Mutterbänder, die die Gebärmutter in ihrer Lagt
jaltenden Bünder, deren Erschlaffung die Anwendung einck
Mutterhalters (Hysterophor) nötig,macht.
Mutterbohrer, s. Schraubenbohrer.
Mutter Gottes, die e Maria,
Muttergut, das von der Mutter oder der Mutter⸗
eite erworbene Vermögen, dessen Eigentum dem Haus—
inde, dessen Verwaltuͤng und Nutznießung dem Vater
Mutterhalter, s. Muͤtterbänder. (zusteht.
Mutterharz, s. Galbanum.
Dutterkoru (Secale cornutum), schwarzvpiolette,
jornartig gektrümmte, aus den Spelzen der reifenden
Kornähren hervorstehende Körber,
die sog. Sklexotien eines Pilzes (Ciaviceps
 purpurea 7Tul. Abb. 1217:
d Sllexrotien an einer Roggenähre,
b Sklerotium mit Fruchttraͤgern]).
Die Blüten der von diesem Fil;
befallenen Pflanzen sondern eine kleb⸗
rige, füße Flüssigkeit (Honigtau) ab,
in der die stäbchenförmigen Konidien
des Pilzes euthalten sind. Das
Myzel wuchert auf und im Frucht—
knoten. M. enthält neben fettem Ol,
einer Zucker⸗ (Mykose) und Harzart,
die Alkaloide Kornutin und Ekbolin 17 terl
und die Sphazelinfaure, wirtt in 1217. Mutterkorn.
größern Mengen genossen giftig (s. Kriebelkrankheit), dient
als offizinelles Mittel zur Beförderung der Wehen, geger
Blutungen und Keuchhusten (Aufguß).
Mutterkornertrakt, s. Ergotin.
Mutterkranz, f. Pessarium.
Mutterkuchen, s. Plazenta.
Mutterlauge, s. Lauge.
Mutteriehre, eine Lehre zur Prüfung der Stärke
een von Schraubenmuttern sAbb. 12181.
uttermal (Naevus
maternus), angeborener
Fehler der Haut, bestehend
aus Farbstoffablagerungen
(Pigmentnial, Leberfleck), Gefäßnetzen (Feuer- und Brand⸗
malh) oder geschwulstförmigen Gefäüßwucherungen (Augiom)
wird durch Abbinden, Ausschneiden oder ützen entfernt.
Muttermilch, die zur Ernährung des Neugeborenen
von den Milchdrüsen des Weibes abgesonderte Flüssigkeit.
Die Absonderung beginnt am dritten Tage des Wochen⸗
betts unter leichter Temperatursteigerung (Milchfieber)
nachdem sich schon seit der letzten Zeit der Schwanger—
schaft das Kolostrum (s. d.) abgesondert hat. Von der
Tiermilch weicht die M. in den Eiweißstoffen etwas al
und kann also von dieser nie ganz ersetzt werden.
Mutterpflaster, Hamburger Pflaster, schwarzes
Heilpflaster, schwarzbraunes, zähes, nach Kampfer riechen⸗
des Pflaster, dargestellt durch Kochen von Mennige mit
Olivenöl bis zur Schwarzfürbung und Zusatz von gelbem
Wachs und in Olivenöl verriebenem Kampfer
Mutterplage, s. Hysterie.
Mutterrecht, Matriarchat, ein Rechtszustand, wonach
das Kind nicht dein Stamme des Vaters, sondern dem der
Mutter angehört. — Vgl. Bachofen (2. Aufl. 1897), Dar⸗
zun (1892), Große, „Formen der Familic“ (1896).
Mutterrolle, Verzeichnis der Grundstücke einer Ge—
meinde, nach den Eigentümern geordnet.
Mutterichutz, Bund für, 1904 in Berlin gegrün—
deter Bund zur Errichtung von Heimstüätten für nnr
and arbeitswillige underehelichte Mütter. — Bgl. „M.,
Zeitschrift zur Reform der sexuͤcllen Ethik“ (1905 f9.).
Muͤtterspiegel, Metroͤstop, röhrenförmiges Instru—
ment aus Milchglas, Hartgummi, Metall, zur Unter—
uchung der Gebärmutter.
Mutterstaupe, s. Hysterie.
Mutterteil, das den Kindern aus dem Nacblaß der
Nutter zukommende Erbteil.
Muttertrompeten, s. Eierstock.
Muttertropfen, s. v. w. Baldriantinktur.
Muttra, brit-ostind. Stadt, s. v. w. Mathura.
Mutugl, mutueil (neulat.), gegenseitig, wechselseitig
Mutnalismus, eine gemäßigte Form des Sozialismus,
will an Stelle des rücksichtstosen Konkurrenzkampfes eine

