M. und Konzert-M., zu der auch die Haus- und Kam⸗
mer⸗ M. zu rechnen ist. IS. Beilage: Hauptdaten des
Musikgeschichte.] — Lehrbücher der M. von Marpurg
Kirnberger, Weber, Marr, Lobe, Hauptmann Dehn
Richter rc.; erika von, Gerber, Schilling, Mendel⸗
Reißmann, Riemann, Dommer ꝛc.; musitgeschichtlich⸗
Werke pon Burney, Forkel, Kiesewetter, Ambros, Winter⸗
feld, Brendel, Reißmann, Fetis, von Dommer, Köstlin,
Riemann, Eilner ꝛc. Hierzu Tafel: Musit 1u. II.]
Musikalienhandert, Vertrieb von Nusikalien, ein
Zweig des Buchhandels. Im, deutschen Bughandel war
der M: verlreten (1906) mit 418 Verlags- und 3402
Sortimentshandlungen. — Bgl. Hofmeisters „Handbuch
der musikal. Literatur“ (1816 f9.) und Jahres⸗) Verzeich⸗
Musikdrama, s. Oper. hus“ usos fg
Diufikinftrumente, zerfallen in Saiten⸗, Blas⸗ und
Schlaginstrumente Tafel: Mufitk . Erstere zerfallen in
Streich⸗ oder Bogeninstrumente, Zupf⸗ oder Kneifinstrumente
ind in Klevieriufirumente. Die Blasinstrumente zerfallen
in Holz⸗ und Blechblasinstrumente; ebenso sind Orgel und
ihr verwandte Instrumente (Harmonium u. a.), Blasinstru⸗
mente, obwohl der tonerzeugende Luftstrom nicht von den
Lippen des Spielers selbst herrührt. — Mechanische M. oder
Musitwerte sind solche, von denen Musikstücke mechanisch
mittels Walzen oder Bretter mit Stiften, durchlochten Pa⸗
pier- oder Pappnoten, sowie mit Erhöhungen versehenen
Blechnoten hervorgebracht werden. Dahin Torn Orche
sftrion, Spieldose, Drehörgel zc. (S. auch uͤtomat.)
Musikinftru mentenbauschulen bestehen in Mark⸗
neutirchen (seit 1834), Klingenthal (1843) Adorf (1860)
Furtwangen, Unterkirch, Villingen und Vöhrenbach, ferne⸗
n Grasüitz und Schönbach in Böhmen.
Musiklehre, s. Musik.
Musiknoten, s. Noten.
Mufikschnecke, s. Kegelschnecken.
Musikwerke, mechanische, s. Musikinstrumente.
Wisifch, den Musen geweiht, auf sie bezüglich; Mu.
ische Künste, hei den alten Griechen alles, was zur höherr
zeistigen und künstlerischen Bildung gehört.
Musipgold, Indengold mosaisches Gold, Zinnsulfid
tünstliche Verbindung von Zinn und Schwefel, zum Bron⸗
zieren von Gipsfiguren, Messing, Kupfer, zur Anfertigung
unechten Goldpapiers, szy Lackvergoldung ꝛc.
Musivische Arbeit, s. Mosaik,
Musivisches Sehen, das Sehen mit zusammenge⸗
setzten Facetten⸗) Augen, wie ste die ucte er haben;
nicht jedes einzelne Auge nimmt ein Bildchen auf, son—
dern nur ein Teilchen, r daß sich das Gesamtbildchen aus
so viel Teilchen, wie einzelne Sehelemente des Gesanit⸗
auges beim Sehen in Anspruch genommen werden, mo⸗
—— dacdetengesett [gepulvert als Bronzefarbe.
Mufsivsilber, Legierung von Zinn und Wismut, dient
Muskardine, Starrsucht, Kalksucht, Inkrustierung
ital. Calcino genaunt, tödliche Krankheit der Seidenraupen,
Feranlaßt durch einen Schimmelpilz (Botrytis Basciana
als), dessen Entwicklung durch Nässe begünstigt wird.
Muskarin, organische Base, der Stoff des
Fliegenschwamms; Gegengift bei Atropinvergiftung.
Puskatblüůte, AMxriaties.
Musratblütenöl, sJ. Macisol.
wiustasbutter, Mustatnußöl, Muskatöl, Bandaseife,
 aromatisch riechendes, rotbrauues Gemisch von äthe⸗
rifchem Ol und Fett, aus Muskatnüssen gewonnen, Das
Fett, Myristin, ist das Glyzerid der Myristinsäure ¶ Myri⸗
sizinsäure, Myristearinsäure, Serizinsäure), einer kristal⸗
Fettsaure, die 9 an Glyzerin gebunden, auch im
Ditabrot und Kokosol sindet. — Amerik. M., s. Myristica
Muskatellerbirnen, 9. Klasffe des Lukasschen Bir—
nensystems (s. Birne).
Bilusratellerweine (Muskatweine), süße, starke rott
und weiße Weine mit Musdatgeschmack, in Frankreich (Muscat),
 Italien (Moscatello), Spanien (Zoruna), Ungarn
Weier, Mustataly), an der Bergstraße (Kümmreltraube),
in Württemberg (Katzendreckeler).
Muskatholz, s. Letternholz.
Mufkati, Gewicht, s. Mitstal.
