Nat

Natürliche Systeme, Systematik.
Raturphilosophie, philos. Am das aus seinen
allgemeinen Prinzipien heraus auf Grund der empirischen
Forschung eine philos. Raturerkenntnis * gewinnen sucht
BVgl. Schaller, „Geschichte der N.“ (2 Bde., 1841 -46):
Lote, Grundzüge der N.“ (1882); Fr. Schultze, Philo⸗
kophle der Nalturwissenschaft““ (2 Bde., 1881-82).
Raturrecht, s. Nechtsphilosophie.
Raturreligion, Religionsform, bei der die mythi—
chen Vorstellungen auf einer Vergötterung der Natur, auf
einer Perfonifikation der in ihr wirkenden Kräfte bexuhen.
Naturselbstoruck, ein von Aloys Auer von Wels—
bach 1849 in Wien erfundenes Verfahren, von Spitzen,
Blaͤttern ꝛtc. durch Abprägung Metalldruckformen für Kupfer—
druch herzustellen. Durch uͤbertragung eines solchen Ab⸗
drucks auf lithogr. Stein und Aufdruck der nalürlicher
Farben wirde eine ausgedehntere Anwendung ermöglicht.
Naturstand (lat. status — in der Dog⸗
matik der' Zustand des Menschen, abgesehen von seiner
Erlösung durch Christus, sowohl der ursprüngliche vor
dem Sündenfall (auch status integritätis) als der des
Berderbens nach demselben (8tatus corruptionis).
Naturtöne, die Töne des Horns und der Trompete,
die ohne Stopfen oder Ventile durch den bloßen Druck
der Lippen hervorgebracht und die zugleich die Obertöne
s. d.) des tiefsten Tones sind.
Naturtrieb, s. Instinkt.
Naturvölker, Bezeichnung für kulturarme Völker—
zruppen im Gegensatz zu den Kultur- und Halbkulturvölkern
Naturwissenschaft, Naturkunde, der Inbegriff der
Erfahrungserkenntnis von allen uns zugänglichen Teilen
des Raturgebietes. Die elementaren Grundwissenschaften
sind Chemie und Physik, die sich mit den Grundstoffen der
Materie, deren Eigenschaften und Kräften befassen. Misl
den einzelnen Gebieten der Körperwelt beschäftigen sich die
Astronomie, welche die Himmelskörper, und die Natur—
geschichte (s. d.), welche die Körper unserer Erde erforscht
Natzmer, Oldwig von, preuß. General, geb. 18. April
1782 zu Vellin (Pommern), diente 1788 -1839 mit Aus—
zeichnung in der Armee, darauf Staatsrat und General—
adjutant des Königs, gest. 1. Nov. 1861. — Bgl. E
von Natzmer (4 Bde. 1887-88).
Nauaͤrch grch.), der amtliche Titel der Flottenführe'
im alten Sparta; Nauarchte, Amt des N.
RNauck, Aug., Philolog, geb. 18. Sept. 1822 in Auer—
stedt bei Eckartsberga, bis 1809 Gymnasiallehrer in
Berlin, 186888 Pros. am kaiserl. Histor.-philolog. Ju⸗
stitut zu Petersburg, gest. 16. Aug. 1882 in der RNähe
von Petersburg; gab die Fragmente des Aristophane?
von Byzanz (1848), der griech. Tragiker (2. Aufl. 1889)
Euripides (3. Aufl. 1868—71) u. a. heraus.
Nauders, Dorf in Tirol, über dem Fiustermünzpaß
(1800) 1108 E.; dabei Fort Ferdinandsfeste.
Nauen, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Potsdam, an
Havelländischen Hauptkanal, (1805) 8779 E., Amtsgericht
Naugard, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Stettin,
(1000) 1853 8., Amtsgericht, Schloß (jett Strafanstalt).
Mauheim, Bad N. Stadt in der hess. Prov. Ober⸗
heffen, am Taunus, (1906) 4872 E. Amtsgericht, drei Trink⸗
quellen (bis 120) und drei Solsprudel (bis 359 gegen
rheumatische, Haut- und Herzleiden, (25 000 Kurgästen,
Saline mil Gradierhäusern. — Vgl. Grödel (8. Aufl. 170039
Naukrarien surg. die 48 seit Kleisthenes 80) Ver—
waltungsbezirke, in die das alte Attika eingeteilt war
an ihrer Spitze standen die Prytanen (Naukraren).
Naukratis, die älteste griech. Haudelskolonie in
Unterüghpten, unter Psammetiqh J. (vielleicht schon Ende
des 7. Jahrh. v. Chr.) von Milesiern gegründet; Schutt⸗
— der Stadt 1884 bei Nebireh halben Weg⸗ zwischen
lexandria und Kairo wieder aufgefunden. — Vgl. Petrie
und Gardner (engl., 1886).
Naulette, La éspr. nolett), Höhle am l. Ufer der
Ldesse (Belgien, Prov. Namurx), mit Resten des Homo
primigenius (s. d.).
Naumachie (gich.), Seeschlacht, bei den Römern der
Kaiserzeit als praͤhtiges Schauspiel aufgeführt.
Naumann, Friedrich, Sozialpolititer, geb. 28. Mürz
16860 in Störmthal bei Leipzig, 1886–80 Pastor in
Langenberg bei Glaͤuchau, 188054 Vereinsgeistlicher für

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innere Mission in Frankfurt a. M., Agitator für einen
hristl. und nationalen Sozialismus, gründete 1886 den
NRationalsozialen Verein, mit dem er 1903 zur Freisinnigen
Bereinigung übertrat, Herausgeber des Wochenblattes „Die
hilfe“; veröffentlichte: „Gotteshilfe. Gesanmelte Andach⸗
en“ (7 Bde. 1806 10902), „Demokratie und Kaisertum
I. Aufl. 1805), „Briefe uͤber Religion“ (1803) u. g.
Naumann, Zoh. Friedr., Ornitholog, geb. 15. Febr.
