Nibelungenvers, stumpf ausgehende Langzeile, die
durch Zäsur in zwei Kurzzeilen geteilt wird, deren zweite
stets drei Hebungen hat.
Nibu (d. i. zwei Bu), ältere japan. Münze aus Silber
nit Gold verseyt, etwa — 4,So-M, seit 1866 nur — 2,20
eit 1868 -71 noch mehr entwertet;
Nicäa, alte Stadt in Bithynien, 1206261 durch
Theodor Laskaris Sitz eines griech. Kaisertums, seit 1336
türkisch (Jsuit). Das erste Konzil zu N. (325) entschied
durch das Nicänische Glaubensbekenntuis den Arianischen
Streit (s. Arianer), das zweite Konzil zu N. (787) sauk⸗
ionierte die Bilderverchrung.
Nicäa, der alte Name von Nizza.
Nicandra physaloides T., Giftbeere, nordamerik.
Solangzee mit giftigen Früchten; Zierpflanze.
Nicänisches Glaubensbekenntnis, Nicänisches
Symbol (Nicaenum), s. Symbolische Bücher.
Nicaragua, Republik in Zentralamerika sKarte:
Nordamerita II. 128340 qkm, 428310 E. (überwiegend
 Mischlinge [Mestizen, Ladinos])), im SW. Ebene mit
dem Managua- und Nicaragnasee, sonst gebirgig, vnlkan—
Coseguina) und waldreich;
Flüsse Rio Coco uud Rio Grande.
Klima, außer im O., gesund;
Boden sehr fruchtbar, Kaffeeund
 Bananenkultur; bedeutende
Viehzucht; Gold- und Silber—
zruben; Handel s. Beilage:
Nordamerika; Eisenbahnen
1904) 276 Km; Telegraphen
Drahtlänge) 46600 km. Der
Kongreß besteht aus 24 auf
zier Jahre gewählten Mitgliedern, der Präsident wird auf
zier Jahre gewählt. Einnahmen 1803: 8,82 Mill., Aus—
gaben 12,52 Mill. (Papier-)Pesos. Einteilung in 12 De—
»artamentos und 3 Comarcas (Landschaften); Hauptstadt
Managua; 2 Universitäten. Jeder Nicaraguaner vom 17.
dis 55. Jahre dienstpflichtig. Aktive Dienstzeit (seit 1904)
in Jahr. Heer 1904: 4000, im Kriege 40000 Mann;
Flotte 8 kleine Dampfer (je 2 auf dem Managua-, Gra
nadasee, am Stillen und Atlant. Ozean). Wappen: fünf
Felsenberge in Blau, rechts oben eine goldene Sonne, hin—
ler den Bergen ein Freiheitspfahl [Abb. 1248]; Landesarben:
 Blau-Weiß-Blau JcTafel: Flaggen]. — N.
wurde 1502 durch Kolumbus, 18321 durch Davila entdeckt,
zehörte bis 1821 zu Span.-Guatemala, war 1823—89
Mitglied des Bundes der Ver. Staaten von Zentral—
amerita, seitdem durch fortwährende Bürgerkriege, Strei—
tigkeiten mit den Engläudern wegen der Moskitoküste (erst
1895 beigelegt), sowie mit Costa Rica und Honduras in
Anspruch genommen; 1897—98 Versuche, einen zentral—
imerik. Staat zu bilden. — Vgl. Niederlein (engl. 1888).
Nicaraguakanal, Schiffährtskanal, der in Konkurrenz
mit dem Panamakanal den Atlant. mit dem Stillen Ozeau
»erbinden sollte, Febr. 1889 von Nicaragua und Costa
Rica der Maritime Canal Company übertragen, welche aber
zdie übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllen konnte,
jo daß ihre Konzession am 1. Aug. 1800 erlosch.
Nicaraguasfeée, See in Nicaragua, 8300 qkm, fließt
urch den San JZuan in das Karib. Meer ab.
Nicastro, Stadt in der ital. Prov. Catanzaro, (1901)
Niccolo, Komponist, s. Isouard. [17524 E.
Nice (pr. nihß), franz. Name von Nizzäaäa.
Nicephorus EGritephoros), drei byzant. Kaiser, s.
Byzantinisches Reich.
Nicholson (spr.nicköls'n), l. Nebenfluß des westl. Mün—
dungsarmes des Albertflusses (Gregoryflusses) in Queens—
aud; auch Name der letzten Strecke des Unterlaufs des—
Nicholsonblan, s. Änilinblau. sselbeu.
Nichterfüllung von Lieferungspertrüäügen, s.
Vertragsbruch.
Nichteuklidische Geometrie, diejenige Geometrie,
die sich ohne die füͤnfte Eutlidische Forderung (sog. Pa—
allelenaxiom: zwei Gerade, die von einer dritten so ge⸗—
chnitten werden, daß die Summe der innern Winkel klei—
ier als zwei Rechte ist, schneiden sich) widerspruchsfrei
zufbauen läßt. — Vgl. Lobatschewstij (deutsch 1902).
Nichtigkeitsbeschwerde, Rechtsmittel zur Besei—
igung eines als nichtig, d. h. gegen das Recht verstoßend.