X

Myo

zillige Gegenseitigkeit setzen; in der Zoologie die Erschei⸗
nung, daß gewisse Tiere mit andern oder mit Pflanzen
m für beide Teile nützliche Wechselbeziehung treten.
WMutung, s. Muten.
WMützen, schwed. Partei, J. Hüte.
Muͤtzenrobbe, s. Seehuͤnde
Mutzig, Stadt im Bez. Unterelsaß, (1905) 3485 E.,
darnison. [1567 E., Schloß.
Mutzschen, Stadt in der sächs. Kreissh deipgig, (1008)
Mutzschener Diamanten, s. Sergtriftaut.
WMuxradabad, brit.ind. Stadt, s. Murschidabad.
Muzaffarnagar (Musaffarnagary, Distriktshaupt⸗
stadt in der Div. Mirat der britud. Vereinigten Pro⸗
pinzen (Nordwestprovinzen; jetzt Agra), am Gangeszuflufse
Kali-⸗-Naddi, (19001) 28444 E.
Muzaffarpur- Musaffarpur, Mozufferpore, Distrikts⸗
hauptstadt in der Div. Paina der brit.⸗ ostind. Präsident⸗
chaft Bengalen, (1901) 43617 E. sed⸗din.
Muzaffer ed⸗din, Schah von Persien, s. Musaffer
A——
Mwutan⸗RNsige, Sce, JAlbert-Njansa.
Myalgie (grch), Mustkelschmerz; Myasthenĩie, Mus—
Axostes (grch.), die Pilze. stelschwäche.
———
Mycontus, Friedr. eigentlich Mekum, gebe26. Dez.
1481 zu Lichtenfels in Oberfranten, Franziskaner, seit
1624 evang. Saner qu Gotha, 1539 in Leipzig, gest.
das. 7. April, 15846, Reformalor Thüringens, auch Leip⸗
zigs (1539), schrieh „Historis Reformationis von 1517
42 67153). -. Biogr. von Muͤller (1802). — Dowalb
M. eigentlich Geishüsler, geb. 1488 zu Lu ern, Gehilfe
Zwinglis in Zürich, gest. 14. Okt. 1558 als Ain und
Prof. der Theologie zu Basel, schrleb ein „Leben Zwinglis“
(1532). — Bgl. Haͤgenbach (1859).
driand Mydriatita (grch.), J. Pupille.
Myelitis (grch.), Rückenmarksclitzündung; Myelostle⸗
rose, Verhärtung des Rückenmarks; Myelomalazie, Er—
wieee des Rückenmarks; Myelomeniugitis Entzündung
der Rückenmarkshäute. [Knochenmark.
Wyelom (grch.), eine geschwulstartige Neubildung von
Muyeloplaären (grch.), Riesenzellen, große runde oder
ait zahlreichen Fortsätzen versehene Zellen mit, pielen, meisi
eripherisch gelegenen Kernen, normal im Knochenmark,
athologisch in Sarkomen, Tuberkeln und im Granula⸗—
ionsgewebe. lmern vor den Augen.
Myiodesopsie, Myiopie (grch.), Mückensehen, Flum⸗
Muykale, Gebirge (bis 1265 m hoch) und Vorgebirge
n Kleinasien, der Jusel Samos gegenüber (heute Samsuu⸗
Dagh), bekannt durch den See- und Landsieg der Griechen
intet Leotychides und Zanthippus über die Perser 479v, Chr.
Mykenaä, alte Stadt in Argolis, Herrschersitz wodne
Fürsten, wie des Agamemnon, 468 v. Chr. von den Ar—
ivern zerstört. detne zum großen Teil erst durch
Rie Ausgrabungen Schliemanns 1876277 und der griech.
Archäol. ig seit 1886 freigelegte Reste bei Charveti.
g Schliemann (1878), Schuchhardt (2. Aufl. 1891).
HMehkologie (Irch), Lehre von den Piszen,
Mykonos Giykoni), Insel im Agäischen Meer, zum
riech. Nomos der Zykladen gehörig, 0 qku, (1896) 4403
Die Stadt M· hat 4403 E.
Mykose, Trehalose, eine Zuckerart, im Mutterkorn und
in der Trehala manna, den hohlen Kokons eines syr. Ku—
ers, gefunden; in der Heilkunde ein durch Mikroorganis—
nen hervorgerufener Krankheitsprozeß.
Mykozezidien, s. Gallen Gotan).
Mylä, alte Stadt an der Nordküste Siziliens, s. Milazzo.
Myladn (engl., spr. milthdi), gnädige Fraus Anede
in ine Lady ( . d).
Mylau, Fabrikstadt in der sächs. Kreish. Zwickau, an der
Röltzsch, (1905) 7909 E. Schloß; Kammgaruspinnerei.
P ylitta, babylon. Naturgötiin, ate der
iblichen Fruchtbarkeit.
Myllus, Otfried, Pseudonym von Karl Müller (s. d.).
Mylodon, s. Faultiere. [(0. d..
Mylord (engl.) gnädiger Herr, Anrede an einen Lord
Mynheer (holl. spr. mein⸗), mein Herr, Herr; in
holland Anrede in der Umgangsfproche,
Myodynamometer (gech.). Nustelkraftmesser: Myo—
„»ynie. Muskelschmerz.