Handlerikon“ (2. Aufl. 1881), die Romane: „Katharina“
1873), „Bakchen und Thytfosträger“ (1882), „pieter
Maritz“ (1886 u. h.), „Eulen und Krebse“ (1888), Der
Agitator“ (1885), Niir ein Weib“ (1899), „Gerechtig⸗
teit“ (1900), „Der Weltkrieg“ (1809) u. a.
Niemanu-Raabe, s. Raabe, Hedwig.
Niemann⸗Seebach, s. Secbach, Marie.
Niembsch von Strehlenau, Nik., Dichter unter
dem Namen Nikolaus Lenau, geb. 13. Aug. 1802 zu
Csatad in Ungaru, bereiste 1832 Nordamerika, seit 1844
geisteskrank, gest. 22. Aug. 1880 in Oberdöbling bei
Wien; seine Iyrischen Gedichte (1832 u. 1838) durch seltenen
Wohllaut, tiefsinnige und schwermütige Naturbetrachtung
ausgezeichnet; größere Gedankendichtungen: „Faust“ (1835)
„Savonärola“ (1837), „Albigenser“ (1842),„Don Juan“
lim „Nachlaß“, 18351). — Vgl. Roustan (franz., 1899)
Castle (1902), Preuß (1802).
Niemegk, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Potsdam, nahe
der Plane, (1905) 2127 E.; Leinenweberei.
Niemen, in Rußland Njeman, in Ostpreußen Memel,
Fluß, entspringt im russ. Gouv. Minsk, ist von Grodno
au schiffbar, tritt bei Schmalleningken in preuß. Gebiet,
mündet in zwei Hauptarmen, Ruß und Gilge, in das
Kurische Haff, 207 kmlg., Flußgebiet 00548 qkm. Durch
den Friedrichsgraben mit dem Pegel verbunden. Auf deni
N. bei Tilsit im Juli 1807 Zusammenkunft Napoleons J
nit Alexauder J. und Friedrich Wilhelm III.
Niemes, Stadt in Böhmen, am Polzen, (1900) 602—
*. Allodherrschaft und Schloß des Grafen Hartig.
Niemeyer, Aug. Herm., theol. und pädagogische—
Schriftsteller, Vertreter des Rationalismus, geb. 1. Sept
1754 zu Halle, 1779 Prof. das. 1798 Direktor der Francke⸗
jschen Stiftungen, erlangte 1807 von König Jeröme dit
Wiederherstellung derselben wie der Halleschen Universität
1808 Kanzler der Universität, gest. 7. Juni 1828. „Aus
gewählte pädagogische Schriften“, hg. von Joh. Meyer
Bd. 1, 2. Aufi. 1894). — Bgl. Jacobs (1831). — Seir
Enkel Felix N., Mediziner, geb. 31. Dez 1820 in Magde—
burg, Prof. in Greifswald, 1860 in Tübingen, gest. das
14. März 1871; Hauptwerk: „Lehrbuch der speziellen Pa⸗
thologie und Therapie“ (11. Aufl. 1884). — Dessen Halb
bruder Paul N., geb. 9. März 1832 zu Magdeburg, 1878
Arzt in Berlin, gest. 25. Febr. 1880; schrieb: „Grundrif
der Perkussion und Auskultation“ (3. Aufl. 1885), „Physik
Diagnostit“ (1874), zahlreiche populäre mediz. Schriften
Nienburg. 19 R. an der Saale, Stadt in Anhalt
an der Mündung der Bode in die Saale, (1905) 3748 E
— 2) N. an der Weser, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez
Hannover, 10401 E., Amtsgericht, Pro- und Realaum—
nasium, Baugewerk-, Ackerbauschule.
Niendorf, Dorf im oldenburg. Fürstent. Lübeck, Gem
Ostratekau, an der Ostsee, (1900) 573 E., Seebad.
„Niepece (spr. niäpß), Jos. Nicephore, Erfinder de—
Chotographic, geb. 7. März 1765 zu Thalon-sur-Sadne
Offizier, verwaltete 176551801 den Bez. Nizza, beschäf—⸗
tigte sich seit 1811 in Chalon mit Lithographie, firierte
zuerst mit Erfolg die Bilder der Camere obscura; 1829
verband ex sich mit Daguerre (s. d.), gest. 5. Juli 1833 zu
Gras bei Chalon. — Sein Nefse Elaude Marie Francoie
N. de St.Victor, geb. 26. Juli 1805 zu Saint-CEyr, seit
1854 zweiter Kommandant des Louvre, gest. 56. April 187
zu Paris, um die Ausbildung der Photographie verdient
Nieren (Renes), die zwei den Harn absondernde:
bohnenförmigen Drilsen an der hintern Waund der Bauch;
höhle, zu beiden Seiten des ersten bis dritten Lendeü—
wirbels [Tafel: Eingeweide II, 728]. Sie haber
jede eine feste Haut Guerenkapsel) und sind mit lockerm,
settreichem Zelleugewebe (Rierenfert) umgeben. Man unter
scheidet eine Rinden oder Kortitatsubstanz und eine von
dieser umschlossenen Mark oder Medullarfubfianz. In ersterer
allen kleine Körner auf, die Malpighischen Körperchen oder
Hnäulchen, in denen feine Blutgefüße in einer dünnen Hüllt
liegen, die sich in einem Schlanche (Harntanälchen) fortsetzen.
Aus dem dichten Blutgefaßnetze sickert der Harn in die Harn⸗
vee durch die dünnen Wandungen beider hindurch
Die arksubstaͤnz besteht aus geraden Röhren der zu Bün—
deln vereiniglen Absonderungskanalchen, die sich gabel
örmig miteinander verbinden und in warzenfömigen Vor—
prüngen GRierenwarzen) endigen, aus deren Offnunge
Brockhaus' Fleines Konversations-Kerikon 5. Aufl 11

