14689 auch König von England war, beerbte sie Joh
Wilh. Friso von“ N. Diez, Erbstatthalier von Friesland
aus einem Seitenzweige der Ottonischen Linie, von denen
die übrigen, R.⸗Siegen, N.-Dillenburg oder Beilstein und
V.-Hadamar, bereits im 18. Jahrh. erloschen. Joh. Wilh.
Frisos Nachkommen wurden mit Wilhelm IV,. 1748 Erb—
flatthalter, mit Wilhelm VI. (1) 1815 Könige der Nie—
derlande und Großherzöge von Luxemburg. Mit seinem
Enkel Wilhelm IIIerlosch 28. Nop. 18806 die Ottonische
Linie im Mannsftamme; in den Niederlanden folgte ihmm
seine Tochter Wilhelmina als Königin, in Lurembürg der
frühere Herzog Adolf von, N., diesem 11. Nov. 1908 sein
Sohn Wilhelmn. — Bgl. Keller (1803). Schliephake und
Meuzel (7 Bde. 1861 89).
RNafssau, Sladt im preuß. Reg.-Bez. Wiesbaden,
r. an der Lahn, (1908) 2237. E., Amtsgericht, Schloß,
Realschule, Mineralbrunnen, Wasserheilanstalt; jenseit der
Lahn Ruinen der Stammburg N. (1401) und der Burg Stein.
Nassau, Hauptstadt des brit. Goupernements der
Bahamginseln, auf der Insel New Providence, 8000 E
sRassau⸗Diez, s. Diez (Stadt) und Nassau (Herzogtum)
Naffau⸗Dillen burg, Ludwig, Graf von, niederlünd
Feldherr, geb. 20. Jan. 16838, Bruder Wilhelms J. von
Orauien, kämpfte in den Niederlanden an der Spitze der
Geusen gegen die Spanier unter Alba, fiel 14. April
1674 in der Mookerheide. — Bgl. Blok (holländ., 1889)
Nassauer, volkstümlicher Ausdruck für solche, die sich
einen Genuß auf anderer Kosten verschaffen.
Nassauischer Hausorden vom aoldenen Lö⸗
wen, s. Löwenorden.
Nafsau⸗Orauien, s. Diez (Stadt) und Oranien.
Naffau⸗Siegen, Joh. Moritz, Graf, seit 1664 Fürst
von, niederlünd. Feloͤherr und Staatsmann, geb. 27. Juni
1604, 1636— 44 Gouverneur der Westind. Handelskom⸗
panie, dann holländ. Geueral der Reiterei, gest. 20. Dez
1679 zu Bergenthal als Statthalter von Cleve.
Nafse, Berthold von, preuß. Staatsbeamter, geb. 9. Dez.
1831 in Bonn, 1867 Landrat des Unterlahnkreises, 1881
Regierungspräsident in Trier, 1888 Unterstaatssekretär im
Kultusministerium, 1890 — 1805 Obervpräsident der Rhbein—
provpinz, 1905 geadelt.
Nässende Flechte, s. Ekzem.
Nassereit, Dorf in Tirol, in einer Felsenge nahe
dem Fernpaß, (1900) 1002 E.; Blei-, Zinkerzbergbau.
Nasser Weg (lat. via humida), in der Metallurgie,
Chemie und Probierkunst eine Gruppe von Methoden, bei
denen feste Körper durch Wasser, Süuren und andere Mittel
in Lösung gebracht, wonach aus diesen Lösungen die ge—
suchten Körper abgeschieden werden, während beim trocknen
Weg die Substanzen unter Zusatz von geeigneten Fluß—
mitkeln bei höhern Temperaturen geschmolzen und geröste:
Naßfäule, s. Kartoffelkrankheit. lwerden
Naßfeid, Hochalpental bei Gastein, von der Ga—
steiner Ache durchflossen; von hier Paß über die Naßfelder
Tauern (2202 mm) nach Mallnitz in Küärnten.
Naͤßir ed⸗-din (auch Naffr eddin, Nasr eddin ge⸗
schriebeii), Schah von Persien, geb. 17.18. Juli 1831,
Sohn des Schahs Mohammed, folgte diesem 40. Sept.
1848, machte mehrere Reisen durch Europa, 1. Mai 1896
Naßtkauf, s. Leikauf. lin Teheran ermordet.
Maffod, ungar. Großgemeinde, s. Nalzöd.
Naßränt, Sekte, s. Nazarener.
Naffr eddin, s. Naßir ed⸗din.
Raffr eddin Ehodija, eine Art türk. Eulenspiegel.
Naftätten, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Wiesbaden,
am Muhlbach, (1908) 1671 E., Amtsgericht.
Nasturtium I. Br., Pflanzengattg. der Kruziferen,
VLand⸗ oder Wasserpflanzen mit kleinen Blüten; am be—
kanntesten die Brunnenkresse (s. d.).
Naäftved GMestved), Hafenstadt auf der dän. Insel See⸗—
land, an dem Susaa, (1801) 7162 E.
Nafzod (fpr.naͤssohd), Großgemeinde in Siebenbürgen,
an der Großen Szamos, (18900) 3142 6. J
Matal. ) Brin Kolonie an der Südostküste von Afrika
sKarie: Afrika Jund J, 51, im Lande der Kaffern, seit
1897 mit Zulu- und Tongaland vereinigt, 88900 qkm,
11800) 1108754 E. N. im engern Sinne steigt in vier
Terrassen zu den Drakenbergen empor, deren erste Wald
und trovp.Kulturen trügt., deren zweite aus Weideland deren

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Nat

»ritte aus Waldland besteht; im Sehnge Eisen, Qupfer
and Steinkohle; Hauptstadt Pietermaritzburg, Hafen Port
N. Durban, Handel s. Beilage: Afrika, Eisenbahnen
Beilage: Eisenbahnen. R. wurde von Vasco da Gania
497 entdeckt, von den aus dem Kapland ausgewanderten
Buren seit 1837 kolvnifiert, 18343 bon den Kap⸗Englän⸗
dern besetzt, seit 18386 Kronkolonie, seit 1893 selbständige
brit. Kolonie, 1902 um einen Teil der ehemal. Südafrik.
