in den gricch.- türk. Verwicklungen eine bedeutende Rolle,
eit 1844 Reichskanzler, 1856 zurückgezogen, gest. 28 März
1862 zu Petersburg. — Seloͤstbiogr. (deutsch 1866.
Neßselfucht, s. Nesselausschlag.
Reffelliere (Criäaria), Eblenteraten im engern
Zinne, Untertreis der Cölenteraten, mit deutlich radiärem
dörperbau und Nesselorganen (s, d.). Sie zerfallen in
die Klassen der Rippenquallen (s. d.), Polypomedusen
dDO) und Korallenpolypen (s. d.).
Nesseltuch, s. Resselfaser; auch s. v. w. Musselin (sf. d.).
Neffelzellen, s. Nesselorgane.
Neffental, uͤnterer Teil des Gadmentals . d.).
Nefserland, Nessa, ostfries. Insel im Dollart, vor dem
Zafen von Emden, mit dem Festlande durch einen Damm
ind Hafenbahn verbunden.
RNeßler, Biltor, Komponist, geb. 28. Jau. 1841 zu
Baldenheini im Elsaß, 186484 in Leipzig, gest. 28. Mai
LSso in Straßburg; beliebte Opern: „Der Ratteufänger
on Hameln“ (1878), „Der Trompeter pon Säckingen“
I8849. Komponierte auch viele Männerchöre und Lieder.
Reßmühl, ungar. Ort, s. Neszmely.
Reffos, ein Kentaur, von Herakles erschossen, hieß die
delaneira ein Gewand (daher Nessusgewand) in sein Blut
sauchen, um einen Liebeszauber zu gewinnen. Das Ge—
Sand wurde später Herakles (s. d.) perhängnisvoll.
Nest, Seebad im preuß. Reg.⸗Bez. Coslin, (1900) 252 E.
Reftfiñchter (HZutophaga), Vögel, deren Junge nach
ein Ausbrüten sofort das Nest verlassen (Hühner 2c.).
Nesfthocker, Atzvögel (Paedotröpha), auf einer niedern
Intwicklungsstuͤfe das Ei verlassende Vögel, die dann im
Neste von den Alten gefüttert (geatzt) werden müssen (Raub⸗
»ögel, Singvögel, Tauben ꝛc.).
Nestle, Eberhard, prot. Theolog und Orieutalist, geb.
. Mai 1851 in Stuttgart, 1888 Gymnasialprof. in Ulm,
898 Prof. am edang-theol, Seminar in Maulbronn;
chrieb: „Syr. Grammatit“ (1888), „Marginalien und
Materialien“ (1883), „Philologica sacra“ (1886), „Ein⸗
ührung in das griech, Neue Testament“ (2. Aufl. 1899),
Septnagintastudien“ (18862 1805) n. a.
Neftlesches Kindermehl, s. Kindermehl.
Reftor, Sohn des Neleus, König zu Pylos in Messenien,
ils Greis'am Trojan. Kriege beteiligt, sprichwörtlich für
inen erfahrenen hochbesahrten Mann,
Nestor, russ. Mönch im Höhlenkloster zu Kiew, gest.
um 1114 galt lange als Verfasser der altrussischen,
„Nestorschen Chronit“ (bg. von Miklosich 1860; zum Teil
»entsch von Schlözer, ß Bde. 1802 -9).
Nestorianer, die Anhänger des Nestorius (s. d.),
anden nach der Verdammung des Nestorianismus auf
dem Konzil zu Ephesus (431) eine Hauptstütze in den
yr. Schulen zu Edessa, seit 489 zu Nisibis, breiteten sich,
eitdem sich 4098 die ganze pers. Kirche für sie erklärt hatte,
»is nach China hin aus, in Vorderasien als chaldäische
Fhristen, in Indien als Thomaschristen. Ein Teil, die
Anierten Ni, uünterwarf sich seit dem 16. Jahrh. dem Papste,
doch ohne iht Dogma aufzugeben; Zahl ca. 50 000 die
—E haben
sur drei Sakramente (Taufe, Abendmahl, Priesterweihe)
ind gestatten die Priesterehe, ca. 130000; ihr Patriarch
uͤhrt'den Titel Katholikos. Ein Teil (15000) vereinigte
ich 1898 mit der russ. Kirche. — VBgl. Germann, „Die
Kirche der Thomaschristen“ (1877); Maclean und Browne,
Pho Gathoticos of the East aud his people“ (1892).
Nefiorins aus Syrien, Mönch und Pres8byter zu
Autidchien, A28 Patriarch von Konstantinopel, 431 wegen
iner Lehre von den zwei getrennten Naturen in Christo
der göttlichen und meuschlichen) abgefetzt und verbannt,
seft. uüm 440 in Agypten. (S. Nestorianer.)
Nestorkakadus, Nestorpapageien. s. Loris.
Restorfche Chronit, s. Nestor Mönchh.
Reftroy, Joh., Komiker und Buͤhnendichter, geb.
». Dez. 1802 zu Wien, seit 1894 am Wiener Carl-Theater,
uletzt als Dikektor, gest. 258. Mai 1862 in Graz; beliebte
Wolisstucke („Lumpazivagabundus“:c.). „Werke“ (12 Bde.,
880 61).“ Biogr. von VRecker (1881.
Nestved, Stadt auf Secland, s. Nästwed.
Ne sSutor supra crepidam, lat. Sprichwort bei dem
Atern Plinins („Uistoria naturalis“, 35, 86): Schuster
Aleib bei deinem Leisten.
