niãt (Schlippesches Salz), s. Antimon. Natroborokalzit
J. p. w. Boronatrotalzit (s. d.).
Natron, Hatriumoryd; im Volke dagegen Bezeichnung
ür doppelitkohlensaures Natrium. (S. Ratrium.)
Natrondampftessel, ein von Honigmann erfundenen
Dampftessel ohne Feuerung, beruht auf der Eigenschaft don⸗
zentrierter Natronlauge, Wasserdampf unter Entwicklung
don Wurme gu absorbieren, die ihrerseits zut Erzeugunt
neuen Dampfes benutzt wird. Der N. eignet sich hes. zu
Lotomotiben und Lokomobilen.
Natronglimmer, s. v. w. Paragonit (s. Glimmer).
Ratroubnbrat, Natronlauge⸗. Natrium.
natronfalpeter, s. Chilesalpeter.
RNatronsalze, s Natrium.
Hatronfee, Salzsee mit Gehalt von kohlen⸗ und schwe.
jelsaurem Natrium, 3, B. der Wansee, die alger. Schotts
ie Natrontat (Sadi Natrun, bis 23 w u. d. M.)
in der Libyschen Wüste 5 inbes. Name eines
Sees (Guaffo Njiro) im N. der olonie Deutsch⸗Ostafrika
dordwesil. vom Kilimandscharo, gebildet durch den Flus
Ratronweinfstein, s. Weinsuure. [Guͤasso Njiro
Haifchalnit (russ. . Vorsteher; in Serbien der Kreis⸗
in Bulgarien der Bezirkschef.
Natfchewitsch, Gregor Dimitrow, bulgar. Staats⸗
mann, geb. 8. Febr. 1846 in Sistov, 1878 Führer der
Konservativen, seit 1881 mehrfach Finanzminister und Mi—
hister des Außern, 1886—1800 für Handel und Ackerbau,
1803 bulgar. Bebollmächtigter in Konstantinopel.
Natter, Heinrich, Bildhauer, geb. 16. März 1846 zu
Giaun in Tirol, gest. 13. April 1892 in Wien; Haupt⸗
werte: Haydu-Denkmal in Wien (1887), Denkmal für
Andreas Hofer auf dem Berge Isel (1882).
Natter, Joh. Lorenz, Steinschneider, geb. 1705 zu
Biberach, gest. 27. Olt. 1763 in Petersburg. Nach
hmungen antiker Gemmen, Schaumünzen u. a.
Natterblümchen, s. Polygala.
Rauerer, Joh., Haturforscher, geb. 9. Nov, 1787 R‘
darcuburg bei Wien, durchforschte 181736 Brasilien,
gest. 17. Juni 1848 in Wien.
Natiern (colubridae), kosmopalitisch perbreitete
Familie nicht giftiger Schlangen. mit schlankem, biegsamen
Körper, kleinem, deutlich
abgesehtem Kopf, zahl⸗
reichen Zähnen. Leben
gern in der Nähe des
Wassers, schwimmen und
klettern gut, fressenFrösche,
Fische, Mäuse ꝛc. Ringel-N.
 (gemeine N., Kragen⸗N. Wasser⸗N., Schnale, Unke, Tro
pidonotus natrix BPoie [Abb. 1282]) aschgrau bis schiefer—
blau, mit mehrern Reihen schwarzer Flecken, am Hinterkopf
sederseits ein gelblicher, nach hinten ichmarz bearenater halb⸗
mondförmiger Fleck Krone),
in ganz Europa; Viper-N.
(T. vViperinus Boie), der
Kreuzotter ähnlich, in den
Mittelmeerländern; Zorn⸗N.
(Zamaspis), sehr bissig, mit
zwei südeurop. Arten; Strich⸗
N. Elaphis), Schuppen im
Alter getielt; mehrere süd⸗
osteurop. Arten; Treppen⸗N. —
incctis venis Bp.), rötlichgrau, mit leiterartiger
Zeichnung auf dem Rücken, Südeuropa, Rordafrika; Üs
ilap. e. (Askulapfchlange, gelbe oder Schwalbacher N.
Ooiuper oder Calopeltis Aesculaptũ Stur mm Abb. 1233))
oben graugelb bis dunkelfarbig, unten gelblich, Kopf unt
Hals ——2 Süd⸗ und Mitteleuropa; Schling ·N. (glatte
oͤder oͤsterr. N.. Hafel-N., Haselotter, Hafelwurm, Jach
schlange, Coroneila austriâaos Laur. lacvis Merr.), rot:
lichgrau bis braun, mit dunklen Flecken, der Kreuzotter
ähulich; Mitteleuropa.
Natternukopf, Pflanzengattg., s. Rehium.
Natterwendel, s. Spechte.
Natterwurz, s. Folygonum.
Natterzunge, s. Ophioglossum [Abb. 12821].
Ratunzinfeln, Archipel nordwestl. von Borneo, zur
niederland. Residentschaft Riau gehörig, 2118 4kKm. etwa
zone Grrnatunß vder Bunguran 1688 axm.

