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Nietenzieher, ringförmiger Stempel zum Aufein—
anderpressen der Lochränder vor dem Bilden des Schließ
kopfes beim Nieten.
Nietleben, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Merseburg
1805) 4242 E., Provinzialirrenanstalt.
Nietmaschinen, Nietnagel, Nietpressen, s. Niet
Nietzsche, Friedrich, Philosoph, geb. 15. Ott. 1840
zu Röcken bei Lützen, 1868 Prof. iun Basel, 1879 pen—
süoniert, 1889 geisteskrauk, lebte dann in Naumburg, seit
1897 in Weimar, gest. das. 28. Aug. 1900. Anfänglich
Anhänger Schopenhauers und Wagners (,Geburt dei
Tragödie aus dem Geiste der Musik“, 1872), ging er
uach, einer Periode der Skepsis („Menschliches, Auüzu—
menschliches“, 187879) über zu einer entschiedenen Ver—
urteilung der bestehenden „dekadenten“ Moral des Chri
stentums und der Demokratie, der er die höhere Zukunfts
moral des übermenschentums gegenüberstellt in den Schrif—
ten „Also sprach Zarathustra“ (1483— 85), „Jenseits von
Gut und Böse“ (1886), „Zur Genealogie der Moral“
(1887); sein Hauptwerke„Die Umwertung aller Werte“
blieb unvollendet. Gesamtausg. seiner Werke (1895 fg.)
Biogr. von seiner Schwester Elisabeth Förster-Niehsche
(2 Bde. 18951904). — Bgl. Lichtenberger (deutsch 1899),
Riehl (3. Aufl. 1901), Ziegler (1900), Vaihinger (8. Aufl
1905), Richter (1903), Hollitscher (1904).
Nieuport (fläm. Nieuwpoort, spr. nihw-), Stadt in
der belg. Prov. Westflandern, an der Yser, nahe der
Nordsee, (1904) 3780 E.; hier 2. Juli 1600 Sieg des
Prinzen Moritz von Oranien über die Spanier unter Erz—
herzog Albrecht von Osterreich.
Nieuwediep (spr. nihwe), Hafen in der niederländ.
Prov. Rordholland, am Eingange zum Nordkanal, durch
eine Straße auf dem Helderdeiche mit Helder verbunden!
Nieuwe Waterweg (niederländ., spr. nihwe, d. i.
Reuer Wasserweg), kanalisierter Maasarm zwischen Rot—
terdam und der Rordsee.
Nieuwpoort, belg. Stadt, s. Nieuport.
Nieve penitente (span.), s. Penitentes.
Nievre (spr. nlähwr), Departement im iunern Frank—
reich, benannt nach dem Flusse N. (r. Zufluß der Loire
53 xmeIlg.), 6888 qkm, (1801) 323783 E.; Hauptor
Niewenhoven, belg. Stadt, s. Ninove. Nevers
Niflheint (d. i. Nebelwelt), in der nord. Mythologie
das dunkle und kalte Reich im äußersten Norden.
Nigella I., Schwarzkümumel, Pflauzeungattg. der Ra—
aunknlazeen, mit fein zerteilten Blättern. N. damasdens
I. (Braut in Haaren Gretel im Busch, Jungfer im Grünu,
Kapuzinerkraut) mit hellblauen Blüten; die Samen finder
in der Fabrikation von Fruchtäthern Verwendung, Zier—
pflauze; N. satixa T.. (genieiner Schwarzkümmel), in
Drient, Südeuropa heimisch.. —
Niger, nach dem Nil und Kongo der größte Strom
Afrikas sKarte: Afrika 11, im Oberlaufe Dscholiba
(Joliba) und Eghirren, im Ünterlgufe Kawarra, Quorra
genaunk, entspringt als Teubi in Oberguinea, fließt
zuerst nach NO., wird bei Bammako für Vampfer schiffbar,
 teilt sich bei Diafarabe in zwei Arme und umschließt
die 200 kin lange Insel Burgu, vereinigt sich wieder im
Debosee und erreicht in Kabarg, dem Hafen von Timhbuktu,
etwa den nördlichsten Punkt seines Laufs; nach den Strom⸗
schnellen von Burrum wendet er sich nach SSO. und fließt
zundichst in engem, klippenxeichem Laufe bis Gomba, daun
nach der Vereinigung mit vem Binue bei Lokodscha direkt
südlich und mündet in einem 25000 qkm großen Delto
(Hauptarme Sombrero, Braß, Nun, Forcado und Bonny) in
deu Meerbusen von Guinea; Stromlänge 4160 Km, Strom—
gebiet 2092 000 4km,; die Schiffbarkeit ist in den einzelnen
Monaten je nach dem Steigen und Fallen des Flusses ver—
schieden; Rebenflüsse: Tankisso, Gülbi-n-Sokoto, Kadung,
Binue. Durch die Nigerschiffahrtsakte von 1885 Schiff—
fahrtsfreiheit auf dem N. sS. Beilage: Entdeckungs—
reisen. — Bgl. Rohlfs (2 Bde., 1374); Viard, „Au
Bas-N.“ (1885); Toutte, „Dahome, N. Touareg“
(1897); Hourst, „Sur le N. éetc.“ (1898); Trotter, „Thé
N. sources ete.“ (1898).
Nigerdistrikte, s. v. w. Nigerküstenprotektorat (s. d.)
Nigeria, bestehend aus Nord⸗ (Ober⸗, Upper) und
Süd⸗ GMieder⸗, Lower) N. brit. Kronkolonie und Inter—
»ssensphäre am untern Niger ssarte: Afrika II, 866000

944 760) 4km, 22,4 (nach neuern Angaben 12,0) Mill.
5.; entstanden aus dem frühern Rigertuͤstenprotektorat
s. d) und den nördlich davon gelegenen Erwerbungeu
der Nigerkompanie (s. d); an der Küste flach und mi o⸗
rastig, dann ein breiter Olpalmenwaldgürtel, im Innern
reils fruchtbarer Ackerboden, teils öde Savanne, teils
wasserreiches Hügelgelände. Bevölkerung: mohamnied.
Fulbe (herrscher dd, Reger, Haussa. Handel s. Beilage
Afrikal. Hauptorte: in Nord-N. Sungern GZungeru)
n Süd-RSid Calabar. Franz. Pachtgebiete: Aren—
berg und Forcados. — Vgl. Robinson Lengl., 1900)
Mockler-Feryman (engl., 1902). — Auch Lagos wird zu—
weilen N. (im weitern Sinne) zugerechnet. nge
Nigerkompanie, engl. Attiengesellschaft, 1879 gegrün⸗
dei, 1886 von der Krone ermächtigt, im Unlerlaufe des Riger
dandgebiete zu erwerben, welchenn Jan. 1900 in den Besitz
der Krone übergegangen sind (s. Nigeria). 5.
Nigerkuͤftenprotektoral, ehemal. vrit. Kronkolonie
in Nordwestafrika, seit 16. Mai 1898, umfaßte die Rieden
assungen der 1889 gegründeten engl. Handelsgesellschaf
Sfrioan Asssociation in dem Gebiete der Olflüsse 62)
vestl. von Kamerun, seit 1. Jau. 1900 mit dem frühern Gebiete
her Rigerkompanie zu der brit. Koloniedtigeria(s. d.) vereinigt.
Nigersaat, Teifamen, Ramtillasamen, die ölhaltigen
Zamen der in Ostindien kultivierten Komvosite Guigotis
ihyssintoa Causs.
Nigger, in Amcerika verächtlich für Neger.
Niggeröl, das Baumwollsamenöl (s. d.).
Nightingale (spr. neitingehl), Miß Florence, engl.
Kraukenpflegerin, geb. 15. Mad 1820 zu Florenz, im Krin
kriege in den Hospitälern zu Skutari und Balaklawa auf⸗
opfernd tätig; schrieb: „Notes on nursing“ (1860 u. v.
deutsch, 2. Aufl. 1878) u. a.
Nigidalzen, Volk, s. Negda.
Nigissar, tuͤrt.-kleinasiat. Stadt, s. Niksar. J
Nigra, Costantino, Graf, ital. Diplomat, geb. 12. Jun
827 dei Iorea, 18806 auf dem Pariser Kougreß Sebretät
Favours, 1860 Gesandter, später Botschafter in Paris, 1870
n Petersburg, 1882 in London, 1885 in Wien, 1882 zun
Hrafen erhoben, 1880 Seuator, seit 1904 im Ruhestand
uch Schriftsteller.
Nigritien, s. v. w. Sndan; Nigritier, die wollhaarige!
udauueger, seltener im weitern Sinne, s.v. w. Neger.
Nigua, s. Flöhe.
Niguazecke, s. Tique-Caraputo.
Ninil (lat.), nichts. N. huinant a me alisnum puto
Homo sum ?rc. N. in intelleetu, quod non ante in
zensu, nichts ist im Verstande, was nicht vorher in der
iunlichen Wahrnehmung war; Grundsatz des Sensualis—
mus. N. probat, qui nimium probat, nichts beweist, wer
zu viel beweist.
—ADDDDD
die Lehre der Nihilisten (s. d.). Der aeene N. heh
hen Unterschied von Gut und Böse auf, der thevlogische N.
eugnet alle religiösen Wahrheiten überhaupt.
Rihilisten, in Rußland die Auhänger einer auf den
Umsturz der polit. und sozialen Verhältnisse gerichteten
Theoric (Nitzitismus), begnügten sich anufaugs mit sozial⸗
revolutionärer Propagauda in Wort und Schrift (geheime
Druckereien), griffen jedoch seit 1878 zu terroristischen
Mitteln: Attentate auf hohe Staatsbeamte (Trepow, Me—
er zew, Krapotkiu, Dreutelen ꝛc.) und Kaiser Alexander —II.
celost, setzten auch spüter ihre Jätigkeit fort, doch ist der
Name R. fast ganz außer Gebrauch gekommen. — Vgl. Kar—
witsch (8. Aufl. 1880), Thun (1883), Oldenberg (1B88)
Ninilum alhum (lat. „weißes Nichts“), s. v. w.
nkorxyd (s. Zink).
Nihon, japan. Jusel, s. Nippou.
Riigata, Hauptstadt des japan. Ken N. und der
hemal. Prov. Etshigo im NW. von Nippon, am Shinano
803) 50 676 E.; Hafen, feit 1800 den Europäern geöffnet
Niihau, einé der nördlichsten Sandwichinfeln, 25*
cn, (1506) 172 6.
Nijampal, ostind. Reich, s. v. w. Nepal.
Nijar (spr. nich), Stadt in der span. Prov. Almeria
900) 12497 E.; in der Nähe Bleigruben.
Rijtkerk (spr. neit), Stadt in der niederländ. Prop
zeldern, nahe dem Zuidersee, (1809) 8124 E.
Miimeagen s(spr. neim-), Stadt, s. Nimwegen.