279

Nie

der Harn in kurze häutige Schläu e, die Nierenkelche,
träufelt; von —* F A J gemeinschaftliche
Nierenbecken. den Anfangsteil des Harnleiters, der zur
Harnblase führt. Zuweilen haben die N. nicht die ge⸗
wöhnliche Lage; auch können fie beweglich in der Bauch⸗
zöhle liegen Wander⸗NM.), oder sie stoßen in der Mittel—
inie des Körpers zusammen und sind zu einer sog. Huf⸗
isen N. verwachsen. Rierenkranthenen; die Brightsche
rantheit (s. d.); Nierenteutzündung, die gewöhnliche Ur⸗
ache des Nierenabszefsses; Nierenkelchentzündung (Pyeitis),
 ebenso wie Niereukolit, auf der Anwesenheit
oon Nierensteinen im Nierenbecken bernhend, Tuberkulose
der N., Erweiterung des Rierenbeckens (Hydronephrose)
ufolge gehinderten Harnabflusses, Amyloidentartung det
P. und Nierenkrebs Bei aulten Nierenkrankheiten muß
eine milde, reizlose Diät gewählt, sowie Erkältungen ver⸗
nieden werden. — Vgl. Rörig (1808), Senator (8 Auf,
902), Naumann (1802).
Nierenbaum, s. Madardium.
Nierenfleck (Théola betaiae [Tafel: Schmetter—
inge J, 11), oben schwarzbrauner Tagfalter, Vorder—
lügel des Weibchens mit großem, rotgelbem, nierenför—
migem Fleck, unten orangegelb mit dumlccert Querbinde;
Raupe auf Birken, Pflaumen, Schlehen.
Nierenschrumpfung, Brightsche Krankheit und
Nierenstein, J. Neyhrit. [Schrumpfniere.
Nierenzirrhofe, s. Schrumpfniere.
Nieritz, Gust, Volks- und Jugendschriftsteller, geb.
. Juli 1735 zu Dresden, 1841 81. Schuldirettor das.,
gest. 16. Febr. 1876; „Jugendbibliothek“ (1840 -65; neue
Ausg. 1876 f9.), „Jugendschriften“ (18180 30).
Niers (Geers) r. Nebenfluß der Maas, eutspringt im
reuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, mündet nach 120 kin unter⸗
nalb Genneppin der niederländ. Prov. Limburg.
Nierstein, Dorf in der hess. Prov. Rheinhessen, J. am
dhein, (1905) 4443 E.; Weinbau (Nierfteinery, nahebei
-zchwefelquelle Sirvng. —
Niese, Benedictus, Philolog und Geschichtschreiber,
jeb. 24. Nov. 1849 zu Burg auf Fehmarn, 1877 Prof.
u Marburg, 1881 in Breslau, 1885 wieder in Marburg;
chrieb: „Entwicklung der Homerischen Poesie“ ( 888)
Geschichte der griech, und mazedon. Staaten — (Bd. ĩ
3 1893 - 1903), „Grundriß der röm. Geschichte“ (2. Aufl.
1897) u. a, gab auch die Werke des Flavius Josephus
heraus (7 Bde. 18858- 06). —, Seine Schwesser Char⸗
otte N. Schriftstellerin, geb. 7. Juni 1854 in Burg auf
Fehmarn, lebt in Altonga; schrieb, zunz Teil unter deni
Namen Lucian Bürger, die Romane „Cajus Rungholt
Is86), „Auf der Heide“ (1898), Erzuͤhlungen, „Bilder
—* Stizzen aus Amerika“ (1881), „Aus dän. Zeit. Bil—
»)er und Stizzen“ (2. Aufl. 1897)
Niesen (Sternutatto), gewaltsames Ausatmen der
ruft durch die Nase mittels einer plötzlichen Zusammen—
ehung der Atmungsmuskeln von Bauch uind Bruͤst. Der
ieattet entsteht bei Reizung der Nasenschleimhaut durch
remde Körper, oder beim Katarrh durch angehäuften
Schleim und Tränenfeuchtigkeit, ferner indirett durch
Reizung der Augennasenunerven beim Sehen iu die Sonne;
mhaltendes N. Mieskrampf) ohne erkennbare Ursache stellt
ich zuweilen bei nervösen und hysterischen Personen ein.
Niesen, Berg im Berner Oberlande, in der Simmen⸗
ruppe der Freiburger Alpen, südl. vom Thuner See, 2866 m
RMesty. Herrnhuterko lonie im preuß. Reg.-Bez. Lieg⸗
uitz, (1805) 2218 E. Amtsgericht, Missionsschule, Lehrer⸗
eminar, Rädagogium, Erzichunasanstalten, Diokonisffen—
der Brüdergemeine.
aze n ususfruetus), das ding⸗
iche Recht auf die Ertrügnisse eiuer freniden Sache.
RNieswurz, s. Helieborus und Veratrum.
Niet, Nietvolzen, Nietnagel, Metallbolzen,
»er zum Herstellen einer festen Verbindung Gtie⸗
ten, Vernieten) zweier oder mehrerer übereinauder 1282
reifender Bleche oder flaher Stuͤbe dient, besteht vdehen
— überein⸗ et.
ander liegenden Löcher der zu verbindenden Teile ansfüllt,
dem Setzkopfe am einen Ende und dem aus dem ůberstehen⸗
den Schaftende durch Hämmern oder Pressen (mittels Niet⸗
naschinen oder Nietpressen) gebildeten Schließkopfe am
indern Ende. sAbb. 1252: Kesselniet: s Schaft, x Setzkopf.]