245

Nat

Naturalis (lat.), natürliche Dinge, Bedürfnifst; N. non
ant turpia, das Ratürliche ist nicht schimpflich, natürlicher
Dinge braucht man sich nicht zu schämen. Ratüralien, alle
4 Kunst nicht umgeünderten Naturkörper, bes. die in
Sammlungen Gaturalienkabinetten) aufgestellten.
Naturalifation, naturalisieren (neulat.), Erteilung
der Staatsangehörigkeit an einen Ausländer, im Reichs⸗
gesetz vom 1. Juni 1870 der Aufnahme eines Angehörigen
rines deutschen Einzelstaates in einen andern entgegengestellt.
Naturalismus 3 in der Philosophie die Ab⸗
leugnung übersinnlicher Ursachen (Gegensatz: Supra⸗
naturalismus); in der Theologie die Zurückführung der
Wunder auf vernünftige — in der Kunstwissen—
schaft die Ausübung einer Kunst ohne theoretische Schu—
ung auf Grund natürlicher Begabung, ferner die mög—
chst treue I pe der Wirklichkeit.
Naturaãllohn, s. Arbeitslohn.
Naturas seolieotion (engl., nätschörrel ßtlecksch'n),
atürliche Zuchtwahl (s. d.) Istationen.
Naturãlverpflegungsstationen, s. Verpflegungs-Naturalwirtfchaft,
 Stufe der wirtschaftlichen Ent—
wicklung, bei der jede Einzelwirtschaft alle Gegenstände
hres Bedarfs selbst erzeugt.
Natũram oxpeias furca, tamen usque reoourret
Jat.), auch wenn du die Natur gewaltsam austreibst,
sehrt sie doch zurück; Zitat aus Horaz',„Episteln“ (I, 10, 20).
Natũra non faoit saltus (lat.), die Natur macht
Naturarzt, s. Naturheilkunde. lkeine Sprünge.
Naturbleiche, s. Bleichen.
Naturdienst, religiöser Kultus vergötterter Natur—
esen (Gestirne, Tiere ꝛc.).
Naturéèll (frz.), natürliche Gemütsart.
Naturfarbendruck, Verfahren zur Erzeugung von
Drucken in natürlichen Farben mittels der VPhoktographie,
—
Naturgas, Erdgas, in Erdölbezirken massenhaft aus
der Erde ausströmendes Gas, bes. Methan, üthan und
Wasserstoff, wird in den Ver. Staaten aufgefangen und als
Heizgas, karburiert als Leuchtgas benutt. Wo es mit starkem
Druck (20—30 Atmosphären) ausströmt, wird die bei der
Erpansion auftretende Abkühlung erst zur Eisbereitung be—
nutzt. Brennendes R. bildet die —— Feuer“ bei Baku.
Raturgeschichte, der zusammenfassende Ausdruck für
die sog. beschreibenden Naturwissenschaften, d. h. die Wissen⸗
schaft von den Körpern, aus denen unsere Erde und das
Leben auf ihr zusammengesetzt ist. Mit, dem Reiche der
morganischen Körper beschäftigt sich die Mineralogie und
die Geologie, mit dem Pflanzeureich die Botanik, mit dem
Tierteich die Zoologie, Spezielle Disziplinen der Wissenschaften
 von den belebten Körpern sind die Anatomie, die
Zubryologie, die Paläontologie, die Phylogenie, die Phy⸗
siologie, die Bislogie und Anthropologie.
Nalurheilkunde, Lehre von der Heilung der Krank⸗
heiten ohne Arzucimittel durch (gäufig ausschließlich vege—
larische) Diät, Wasser, Luft, Massage, Bewegung und
ndere Maßregeln, begründet durch die schles. Bauern
Vinzenz Prießnitz (. d und Johaun Schroth (s. Schroth⸗
sche Kur), in neuerer Zeit durch die Kuren des Pfarrers
Knheippe(s. d.) bekannt geworden, hat zum Teil günstig
auf die Medizin npeit aber dadurch, daß sich mit
der Ausubung der RN. vorwiegend Personen beschüftigen,
—
fehlte Gaturärzte), die Kurpfuscherei gefördert. Für die
ßropaganda im Publikum wirken Vereine für N., Kneipp⸗
vereine, populäre Zeitschriften u. a. Es gibt auch Natur⸗
deilanstalten oder diätetische Heilanstalten, zum Teil
unter Leitung approbierter Ärzte. Schriften von Böhm,
Dilz. Platen, Schönenberger und — Lahmann, „Die
diatetische Blutentmischung ec.“ (14. Aufl. 1804). — Vgl.
quch Prager, „Vor⸗- und Nachteile der N.“ (1890).
Naturheilung, spontane Heiluug, die Heilung von
Zdrantheiten durch die im Körper selbst wirkenden ner.
ind chem. Prozesse des Stoffwechsels, ohne ärztliche Bei⸗—
Naturhorn, s. Horn (Musikinstrument). lhilfe.
Raturkräfte, s. Kraft.
Raturkunde, s. Naturwissenschaft.
Raturlehre, die Physik (s. d...
RNatürliche Kinder, uneheliche Kinder, eigentlich
eihliche Kinder im Gegensatz zu den adoptierten.