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reich zum Frieden von Luntville (9. Febr. 1801) und schlof
mit England den Frieden von Amiens (25. März 1802).
Im Junern stellte er 16. Aug. 1801 durch das Konkordat
die kath. Kirche wieder her, gab dem Lande ein monarchi⸗
sches Gepräge und veranlaßte die Ausarbeitung eines
Zipilkoder (Gode Napoléon, s. Code); ward 2. Aug. 1802
ebenslanglicher Konsul, 18. Mai 1804 zum erblichen Kaiser
extlärt, setzte fich, vom Papst gesalbt, 2. Dez. die Krone
felbst guf und krönte sich 26. Mai 1805 in Mailand mit
der Eisernen Krone. Im Kriege gegen die dritte Koa⸗—
lition gewann er 2. Dez. 1808 die Dreikaiserschlacht bei
Austerlitz, schloß mit Preußen den Vertrag von Schön—
brunn (15. Vez) und diktierte Osterreich den Frieden von
Preßburg (26. Dez.). Seine Verbündeten, Bayern und
Wuürttemberg, erhob er zu Königreichen, verlieh seinem
Bruder Joseph Bonaparte den Thron von Peape dessen
Dynastie er vertrieben; sein Bruder i onaparte
wurde König von Holland, sein Stiefsohn Eugen Bize—
tönig von Jtalien, sein Schwager Murat Großherzog von
Berg, feine Schwestern erhielten ital. Furstentümer; 12. Juli
1808 kam der Rheinbund unter seinem Protektorat zu—
stande. Durch seine Siege über Preußen bei Jena und
Auerstedt 14. Okt. 1806, über Rußland bei Friedland
14. Juni 1807 nötigte N. beide zum Frieden von Tilsit
(7. und 9. Juli). Das neugegründete Königr. Westfalen
Jab er seinem Bruder JItrome Bonaparte, das Hzgt
Warschau erhielt Sachsen zugleich mit dem Königstitel
Er stürzte 18. Nov. 1807. die Dynastie Braganza in Por.
tugal, verleibte Etrurien in (10. u und
derlieh seinem Bruder Joseph nach Absetzung der Bour⸗
hons (Mai 1808) die Krone von Spanien; Murat er—
hielt Neapel, das —— Berg fiel an Frankreich
Nachdem sich N. auf dem Kongreß zu Erfurt (27. Sept.
1808) mit. Alerander J. von Ruͤßland verständigt, ging e⸗
nach Spanien und setzte, 4. Dez. siegreich in Madrid ein⸗
ziehend, seinen vertriebenen Bruder von neuem als Könio
ein. Im Kriege mit Osterreich nahm er 13. Mai 1808
Wien, siegte 5. und 6. Juli bei Wagram. Nach dem
Frieden zu Wien (14. Okt. 1808) befand er sich auf dem
Gipfel seiner Macht. Da seine Ehe (seit 9. März 1786)
mit Jofephine (s. d.) Beauharnais kinderlos blieb, liei
er sich 16. Dez. 1809 durch Senatsbeschluß scheiden und
bermaͤhlte sich 1. April 1810 mit Marig Louise (. vor
ö durch die er Vater des Herzogs von Reich
stadt (s. d.) wurde. Nach dem Bruche mil Rußland über
schritt er mit einem gemischten Heere von Mill. Mant
24. Juni 1812 den Riemen, zog nach den Siegen be
Smolensk (17. Aug.) und Borodino (7, Sept.) 14. Sept
in Modtau ein, muͤßte aber nach dem Brande der Stad
18. Ott. den Ktückzug antreten, wobei die völlige Auf⸗
löfung seiner Armee erfolgte. Nach Aufbringung eines
neuen' Heers erlitt er durch die Verbündeten 16. bie
19. Ot 18183 die Niederlage bei Leipzig, zog sich nach
Frantreich zurück, wo er 11. April 1814 abdanken mußte
und nach Elba verwiesen wurde. 1. März 1816 landet⸗
er wieder in Frankreich, zog 20. März in Paris ein
wurde aber von den verbündeten een 18. Juni be
Waterloo geschlagen und 22. Juni abermals zur Ab—
dankung gezwungen. Als er, im Begriff mac Amerika ab
zureifen, “ Rochefort von den Engländern hlockiert fand,
lellte et fich unter deren Schutz, ward, nach St. Helenc
— (Is. Ott. 1815), gest. das. b. Mai 1821. Sein
eiche wurde 16. Dez. 1840 im Invalidendome zu Paris bei⸗
gefeht. Tafel Porträtmalerei L.12; Karten; Frankdeich
 U, 6, und Deutsches Reich II, db.— „Wuyres“
(6 Bde, 182128 u. 5.) Mémoires“, hg. von Gour⸗
gaud uund Montholon (3. Slufl,, 9 Bde., 1830; deutsa
i828 -25), „Oorrespondance“ (82 Bde., 1868-70
deutsche Auͤswahl, 3 Bde. 1808),oontions“ (1806
— Biogr. von Roͤrvins (4 Bde., 1827 u. ö.; deutsch 1841)
Walter Scott (8 Bde., 1827 u. ö.; deutsch 1835), Jomini
( Bde., 1827 u. ö.), Thiers („Aistoire du donsulat et
qo Pempire“, 20 Boe. 1846 —62, auch deutsch), Lanfrey
(5 Bde. 1867 fg.; deutsch, 7 Bde., 188487), Fournier
(2. Auft, 3 Bde., 1804 f9.), Sloane (4 Bde. engl., 1806
7), Proudhon (Par. 1898), Rose (2 Bde., Lond. 1902),
von Pflugk-Hartung (1901), Landmann (1903), von
dettow⸗Vorbeck (Bd. 1, 1904), Lenz (1905).
Napoleon TI. s. Reichstadt, Herzoqg von.

Napoleon 1XIXI. Kaiser der Franzosen, geb. 20. April
8os zu Paris, dritter Sohn des Königs Ludwig Bona⸗
parte f. d. V), 1815 mit der ganzen Familie Bonaparte
qus Frantteich verbannt, besushte das Gymnasium zu
Anasbureeehte seit 1834 in Arenenberg. beteiligte sih
ISß0 mit seinem Bruder Napoleon Ludwig an dem Auf⸗
fande in der Romagna, ward durch dessen und, des Her⸗
oas von Reichstadt Tod (1888) Saupt der Napoleoni—
chen Familie. Er versuchte 1836 durch einen Militär⸗
zufstand in Straßburg das Kaiserreich herzustellen, wurde
iber festgenommen und März, 1837 näach Amerika über⸗
Jeführt; von da bald zurückgekehrt und aus der Schweiz
Ausgewiefen, lebte er seit 1808 in London. 6. Aug. 1840
herfuchte er einen zweiten Handstreich in Boulogne, ward
efangen, zu lebeuslünglicher Haft verurteilt und nach
san ebraht, cutfioh 28. Mai Isis nach London, lehrte
B848 nach Paris zurück, ward Abgeordneter der Rational⸗
ersammlung, 20. Dez. Präsident der Franz. Republik,
. Dez. 1881 durch Staatssireich „Prinz⸗Präsident 2, Dez⸗
gor hog er, darch Hiebiezit ewahlt als erblicher Kaiser
n Patis ein. 80. Jan. 1853 vermühlte er fich mit der
pan. Gräfin Eugenie (s. d.) von Montijo, die ihm einen
Sohn, Louis Rapoleon (J. den folgenden Artikel), gebar.
Ra dem Re durc den Hrienttrieg Frankreich, zür erften
Rroßmacht erhoben und durch den JItalienischen Krieg neuen
Ruͤhm erworben, bewirtten seine zweideutige Halkung in
Italien, die verhängnisvolle Expedition nach Mexiko (1862
37), die Mißerfolge seiner Politik Preußen gegenuͤber ein
chnelles Sinken seines Ansehens, das er auch durch lͤberale
Reformen (1869) nicht wiederheistellen konnte. Er ůeß sich
haher von seiner Gemahlin und den Parteien zum Kriege
egen Deutschland druͤngen, in dem ex 1. Sept. 1870 bei
Sedan gefangen genommen und nach Wilhelmshöhe gebracht
urde 8. Mäacß 1871 aus der Kriegsgefangenschaft eut⸗
rassen, ging er nach Chislehurst, gest. das. 9. Jau, 1818
Guvre“ (5 Bde., 1884 - 680),, GQuvres militaiges
I1866); schrieb auch: Histoire e Jules César“ 2 Bde.,
ob 68 deutsch 1668 66). Val. Delord (6 Bdo
1869 75), Sybel (1880), Jerrold (4 Bde., engl., 1874
82), Bulle , de a Gorce (4 Bhe., 18904 — 99)
billeftauche (2 Bder 1806), Forbes (engl., 1808).
ee, Wuis aserl Pring, gebe is Marz g86
zu Paris, Sohn Napoleons III. und der Eugenie von Mon⸗
ijo flüchtete nach dem Sturze des Katserreichs mit seinet
Mutter nach Chislehurst, trat 1872 in die Militaͤrakademit
von Woolwich ein, nannte sich nach dem Tode seines Vaters
Braf von Pierrefonds, ward bei seiner Großsahrigkeit
6. Muͤrg 18714 von der bonapartiftischen Partei als Na
oleon 1V. proklamiert, nahm 1879 am Kriege der Eng⸗
nder gegen die Zulukaffern teil, fiel bei einer Rekognos⸗
Vun 1878.Vgl. Herlsson (1800 deutsch 1804.
Napoleon, Joseph Karl Paul Bonaparte, Prinz,
Bonaparte (VIII).
Napoleondor, die unter Napoleon J. und UI. ge⸗
prugten 2o-Francsstücke in Gold I6, 20 ⸗.
Napoleon den, die zur Thronsolge berufenen Glie—
der der Familie Bonaparte (s. d.).
Napoleonsvogel, s. Webervögel und Tafel: Afri⸗
kanische Tierwelt, 25.
Napoleon⸗Vendee (spr. ong wangdeh), —X
ritie spr. ongwih), frühere Namen der franz. Stadt Roche⸗
ur⸗Mon, leyterer auch der franz. Stadt Pontivy.
Napoͤli, ital. Name für Neapel. — N. di Malvasig⸗
riech. Stadt, s. Monemvasia. — N. di Romania, ariech·
Stadt, s. Rauplia.
Napolitaine Erz., spr. tähn), Napolitano lital
aus — (oft mit Baumwolle) bestehender, meiß
tarierter Kleiderstoff. g9
Rapramwnit, Eduard, Komponist, geb. 24. Aug. 1885
u Beit. der Koͤniggraß seit 1808 Kapellmeister der russ
per, seit 1882 auch der Sinfoniekonzerte in Peters⸗
hurg; gehört der Russischen Schule an. sg
Rara, Hauptfiadt des japan. Ken N. (in der ehemar
Prov. Jamatod, auf der Insel Rippon. (I003) 833 786 E.
wemal. kaiferl. Residenz, berühmte Buͤddhatempel.
Naraspflanze, s. Acanthosicyos horrida.
Narawali, eine Art Bastfasern, s. Coxdia.
Rarbada (engl. Nerbudda), Fluß in Vorderindien
nisanat in Gerbwang, mündet in den Golf von Cam—