Mus

Muskete (vom ital. musoheétta, einer kleinen Sper⸗
herart), Handfeuerwaffe mit Luntenschloß, die Anfang des
1s. Jaͤhrh. die Hakenbüchse verdrüngte, konnte wegen ihrer
Schwere nur auf einer Gabel (Fourchette, Musketengabel)
abgefeuert werden Tafel; Kriegswesen 1, 71. Muske—
ere, ursprünglich Name der mit M. Bewaffneten, jetzt der
preuß. Infankerist, außer bei Garde-, Grenadier-⸗ und
Füsilierregimentern.
Muskingum (spr. mößkingömm), schiffbarer r. Neben
Juß des Ohso, mündet, 176 Xm lg, bei Marietta.
Muskogee, Indianerstamm, s. Muscogee.
Muskobade, s. v. w. Moskovade (s. d.).
Muskovit, s. Glimmer.
Muskulgar (neulat.), die Muskeln betreffend; Mus—
kulatür, Gesamtheit der Muskeln, Muskelstärke; musku—
lös, muskelig, muskelstark.
Muslim, s. Moslem.
Muspelheim, in der nord. Mythe die Flammenwelt,
von der der Untergang der Welt ausgeht.
Muspratt (spr. mößprätt), James, engl. Großindu⸗
strieller, geb. 12. Aug. 1793 zu Dublin, errichtete 1823 zu
Liverpool die erste Sodafabrik, später große chem. Fabriken
in Widnes und Flint, gest. 4. Mai 1886. Sein Sohn
James Sheridan M., geb. 8. März 1821, gest. 3. Febr
1871, schrieb über angewandte Chemie („Dictionary“
18535 deutsch, 4. Aufl 1886 — 1806).
Mufssafia, Adolf, Nomanist, geb. 15. Febr. 1836 in
Spalato, 1860 Universitätsprof. in Wien, 1901 Mitglied des
oͤsterr. Herrenhauses, gest. das. 7. Juni 1805; veröffentlichte
„Ital. Sprachlehre“ (27. Aufl. 1904), „Zur Kritik ünd
Interpretation roman. Terte“ (Heft 126, 18806- 1902),
Altfranz. Prosalegenden“ (mit Gartner, Bd. 1, 1805) u. a
Muß⸗Alla, höchster Gipfel des Rhodopegebirges
Mussartpaß, s. Thian⸗schan. [2930 mw
Musschenbroek (spr. moͤssenbruck), Peter van, nie⸗
derländ. Physiker, geb. 14. März 1682 zu Leiden, seit
1739 Prof. das. gest. 19. Sept. 1761, um die Erperi—
mentalphysik hochverdient.
Musselburgh (spr. mösselbörg), Hafenstadt in der
schott. Grafsch. Mid Lothian, an der Mündung des Esl
'n den Firth of Iyrth (1800) 11704 E.
Muffelin (nach der türk. Stadt Mossssul), feiner
ocker gewebter Baumwollstoff.
Musseron, Pilz, s. Marasmius.
Musset (spr. muͤsseh), Alfred de, franz, Dichter, geb
11 Nob. 1810 in Paris, Geliebter von George Sand,
feit 1882 Mitglied der Akademie, gest. 2, Mai 1857
eines der Häupter der romantischen Schule, schrieb die
Gedichte Un spectacle dans uin fautenit“ (s8 Bde.,
1832 84), Les nuits“ (1833—-837), den Roman „Let
confessious d'un enfant du sièole“ (1836), Dramen
Novellen u. a.; deutsche Übersetzungen von Freiligrath
Geibel O. Baifch (2. Aufl. 1888), Hahn (1000). — Biogt
von seinem als Romanschriftsteller bekannten Bruder, Paul
de M. (geb. 7. Nov. 1804, gest. 17. Mai 1880), ferner vor
B. Lindau (1877), Barine (1893), Södermann (1894).
Mussiert, sJ. v. w. Musiert (s. d.).
Muffomeli (Mussumeli), Stadt auf Sizilien, (1901)
1202 E.; Schwefelgruben.
Mussumba, Residenz des Muata Jamvo; zwischen
den beiden Zuflüssen des Lulua, dem Kallandschi und Luisa
1896) etwa 30 000 E.; öfters verlegt.
Muͤssumeli, ital. Stadt, — Mussomeli.
Mus-tag, asiat. Gebirge, s. Karakorum.
Muftahafiz Epr. fis), in der Türkei der Landsturm.
Mustair, s. Münstertal (in Graubünden).
Muftangs, die verwilderten oder halbwilden Pferde
n den amerik. Prärien.
Mustaäpha, Vorort von Algier, (1901) 37187 E.
Mustapha oder Mustafa, mehrere türk. Sultane, s
Türkisches Reich.
Mustapha⸗ Kara, Großwesir Sultan Mohammeds 1V.
seit 1676), führte 1617—81 den Krieg gegen Rußland,
682 83 gegen Kaiser Leopold J., belagerte seit 14. Juli
1683 Wien, von den enuen und Polen 12. Sept. ge⸗
ichlagen, 26. Dez. 1683 zu Belgrad erdrosselt.
Mustäpha Bairaktär (d. h. Fahnenträger), Ver—
treter der Reform in der Türkei, geb. um 17386, prokla⸗
mierte 28. Juli 1808 Mahmud II. als Sultan und wurde

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Vroßwesir, ließ 16. Nov. 1808 den gefangenen Sultan
Mußapha II. erdrosseln und sprengte sich in die Luft.
