Mus
Musagẽtes (grch,‚ „Führer der Musen“), Beiname
des Apollon.
Musaus. 1) Griech. Dichter der mythischen Zeit. — )
Griech. Isre zu Anfang des 6. Jahrhen. Chr., verfaßte
das erotische Epos „Hero und Leander“, hg. von Dilthey
(1879), deutsch, von Ottmann, (1888).
Musaus, Karl, Schriftsteller, geb. 29. Mürz 1735 zu
Jena, seit 17608 Prof. am Gymnasium zu Weimar, gest.
das. 28. Okt. 1787; „Volksmärchen der Deutschen“ (6 Bde.,
1782-86 u. ö.). — Biogr. von Müller (1867).
Musazeen, monokothledonische Pflanzenfamilie der
Szitamincen, große, baumähnliche, trop. Kräuter; einige
Arten als Nahrungs- und Gespinstpflanzen wichtig.
Musos (lat.), die Fliege (j. Fliegen)
Mus oari Mill. Traubenhyazinthe, Pflanzengattg. der
diliazeen, Zwiebelgewächse der Mittelmeerländer mit dichttraubigen
 Blüten; Zierpflanzen. Bekannt bes. die im ersten
Frühling dunkelblau blühende M. xειεν Willd.
Muscatine (spr. mößketihn), Stadt im nordamerik
Staate Jowa, am Mississippi, (1900) 14073 E.
Muscel (Muschtschel), rumn. Kreis in der Großen Wa⸗
achei, 2954 4kmm, (1899) 115 180 E.; Hauptort Campulung.
Muschahinfeln, franz. Inselgruppe in der Tedschuras
zai des Golfs von Aden.
Muschel, Kalkschale der Muscheltiere (s. d.); in der
Anatomie Teile von Ohr und Nase (s. d.).
Muschelblume, s. Pistia stratiotes [Abb. 1397)].
Muschelgift, ein dem Fischgift ähnliches Gift, das
ich zuweilen in den eßbaren Weichtieren entwickelt; so
ind die Austern während der Laichzeit (Mai bis Juli) ge⸗
— (Austerngift); manche Miesmuscheln (s. d.)
enthälten zuweilen in der Leber ein dem Curare ähnliches,
unter Umständen tödliches Gift (Mytilotoxin).
Muschelhugel, s. v. w. Kjökkenmöddinger (s. d.).
Muschelhuhn, holländisches, s. Bredahuhn.
Muschelkalk, mittleres Glied der Triasgruppe, ma—
cine Bildung, vorwaltend aus versteinerungsreichem Kalk—
stein gebildet; in Deutschland weit verbreifet [s. Beilage:
i Formationen, nebst Tafel].
Muschelkrebse ore niederer Krebs⸗
tiere, kleine, hauptsächlich das süße Wasser bewohnende
serebse ohne gegliederten Leib, mit zweiklappiger, muschel⸗
artiger Schale. Hierher der gemeine M. (Cypris fusca
ger.), in stehenden Gewässern Mittel- und Nordeuropas.
Fossile M. treten schon in den paläozoischen Formationen
auf. Im Devon bildet eine Cypridinaæ
ganze Schichten (Cypridinenschiefer).
Muschellinie, Konchoide.
Muschelmilbe (Atax ypsilophorus
 Bone. [Abb. 1215)), in den Kiemen
der Flußmuscheln schmarotzende Wasser—
milhe mit V-förmiger Rüͤckenzeichnung. 1215. Muschel—
WPuscheln, die Muscheltiere (s. d) milbe
oder auch nur ihre Schalen.
Muschelsandstein, Sandsteinfazies des Untern Mu—
chelkalkes (in Elsaß-Lothringen).
Mujschelseide, s. Byssus.
Mufscheltiere, Blätierkiemer (Blattkiemer), Bivalven
oder Akephalen (Lamellibranodhiuta, Conchifeéra, Acephala),
 Klasse der Weichtiere, mit seitlich zusammenge⸗
drücktem, bilateral-syminetrischem
Körper, ohne Kopf, mit einem beider—
seits weit vom Rücken herabhängen—
dem Mantel, der eine zweiklappige
Kalkschale [Innenseite Abb. 1216]
absondert; zu ihrer Befestigung dient
das scharnierartige Schloß la] mit
imeinander greifenden Zähnen. Innen⸗
seite der Schalen mit je zwei Ein- 1216. Muschelschale,
drücken [p], den Ansatzstellen der die von innen.