Republik vergrößert. — Bgl. Ingram (1897), Russel (eugl.,
5. Aufl. 1809). — 2) Hauͤptsiadt des brasil. Staakes Rio
Brande do Nörte, unweit der Mündung des Rio Graude
in den Atlant. Ozean, 10000 E.
Natalie, Königin von Serbien, geb. 14. Mai 1859 in
Florenz, Tochter des rufs. Obersten Johann Keschko, 17. Okt.
875 mit Milan von Serbien vermählt, Ott. 1888 geschie⸗
den, trat 18902 zur röm.⸗kath. Kirche über.
Natalttium martyris (lat.), Todestag eines Mür—
yrers, als „Geburtstag“ für das ewige Leben.
Natangen, Landschaft im preuß. Reg.⸗Bez. Königs⸗
herg, am xrischen Haff, zwifchen Pregel und Alle.
RNatchez (spr. nöttsches), Stadt im' nordamerit. Staate
Mississippi, am Mississippi (1000) 12210 6.
Nathan, hebr. Prophet, rügte durch seine Parabel
2 Sam. 12) den Ehebruch Dabids und verhalf seinem
Zögling Salomo zum Thron (1 Kön. 1).
Nathangel (hebr. Gottgegebener“ß, aus Kana in
valiläg, ein nur im Johauͤnesevangelium erwühnter
Jünger Jesu (Joh. 1, 40 fge; 21, 2).
Nathorst, Alfred Gabriel schwed. Geolog, Paläophy⸗
olog und Nordpolfahrer, geb. 7. Nov. 1880 auf Wäder⸗
»runn, nahe Nyköping, feit 1885 Intendant aan Ratur—
sistor. Reichsmuseum in Stockholm; machte viele Reisen
18883 mit von Nordenskiöld nach Groͤnsand, 1898 und
889 selbständige Expeditionen in der Arktis).
Nathufius- Gottlob, Industrieller, gebe 30. April
1760 zu Baruth, gründete eine Tabakfabriknud errichtete
in Althaldensleben und Hundisburg bei Magdeburg groß⸗
artige landw. und industrielle Etablissements, gest. 23. Juli
1835. — Sein Sohn Hermann von N. Tierzüchter, geb.
9. Dez. 1809 zu Magdeburg, gest. 29. Juni 1879 1866
Prüsident des preuß. Landesökonomiekollegiums, Sammer
 von anatom. Präparaten, Zeichnungen ꝛc., in feinen
vissenschaftlichen Arbeiten Gegner der Darwinschen Theorie;
chrieb: „Vorträge über Viehzucht und Nassenkenutnis“
1872-60; Tl. 1., 2. Aufs. 1890) u. a. — Dessen
Zruder Heinrich von N., Pferdczüchter, geb. 15. Sept.
824 zu Althaldensleben, gest. 18. Sept. 1890; schrieb:
Uber die Zucht schwerer Arbeitspferde“ 885) u. a. —
Dessen Bruder Wilheim von N., geb. 27. Jum 1829 zu
Hundisburg, 1886 Mitglied des preuß. Abgeordnetensauses
 (Fraktion Gerlach), seit 1800 Direktor des landip.
Zentralvereins der Prov. Sachsen, gest. 26. Dez. 1809
n Halle. — Ein anderer Bruder, Phitipp von Na, geb.
5. Nod. 1816 in Althaldeusleben, seit 1880 zu Nan—
tedt am Harz publizistisch tätig. gründete das. ein Kuaben⸗
ellungshaus, hervorragendes Mitglied der Nreugzzeitungspartei,
 gest. 16. Aug. 1872 zu Luzern. — Vgle Fürstin
Reuß (1800). — Seine Gattin Marie N., geborene Schecle,
—D
2. Dez. 1857, schrieb Gedichte und Erzählungen mit pieti—
rischer Färbung („Tagebuch eines armen Fräuleins“, 1853
u. ö.; „Elisabeth“, 1808 u. ö.). — Vgl. ihr Lebens
ild“ (38 Bde., 1867 -68). — Des legtern Sohn Phi—
ipp von N.-Ludoni, geb. 4. Mai 1842 in Althaldenseben,
 1872-76 Redakteur der Kreuzzeitung, Begruͤuder
des, Reichsboten“, gest. 8. Juli 1000 in Grunewald.
dessen Bruͤder Martin von N. luth. Theolog, geb. 240. Sept.
1843 zu Althaldeusleben, seit 1888 Prof. in Greifswaid,
gest. das. 9. März 1805, Parteigenosse Stöckers gegen die
Raumannsche Richtung; Hauptschriften: „Timotheus, ein
Ratgeber für junge Theologen“ (2. Aufl. 1884), „Die Mit—
arbeit der Kirche an der Lösung der sozialen Fraͤge⸗ (2. Aufl.
—A—
„Philipp N. Jugendjahre“ (mit Fürstin Eleonore Reuß;
Raticotek, Insel, s. Anticosti. [1886)
Nation (at.), im Gegensatz zu Volk, der Gisamljeit
 der Staatsgenossen, die erbliche Stammes-, Sprach-,
Zitten⸗ und Kulturgemeinschaft, die bestimmten Men—
chenmassen ein eigentümliches Rafscngchrüut Naticnal-