549. NRicaraaua.

267

Nic

ingefochtenen Urteils, im heutigen deutschen Prozeß durch
ie Revision und die Wiederauftahme des Verfahrens ver⸗
reten; letztere kann im Zivilprozeß durch die Nichtigkeitslage
 gefordert werden, wenn das Gericht micht vorscnftsäßig
 besetzt war ꝛc.
Nichtleiter, s. Leiter und Isolieren.
Nichtmetalle, s. Metallvide. ssalbe.
Nichts, weißes, Zinkoryd; weiße Nichtssalbe, Zint
Nictas (Nitias), athen. Staatsmann und Feldherr,
hloß 421 den nach ihm benannten Frieden mit Spärta,
and bei der Expedition gegen Syrakus 4430 Ehr. seinen Tod.
Nickel schem. Zeichen Fi), Metall, gediegen nur im Me—
eoreisen, sonst an Arsen, Schwefel und Kieselstture gebun—
nen, meist mit Kobalt im Kupfer-⸗N., Nickelglanz, Nickel- oder
Zaarkies, ferner in Magnet, Schwefel- und Kupfertiesen ec.
Die Gewinnung erfolgtentweder auf trodnen Wege, indem
»as N. ähnlich wie Kupfer in einem Stein oder einer Speise
angereichert, dann totgeröstet und reduziert wird, oder auf
rassen Wege durch Fällung des Hydroxyds. N. ist filber
veiß mit schwach gelblichem Stich, zienilich hart, streng⸗
rüssig, schnulzt bei 13000 ist sehr dehnbar und politurfähig;
pez. Gewicht 8,0, Atomgewicht b8 . Es wird maguetisch ist
uftbeständig und läßt sich in reinem Zustande und bei Luft⸗
abschluß schweißen. Reines N. wird als Ersatz von Silber und
Zinn für Drühte und Kochgefüße verwendet, da es von Speisen
und Getränken kaum veruͤndert wird, ferner zum galvanischen
Vernickeln und Plattieren von Eisen und Stahl, zu nicht
rostenden Magneten und Magnetnadeln, Sauphverwen
zung in Legierungen: N.-Kupfer für die harten und sehr be—
tändigen Nickelmünzen (s. d.), RKupfer-dink (Neufilber,
Argeutan, Packfong, versilhert Alfenide und Christofte);
dupfer⸗N.Antimon ist Suhler Weißtupfer; Kupfer- RMa
Mangan, neusilberähnlich, für technische Zwecke Autifrik⸗
ionsmetall); Kupfer-NeZinn (Arguzoid) zu Kunstguß—
varen; N.-Kupfer-Zink-Zinn (weiße Nickelbronze), wider⸗
tandsfähiger als Messing, zu physik.-mediz. und musikal.
zustrumenten; 3 Proz. N. machen den Stahl härter, züher und
estündiger gegen Luft und Wasser Mickelstahl, Meteorstahth.
o daß er zu Panzerplatten, Geschützen, Schraubenwellen
. v. a. verwendet werden kann. N. wird von Schwefel⸗
ind Salzsäure schwer, von Salpetersäure leicht zu grünen
dickeloxydulsalzen gelöst. Fein verteilt verbindet es sich
nit Kohlenoryd zu flüssigem, leicht flüchtigem Nickelkarbo⸗
iyl. In den meisten Verbindungen, ist das N. zweiwertig
Nickeloverbindungen, ähnlich den Kobaltoverbiudungenß,
ie wasserfreien Salze sind gelb. Nickeloxydul, graugruůͤncs
bulver; Rickelhydroxydul Gickelorvduthydrat), apfelgruner
siederschlag aus den Salzen durch Allalien. Nickeloxyd
ind Nickelhydrorxyd, schwarz, entstehen aus Nickelsalzen durch
Orydatiousmittel; Nickeloryde benutzt man in der Glasfab⸗
itation und Porzellanmalerei. Nickelchlorür Chloruickel),
zrüne Prismenz Nickelsulfat (schwefelsaures N. Nickelitrios),
 grüne Prismen, gibt mit Ammoniumsulfat tief⸗
laues, wasserlösliches Nickelgmmonsulfat, dient zum gai—
»auischen Vernickeln, zum Schwarzfüärben von Zink und
Messing. Nickelphosphat (phosphorfaures N.), gelber Nie⸗
erschlag, als Nickelgeib in der Malerei und beini Tapeten⸗
ruck verwandt. Nickelcyanuͤr, grünlicher Niederschlag löst
ich in überschüssigem Cyankalium. Schwefet⸗N. (MNickel⸗
uifür, Nickelsulfid) fällt aus Nickelsalzlösungen durch
-chwefelalkalien als amorpher schwarzer Niederschlag, in
erdünnten Säuren unlöslich; minerglisch in Nickelerzen.
Bgal. Borchers („Elektrometallurgie des N.“, 1908).
Nickelantimonkies, Antintonnickelglanz, Unnian⸗
rtit, xeguläres, bleigraues, schwärzlich oder bunt aulaufen⸗
des Mineral aus Rickel, Antimon und Schwefel.
Nickelarsenkies, Nickelglanz, Arsennickelglanz, Gers—
»orffit, regulüres, silberweißes, graulichschwarz anlaufendes,
prödes Mineral, besteht aus Nickel, Arsen und Schwefel,
vird auf Nickel verarbeitet.
Nickelblüte, Nickelocker, Annabergit, apfelgrünes bis
zrünlichweißes Mineral, in monoklinen, kurz haarförmigen
cristallen vorkommend, besteht aus Nickelorid, Arfenfäͤure
ind Wasser, bildet meift Effloreszenzen auf Nickelliefen;
ient zur Gewinnung des Nickels.
Nickelbronze, Nickelchlorür, Nickelcyanür,
zickelgelb, s. Nickel.
Nickelglanz, Bezeichnung für Nickelerze, die teils
im Nickelarsenties, teils zum Rickelantimoönties gehören.