slappen zusammenhaltenden Schließmuskeln; beiderseits
unter dem Mantel große, blattförmige Kiemen. Meist ge—
ie deei dgeden Mantel am hintern Rande
mit zwei übereinander gelegenen Offnungen oder Röhrer
(Siphonen), deren untere das Atemwasser und die Nah—
tung (im Wasser treibende feine organische h
nimmt (Kiemensipho), deren obere das verbrauchte Wasser
stot und ———— ausführt (Kloakensipho). Nach
dem Vorhandensein oder Fehlen der Siphonen unter—

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'cheidet man zwei Ordnungen: Röhrenführende (Sipho
maten, Sipponiata), Mamellappen meist rerwachsen, mit
den Familien der Bohrmuscheln, Entenklaffinuscheln, Klaff⸗
nuscheln, Scheidenmuͤscheln Benusmuscheluen., und Röh
enlose (Asiphoniaten, Astphoniata), mit getrennten
Mantellappen; letztere zerfallen in drei Unterordnungen:
) Homomyarier, mit dJleichmäßig entwickeltem vorderm
ind hinterm Schließmuskeleindruck (Flußmuscheln, Dreieck⸗
nuscheln 2c.); 2) Heteromyarier, vorderer Shließmuskel⸗
zindruck sehr klein, hinterer groß (Miesmuscheln, Bogel⸗
nuscheln)beide slehen als dimyarier (, Zweimuskler“)
den 3) Monomyariern, mit einem einzigen (dintern)
Schließmuskel, gegenüber sWampicheu Austernmu⸗
Heln) Die große NMehrzahl der Ve. sind Meerebbewoh⸗
ner, die sich mit Hilfe des Fußes meist kriechend bewegen,
oder sich mit Hilfe der den Byssus absondernden Fuß—
druͤfe an fremde Gegenstände anheften, durch Anwachsen
ziner Schalenklappe kommt mitunter auch ein dauerndes
Aufgeben der Ortsbewegung zustande. Fossile M. schon
im Silur und Devon ss. Beilage: Geologische Fot—
mationen]. — Literatur s. Weichtiere. s d.r
Mufchelvergiftung, Bergiftung durch Musqhelgift
Muschelwächter, s. Krabben.
Muschit, richtiger Mushik (russ.), der Bauer.
WMuschir (arab.d, in der Türkei Tilel der Feldmarschälle.
Muschtschel, rumän. Kreis, s. Muscel.
Nuscei, s. Moose; M. frondösi, s. kaubmoose; M. hepa-Jei,
 s. Lebermoose.
Muscogee (Muscogulgee, Muskogee, spr. gih!
Indianerstanrm, der einheimische Name für Creek (s. d.)
Musculus, Andreas, eigentlich Meusel, luth. Theo⸗
log, geb. 1814 zu Schneeberg, gest. 21. Sept. 1881 als
Dberpfarrer und Prof. zu Franksurt a. O., eifriger Schü⸗
ler Luthers und Mitverfasser der Konkordienformel. —
Biogr. von Spieker (1858).
Muselmänner, s. Moslem.
Musen, die Göttinnen der schönen Künste und Wissen⸗
chaften, Töchter des Zeus und der Mnemosyne: Klio,
ruterpe, Thalia, Melpomene, Terpsichore, Erato, Poly—
ymnia, Urania, Kalliope. — Vgl. Rödiger (1875), Tren⸗
elenburg (1876); über ihre tünstlerische Darstellung:
Bie (1887).
Musen, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Arnsberg, Kr.
Siegen, westl. am Igheargebirge, (1800) 1404 E.; Eisen⸗
ind a mere Silber⸗ und Kupferhütten, Bergbau auf
Silber, Blei und Zink im Stahlberg.
Musena, Pflanzenart, s.v. w. Massena (s. d.).
Musenalmangach, Rame von periodischen Gedicht⸗
ammlungen: zuerst der Göttinger M. (1770 von Gotter
und Boie gegründet) und der Zupgier M. (1770 64
erner bekannt; der „Hamburgische M.“ (1776 von oß
egründet), Schillers M. (1788 1801), der „Wienerische
MN (61707 06), der von Wendt 1836 gegruͤndete, 1833
gg von Chamisso und Schwab als „Deutscher M.
übernommene, neuerdings der „Cottasche M.“ u. a.
Mufette frz. spr. müsetth, kleiner Dudelsack; land⸗
icher Tanz oder kleines Tonstück im oha⸗Takt.
Musenum (grch.), im Altertum ein den Musen ge⸗
jeiligter Raum; Ih der Renaissance Sammlung von Gegeu⸗
anden der bildenden Kunst (Gemalde Gemäldegaleriel,
Skulpturen, Kunstgewerbliches ꝛc.), der Volkskunst (ethnogr.
N.) und der Natur (zoolog. muüneralog. und andere M.).
— Bal. Murray (engl., 8 Bde. 1905).
Musenum von Meisterwerken der NaturwissenchaftundTechnit,
 1908 in München gegründete deutsche
Ratipnalanstalt, in welcher die histor. Entwicklung der Na⸗
urwissenschaft, Technik uͤnd Industrie veranschauuicht wird.
Musewi, mosaisch, türk. Bezeichnung für Juden.
Mushit ün s. Muschik.
Musiert, mosaikartig Veheh
— — Kunst der Musen, umfaßte bei den
Briechen, im Gegensatz zu Gymnasik, alle Geist und Ge—
nüt bildenden Künste, erhielt erst in den christl. Zeiten
ie engere Bedeutung: Tonkunst. Die Musitlehre be⸗
andelt: Rhythmus Melodie und Harmonie. Die M.
erfüllt nach den Organen der deen in Vokal⸗
ind Instrumental⸗ M, nach ihrem stofflichen Inhalt in
geistl. und weltliche M., daden Ort ihrer ursprüng⸗
ichen Ausbildung in Kirchen-M., Bühnen- oder Theater⸗