Nequitten (lat.), Nichtsnutzigkeiten, Bübereien.
Rera, iat. Nan,i. Rebenfluß des Tiber, mündet nach
110 xN bei Orte; Nebenfluß Belino.
Nerac, Stadt im franz. Dep. vbt et⸗ Garonne an der
schiffvaren Baise, (1001) 6285 E. Ruinen eines Schlosses
Heiurichs 1V.; berühmte Gänseleberpasteten.
Nerbudda, Sluß in Vorderindien, J. Narbada.
Rerchau, Siadt in der sächf. Kreish. Leipzig, an der
Muͤlde, (1805) 2285 E., Beanitenschule; Fabriken (Far⸗
ben, Ehenutalten, Tonwaren), Farberdegruben.
Rereiden, die Töchter des Nereus (F.d.), unter ihnen
ealypfo, Thetis, Amphitrite.
Nereiden (Nereidae), Familie der Borstenwürmer
aus der ünterordnung der Raubanneliden, Volychuten mit
gestrecktem, aus zahlreichen
Segmenten hestehendem
Körper; zahlreiche Arten
INereis pelagies I., Abb.
1241] in allen Meeren.
Rereiten, wurmförmige Abdrücke bes. in devonischen
Schiefern; Seetang oder Kriechspuren von Ringelwürmern
Reresheim, Oberamtsstadt im württemb. Jagstkreis
(1005) 1268 E., Amtsgericht, Realschule; dabei die ehe—
mal. Benedittinerabtei de., jetzt Anstalt für Taubstumme
und gefallene Mädchen.
Neretva, Fluß in der Herzegowina, s. v. w. Narenta.
Rereus, Sohn des Pontos und der Gaia, Vaten
»on 50 Töchtern Mereiden), mit denen er in den Tiefen
Nerfling, Fisch, s. Aland. sdes Meers wohnt.
Reri, Filippo Heiliger, Stifter der Kongregation der
Oratorianer (f. di) in Rom, geb. 22. Juli 1618 in Flo⸗
renz, gest. 26. Mai 1595 als Generalsuperior in Rom
1622 e [S. Beilage: Heilige ꝛc.— — Val
Capecelatro (deutsch 1886).
Rertte, Landfchaft im mittlern Schweden nördl. vom
Wettersee, bildet mit dem Westmanländischen Minendistrikte
das Län Orebro.
Neriscles⸗-Bains (spr. neriß lä bäng), Badeort im
franz. Dep. Allier, (1001) 2821 E.; 6 alkalisch-salinische
Nerium, s. Oleander. Quellen.
RNerly, Friedr. eigentlich Nehrlich, Architektur⸗ und
Laudschaftsmaler, geb. 24. Nov. 1807 zu Erfurt, lebte meist
in Venedig, gest. das. 21. Ott. 1878.
Rernft, Walter, Physiker, geb.25. Juni 1864 in Brie⸗
sen (Westpreußen), 1891 — in Göttingen, seit 1904
Direkttor des Instituts für physit. Chemie in Berlin, er⸗
fand 1807 das Nernstlicht (sJ. d.); schrieb:; „Theoretischt
Chemie“ (4. Aufl. 1803), „Siedepunkt und
Schmelzpunkt“ (1893), „Einführung in die
mathen Behandlung der Raturwissenschaften“
(mit Schönflies, 4. Aufl. 1900) u. a.
Nernstlicht, ein von Prof. Nernst (s. d.)
1897 erfundenes elettr. Glühlicht, dessen
Glühkorper von einem Stäbchen aus einem
Metalochd der seltenen Erden gebildet wird;
dasfelbe leitet bei hoher Temperatur (Weiß⸗
glut) den elektr. Stroin gut, während es bei
Zewoͤhnlicher Temperatur ein Nichtleiter ist
uͤnd daher vorgewärmt werden muß [Abb.
1242; 4 Glühkorper, b Heizkörper zum An⸗
würmen von a]. Das R. ist weißer, als das gewöhnliche
Kohlefadenlicht und braucht weniger Strom als dieses
Nero, Lucius Domitius, nach der Adoption Claudius
Drusus, röm. Kaifer (34268 n. Chr.), geb. 87 n. Chr.
zu Antium, Sohn des Gnäus Domitius Athenobarbus
und der jungern Agrippina, von seinem Stiefvater, dem
Kaiser Claudius, adoptiert, gelangte durch seine Mutter
auf den Thron; ein ausschweifender grausamer Tyrann,
verfolgte naͤch dem großen Brande Roms (64) die Christen
als aůgebliche Brandstifter, ließ feine Muttker und seine
Gattin“ sowie viele Senatoren morden, erlag der Ver⸗
schwörung des Galba, tötete sich 8. Juni 68, als der letzte
aus dem Geschlecht der Cäͤsaren. — Bal. Schiller (1872),
Henderson (engl. 19083).
Nero anties (ital.), ägypt. schwarzer Marmor.
Rerobergs, Berg bei Wiesbaden d.).
Rerthus, irrtümlich Hertha, die von mehrern deut⸗
schen Staͤmmen an der Ost⸗ oder Rordsee verehrte Göttin
dee das weiblise Geaenstück zum nord. Niördhr.