Nusisla, Musteélidae, s. Marder.
Muster, schweiz. Dorf, s. Disentis.
Muftermaß, sJ. Normalmaß.
Musterregißter, s. Musterschutz.
Musterrolle, Urkunde über die mit den einzelnen
Moannschaften eines Handelsschiffs abgeschlossenen Heuer⸗
erträge, vom Seemannsamt dem Schiffer zugefertigt.
Winster schut der eschliche Schut der dem Urheber
oder rechtmäßigen Erwerber eines Musters oder Modells von
eeeee ee gewahn wird, dosselbe während
ciner bestiinmnten Zeit mechanisch nachzubilden; in Deuͤtsch⸗
and sind Geschmadsmuster(s. d) durch Gefet vom 11. Jan.
g Gebrauchsmufster (f. d.) durch Gesetß vom 1. Jum
sol gefchuhht. Das zu schuende Muster muß in ein Muster⸗
register eingetragen werden, Die Schutzfrist beträgt für Ge⸗
nbasmuster s, höchftens 15. Jahre, für Gebrauchs—
nnerzohstens s JahreS.auch Gewerbliches Figentum.)
PMusterung, im Ersatzwesen die vorläufige Unter⸗
uchung und Ednung der Militärpflichtigen für die Ausb⸗
ebung. UÜber M. im Seewesen s. Anmusterung.
Muͤsteschar, Titel der türk. Unterstaatssekretäre.
Mustie, Tochter eines Weißen und einer Mulattin.
Mustier, s. v. w. Moostier (s. Elentier).
Mustimeter, s. Mostwage.
Diusung, Galdgroße in Marokko 1f,. Uckia S 83.Pf.
Mut, namentlich in Theben verehrte ügypt. Göttin,
is Geier oder mit Geierkopf dargestellt.
AMutas (lat.), stumme Konsonauten, veraltete Bezeich⸗
rung der Koͤnsonanten k, g, eh, t, d, th, p, b, ph gegen⸗
iber den Liquidase (s. d.).
Mutabel (lat.), veränderlich.
Hintangaboi (nolenebbi) Abul-Tajiib al-, arab,
Dichter, geb. 915 in Kufa, Hosdichter der Hamdaniden
ind anderer Fürsten, wurde 8606 ermordet. Sein „Di⸗
dan“ übers. von Hammer-Purgstall (1823).
Muta⸗Nsige, See in Zentralafrika, s. v. w. Albert⸗
Fduard⸗Njansa. J
Mintation (lat.), Veränderung, Wechsel, bes. der
Stimmwechsel der Knaben beim Eintritt der Mannbarkeit.
(S. auch Mutationstheorie.)
Mutationstheorie, eine —— die die
Anfchauung vertritt, daß die Umbildung von Arten durch
Mutaͤtion, eine sprungweise aus innern Gründen entstehende
Veränderung, erfolge, in botan. Hinsicht durch Erperimente
amentlich von Hugo de Bries gestützt, der bes. das Ver⸗
sallen der Bastarhpllangen (s. d9 naher unterfuchte und so
Zie Lehre von der Bastardierung zu einem besonderu Zweig
der Vererbungswissenschaften machte. — Val. de Vries
(2 Bde., 1900 -8).
MNutatis muténdis (lat.), nach Anderung des zu
Andernden; den erforderlichen Abänderungen.
Winten' (altd.), um ctwas nochsuchen, bes. um Verlei⸗
aung des Bergwerkseigentums in einem Felde (Mutuug)·
Mutessaͤrrif, in der Türkei Gouverneur eines San⸗
Vwᷣruih, östert, Getreidemaß, s. Metze. sdschals
Huiher, Richard, Kunsthistoriker, geb. 26. Febr. 1860 in
Ohrdruf, seit 1885 Prof. in Breslau; ** Die deutsche
deedtannen (18883 84). nete der Malerei im
(9. Fahrh.“ (1803 94), eee der Malerei (8 Bde.,
dodον Geschichte der engl Malerei (1003), „Ge
hichte der belg Malerei““ 1904), Herausgeber der Mono—
rraphien⸗Sammlung „Die Kunst“ (1902 fg.).
Mutiamvos Reich, s. Muata Jamvpos Reich.
Viutieren Uatt), verändern, die Stimme wechseln.
Mutilation (lat.), Verstümmelung.
vintinensifwher Krieg, die Belagerung des in Mu—
ina (Modena) eingeschlossenen Decimus Brutus und dessen
Entsetzung durch Oltavian (442043 v. Chr. ).
Viutostop (lat.⸗grch.), Apparat in Gestalt eines Gud⸗
aficus, in welchem Seritubilder behufs Erzeugung eines
Veden Bildes mittels einer Drehvorrichtung rasch durch—
eblättert werden. [Tafel: Photographie J, 8.)
Miutfuhito, gaifer von Japan, gebe3. Rop. 18652
u Kiolte, Sohn des Kaifers Komet Tenno, folgte diesen
Zon, fuͤhrte die europ. Kultur ein und gab 11. debr. 1880
ine Versassung. (S. Japan, Geschichte.)
Mutter, Schraubenmutter, s. Schrauben.