Mun

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Mundschaft, s. Mundium.
Mundfeuche, akute Infektionskrankheit des Men—⸗
chen, der Maul- und Klauenseuche der Rinder entsprechend
md von diesen auf den Menschen übertragen; Zunge und
Zahnfleisch schwellen an, die Zähne lockern sich und auf
der ganzen et entstehen Bläschen, welche
platzen und flache ee zurücklassen, gleichzeitig be—
steht ein fleckiget oder bläschenförniger Hautausschlag.
Mundsperre, s. Starrkrampf.
Mundt, Theod., Schriftsteller des Jungen Deutschland,
 geb. 19. Sept. 1808 zu Potsdam, 1848 Prof. der
Literatür in Breslau, 1850 in Berlin, gest. das. 30. Nov.
1861; verfaßte kritische und novellistische Arbeiten („Ma—
donna, Irtchanen mit einer Heiligen“, 1835) sowie
Romane („Thomas Münzer“) und polit. Zeitschilderungen.
— Seine Gaͤttin Klara M., geb. 2. Jan. 1814 zu Neu⸗
brandenburg, gest. 26. Sept. 1873 in Berlin, schrieb unter
dem Namen Luise Muͤhlbach zahlreiche histor. Romane,
hes. über die Zeit Friedrichs d. Gr. und Napoleons.
Mundum (lat.), ,e
Dundungsgeschwindigkeit (Anfaugsgeschwindig
keit) eines Geschofses, die Geschwindigkeit beim Aus—
tritt aus der Adeng. ausgedrückt durch den Weg (in
Metern), den es bei fleichmahiger Geschwindigkeit in der
ersten Sekunde zurücklegen würde; bei Infanteriegewehren
bis 830 m (Deutsches Gewehr 98 mit 8-Munition), bei
Feldartilleriegeschützen 518 m (Rußland).
Mundus vult deoipi, orgo docipiatur (lat.), die
Welt will betzogen sein, also werde sie betrogen; angeblich
Ausspruch des Legaten Caraffa (spätern Papst Paul IV.).
Mungir (engl. Monghyr, verderbt Mungair), Distrikts⸗
jauptstadt in der brit.⸗ ind, Div. Bhagalpur (Bengalen),
im Ganges, (1901) 85 880 E.; Eisen- und Stahlindustrie
Mumngs, eine Art Kunstwolle (s. d.).
Mungo Park, Afrikareisender, s. Park, Mungo.
Mungos,/ s. Manguste.
Mungo Sardyt, höchste Berggruppe (3490 m) im
Sajanischen Gebirge (s. d.) J
Mungsten, Wohnplaß, zu Remscheid gehörig, an der
Wupper; 1 Xm untethalb die 1897 eröffnete Kaiser-Wil—⸗
jelm⸗Brücke (höchste — 107 mm über der Wupper
300 wulg., mit einzigem Bogen von 108 V
WMand Fluß und span. Besitzung in Westafrika, s.
stio Muni. [Halbinsel Peiraieus (Pirgus).
Munichia (Munychia), die Burghöhe der attischen
Munifizenz (at.), eee
Duniment (lat.) Befestigungs-, Schutzmittel.
Viuenin⸗to, japan. Name der Bonininseln.
Wunipore, ind. Vasallenstaat, s. v. w. Manipur (s. d.)
Munition (at.), Ieden,
Dunizipal (lati), städtisch; Munigzipalität die polit.
Gemeinde, insofern sie durch eine besondere Verfassung
(Munizipãlverfafsung) konstituiert ist, auch die sie ver—
waltende Körperschaft (Munizipalrat). Mumizipien, bei
den alten Römern die von Rom abhängigen Städte, deren
Zewohner das röm. Bürgerrecht besaßen.
Munjitwurzel, Mongister⸗, Majesto oder Manjüt
wurzel, eine geringere Sorte Krapp, die aus der ostind
kupia cordifolia T. gewonnen wird.
Munk, Herm., Physiolog, geb. 8. Febr. 1838 zu Posen,
seit 1876 Prof. au der tierürztlichen Hochschule zu Berlin;
schrieb: „Das Wesen der Nerpeüerregung“ (1868), „Die
Funttionen der Großhirnrinde“ (2. Aufl. 1890).
Vunkaͤcs (spr. munnkahtsch), Hauptstadt des ungar
Zomitals Bereg, an der Latorcza, (1800) 14416 E. arieh
Bischof, Obergymnasium; Eisengruben, Salpeterwerke; östl
das Feisenschioft M. (jetzt Staatsgefängnis).
Viunkacsy (Espr. atschi), Michael von, ungar. Maler,
geb. 10. Okt. 1841 zu Munkäcs, in München ünd Düssel—
dorf, gebildet, seit 1872 in Paris tätig, zuletzt geistes—
krank, gest. 1. Mai 1900 in einer Nervenheilanstalt in
Indenich bei Bonn. Außer Genrebildern, in denen düstere
Deeeden wie: Letzter Tag eines zum Tode
Berurteilten, Milton seinen ie das Verlorene Para⸗
dies diktierend, Abschied der Rekruten, Besuch bei der
Wöchnexin, der Dorfheld, malte er mehrere große Passions—
bilder Christi: Christus vor Pilatus, Christus am Kreuz
¶Dresden), Fece horio. — Biogr. von Ilges (18909); vgl
Juch M.s „Erinnerungen. Die Kindheit“ (deutsch 1897)

Münnerstadt, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Unter⸗
ranten, an der Lauer, (1806) 2168 E.“ Amisgericht,
Augustinerkloster mit Alumnat, Gymnasium.
