Baumwollsorte, in Europa durch abwechselndes Behandeln
der Stoffe mit Eisenvitriol und Sodalssung und Dur ch⸗
rüften erzeugt wird Cankingfarbe, Rostgelb, Eisenchantois).
Ran⸗king (d.h südl. Residenz, im Ge⸗
gensatz zu Petiug, s. d.), eigentlich Kiang⸗
ing, Hauptstadt der chines. Krov. Kiangesu,
am Jange ier iang, (1004) 270 o000 6
seit 1880 Vertragshafen; Baumwollkul⸗
tur; bis 1408 Reichshauptstadt (der Ming)
1353 durch die Tai⸗ ping zerstört (aug der
1113 12 erbaute VPorzellauturm, 84 *
hoch [Abb. 1226)), 1864 wieder von de
Kaiserlichen genommen.
Nanung, nach der nord. Mytho—
logie die Gemahlin Baldrs, eine
der Asinnen.
Nan⸗ning, zweitgrößte Han—
delsstadt der chines. Prov. Kwaug⸗si,
Im Erkiang oder Jü⸗kiang, unterhalb
der Einmundung des Tso⸗-kiang, seit
1899 Vertragshafen.
Nanosomie (arch.), s. Ranismus.
Ranfen, Fridtjof, Nordpolfahrer und Zoolog, geb.
10. Ott. 1861 in der Nähe von Kristiania, durchquerte
Is88 als erster Südgrönland von O. nach W. mit Schnee—
schuhen vom Gyldenloͤvefiord aus bis Godthaab, unternahm
883 auf der Fram eine Nordpolfahrt, auf welcher er die
Lenamündung und die Neusibir. Inseln berührte und nach
Berlassen der Fram 1805 die bis dahin nördlichste Breite von
F6 erreichte. Er kehrte nach überwinterung auf Franz⸗
Jofeph⸗Land auf einem Schiffe der Jacksonschen Expedition
1886 zuruck und wurde 1897 Vrof, in Kristiania, 1900 nahm
er an der Korwegischen Tiefsecerpedition (zwischen Norwegen
und Gronland) teil, März 1806 Gesandter, in London. Er
schrieb: „Auf Schneeschuhen durch Grönland“ (deutsch,
vde, Isod — 91).Estimoliv (1891; deutsch 1008),
In Nacht und Eis“ (deutsch, 2. Ausl., 2 Bde., 1898; mit
Suppl. 1898), „TPhe Norwegian Sorth Polarx Expedition
I893 96. Scientitte results“ (Lpʒ. 1900 f.), „Karthest
north“ (1900); „Norwegen und die Union miit Schweden“
(deutsch 1905). — Bgl. Brögger und Rolffen Geutsch,
2 Bde.83. Aufl. 1887), von Enzberg (11. Aufl. 1889), Bain
lengl. uͤnd deutsch 1807). Karte: Polarländer 1.41
RNansen, Peter, dän. Schriftsteller, geb. 20. Jan, 1862
in Kopeuhagen, Journalist das.; schrieb Romane und No⸗
vellen wie: Unge Mennesker“ (1883), „Et Hiem“ I881),
Julie's Dagbog“ (1893) u. a., und, Dramen: „Judiths
Wgtestab“ (1888), „Trostabsproven“ (48989).
Rauterre (spr. nangtähr), Stadt im franz. Dep. Seine,
1901) 14 140 E.; chem. Fabriken.
Nantes (spr. naugt), Hauptstadt des franz. Dep. Loire⸗
Inferieure, an der Loire und am Loirekanal, 532 Xm vom
Atlant. Szean, (19001) 132 890 E., mediz.⸗pharmazeut.
und freie jurist. Schule, Priesterseminar, hydrogr. Schule,
Domkirche Sti-Pierre bim 6. Jahrh. gegründet, 1484 umsehan
 Residenzschloß (1166 umgebaut), Sechandel Bei⸗
hage: Frankreich], Bau von SEegelschiffen, Konserven⸗
fabrikation; nahe die Hafenstädte Paimboeuf und Saint⸗
Nazaire. Über das Edikt von N. s. Editt.
Nan⸗tschang, Hauptstadt der chines. Prov. Kiang⸗si,
am Kan⸗kiang, etwa 100000 E.
Nantucket (spr. nentöcket), Insel an der Küste des
nordamerit, Staales Massachusetts, 100 qkm, ca. 33006
Nantwich (spr. nanniltsch), Stadt in der engl. Grafsch
Thester, am Weaver und Chefterkanal, (1901) 7722 E.
RNanzig, deutscher Name von Nauchy (s. d.).
Naos (grch), der innere Raum des griech. Tempels.
Napata, Hauptstadt Altüthioviens am Fuke des
Barkal; Ruinen vorhanden.
Napfschnegen, Schüssel-oder Tellerschnecken (Patel
naae), über die ganze Erde perbreitete Familie der Kreistiemer,
 mit napfförmiger, flacher, meist außen gerippter
Schale, saugen sich mit dem slarten Fuß an Küstenfelsen
fest, — Uber die Fluß-N. s. Sußwasserschnecken.
Naphtali, Sohn Jakobs und der Bilha, Ahnherr des
Stammes N. im östl. Obergalilda, der seit den Kämpfen
anter Debora Fan . 185 micht mehr erwähnt wird.
Naphtha, s. Erdöl. N. Aeẽti, Essigäther; N. Vitrioli,
Naphthaboot, s. Naphthamotor. [Schwefeläther
Brockbaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. N

2

Nap
Naphthadil, s. v. w. Ozokerit (s. d.).
