
diele Privatgebäude, Künstlerhaus (18900). Sammlungen:
tönigl Hof⸗ und Staatsbibliothek, bedeutendste Deutsch—
lands (Soo ooo Bde., 18000 Inkunabeln, 40 000 Hand⸗
ichriften), Universitätsbibliothet (370 000 Bde. ꝛc.), All⸗
gemeines Reichs-, Bayrisches Geh. Staatsarchiv, Schwan⸗
haler⸗, Kaulbachmuseum, Museum von Gipsabgüssen,
»on Meisterwerken der Naturwissenschaften und Techunik,
Ethnographisches, Armeemuseum u. a. internationale Aus⸗
tellungen von Gemälden und Skulpturen im Glaspalast.
dunstinstitute und Bildungsanstalten: Königl. Bayhrische
Akademie der Wissenschaften und der Künste, Ludwig⸗
Marximilians-Universiktät (1472 in Ingolstadt gestiftet,
800 - 26 in Landshut) mit über 4000, Technische Hoch⸗
schule (1868) mit 2006, Tierärztliche Hochschule mit 250
Studierenden, Kunstakademie [Tafel: Renaissance II,
3], Akademie der Tonkunst, 8 Gymnasien, 1 Real-,
Mädchengymnasium, 2 Realschulen ꝛc., —
Artillerie⸗- und Ingenieurschule, Kriegsschule, Lehrs und
Bersuchsanstalt für Photographie u. g. Bedeutende Ju—
—R
reiche Fabriken für Leder, Maschinen, Gummiwaren, Malz
Metallwaren 2c., Glasmalerei- und optische Austalten,
erühmte (Milletsche) Erzgießerei, Buchdruckereien; großer
Handels⸗ und Bantplagg. M. hat prächtige nlage
darunter der Engl. Garten, Hofgärten); im W. von M.
der Bavariapark und die Theresienwiese, wo jährlich das
Ottoberfest abgehalten wird; nordwestl. Nympheuburg.
— Die Geschichte M.s beginnt 1188 mit der Einrichtung
einer Münz- uüd Zollstätte am J. Isarufer durch Heinrich
den Löwen; es wurde 12585 Residenz der Herzöge von
Bayern, durch die Prachtbauten Ludwigs J. (18285 48
ind Marimilians II. (I8418264) eine der schönsten Städte
Deutschlands. — Bgl. Heigel, „M.s Geschichte von 1158
1806 (1882), Ehroniken deutscher Stüdte“ (Bd. 15,
1838. Kronegg (Ggchichte“, 1000 fg.).
Munchenderusdorf, Stadt in S.-Weimar, (1900)
32045 E.; Beuteltuch⸗, Teppichfabriken.
Munichen⸗Gladbach, preuß. Stadt, s. Gladbach.
Muͤnchengrätz, Beurksstadt in Böhmen, „an, der
Iser, (I800) s8706 En in der Scloßtapelle Grabmal
Wallensteins. Hier 28. Juni 1866 siegreiches Treffen der
Preußen — die Osterreicher.
Muͤnchhaufen, Boͤrries, Freiherr von, geb,
o. März 1874 in Hildesheim, schrieb: „Balladen“
Brockbaus' Sleines Konversations-Lerikon. b. Aufl M.

22*

Mun
900), „Juda, Gesänge“ (1900), „Ritterliches Lieder⸗
uch“ (1809) u. a.
Munchhausen, Karl Friedr. Hieronymus, Freiherr
on, geb. 11. Mai 1720 auf Bodenwerder (Hannover),
eine Zeit Offizier in russ. Diensten, gest. 22. Febr. 1797; be⸗
annt durch seine lügeuhaften Erzählungen von Jagd- und
driegsabenteuern; engl. Bearbeitung (1788) von Raspe(geb.
1737, gest. 1794 in Weege / von Bürger (1787;
eue Ausg. 1880). — Bgl Ellißen (11. Aufl. 1890). —
Münchhausiäden, grotesk-komische Aufschneidereien.
Muncie (spr. mönnßt), Stadt im nordamerik. Staate
endiana, (1900) 20 848 E.; natürliches Gas; Industrie.
Munckel, August, Politiker, geb. 28. Jan. 1837 in
oyritz (Pommern), Rechtsanwalt in Berlin, seit 1881
reisiuniges Mitglied des Reichstags, seit 1882 auch des
reuß. Abgeordnetenhauses, gest. 10 April 19083 in Berlin.