Munnich, Burthard Ehristoph, Graf von, russ. Feld;
ert und Stautsmann, geb. 13. Mai 1088 zu geuenhuntorf
Oldenburg), 1732 Generalfeldmarschall, eroberte 1734
danzig, 1736 die Krim, stürzte den Regeuten des Reichs,
herzod von Kurlaud, 1740 Premierminifter, von Gusabeth
[1741 nach Sibirien verwiesen, 1762 von Peter III. zurück⸗
herufen, gest. 27. Olt. 1767 zu Petersburg. — Biogr.
von Halem (neue Aufl. 1838).
Muñoz (spr. munjohds), Don Fernando, s. Maria
christina, Königin von Spanien.
Muürnsigen, Dorf in der Schweiz, s. Münsingen.
Münsingen, Oberamtsstadt im württemb. Dongau⸗
reis am Heuverg, (1008) 2008 E., Aulsgericht, Real⸗
chule; durch den 1482 abgeschlossenen Münsinger Vertrag
vurde das vorher geteilte Wurtlemberg wieder vereinigt.
zIn der Nähe ein Truppenübungsplatz.
Muͤnsingen (Munsigen), Dorf im schweiz. Kanton
Bern, im Aaretal, (1000) 2806 E. Schloß, Irrenanstalt.
Munster, Dorf im preuß, Reg.Bez. Luueburg, an,der
Broßen Srde, (1900) 1575 E. daberein Truppenübungsplaßz.
Munster (spr. möunst'r), Mounster, irisch Mown,
Brovinz im füdwestl. Irlaud, 21551441n, (1001) 1076 076
*.; e in die sechs Grafschaften: Elare, Cork, Kerry,
Aimerick, Tipperary, Waterford.
Münster (vpom lat. monastersum, Kloster) Stift,
»ann Stiftskirche; süddeutsch für Kathedrale, s. Dom.
Muünster. 1) M. im Elfsaß, Stadt im Bez. Ober⸗
Isaß, an der Fecht, (1005) 6078 E., Amtsgericht, Real⸗
chule. — 2) M. am Stein, amtlich Bad M., Dorf, im
»reuß. Reg.-Bez. Koblenz, an der Nahe, 880 E., Saline
Müunsterhalle) Solbad. — 3) M. in Westfalen sstarte:
Mittleres Westdeutschland I, 2, bei —7
Kheinprovinz), Hauptstadt der preuß. Prop.
Westfalen und des Reg.⸗Bez. M. (7253 4kmn, sffssss
dod: boo 83 fIs05: b18 o6e Etbdt-,
10 Landkreise), Stadtkreis und Kreisstadt, an
der Aa, (1900) mit Lamberti, Gievenbeck und
lppenberg 69 877 (1905: 81439) E., Garni— 0
on, Generalkommando des 7. Armeekorps, Münfieri. W.
zand⸗, Amtsgericht, Bischofsfitz, Oberpost-,
vnigl. Eisenbahndirektion, Haudelskammer, Reichsbank⸗
delle, Universität (1818 —1902 Akademie), Dom (12268-31
 erbaut), got. ene mit den Käfigen der Wieder⸗
dufer, göt. Rathaus JTafel: Gotik II, 71, worin 1648
der Wesifäl. Friede unterzeichnet wurde, Priesterseminar,
vBymnasium, eeeae kath. Lehrerinnenseminar,
2 höhere Mädchenschulen, israel. Lehterseminar, Baugewer⸗
enschule, Provinziaälirrenanstalt, Leinwande, Baumwolle,
Papier⸗ und Lederfabriken. M. war 1633436 Sitz der
Wiedertäufer. — Das Hochstift M., gegründet 780 von
darl d. Gr., im 12. Jahrh. Keichsfürstentum, 1803 sälu⸗
larisiert, uinfaßte 88900 4kKm. — Bgl. Erhard (1887),
Tücking (18665), Geisberg (8. Aufl. 1880).
Muͤnster. 1) M., franz. Moutier, Flecken im schweiz
anton Bern, Jl. an der Birs, (1900) 8088 E., Schloß. —
2) M. Beromünster, Flecken im schweiz. Kanton Luzern,
973 E., Chorherrenstift.
Munfter von Derneburg, Georg, Fürst, Diplomat,
geb. 23. Dez. 1820 zu London, 1886 —64 hanuov. Gesandter
n Petersburg, seit 1867. erbliches Milglied des preuß,
herrenhauses 187173 Mitglied des Deutschen Reichstags
Reichspartei), 1873 —88 deutscher Botschafter in London,
1885 1900 in Paris, gest. 28. Mürz 1902 in Hannover.
Münster, Sebast., geb. 1489 zu Ingelheim, Franzis⸗
kaner, dann reformiert, lehrte zu Heidelberg und Basel
dehraisch, Theologie und Mathematit, gest. 20. Mai 16552
u Basel; Hauptwerk: Cobmogra phia universa“ (deutsch
641; von M. selbst 1550 ins Lateinische übertragen;
24mal neu aufgelegt); erste große, deutsch geschriebene
Weltkunde. — Vgl. Hantzsch (1808).
Münsterbers, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Bres⸗
au, an der Ohlau, (1805) 8475 E., Amtsgericht, evang.
dehrerseminar, evang. und kath. Präaparandeuanstalt,
yöhere Mädchenschule, kalte Schwefelquellen.
Munsterbiifen, ehemal, bei dem belg. Dorf Bilsen
zelegene, für fürstl. und gräfl. Damen bestimmte Abtei.