Nikander, griech. Arzt und Dichter, aus Kolophon,
lebte bis gegen 140 v. CEhr.; Lehrgedichte „Theriaka“
—
die Böttinger Scholien zu detzterm von Wenßel (1892)
Nitbkaria (Ikaria), tuͤrk.⸗keinasiat. Infel um W vop
Samos, 140 4k4m, 8000 griech. E. Hauptort Eothelo
Nike (grch.), die griech. Sieges—
göttin, bei den Römern Vittoria, ge—
flügelt und meist als junges Mädchen
mit Kranz oder Palme dargestellt; be—
rühmt die N. des Püonius aus Mar—
nior, sehr beschüdigt, im Museum zu
Olympia [JAbb. 12583)) und eine au—
tike Bronzestatue int Museum zu
Brescia; auch neuerdiugs beliebt, bes.
für Siegesdenkmäler (z. B. in Berlin,
bou Drake, 8,0 m).
Nikephoros, drei byzaut. Kaiser,
ĩ. Byzantinisches Reich.
MNikisch, Artur, Musikdirigent, geb.
12. Okt. 1855 in Szentmiklos in Uu—
garn, Kapellmeister in Leipzig, 1889
3 in Boston, 1803— 85 Direttor der königl. Oper im
Budapest, seitdem Kapellmeister der Leipziger Gewandhaus⸗
und der Berliner Philharmonischen Konzerte, 1908—6 auch
Operndirektor des Leipziger Stadttheaters.
Nikita, irrtümliche Bezeichnung des Fürsten NikolaJ.
s. AMvon Monteuegro.
Nikitin, Iwan Sawitsch, rufs. Dichter, geb. 3. Okt.
1824 in Woronesh, gest. 28. Ott. 18615 sane Gedichte
erschienen gesammeli (2 Bde. neueste Ausg. 1802).
Nikti, Hauptort von Bornguunge(s. de).
Nikobaren, Pulso Sembüang, brit. Archipel vor
3 größern und 12 inern Juseln im SO. des Benga—
lischen Meerbusens, in zwei durch die Sombreroftraße ge⸗
treunte Gruppen zerfallend, im S. nur Kleinnitobar (int
Pulo Milo 150 4km) und Großnikobar (mit Kondul und
dabra 860 4km), ini N. Karnikobar (127 4km) 2c. 1647
4km, (1901) 6011 den Malaien ähnliche E Kokospalmen.
S, auch Andamanen.) sTafel- Ethnographie'g, 13.)]
Nikodemus, Pharisier und Milglied des sud. Syn—
edriums, erst heimlicher, danu offener Jünger Jesu (Joh. 3
19, 30). Nach ihm heißen die apotryphischen Gesta dilati“
auch Evangelium Nicodemi“.
Nikola I., Petrovie Njiegos, Fürst von Monte—
wegro, geb. 7. Okt. 1841, folgte 13. Aug. 1860 seinem
Oheim Fürsten Danilo, 8. Nope 1860 vermahlt mit Mi—
lena, Tochter des Wojwoden, Peter Vnkotit, erlangte
im Russ.-Türk. Kriege 187778 Gebietserweiterungen;
auch dramat. Dichter. Erbprinz: Danilo, geb. 29. Juni
1871, 1800 vermählt mit Millza, pormals Jutta, Her⸗
Zogin von Mecklenburg-Strelitz. Von R.s Töchtern ist
Miliza (geb. 1866) mit dem russ. Großfürsten Peter Ni—
kolajewitsch, Stana (geb. 1868) mit dem Herzog Georg
von Leuchtenberg, Hetene (geb. 1873) seit 1806 mit Vittor
Emannel UI., König von Italien, Anna (geb. 1874) mit
dem Prinzen Franz Joseph von Battenberg vermählt,
Zorta (geb. 1864, Jest. 1880) war vermählt mit Peter
Naradjordjewitsch jetzt König Peter J. von Serbien.
Nikoldi, Staͤdi im preuß. Reg.-Bez Oppeln, (1806
728 E., Amtsgericht. [Moskau (649 kmm)
Rikolaibahn, uuss. Staatsbahn von Petersburg nach
Nikolaiken, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Allenstein
am Spirdingsee, (1905) 2287 E.. Amtogericht.
Nikolaistad, finn Ritolaiut. gewöhnlich Wasa (Vaasa)
Fnaunt, Hauptsiadt des finn. Lun Wasa. am Bottnischen
Meerhufen 11 238 6 J
Nikolaiten, nach Offenb. Joh. 2, 6, 18 eine christl.