Munckeer, Franz, Literarhistoriker, geb. 4. Dez. 1855
n Bayreuth, 1890 Universitäteͤprof. in Müunchen, veröffent⸗
ichte „Klopstock, Geschichte seines Lebens und seiner
Schriften“ (1888), „Forschungen zur neuern Literatur—
eschichte“ (1807 jg.) u. a. sowie asapen von Werlen
dlopstocks, Kleists, Fmmerinanns und es. Lessings.
Mund (Os), die von den Lippen gebildete obere Off⸗
ung des Verdauungskanals, voun dem Schließmuskel und
ahlreichen kleinern Muskeln umgeben. Die Wundhöhle
Caynm oris) umschließt die Ausführungsgänge der sechs
Speicheldrüsen, Zähne und Zunge, ist Siß des Geschmacks⸗
rgans, dient durch Zermalmung und ndeann zur
Zorverdauung der Nahrungsmittel, sowie mit dem Kehl—
opf zur Stimimbildung. Die häufigsten Mundkrankheiten
ind: die Schwämmchen (s. d.), — Geschwüre
ind der Mundskorbut oder die Mundfünle (Stomagaeo),
zie in schmerzhaften übelriechenden Geschwüren der Mund⸗
chleimhaut besteht. Häufigste Bilduugsfehler des M.
»ie Hasenscharte und der Wolfsrachen. — Vgl. Kraus
1897), Mitkulicz und Kümmel (1898).
Munda, alte Stadt im südl. Spaänien, bekannt durch
n Sieg Cäsars über Pompejus' Söhne 46 v. Chr.
Mumndan (lat.), weltlich.
Mundant —— s. Mundieren.
Mundari, fälschlich Munda, Stamm der Kolarier,
3. Kol(h), s. Dekhanische Sprachen.
Mundart, s. Bialekt.
Dündel llat. papiilus, pupills), der unter, Vor⸗
nundschaft stehende Minderjährige im Verhältnis zu seinem
Vormunde; Mündelgut, Mündelgelder, das vom Vor⸗
nund verwaltete Vermögen eines M.; die Anlegung des—
elben ist besondern gesehlichen Bestimmungen unterworfen
Deutsches Bürgerl. Gesetzb.ß 1807)
Muünden, Hannoverisch-M., Kreisstadt im preuß.
Neg.⸗Bez. Hildesheim, an Werxa und Fulda, (1800) 9236
1805: 11264) E., Garnison, Amtsgericht, Forstakademie;
dabrikation von Kandis, Lüten, Bigarren, Holzwaren.
Maünder am Deister, Stadt im preuß. Reg.e Bey
zannover, an der Hamel, (1805) 3257 E., Anitsgericht,
Zaline, Sols und Schwefelbad.
Munderkingen, Stadt im württemb. Douaukreis,
in der Dongu, 33 e E.
dfäule, s. Mund.
Instrument mit Stahlzungen, die
urch Einziehen und Ausstoßen des Atenms zum Exrkliuͤgen
ebracht werden; auch eine vervollkommmnete Art der ver—
ilteten Maultrommel (GBrummeisen), bei der die Stahl⸗
ungen in ein hufeisenförmiges Eisen eingeklemmt siuͤd,
ate mit den Zahnen gehalten wird.
Mundieren Viege reinigen; ins Reine schreiben;
Nundant, s. p. w. Kanzlist; Mundatiõn, Reinschrift.
Mündigkeit, s. ee über Ehemündigkeit
Ehe; über Eidesmündigkeit s. Eid.
Mundium (vom althochdeutschen munt, Hand), Mundchaft,
 Bogtschaft, früher ein der Vormundshaft ähnliches
— Gruudlage des deutschen Familienrechts.
undklemme, Mundstarrkrampf, s. Starrkrampf.
Mundlaute, s. Laut. llens.
Mundloch, Tagesöffnung eines bergmännischen Stof⸗
Mundraub, Entwenduug von Nohrungs- oder Ge⸗—
ußmitteln in geringer Menge oder von wenig Wert —F
— Verbrauch; nach dem Deutschen Strafgesetbuch
5370) mit Geldstrafe oder mit Haft bestraft.