Dusktatnuußz, Muskatnußbaum, s. Myrlsties und
Tafel: Nutzpflänzen 1,7.
Muskaãtuußleber,. s. Leberanschoppung.

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Mus

Muskatnuszöl, . Muslkatbutter; ätherisches, s. Ma—
Muskatweine, JMuskatellerweine. scisvl.
Muskau, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Liegnitz, J. an
er Lausitzer Reisse, (1805) 4088 E., Amtsgericht, Schloß
nit vrunsew Park (604 ha, voni Fürsten Pückler an—
zelegt), Mineralbad (Hermannsbad). — Die Standesjerrschaft
 M., zwischen Neisse und Spree (468 qkm), ge⸗
jörte erst dem Fürsten Pückler-M., seit 1883 dem Grafen
dermann von Arnim.
Muskegon (spr. möß), Hafenstadt im nordamerik.
Staate Michigan, unweit der Mündung des Flusses M.
n den Michigansee, (1900) 20818 E.; Holzhandel.
Muskelatrophie, Muskelschwund, Äbnahme der
Muskelmasse, tritt naturgemäß ein, wenn die Muskeln
sange Zeit untätig sind, aber auch als Krankheit (Gpro—
zrefsive M.) infolge einer schleichenden Entzündung des
Muskelfleisches oder infolge einer Rückenmarkskrankheit;
jier beginnt sie am häufigsten im Daumenballen und geht
illmählich auf den ganzen Arm und weiter über; die be—
allenen Glieder werden funktionsunfähig.
Muskelbänder (Fasciae), stark glänzende Faser—
jäute, die die Muskeln und Muskelgruppen überziehen
ind dn Scheidewtinde voneinander trennen.
Muskelblatt, s. v. w. Mesoderm (s. Gastrula).
Muskelbündel, s. Musteln.
Muskelelektrizität, die elektromotorische Wirksam⸗
seit, die jeder Muskel zeigt, wenn er tätig ist oder ver—
etzt wird.
Muskelfaradisation, Erregung der Muskeln mittels
»s faradischen Stroms. (S. lertnheravie⸗
Muskelfasergewächs, s. v. w. Myom ss. d.).
Mustkelfasern, s. Muskelu.
Muskelfibrin, f. Fibrin.
Muskelgeräufch, s. Muskeln.
wruskeigifte, Gifte, die durch Lahmung der Peri—
herischen Muskeln, namentlich der Atmungsmuskulatur
zen Tod herbeiführen, z. B. Cuͤrare.
Muskeln (AMusculi), die Organe der aktiven Be—
vegung des tierischen Kürpers, zerfallen in solche, die dem
Willen unterworfen sind, willkürliche oder animalische
nach ihrer mikroskopischen Struktur gestreifte) M. und
solche, die unabhängig vom Willen in Tätigleit treten,
nwiiltürliche oder vegetative (der Struktur nach glatte)
M. Erstere dienen — Bewegung des Skeletts, die an—
dern vernütteln die Bewegung des Magens, Darms ꝛc.
Ddie M. bilden das Fleisch des Körpers und bestehen aus
Mustelbündeln, die wieder aus Muskelfasern oder Mus ·
elstbrillen (Primitivfasern) zusammengesetzt sind. Die
Zkelett⸗ Nt. setzen sich mittels starker Bünder (Sehnen
der Flechfen) so an den Knochen an, daß sie ein Gelenk
iberspringen und so dasselbe bei ihrer Zusammenziehung
zeugen oder strecken. Nach der Form unterscheidet man?
lünglichtunde, breite (Flächen⸗My), ringförmige Gchließ
M.) und Hohl-M. (wie Herz, Gebärmutter) oder Mus—
kelhäute (in der Wand des Magens, des Darms, der
Blase); nach der Art der Bewegung, die die willkürlichen
M. ed können: Beuge⸗M. oder Flexoren, Stredck⸗
M. oder Ertensoren, Auszichung-M. oder Addultoren,
Abzieh ⸗· M. oder Aöduktoren, Roll-⸗M. oder Rotatoren,
die einen Körperteil um seine eigene Achse oder um einen
indern Körperteil im Halbkreise herumdrehen. Durch Reize
schemische, thermische, mechanische, elektrische, Willenreig)
—
iehen sich zusammen. Folgen mehrere Reize rasch nach—
inander, so bleibt der M. im Zustand der Kontraktion
Tetanus), wobei ein leichtes Gexäusch (Muskelgeräusch
oder Muskelton) hörbar ist. Infolge der Tätigkeit des
M. entstehen in demselben Umsetzungsprodukte, die das
Ermüdungsgefühl bewirken. Stirbt der M. ab, so ver—
liert er seine Erregbarkeit, das Muskeleiweiß (Myosin)
zerinnt und, der M. wird starr (Leichen⸗ oder Totenstarre).
—BVal. NRosenthal, „Physiologie der M.“ (2. Aufl. 1899);
Fischer, „Die Arbeit der M.“ (1803); R. du Bois⸗Reh⸗
nond, „Spezielle Muskelphyssologie“ (1903); über die
2ankheiten der M. Lorenz (2Bde, 1808 - 1904).
Muskelrheumatismus, Rheumatismus.
Muskelschwund, s. Muskelatrophie
Muskelton, s. Muskeln.
Muskelzucker. s. Inosiß