Naphthalan, s. Naftalan.
Naphthalin, ein fester Kohlenwasserstoff, findet sich
mm Steinkohlenteer, Holzteer, wird durch Destillation des
Teers erhalten, kristallisiert in großen farblosen Blättern,
ciecht durchdriügend, schmilzt bei 800 und siedet bei 2188
sublimiert, ist in Wasser unlöslich, in organischen Flüssigkeiten
löslich, brennt mit leuchtender Flamme, scheidet sich, wenn
in zu großer Menge vorhanden, aus dei Leuchtgas ab
und verstopft die Röhren. Es dient zur Karburieruug von
Leuchtgas, zum Schutz von Kleidern und Sammlungen
gegen Vle medizinisch hei Darms und Blasenkatarrhen
und Brechdurchfällen, in Ol gelöst gegen Krätze, haupt—
sächlich aber zur Herstellung kuünstlicher Farbstoffe. — Vgl.
Reverdin und Fulda (1893), Täuber und Normann (18896).
Naphthalol, s. Betol.
Naphthamotor, mittels Naphthadampf betriebener
Motor, hat die Einrie ung einer Dampfmaschine und
dient zum Betrieb von Booten (Maphthaboot).
Naphthole, dem Phenol analoge Hydroxylderivate des
Naphthalins, entstehen aus den Raphthylaminen durch sal⸗
hetrige Säure oder denNaphthalinsulfonsauren durch Schmel—
jen mit Kali und werden in der Farbentechnik beuutzt;
Nauphthol (Isonaphthol) ist auch offizinell (als Anti—
eptikum, zu Salbe gegen Krätze).
Naphtholsalol, .Betol.
Naphthylamine, Amidoderivate des Naphthalins,
argestellt aus Nitronaphthalinen durch Reduktion oder den
saphtholen durch Ammoniat; in der Farbentechnik benutzt.
Napier (spr. nehpker), Seestadt auf der Nordinsel
seuseelands, an der Hawkebai, (1901) 87785 E.
Napier (spr. nehpier), Sir Charles, brit. Admiral,
jeb. 6. März 1786 zu Falkirk, 1832 im Dienste Dom
Pedros, erfocht 5. Juli 1833 den Seesieg beim Kap St.
Bincent über Dom Miguel, 1846 Konteradmiral im engl.
Seedienst, 1854 Oberbefehlshaber der brit. Flotte in der
Ostsee, gest. 6. Rov. 1860 in Merchiston Hall (Hampfhire).
— Biogr. von Elers Rapier (1861), Butler (1890).
Napier (spr. nehpler), Sir Charles James, hrit. Ge⸗
neral, geb. 10. Aug. 1788 zu London, 1841-47 siegreicher
Oberbefehlshaber über die Armee in Sindh und, Belu—
schistan, 1849 51 wieder Oberbefehlshaber in Ostindien;
Jest. 29. Aug. 1853 zu Oaklands bei Portsmouth.
Napier (spr. nehpler), John, anch Reper, Mathemas
ider, geb. 1660, gest. 4. April 1617 zu Merchiston; er—
aud die Logarithmen und die Napierschen (Reperschen)
echenstäbchen (für Multiplikation und Division).
Rapier of Magdaäla and Caryngton (spr. neh⸗
er), Robert Cornelius, Baron, brit. Feldmarschall, geb.
3. Dez. 1810 auf Ceylon, focht nd wühreud des
und. Aufstandes 1858 und im Chines. Kriege 1860, leitete
867 die Erpedition gegen Abessinien; 1870 Oberbefehls—
saber der ind Armee, 1875 Gouverneur von Gibraltar, 1882
Jeneralfeldmarschali, gest. 14. Jan. 1890 in London.
Naps, l. schiffbarer Nebenfluß des Amazonenstroms,
ommt'r vom Cotopaxi, 700 km lang.
Napoleon 1. Kaiser der Franzosen, geb. 15. Aug.
.760 zu Ajaccio auf Korsika, zweiter Sohn Carlo Bona⸗
artes (s. d.), kam 1779 in die ßeee zu Brienue,
784 in die zu Paris, trat 1785 in die Armee ein, focht
ils Artilleriehauptniaun in Korsila gegen die Aufständi⸗
chen (1791 -03), eroberte 1783 Toulon, diente 1794 als
Brigadegeneral in Italien, ward, in den Sturz Robes—
Niertes verwickelt, augeklagt und entlassen. 4. Okt. 1798
um Kommandanten der Variser Garnison ernannt, schlug
r den Aufstand der Sektionen nieder, ward 16. Okt. Di
isionsgeneral und 2. März 1786 Oberbefehlshaber der
Armee in Italien, eroberte in kurzem die gauze Lombardei,
chloß mit Osterreich den Frieden von Campo Formio (17.Okt.
1797) und gründete die Zisalpinische und Ligurische Repudlit.
i. Juli 178 landete er in AÄgypten, hatte aber nach
irsprünglichen Erfolgen Mißgeschick, übertrug Kleber den
Oberbesehl, eilte nach Frankreich, stürzte 18. Brumaire
9. Nov. 1799) da- Direktorium und ließ sich zum Ersten
donsul auf 16 J. erneunen (27. Dez.). Rachdem er gegen
die ihn bedrohenden Verschwörungen strenge Repressiv—
maßregeln ergriffen, drängte er die Ssterreicher nach dem
Siege bei Marengo 14. n 1800 aus der Lombardei,
rründete das Köniar. Etrurien (1. Ott.), zwang Oster⸗