Myo

234

Myokardlum (grch.), Herzfleisch; Myokardĩtis, Ent⸗
zündung des Herzfleisches G. Herzentzündung).
Myodlogie (arch.), Muskellehre, Teil der Anatomie.
WMyonmt (grch), Fibroid, Muskelgeschwulst. gutartige,
aus glatten belese bestehende
Geschwulst, am häufigsten an der Ge—
därmutter.
Myophoria, fossile, als Leitfossil
wichtige Muschelgattung der Trias
[M. pes anseris Br. Abb. 1219)].
Myopie (ggrch.), Kurzsichtigkeit
(s. d.5; Myops, ein Kurzsichtiger; 1219. NMyophoria
myspisch, nntn pes apgeris B
Myorrheri rch.), Muskelzerreißung; Muyosarköm
ůsartige —— . Myom).
Myosin, s. Fibrin und Globuline.
Myositis (grch.), ocemnung
Nyosõtis L., Pflanzengattg. der Boragineen, starlk
zehaarte Kräuter der gemaßigten Zone; die deutschen Arten
heißen Vergißmeinnicht oder Mäuseöhrchen. M. palustrit
L. (Sumpfpvergitzmeinnicht), an feuchten Orten, M. Mter
medis Lh. auf trocknen Ackern, M. Sylvatioa Ehrh. (Wald
aergißmeinnicht) u. a. mit himmelblauen Blüten
Myospasmus (grch.), Muskelkrampf.
Myotomte (grch), Durchschneidung eines Muskels.
Myra, alte Stadt Lykiens, an der Südküste, mit
ahlreichen antiken Resten, bes. Felsengräbern.
Muyriade (grch.), Zahl von zehntausend.
Myriagramui — 1060008; Myrialiter — 100001
Myriameter 10000 m; Myriar — 10000 4 (1 4km)
Myriapoden (Myriapöda), s. Tausendfüßer.
Myxriea L., Gagel-, Wachsbeere, einzige Pflanzengattg
der Myrikazeen, Sträucher oder Bäume der warmen und
gemäßigten Zone, sondern aus Blättern, Zweigen, Lützchen
schuppen, Früchten ein klebriges, aromatisches Harz ab
M. galo (Gagelstrauch, Gagei, Gerbermyrte), in Torf—⸗
mooren Nordeuropas und Nordamerikas, liefert in der
Rinde Gerbmaterial; M. cerifsra (Wachsbaum), aus Nord⸗
amerika, ist Gartenpflanze; die seine Früchte überziehend⸗
Wachskruste liefert das Myrika- oder Myrtenwachs.
Myrikazeen, Pflanzenfamilie der Amentazeen; einzigt
Vattung Myrica (s. d.) I(Myrinx)
Myringitis (grch), Entzündung des Trommelfellẽ
Myriomorphoskoöp (grch), s. v. w. Kaleidoskop.
Myriopoden (Ayriapédais Tausendfüßer.
Myriorama (grch.), cine Art Panorama, in welchem
die gemalten en zu immer neuen Bilder
zusammengestellt werden können.
Muyrislearinsäure, s. Muskatbutter.
Avxristioa L. Pflanzengattg. der Myristikazeen, Bäum
des trop. Asiens und Australiens. Die Fihe Art M
ragraus Hoult. (Muskatnußbaum JITafel: Nutzpflan⸗
zen J, 7)), auf den Molukken, mit fleischigen, birnförmi—
gen Früchten, welche einen nußartigen, von einer geschlitzten
dülle (fülschlich Muskatblute oder Macis) un ie Sa⸗
men, die Muskatnuß des Handels, enthält. Weniger ge—
schüßt sind die langen oder Papuamuskatuüsse von M. ar
rentea Marb. Von amerik. Arten wird ein Fett zur Ker—
senfabrikation gewonnen (Otoba⸗, Bikniba⸗- Virolafett oder
VBirolatalg. Otubawachs, amerik. Muslatbutter).
Muyriftikazeen, trop. Pflanzenfamilie der Polykarpen;
vichtigste Art Ayristioa (s. D.).
WMüiyristin, Nyristinfäure, s. Muskatbutter.
Muyrnmekodoniatten (greh.), die bei den Ameisen—
oflanzen vorkommenden Domatien (s. d.).
Myyrmekophilen (greh.), s. Ameisen; myrmekophile
bflanzen, s. Ameisenpflanzen.
Myrmezismus (grch.), s. Ameisenkriechen.
Muyrmidonen, suͤdthessalischer Volksstamm, Kriegs
»oll des Achilleus vor Troja.
Myrobalanen, zum chen und Schwarzfärben be⸗
nutzte Früchte mehrerer Pflanzen, bes. von Kerminalis
G. d. früher auch die Früchte (schwarze oder graue M.)
bon Phyllanthus emblios Vilid.
Myron, griech. Bildhauer und Erzgiehßer, aus Eleu—
thera, wirkte um 450 v. Chr. zu Athen; Äthletenfiguren
(Diskoswerfer [Abb. 430)) und Tiergestalten (Kuhn
Myronsäure, ein inhe als Kaliumsalz im Samen
des fwarzen Senfs, zerfallt in Gegenwan von Wasse

