Nah

Pahrungsmittel.
100 Teile frischer Ware enthalten

Der Nährwert der Naist, durch die Wärmemenge ge⸗
geben, die sie bei ihrer Verbrennung im Organismus
liefern; der Gebrauch, den der Organismus von den N.
macht, ist nämlich einem Verbrennungsprozesfe ganz ähn—
lich, d. h. die Nahrungsstoffe werden durch Zutritt von
Sauerstoͤff allmählich oxydiert. Dabei verbrennen die
sückstofffrerien Körper im Organismus genau so wie in
der Flamme zu ihren letzten Endprodukten, Kohlensäure
und Wasser; die siickstoffhaltigen dagegen verbrennen nur
bis zu einem gewissen Grade und werden dann aus dem
Koörper ausgeschieden, sie geben jedenfalls im Körper nicht
die volle Verbrennungswaͤrme, die sie in der Flamme
geben würden. Man mißt die Wärme nach sog. Wärme⸗
einheiten oder Kalorien und definiert die Kalorie als die
Warmemenge, die notwendig ist, um 11 Wasser um 190.
zu erwärmen. Von solchen Kalorien birgt üuun 18 Ei⸗—
weiß 4,1, ebenso 18 Kohlehydrat 44. Fett aber 93, so
daß Fett doppelt so nahrhaft ist. als die beiden andern
Nahrungsstoffe.
Die RKahrungsmenge, welche ein Mensch braucht,
wird bedingt durch die Wärmeverluste, die der Körper des
Warmbluters fortwährend exleidet durch die Arbeit der
derschiedenen Organe, der Muskeln, des Herzens, der
Druͤfen, durch die Anwärmung der dem Körper zugeführten
— V ——— durch den Eiweißverlust,
den der Körper durch Abschilferung der Haut, und Schleim—
hãute, Abschneiden der Nägel, —
Juün zum Ersatz der für Ddiese, Leistungen verbrauchten
Koͤrperftoffe innerhalb gewisser Grenzen gleichgültig, aus
welchen Stoffen die Rahrung besteht, wenn sie nur die
nötige Anzahl von Kalorien birgt. Die Anzahl diesen
Kaloͤrien pro Tag beträgt für den Säugling etwa 850,
für ein größeres Tind 18300,. für mittelgroße Erwachsent
bei leichter Arbeit etwa 2300, für dieselben bei schweren
Arbeit bis zu 3000, für Greise etwa 2100. Innerhallb
diefer Grenzen könnten wir die Nahrung also ganz ein⸗
seitig nur aus Fett, nur aus Kohlehydrat oder nur aus
Eiweiß bestehen iassen, wenn es sich nür darum handelte,
Spannkrafte zu liefern; in Wirklichkeit braucht der Körper
aber (namenklich zum Ersatz des verlorenen Gewebes
ein gewisses Mindestmaß von Eiweiß (Eiweißminimum)
das Lunter allen Umstäuden gegeben werden muß, und
dessen Fehlen selbst bei anderweitiger reichlicher Nahrungs⸗
zufuhr den Hungertod zur Folge haben würde.
Die einzelnen N. seien hier zunächst nach ihrem kalo⸗
rischen Nährwert zusammengestellt.
160 Teile frischer Mare enthalten:

Nahrunosmittel iEimeie

ootle⸗ Hotz⸗ Wärme⸗
27asopiusieiten

ud rphhel
artoffel.
Kohlrabi. ...
dopfsalat
hPirnen ..
Trauben .....
Wallnüsse . . ...
100 Teile frisch enthalten

7
20
69
68
707

Speise

Eiweiß

Fett

Kohle⸗ Wärme⸗
mdratel einheiten

Fleischbrühe mit Ei. ... *0
dartoffelsuppe....... 43
deguminoseusuppe 5 56
dartoffelbrei... 1014 118
Nakkaroni mit Butter, Fett 14,1 304
rot 306 248
zucker .... . .. 100101 386
Der Geldwert der N. ist für die Volksernährung
ein wichtiger Faktor. Die ärmere Volksklasse bestreitet
hren NRahrungsbedarf mehr mit Kohlehydraten, die reichere
Bolksklasse mit dem teurern, aber schmackhaftern Fleisch.
Die Ernährung der Volksmassen mit billigen eiweißreichen
ünstlichen N. (Nährpräparaten, s. d.) schestert an dem sich
hdald einstellenden Widerwillen gegen diese an sich zweck—
mäßige Nahrung. Der Nährgeldwert der hauptsächlichen
N. ergibt sich aus folgender Tabelle. Man erhält für
1 Mark:

Nahrunasmitre

calorienlEiweiß Feit Kohlehndrate
in Gramm

Kartoffel.
Erbsen.
Brot ..
Milch ...
Hering . ..
Käse . ...
Rindfleisch . ..
Eier a
Haupteigenschaften der einzelnen N. Unter
den tiexischen R. sind namentlich Milch (nnd Milchprodukte),
 Eier, Fleisch und Fleischwaren hervorzuheben.
Die Milch (s. d.) ist eins der idealsten N., da sie die stick—
stoffhaltigen und stickstofffreien Nahrungsstoffe nebst Salzen
in durchaus bekömmlicher Form fertig enthält. Die im
Handel vorkommende Milch ist in der Regel Mischmilch von
mehrern Kühen und in dieser Form ebenso nützlich, wie wenn
sie nur von einer Kuh gewonnen wird. Sieht sie längere
Zeit bei nicht kalter Temperatur offen, so säuert sie, da Keime
aus der Luft hineinfallen und fie verderben; auch wenn
reichlicher Kuhschmutz beigemengt ist, verdirbt sie rasch. Die
Milchhygiene strebt daher vor allen Dingen nach reinlicher
Gewinnung der Milch, rascher Abkühlung der gemolkenen
Milch und raschem Trausport vom Produzenken zum Kon—
jumenten. Uber Milchkonservierung s. d. Falschungen
werden durch Abrahmen und nachträglichen Zusatz von Wasser
—— ersoen der
Wasserzusatz es wieder erniedrigt. Die meisten Milchver—
ordnungen bestimmen, daß die Milch nicht unter 3üroz Fett
haben darf. Durch Zentrifugieren treunt man die Sahne
bon der Milch. Die zurückhleibende Zentrifugenmilch ist

92

Nahrunagsmittel

Eiweik! Fett

——
Waärme⸗
24uRaiften

Schellfisch .... 7*
Kalbfleisch, mager
Ochsenfleisch, mager 98
Hase. . ....* 0oG6
Herxing ...* 107
Schweinefleisch, mager . 146
Falbstensch feit
Huhn, fett.... 6 16
Ochsenfleisch, fet t. * 337
Schweinefleisch, fett 406
Gans ....... * 489
Speck.....** 886
Fleischbrühe · *
Rindsbraten...* 151
Schinken.. * 178
Hering, geräuchert . ** „84 228
Zerbeäthunst . .. 21 676 380,81 442
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl.