Zweigen der Malerei erfolgte im 18. Jahrh. eine Periode
meist schwacher Rachahmung, bis im 18. Jahrh. die belg.
Meister Biefver Gallait, Rve Keyfer, deys, Waͤppers u. 9.
der Malerei, bes. der Historienmalerei einen neuen Aufschwung
 gaben. Gegen Ende des 18. Jahrh. hat sich auch
die niederländ. Malerei nicht der von Frankreich ausge—
Jangenen impressionistischen Auffassungs- und Malweise
entziehen können. — Bgl. Galland, „Geschichte der holländ.
Baukunst und Bildnerti“ (1880); Hymans „Belg. Kunst
des 19. Jahrh.“ (1906); Michiels, „FHistoire de la
peinture Pamande“ (2. Aufl., 9 Bde., 1865 — 74);
Lrowe und Cavalcaselle, „Geschichte der altniederländ.
Palerei“ (deutsch 1875); Bode, „Studien zur Geschichte
der hotländ. Malerei“ (1883); Philippi, „Die Blüte der
Malerei in Belgien und Holland“ (2 Bde., 1900-1);
A. von Wurzbach, „Niederländ. Künstlerlexikon“ (1904 fg9).
Niederländische Sprache und Literatur. die
riederländ. Sprache ist aus den Mundarten der in den
Niederlanden seit dem 6. Jahrh. wohnenden german.
Bölterschaften (Franken, Sachsen, Friesen) hervorgegan—
gen. Das Altniederländische ist dem Altsächsischen (im
Heliand“) am nächsten verwandt; der Übergang ins
Mittelniederländische (seit dem 12. Jahrh.) ist' dem des
Althochdeutschen ins Mittelhochdentsche analog; ältestes
Denkmal eine Keure (Verotdnung) der Stadt Brüssel
von 1229. Das Reumniederländische (Holläündische), neben
den gegenwärtig im NO. das Friesische (s. Friesen), in
Flaudern und Südbrabant die Flämische Sprache (s. d.)
is Dialekt gesprochen wird, hat sich feit Ende des 16.
Jahrh. ausgebildet. Die jetzi gültige Orthographie ward
nach dent System von Siegenbeek (1804), bes. durch den
Unterrichtsminister van der Palm (17589 1806) festgesetzt.
Vrammatiken von Weiland (1805), Brill (1852 u. öl),
dummier (1898) u. a.; des Mittelniederländischen von
Frauk (1883), von Helten (1887); Wörterbücher von
Weiland (11 Bde., 1789 -1811), de Vries und te Winkel
Feit 1884), Dale-Oprel (1897 fg.), etymologische von
Franck (1882) und Vercouillie (14881). — Vgl. ke Winkel,
„Geschichte der N. S.“ (2. Aufl. 1888).
Die Nationalliteratur der Niederlande hat keine uni—
»ersalgeschichtliche Bedeutung erreicht. Die höfischen, dem
tarolingischen, brit., byzant. und klassischen Sagenkreise
angehörenden Epopöen, erst aus dem Anfang des 13. Jahrh.
stammend und als übersetzungen meist von geringerm
dichterischen. Wert „„Roman vVan Lancelot““, „Floris
en Blancefloer“ 2c.), werden dutch die der Tiersage an—⸗
gehörende Volksdichtung „Reinaeit“ (s. Reiunete Vos)
weit übertroffen, Ende des 18. Jahrh. aber von einer aus
iat. Quellen schöpfenden didaktischen Dichtungsart (Reim—
hronikeu, Lehrgedichte, Legenden), deren Hauptvertreter
Maerlant (s. di) und (im“ 14. Jahrh.) Boendale („Der
Leken spieghel“, 1325— 30) sind, verdrängt. An ihre
Stelle traten seit Mitte des 14. Jahrh. kürzere, von den
Wanderdichtern, den sog. Sprekers (Hildegaersberch um
13580 1400), gepflegte Spruͤchgedichte. Dieselben fanden
durch den bedeutendsten Dichter des 15. Jahrh., Dirc
Potter („Der Minven Loep“), auch Eingang in die
höfischen Kreise, welche sich damals mit dem Bürgerstande
in den Kammern (poet. Vereine) der Rederijker zur Ver—
folgung gemeinsamer literar. Zwecke durch uͤbungen und
Vorträge und zur Aufführung von Schauspielen ver—
danden. Die bedeutendste war die zu Amsterdam; ihre
itguiedcr Marnix, Coornhert, Visscher, Spieghel, Vertreter
des Klassizismus, um die Hebung der Schriftsprache durch
amnmae Schriften und Aufstellung von prosaischen
und poet. Mustern verdient, wurden noch übertroffen durch
)ie drei originellsten niederlünd. Dichter Hooft (1681 —
1647, Liebesgedichte, auch meisterhafte Prosa), Vondel
1587 —16789, unubertroffen in Drama, Satire und Lyrit)
und Huyghens (1586— 1686, lyrische, didaktische, satir.
Bedichte) welche den Höhepunkt der niederländ. Literatur
ezeichnen. Neben ihnen gewaun noch Coster mit satir.
ntikirchlichen Dramen, Cats (1577 —1660) als populärer
Schriftsteller („Uet boek van Vvader Cats“) und Bre—
dero (19851618) als Begründer des niederländ. Lust⸗
piels Bedeutung. Seit Eude des 17. Jahrh,. sank die
Aüteratur, am tiefsten seit dem überhandnehmen des franz.
Sinflusses, von dem fich nur wenig talentpolle Munner
Poot, Broekhuisen, Laugendiik) freizuhalten suchten.

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Nie

erst Eude des 18. Jahrh. trat bes. durch die Beschäfti⸗
jung mit der deutschen und engl. Literatur eine Besse⸗
ung ein, angebahnt durch die Schöpferin des Romans,
lisabeth Wolff und Agathe Delen, und die Dichter
Ilphen Bellamy und Faͤth! fortgeseht durch Bilderdiit,
ie Lyriker Helmers, Tollens, Loots, da Costa, Potgieter,
oosjes (auch Dramatiker), Staring enon den
didaktiker Kiücker u. a unsß vollendet durch van Lennep,
velcher die Romantik einführte und durch seine poet.
aterländischen Sagen-und Geschichtserzählungen den
alschen frauz. Klassizismus zurückdrüngte; ihm folgten Bo—
aers, ten Haar, Beets; im Roman Oltmans (van den
zage), de Bosboom-Toussaint, Opzoomer (Wallis) u. a.
sdeüue Bahnen wandelten etwa seit 1880 Heldue (Lapi—
oth)⸗ Swarth, J. Perk, Gorter, Prins, Aib. Thijm,
Louperns, Streuwels, Netscher u a.
Weit bedeutender und von allgemeinem Einfluß war
ꝛRie wissenschaftliche Literatur der Niederländer, welche
ich schon früh in den Kloster und Domschulen zu Utrecht,
ꝛüttich, Mecheln, Doornik ꝛc. entwickelte und besonders
urch die von Groote gestiftete Brüderschaft des gemein—
amen Lebens gefördert wurde; am frühesien und eifrig⸗
ten die Philologie und Altertumswissenfschaft durch Agri⸗
ola, Erxasmus, Lipsius, Scaliger, Grotius, Vossius, die
eiden Heinsius, Gronovius, Gravius, Burmann, Draken—
orch, Wesseling, Hemsterhuis, Ruhnken, Valckenaar nud
Vyttenbach; durch die jüngern: Heusde, Lennep, Peerl—
amp, Cobet, Herwerden u. a.; die Philosophie durch
descartes, Spiuoza und Bayle, in neuerer Zeit durch
PRpzvomer. Um die Mathematik und die verwandten
Bissenschaften erwarben sich hohe Verdienste: Ludolf van
deulen, Snell, Stevin, Huyghens, Jansen, Kaiser, Oude—
nans, Camper u. a.; unt die Anatomie Vesalius, um die
Nedizin Boerhave; als Juristen: Grotius, der Begründer
es Natur-, Staats und Völterrechts, in neucecer Zeit
horbecke; als Historiker: Hooft, Grotins, Emmius, Stijl,
Zakhuizen van den Brink, Fruin, de Jonge, Mpey (Kirchen⸗
aistoriker), als Geographen: Mercator, Ortelius und die
ramilie Blaeu. Außerdem wurde die niederländ. Wissen—
chaft und Literatur gefördert durch die Drucker- und Ver⸗
egerfamilien Plantin, Elzevier und Luchtmans. — Lite⸗
aturgeschichten von van Kampen (1821 -26), Siegen⸗
eek (1826), Jonckbloet (4. Aufl., 6 Bde., 1806 fg.), ten
Sriut (4806); vgl. ferner die Werke von Schneider (1887)
ind Hellwald (niederlünd. Theater, 1874).
Niederländisch⸗GBunyana, s. Guayang.
Niederlan disch⸗Ostindien, Niederlündisch·Indien,
Zesitzungen des Königreichs der Niederlande im Malgiischen
lrchipel Karten: Arne und Australign und Ozea⸗
ien IJ, wichtigste europ. Kolonie neben Brit.Ostindien,
ie Inseln Sumatra, Java und Madura, Celebes, Borneo
zum Teil), Banka, die Kleinen Sundainseln (außer Ost⸗
imor [Portug.-⸗Timor]), die Molukken, sowie kleinere
debeninseln umfassend, dazugehörig auch der westl. Teil von
senguinea (Niederländ.Neüguinea), zusammen 1815417
km, (1800) 37734000 E. (darunter 531000 Chinesen,
5 883 Europäer; die Eingeborenen Malaien und Papua).
handel s. Beilage: Asien; Eisenbahnen s. Beilage: Ei sen⸗
sahnen; Stgatstelegraphenlinien (1903) 11 691 Xm.
UInter einem Generalgouderneur (Residengen Buitenzorg
ind Batavia), ihm zur Seite der Rat von Indien. [S
nch Beilagen: GEntdeckungsreifen und Kolonien.]
— Vgl. van der Lith und Spaan (niederländ. 1805 fg.),
xchuiling, „Nederlands Koloniön“ (1808), Ver (nieder⸗
iud. 1800), Zimmermann (1908).
Niederländisch-Ozeanien, s. v. w. Niederländischuquinea
 (s. Veuguinea). llage: Nordamerita.
NRiederlandisch⸗Westindien, p Antillen und Bei—
ederonee s. Lausitz.
Niederle, Lubor, ssaw. Altertumsforscher, geb. 20. Sept.
865 in Klattau, Prof. an der tschech. Unibeisitat in Prag;
chrieb (tschech.)“ „Zur Anthropologie Bohmens“ Isoöh
84), „über den Ursprung der Slawen“ (1887), „Slaw.
Atertümer“ (1902 fg.).
Niederlindewiefe, Dorf, s. Lindewiese.
diederloire, frang. Departement, s Loire (Depart.).
iederloßnitz, süchs. Dorf, s. dößniß
niederlungwitz, sachs. Dorf, s Oberlungwitz.
Niedermarsberg, preuß. Stadt, s. Marsbergq.