780 in Ziebigt bei Coͤthen, Sohn des als Ornitholog
ekannten Landwirts Joh. Andreas N. (geb. 13. April
1747, gest. 15. Mai 1826), Prof. in Cöthen, gest. 16 Aug,
1857 un Ziebigk; Hauptwerk: „Naturgeschichte der Vögel
Deutschlands“ (12 Bde., 1822 44; Bd. 18 von Blasius,
Baldamus und Sturm, 1846—60; Neubearbeitnug von
Berg u. a., hg. von Hennicke u. d. T. „Naturgeschichte der
Vvönel Miltelcuropas“ Bd. 1, 1008), außerdem: „Tari⸗
»ermie“ (2. Aufl. 1848). — Bgl. Köhler (188909).
Naumann, — Gottlieb, Opern- und Kirchen⸗
tomponisi, geb. 17. April 1741 zu Blasewitz bei Drebden,
sest. das 8. Ott. 1801 als Oberkapellmester, der letzte
edeulende Vertreter der ital. Richtung in der deutschen
MNauft. Sein Sohn Kart Frierr. N., Mineralog und
Heognost, geb. 80. Mai 1787, 1842 -71 Prof. zu Leipzig⸗
yst 26. Nov. 1873 zu Dresden; schrieb: „Elemente der
Hineralogie“ (14. Aufi. 1901), „Lehrbuch der Geognosie
(2. Aufl. 18382 73) u. a. — Vessen Neffe Emil N. Kom⸗
hponist und Musikhistoriker, geb. 8. Sepi. 1827. zu Berliu—
gest. 23. Juni 1888 zu Dresden; schrieb: „Illustrierte Musit⸗
zeschichte“ (188085) u. a.
Raumburg. 1) R. am Bober, Stadt im preuß. Reg.
Bez. Liegnit, 1905) 804 E., Solquellen. — 2) N.in
defsen, Stadt im preuß. Regee Bez. Casfel, r. am Elbe—
füßchen, 1375 E., Amtsgericht. — 3) N. am Queis, Stadt
m preuß. Reg. Vez. Liegnitz, 1054 E., Amtsgericht; Fabri⸗
ation von Topfergeschirt. — M. an der Saate, Kreis⸗
ladt im preuß, Reg Bez. Merseburg, mit dem einverleib⸗
en Grochlitz (1900) 28 483 (1905: 25 187) E., Garuison,
Oberlandes⸗, Land-⸗, Amtsgericht, Dom, ev Dom⸗,
Realgymnasium, Kadettenaustali; Fabriken (Wollwaren,
Kämme, Seife, Schaumwein ꝛc.), Weinbau und -handel;
das juͤhrl. Kinderfest (Hussiten- oder Kirschfest) soll seine
xEntstehung einem Angriff der Hussiten (28. Juli 1482) per⸗
danten, die jedoch nie bis N. kamen. Naumburger Erb⸗
vertrag 28. April 1457 zwischen Brandenburg, Schlefien
und Sachsen. Raumburger Vertrag 24. Febr. 1554 zwischen
Zurfuͤrst Angust und Herzog Joh. Friedr. von Sachfen. 1028
wurde der Bischofssitz von Zeitz hierher verlegt (Bistum V.
Zeitz); es ward 1664 in ein prot. Domkapitel berwandelt, fiel
815 an Preußen. Vgl. Borkowsty (1897), Wispel (1908).
Raundorff, Katl Wilh., angeblicher Sohn Lud⸗
vigs XVIJ. von Frankreich (s. Ludwig XVII.), geb.
27 Marz 1785 in der Niederlausitz, Uhrmacher zu Krossen
zing noch der Julirepolutivn (1830) nach Frankreich, 1886
n Paris als Betrüger angeklagt, aber freigesprochen, gest.
tO. Aug. 1845 zu Delft.
Maunhof, Stadt in der sächs. Kreish. Leipzig, an der
arthe, (18906) 3851 E.; Wasserwerke von Leipzig. Dabei
Sommierfrische Lindhardt.
Naunhir, Sernhard, Mediziner, geb. 2. Sept. 1889
zu Berlin, 1869 Prof. in Dorpat, 1871 in Bern, 1872
n Koönigsberg, seit 1888 in Straßburg, verdient um die
yathol. Themie und experimentelle und klinische Patho⸗
ogie; schrieb: „Klinik der Cholelithiasis“ (1892) u. a.
Naupaktos, griech. Ort, s. Lepanto.
Raupia, apoln bi Romania, befestigte Hauptstadt
des griech. Nomos Argolis, an der Nordostseite des Golfs
zon N. oder Argolis, —2 id 07 Er: 182. 34 Sit der
zriech. Regierung.
Naupluus, die erste Larve der meisten Krustentiere—
ehr Tlein, von eirunder Gesftalt, mit einem dreiteiligen
Stirnauge und drei Paar Gliedmaßen, wovon das erste
infach * und als Taftorgon dient, die veiden folgenden
aber zweiästig sind und die Schwimmbewegung permutteln.
Tafel: Entwicklungsgeschichte 1,13, 14.]
Rauru, Korgleninsel im Stuislen Ozean; Ju den deut⸗
chen Marshallinseln gerechnet, 8qurn, (1807) 1887 6.
Zauptansiedelung aschene
Rausikaa, Lochter des phäakischen Königs Alkinoos
geschützerin des schiffbrüchigen Odysseus.