Brockhhaus' Kleines Konvorsations-Lexikon. 5. Aufl. II

257

Net
Neswifh (poln. Nieswiez), Stadt im russ. Gonv. Minsk,
der Lipa, 8446 E.
Neszmeély (spr. neßmehli), deutsch Neßmlihl, Groß—
meinde im ungar. Komital Komorn, r. an der Donau,
900) 1357 E.; Weinbau (5600 ha Weinland).
Net, s. v. w, Bobinet (s. d.).
Nẽt, ägypt. Name von Theben (s. d.).
Nethe;, Fluß in der belg. Prov. Antwerpen, entsteht
us der Großen und Kleinen N., vereinigt sich mit der
oyle zur Rupel.
Nether Hoyland (spr. heuländ), Stadt in der engl.
srafsch. HYort (West Riding), (19014) 12464 E.; Stenu—
ahlengruben, Ziegel- und Backsteinbrennereien.
Nether Soothill, eugl. Stadt, s. Soothiil.
Nethou (spr.-tuh), Pico de, hoͤchster Gipfel der Py⸗
näen, 3404 m hoch sKarte: Spanien ec, I, 6J.
Metra, Flecken im preuß. Reg.-Bez. Cassel, ain Fluffe
?. (1805) 687 E. Amtsgericht
Netscher, Frans, niederluünd. Schriftsteller, geb. 30. April
864 im Haag, Vertreter des sog. Jungen Hollands; schrieb
dovellen („Studies naar het naaitt model“, 1886
AMenschen om ons“, 1888; „Uit de Snykamer“,
904), Romane („Pgoisme“, 1883), Skizzen (, Dit ons
arlement“, 1890).
Netscher, Kaspar, niederländ. Porträt- und Genre—
galer, geb. 1638 zu Heidelherg, gest. 1684 im Haag; seine
genrebilder sind Kabinettstücke mit Betonung des Fiquür—
ichen und der Gewandstoffe.
Netsuke (spr. netske), in Japan kleine Schnitzwerke
ius Holz, Elfenbein ec. zum Befestigen einer Schnuͤr, an
»er bes. das Tabaksbesteck und die Tabaksdose am Guͤrtel
‚üngt. — Val. A. Brockhans (1905).
Nette, l. Nebenfluß des Rheins im preuß. Reg.⸗Bez.
doblenz, mündet nach 45 Km gegenüber Neuwied.
Nettelbeck, Joachim, preuß. Patriot, geb. 20. Sept.
738 zu Kolberg, Seemann, seit 1782 Brauntweinbrenner
ind Bürgerrepräsentant in Kolberg, hochverdient durch
eine aufopfernde Tätigkeit während der Belagerung der
Stadt durch die Franzosen (1807), gest. 29, Jan. 1824.
Selbstbiogr. (3 Bde., 1821 28 u. ö.).
Nettesheim, Agrippa von, s. Appn von Nettesheim.
Retto (ital.‚ „rein“) heißt das Gewicht GRettogewicht)
iner Ware ohne Umhüllung (Sack, Faß, Kiste ꝛc.).
dettveinnahme, die Einnahme vach Abzug der Unkosten.
dettopreis, der Preis, von dem kein Abzug gewährt wird.
dettoprodukt, Nettoertrag. s. v. w. Reinertrag. (S, Brutto.)
Nettnuo, Hafenstadt in der ital. Pronv. Rom, am
yrrhen, Meer, (1901) 5500 63. Verlz
Nétz (Oméntum), in der Anatomie die Verlängeruug
es die Unkerleibscingeweide überziehenden Bauchfsells. Das
roßfe N. hängt wie ein Vorhang zwischen den Bauchwäns
en und den dunnen Gedärmen bis zum Becken herab, wäh—
end das kleine N. von der obern Seite des Magens nach
juüten zur untern Fläche der Leher geht. Dasselbe um—
hließt 'eine kleine Höhle, die durch eine euge Offnung
Winslowsches Loch) mit der Bauchhöhle in Verbindung
eht. Netzbrüche (Herniae omentales) sind Eingeweide
ruche, deren Inhalt aus N. besteht.
Retz, in der Kartographie (s. d.) die mathem. Grund⸗
age der Karte und gleichbedeutend mit dem Grad⸗N. oder
Her Projektion. Die Gesamtdarstellung der Wasserldufe
ennt man Fluß-N., die der Verkehrswege Straßeu⸗N. ꝛtc.
die — (. beruht fuf dem Dreiccks-N.
Netzauge, s. Auge (der Tierxe).
Iszen — Notec, r. Nebeufluß der Warthe im prenß.
deg.⸗Bez. ne entfließt dem Skorzenciner See, er⸗
zält aus dem Goplosee die Montwey als r. Zufluß, wird bei
sakel schiffbar, durchfließt den größtenteils urbar gemachten
netzebruch, mündet nach 340 Km oberhalb Landsberg.
Netzedistrikt, 172 1807 Name des durch die erste
keilung Polens außer Westpreußen an Preußen gekom—
nenen Teils von Polen, gehört zu den preuß. Reg.-Bez.
NRarienwerder und Bromberg.
Netzischerei, der Fischfang mit Netzen im Gegensatze
ar Augel- oder Leinenfischerei; Arten der Netze: dienfen
der Setzgarne, Zugnetze, Treibunetze.
Netzflügler, Gitterflügler, VBolde (Neuroptéra), Ord⸗
iung der Insekten, mit gleichartigen, häutigen, netförmig
aderten Vorder- und Hinterflügeln, beißeuden Mund—