durch das ahiczunn vorhandene Ferment Myrosin in Senföl,
Blykose und faures schwefelsaures Kalium.
Myroxvlon T. F., Balsambaum, Pflanzengattg. der
deguminosen, Bäume Südamerikas, mit balsamhaltigen
Stämmen; ü. Pereirae X. liefert den Perubalsam, M.
toluifsrum Het B., in Kolumbien, den Tolubalsam.
Myrrhe, Myrrhenharz. das erhärtete Harz mehrerer
Arten Commiphöra und ßBalsamodendron (s, d.), bes.
von Commiphora myrrha Enqgl. und abyssinioa Inol
dient üußerlich zu Zahn- und Streupulver, Rauchwerk, als
Myrrhentinktur und in Form von Seifen und Salben zu
äulniswidrigen Verband- und Mundwüssern.
Myrtazeen, dikotyledonische Pflanzenfamilie der Myr⸗
ifloren, immergrüne Bdume und Sträucher der Tropen;
azu gehören viele Gewürz- und Arzneipflanzen (Myrtus,
ugenia, Ruoalyptus).
VByrte (Myrtus L.), Ponnengatig. der Myrtazeen,
mmergrüne Sträucher oder Baume der warmen und wär—
mern gemäßigten Zöne. Gemeine M. (M. commũnis L)Y
immergrüner, gewürzhafter Strauch oder Bäumchen mit
weißen Blüten, in allen Mittelmeerländern, im Altertum
 der Aphrodite geweiht, auch jetzt gum Ehrenschmuch
der Bräute, dem Myrtenkranze, verwendet.
Muyrtentöl, aus den grünen Teilen der Myrte durch Was⸗
serdampfdestillation gewonnenes Ol, enthält ein Gemisch von
Pinen, Dipenten und Cineol (fruͤher Myrtol genaunt);
ei Krankheiten der Atmungsorgane und innerlich zur Des⸗
fektion gegeben.
Muyrtensumach, s. Coriaria.
Myrtenwachs, s. Myrica und Wachs.
Buyyrtifivren, ditotyledonische Pflanzenordnung der
Choripetalen, umfaßt die Kombretazeen, Lythrazeen, Me—
astomazeen, Myrtazeen, Quugezeen Rhizophorazeen.
Wyrtsisches Veer, im Altertum suüdwestl. Teil des
gãischen Meers zwischen den Zykladen und dem Peloponnes.
Muyrtol, s. Myrtenöl.
Myften, nördlichste Landschaft an der Westküste Klein—
siens, zwischen Propontis und dem Meerbusen von Elaia,
dewohnf von den den Thrakern verwandten Mysern, mit
den Gebirgen Olhmpos und Ida und den Städten Lampsa⸗
kos, Ilion und Pergamon.
Myslowitz, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Oppeln, an
der Przemßa, (1900) 13 358 (1905: 18848) E., Amtsge⸗
icht, Hauptzollamt, hehere Mädchenschule; Zinkwalzwerk,
Steinkohlengruben. Unfern die Dreikaiserecke, wo Deutsch⸗
and, Rußland und Ssterreich zusammenstoßen,
Mysol, eine der Papuainseln, s. Misol.
Myysore, brit.⸗ostind. Vasallenstaat, s. Maisur.
Muyfost (dän.), Molkenkäse, e Verdunsten der
MNolken erhaltene braune krümlige Masse.
Myssowok, früher Myssowaja, Stadt im russ.-sibir. Ge⸗
hiet Transbaikalien am Suͤdostufer des Baikalsees, 8000 E.,
kndpunkt der Baikalrxingbahn und Fortsetzung der Tranb⸗
aikal. Eisenbahn nach se und Stietensk.
Mystagog (grch.), der in die Mysterien einführende
Priester; jetzt s. v. w. Geheimniskrämer.
Mysten (grch. mystai), bei den Griechen die in die
Mysterien Eingeweihlen.
wfterten (Iroh), bei den Griechen und später auch
zei den Römern Geheimkulte, an denen nur die Einge⸗
weihten teilnehmen durften. Die wichtigsten M. waren
die eustnischen dann die orphischen, die zuothrausg
die M. der kleinafiat. Göttermutter Kybele, der ägypt. Isis
uind des pers. Mithra. — Vgl. Lobeck, „Aglaophamus
2 Bde., 1829), Petersen (18418), Foutart ranz, 1878)
Rohde, „Psyche““ (2. Aufl 1808). — Im Mittelalter (seit
dem 185. derh heißen M. dramat. Darstellungen aus der
Jeiligen, bes. der Weihnachtss und Passionsgeschichte, an⸗
angs nur lateinisch in Kirchen von Geistlichen, später in
der Volkssprache auf Straßen von weltlichen Gesellschaften
aufgeführt Tafel: Literatur II, 4J. Ahnliches bieten
goch heuüte die Oberammergauer Passionsspiele. Deutsche
M. veröffentlichte Mone (1841 und 1846). — Vgl. Wilken
1872), Froning (1802), Petit de Julleville (franz., 2 Bde.
386), Heinzel (1898).
Musteriös (grch.), geheimnisvoll, dunkel.
Mystifizieren (frz.), die Leichtgläubigkeit eines Men⸗
chen benutzen, um ihn lächerliche Dinge glauben zu machen:
DPipstifikation, Täuschung.