Niederdeuntsche Literatur, bis Mitte des 16. Jahrh.
elöständiger Zweig der deutschen Literatur, aus alter
zeit (8. Jahrhe) nur der Heliand (s. d.) nebst der Ge⸗—
sesis von Bedentung, aus der mittelniederdeutschen (seit
bein 13. Jahrh.) die Gandersheimer Reimchronik des
Priesters CTberhard und der Sachsenspiegel (s. d.) Eike
bon Repgows, eine sächs. Weltchronik, Rechtsbucher, Lehr⸗
jedichte und Tierfabeln („Reincke de Vos“), Volkslieder,
Zoltbromane (, Eulenspiegel“), Fastnachtspiele, geistl.
Dichtungen (Allegorien, Legenden, Schauspiele, Predigten)
and Ubertragungen höchdeutscher oder niederländ. Werke
zu nennen. Seit Ende des 16. Jahrh. wird das Nieder⸗
zeutsche fast nur noch für komische Werke, als Dialekt
ebraucht, erst seit Ende des 18. Jahrh. wieder für be—
utendere und auch zum Teil ernstere Werke (von J. H.
Boß, Barmann, J. H. Darid, Klaus Groth, Reuter, J.
Briuckman, J. Meyer, J. Mähl, E. Hoefer, A. Brandt,
A. Freudeunthal u. ir
NRiederdouro, s. Baixo Douro.
niederdruckmaschine, s. Dampfmaschine.
Riedere Chirurgie, s. Kleine Chirurgie.
Niedere Frauen, s. Klarissinuen.
Niederelfaß, Unterelsaß, s. Elsaß.
Niedere Tatra, Gebirge, s. Hohe Tatra.
Niedere Tiere, s. Wirbellose Tiere.
Riederfraänkisch, Gruppe der deutschen Mundarten,
das Bergisch, Ipan Geidersch, Holländisch, Zeeuwsch,
tBrabantisch und Flämisch umfassend.
Niederguinea, Südgninen, s. Gninea.
Riederhaslach, Dorf im Unterelsaß, an der Hasel,
1800) 825 E. ehemal. Benediktinerabtei (7. Jahrh.), Schloß⸗
uinen (Nideck, Ringelsberg ꝛc.).
Niederhaftlauz, Dorfin der sächs, Kreish. Zwickau, an
der Zwickauer Mulde, (18905) 5905 E.,
Niederhessen, ehemal. nördlichste Provinz des Kurfür⸗—
HeheneVeseh jetzt zur preuß. Prov. Hessen-Nassau
gehörig.
Niederingelheim, Flecken in der hess. Prov. Rhein—
effen, (1805) 3705 E.; Reste einer Pfalz Karls des Gr.
Niederjagd, niedere Jagd, s. Hohe Jagd.
Riederkalifornien, Halbinsel, s. Baja California.
Niederkirchliche Partei, s. Auglikanische Kirche.
Riederkunnersdorf, Dorf in der sächs. Kreish.
Zauten, (1900) 1880 E. Leinenz, Baumwollweberei.
Niederlage, s. Entrepot. —
Riederlahnstein, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Wies-»aden,
 an der Mundung der Lahn in den Rhein, (1805)
4350 E., Amtsgericht.
Niederlande Gederland), Königreich der N. oder Hol—
ijand sKarten: Riederlande, Belgien und Lurem-—
burg J und II], ohne den Zuidersee und die Watten
l5250 qkmn] und den niederländ. Anteil am Dollart [96,0
qIkm] 33 000 qkm, (1904)
3508 659 E. fast nur Tief⸗
and, Fortsetzung der großen
deutschen Ebene; Nordsee—
Meerbusen: Zuidersee, Dol⸗
art und Lauwerzee; Flüsse:
Rhein, Maas und Schelde;
Haarlemer Meer, früher
Landsee, 1848 53 trocken⸗
gelegt; wegen der häufigen
uͤberschwemmungen sind
ahlreiche Deiche zum Schutze
zegen das Meer an den
Stellen, wo die Dünenreihe
anterbrochen ist, angelegt. Die Einwohuer Miederlünder.
Holländer; Karte: Deutschtum 1), sind german. Ab⸗
unft: Franten, Sachsen, Friesen; Protestanten —
ta. 3,. Mill., meist reformiert, der Allgemeinen Synode
anterstehend, Katholiken 1,8, mit fünf Dizesen, dem Erz⸗
distum Utrecht und den Bistümern Haarlem, Herzogen—
ousch, Breda und Roermond. [:. auch die Beilagen: Be—
dölkerung, Auswanderung, Eurvpa (Großstädte)
und —— und GewerbestatistikJ.