v.
———

255

Ner

Nertschinsk, Bezirksstadt im russ. »sibir. Gebiete Trans⸗
astalien, an der Nertscha (zur Schilka), 6826 E., Vertrag
u M. 1689 Wien Rußland und China.
Rerischiufkij Sawod, Bezirksort im russ.⸗sibir.
FJebiete Transbaikalien, an der Ältatscha (zum Argun),
3067 E. — Der Bez. N. S. hat 76 288 qkm, 76626 E.,
nit dem Nertschinstischen Erzgebirge, Goldwäschereien,
Silber- und Bleibergwerke, Strafarbeiterkolonie.
Meruda, Jan, tschech. Dichter, geb. 10. Juli 1834 in
Prag, gest. 22. Aug. 1891; schrieb: „Kosmische Lieder“
deutsch 1881), „Kleinseitner Geschichten“, „Arabesken“
beides auch deutsch); Lustspiele, Feuilletons u. a.
Neruda, Wilhelmine, Violinvirtuosin, geb. 21. Mürz
1840 in Brünn, 1888 mit Charles Halle (s. d.) vermählt,
eit 1900 Lehrerin des Violinspiels am Sternschen Kon—
ervatorium in Berlin. lnervus.
Nerv, s. Nerven; Sympathischer N., s. Sympathicus
Nerva, Nachbarort der Bergwerksstadt Minas de Rio⸗
into in der span. Prov. Huelpa, (1990) 7908 E.
Nerva, Marcus Coccejus, röm. Kaiser 96— 98 n. Chr.,
tach der Ermordung des Domitianus vom Senat pro—
Lamiert, bewährte sc durch Rechtschaffenheit, adoptierte
Trajan, gest. 27. Jan. 98.
Rerval (spr. wall), G. de, s. Labrunie.
Nerven lat.), Organe des tierischen Körpers, die das
Empfinden, Denken und Bewegen vermitteln. [Hierzu die
Tafeln: Nervensystem Jund II.]) Das Nervensystem
erfällt bei höhern Tieren in das animale (Gehirn und
ie eie als Zentralorgane und die daselbst ent⸗
springenden N.) und vegetative oder sympathische Nerven⸗
ystem (mit den Ganglien als Zentrum und den Nerven—
fasern des Sympathikus als peripherischem Das
rmimole Nervensystem vermittelt die mit Bewußtsein ver—
hundenen Empfindungen und Bewegungen, das vegetative
regelt die Tütigkeit der Drüsen, des Darms, des Herzens c.
unter Ausschluß des Bewußtseins (Willens)s. Beide
Systeme sind nicht streng voneinander geschieden, sondern
tauschen vielfach Fasern aus. Die N. bestehen aus größern
und tleinern Bündeln von Nervenprimitivfasern, die von
iner sehnigen Hülle Gervenscheide, Reurilenmma) um⸗
chlossen werden Als anatom. und physiol. Einheit des
Nervensystems gilt das Neuron (s. d.). VNachdem die N.
us den' Zentralorganen als dicke Nervenstämine heraus⸗
getreten ind, spalten sie sich nach und nach in immer
Ainere Buͤndel, in Nervenzweige, Nervenästchen und
endlich Nervenfüdchen oder Primitivpnervenfasern; letztere
flehen aus dem weißlichen, fettreichen Rervenmart
Piattscheide), das stellenweise, unterbrochen ist, so daß
der Nlwie Lingefchnurt erscheint GKanviersche Schnür⸗
ringe), und dem in der Achse des N. gelegenen Achsen⸗
hunber, der die Fortseßung des Ie eeee
der Ganglienzellen ist. Von den Nerven asern leiten die
sensiblen oder gZentripetalnervenfasern die erhaltenen
Empfindungseindrücke nach dem Gehirn zu, wo sie zum
Bewußtfein kommen, während die zentrifugalen, motv⸗
rifchen oder Bewegungs⸗N. den Anfloß des Willens vom
Gehirn auf die Bewegungsorgane Muskeln) übertragen.
die Gefaß ⸗N. (vasomotorischen N.) bewirken als Vaso⸗
lonstriktoren die Verengerung und als Basodilatatoren die
Frweiterung der arteriellen Blutgefäße; ihre Zentren ge⸗
sdren größtenteils dem sympathischen Nervensystem an.
Der Mechanismus der Wechselwirkung unter den N. ist
durch die Nervenphysik aufgeklärt worden. Bei unwill⸗
srlichen Verrichtungen gehen die Empfindungsanstöße nur
his in das Rückenmark und werden dort auf die Bewegungs⸗
Re üͤbertragen (Reflertätigkeit, Rervenresley). ee
sind die R. bei der Ernährung tätig, indem sie auf die Ab⸗
scheidung der verschiedenen Drů sen (Speicheldrüsen, Schweiß⸗
růsen u. a.) einen direlten Einfluß üͤben (sekretorische N.).
Hie motorischen N. enden an den Muskelfasern mit
Flattenförmigen Gebilden (motorische Endplatte), die
Impfindungs-⸗N. mit dolbens oder knopfartigen Apparaten
Ende oder Terminalkörperchen). Bei den höhern Tieren
jehen vom Gehirn 12 Paar Hirn- oder Schädel⸗N. ab,
bom Rückenmark 312232 Paar Rückenmarks-N., von denen
eder mit einer vordern motorxischen und einer hintern
enfitiven Wurzel entspringt. Von den Ganglien (s. d.)
jehen die N. namentlich nach den Eingeweiden und den
Fiutgefüßen, während die Ganglien selbst mit dem