Landwirtschaft ausgebildet; von Bedeutung die Blumen—
wiebelzucht, noch mehr die Viehzucht; bedeutend auch der
Fischreichtum. [S. auch Beilage: Getreide.] Holz und
aohlen sehlen, dafüt Torfbau' Wichtige Zweige der In—

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Nie

ustrie: Segeltuch- und Tauwerkfabrikation, Tuch- und
Zaumwollmannfaktur, Lederindustrie, Fabrikation von Por⸗
ellan, Fayence und Tonpfeifen; Branntweinbreunereien
Wacholder und Genever), Brauereien, Tabak-, Stearin—
exzen-, Zucker- und Kataofabriken. Blühender Haudel
Beilagen: Europa und Handel nuud Handels—
ngarine], bes. Seehandel, nterstützt durch die 1822 ge⸗
tiftete kͤnigl. Niederländ. Handelsgesellschaft, die Deli—
ind Billitongesellschaften u. a. Karten: Handel, In—
Rustrie und Landwirtschaft Duu. II. Schiffsvertkehr
1804) eingelaufen 11430 Schiffe mit 29 Mill ehmn, aus—
elaufen 8600 Schiffe mit 17,* Mill hm. Förderung des
Binnenverkehrs durch die schiffbaren Flüffe (1970 Kkm), ans⸗
edehntes Kanalnetz (2511 *M) und die Eisrubahnen (1005:
987 «km; zum größten Teil von der Gesellschaft für den
setrieb von Staatseisenbahnen und der Holläud Eisen—
ahngesellschaft betrieben Is. auch Beilage; Eisenbah—
nen]); Staatstelegraphen (1904) 6912 Am.
Verfafsung von 1815, revidiert zuletzt 1806; erbliche kon—
titutionelle Monarchie, zwei Kammern, Zweite aus 100
irekt durch die Wähler, Erste aus 51 durch die Provinzial—
taaten gewählten Mitgliedern bestehend; verantwortliche
Ninister, Staatsrat, Oberster Gerichtshof (Rooge Raad),
Obermilitärgerichtshof. Einteilung in 11 von einem königl
dommissar und Provinzialstaaten verwaltete Propinzen.
riuanzen: Budget 1906: Einnahmen ca. 170,23 Mill Aus—
jaben ca. 181,87 Mill. hollännd. Gulden ss. auch Beilage:
rinanzen]; Münzeinheit der Gulden — . un—
erricht zum großen Tell privat; Polytechnikum zu Delft,
andw. Akademie in Wageningen, 8 Reichsnniversitäten
Leiden, Utrecht, Groningen), Universität der Genmeilide in
Umsterdam, sog. Freie Universität in Amsterdant, Reichsunstakademie
 (Amsterdam), Militärakademie (Breda) —
Vappen: Gekroͤnter goldener Löwe mit Schwert und Pfeil—
»ündel im blauen, mit goldenen Schindeln bestreuten Felde
Abb. 1250); Landesfarben: Rot, Weiß, Blau sTafelh:
zhaggen]. — Orden: Militär. Wilhelmsorden, Orden
om —E— Löwen, Orden von Oranien-Nässau. —
deerwesen. Die Landmacht besteht aus dem stehenden Heer
etwa 17500 Freiwillige und 17000 Ausgehobene Mi⸗
izen)), der Laudwehr und dem Landsturm. Dienstzeit im
Zeer 8, in der Marine 5 Jahre, davon 12 uund 4 Mo—
sate bei der Fahne (Ausgehobene); Reserveübungen 12 Wo⸗
hen. Berittene dienen 18 Monate und üben 6 Wocheu.
Im Frieden bestehen: 4 Divisionen mit 12 Infanteriecregi—
nentern (48 Bataillonen), 4 Kavallerie⸗ ¶ Husarene NRegi⸗
nentern (17 Eskadrous), 4 Feldartillerieregimentern (24
ahrende Batterien) und'4K Trainabteilnngen; 4 Korps reis
ende Artillerie (2 Batterien, 2Iustruktionsbatterie), 4 Fe⸗
tungsartillerieregimentern (40 Kompanien * Abteilung
hangerfottartisletie (4 Kompanien, 1Vehrkompanie);
Pontonier⸗ 1 Torpedokorps (je 2 Kompanien), 1 Ge—
nieregiment, 1 Eisenbahn-, 1 Telegraphenabteilung ie
Kompanien) ꝛc. Friedenbstand 18053 1836 Offiziere,
32714 MRann, 5691 Pferde, an Reservekaders 2468 Offi—
iere und 38562 Mann. Die Jufanterie ist mit denr 6
n-Mannlichergewehr MOb bewaffuet, die Feldartillerie
ührt 7,8 omKruppsche Rohrrückl aufgeschütze mit Schutz⸗
schilden. — Die Flotte zählt (1905) 16 gepanzerte oder
zeschützte Schiffe, 13 Panzermonitore,5 Panzerflußkauonen⸗
hovie, 18 Kanonenboote, 44 Torpedoboote. Die Festun⸗
gen des Landes sind durch das Gesetz von 1874 meist be—
seitigt. Die Festigkeit der nach Osten gerichteten Haupte
linie, die 9 Meilcu lange „Neue Holländ. Waseerlinie“,
deruht hauptsächlich auf der für den Kriegsfall vorbereiteten
Wberschwemmung; die schwachen Punkte werden außerdem
zurch Forts verkeidigt. Als letzte Zuflucht dient die große
ragerfestung Amsterdam, welche die gesamte Armee auf⸗
ehmen kann. Küstenbefestigungen bestehen bei Helder, der
zinfahrt in den Zuidersee, am Zugang nach Amsterdam,
dem Eingang des Nordseckanals, und an der Maaseinfahrt.
Wichtig der Kolonialbesitz in Ost- und Westindien sowie
Züdamerika und Ozeanien mit zusammen ca.? 046 000 4km,
1804) 37879 000 E. [S. auch die Beilagen und Karten:
Asien, Nordamerika, Südamerika und Austra-—
ien und Ozeaniecn.]
Geschichte. Zu Cäsars Zeiten waren die N, von den
serman. Stämmen der Bataver, Kaninefaten, Friesen e.
ewohnt, später gehörten sie zum Frankenreich, nach dessen