Partei in Pergamus, welche Götzenopferfleisch genoß und
dewisse alttestamentliche Eheverbote mißachtete;“ auch Bi.
eantiten (Offenb. 2, 14) geuannt; später kombiniert mi⸗
den Diakon Nikolaus Apofelgesch.6, 8) und als gno—
stische Selte, welche Unzucht für erlaubt erkläre, bezeich—
net. Daher Nikolaitische Ketzerei im Mittelalter s. v. p
berletung des geistl. Zlibats. J
Nikolajew, hefestigte Hafenstadt im russ. Gouv. Cher—
Pye an der Mündung des Ingul in den Bug-Liman,
2060 E. bildet mit der Umgebung ein besonderes Mi—
litärgoupernenen

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Nifk

Nikolajewsk. 1) Kreisstadt im russ. Goup. Sa—
naraam Großen Irgis, 126240 66. 2) Bafenstadt im
uss.⸗sibir. Küstengebiete, am Amur, 88 k vor dessen
Mündung, 8200 E, befestigt.
Rikolajewtaja Sioboda, Flecken im russ. Gouv.
Astrachan, an der Wolga, 21 400 E
Ritolajsche Hauptfiernwarte, s. Pulkowa.
Nikola uUrß,. Hora, Juon.
Nikolaus, an Hauptheiliger der griech. und russ. Kirche,
vbielleicht Bischof von Myra in Lytien Gegner der Arianet
auf dem Konzil zu Rica (325); Reliqusen seit os r in
Sari (Italien) verehrt; Tagv Dez., als Nikosaustag in
Deutschland, in der Schweiz und den Riederlanden gen
chenksfest der Kinder [s. Beilage: Heilige ꝛc.].
Nikolaus, sechs röm. Pupfte Is. Beilage: Püpste).
. N. IJ., d. Gr., Heiliger, 808 867, machte 863 durch
Erxkommunikation des Patriarchen Phoͤtius hon Konstau⸗
tinopel die Spaltung zwischen abendläud. und morgenläud.
Kirche zu einer endgültigen, dräugte auf Grund der Pseudo⸗
sidorischen Detretalen des fränt. Kirche seine Oberhoheit
nuf. — Vgl. Lummer (1857), Chantrel Frauz., 1892)
Nikolaus 1. russ. Nikolaj Pawlowitich, Kaifer von
Rußland (1825 55), geb. 6. Juli 1796, Sohn Pauls J.
aus zweiter Ehe mit Sophie Dorothea (Maric Feodorowna)
von Württemberg, 13. Juli 181 vermählt mit Charlotte
oou Preußen (Alexandra Feodorowna, geb. 13 Juli 1798,
Jest. 1. Nov. 1860), Tochter König Friedrich Wilhelms III.
solgte, nach Resignation seines Bruͤders Konstantin, sei—
nem ältesten Bruder Alexander J, uuterdrückte bei feiner
Thronbesieigung die Militürverschwörung der Dekabristen
nit großer Strenge, war siegreich gegen Persien (1828)
ind die Türkei (Friede von Adrianopel 1829), machte
Bolen nach Niedetwerfung des Aufstandes (1330) zu
iner russ. Provinz, führte in feineni Reiche den strengsten
Absolutismus durch und wirkte auch nach außen für Nie—
derwerfung jeder Art von Revolution 1853 begann er den
trieg gegen die Türkei und starb während desselben 2. Marz
1855 zu Petersburg. — Bgl. Lacroir (franz., 2. Ausg.
Bd. 16, 1869 - 7 1), Schiemann (Bo 1, 1804). J
Nikolaus 11.. xuss. Ritolaj Alexanbrowitsch, Kaiser
»on Rußland, geb. 18. Mai 1868 in Petersburg, Sohn
Alexanders III., unternahm 1890 — 91 eine Raͤse nach
Indien und Ostasien (Prachtwerk von Fürst Uchtomstij
Zeutsch, 2 Bde., 1834 98), folgte 1. Nop. 1894 seinem
Bater, 26. Nop. vermählt mit Priuzessin Alir voun Hessen
geb. 6. Juni 1872 als vierte Tochter des Großherzogs
udwig TV.), als Kaiserin Alexaudra Feodoroionagenannt,
 forderte 1888 die Müchte zur Ahrustung cuf, was
den Haager Friedenskongreß zir Folge hatte, Der Krith
nit Japan (1904 85) und die sich darau knüpfenden Uu⸗
uhen in Ruͤßland nötigten N., den Lande einc Konsti⸗
ution zu gewähren. (S. Rußland, Geschichte.— Rinder:
Alga, geb. 15. Nov. 18353 Tatiana, geb. i0. Inni 1887;
Marin, geh. 26. Inni 1898; Anastasia, geb. 18. Juni 1901
Alexel Nikolajewitsch. geb. 30. Juli 1904. —
Nikolaus, russ. Niolaj Nikola jewitsch Großfürst von
Rußland, dritter Sohn des Kaisers Nikolans T, geb.
3. Aug. 1831, im Türk. Kriege als Oberbefehlshaber der
Donauarmee 1877 vor Plevna unglücklich uünd an den
Unterschleifen der Armeelieferauten beteiligt, 1880 aller
militür. Amter entsetzt, 1382 wegen Verschweudung unter
Vormundfchaft gestellt; seit 1856 vermählt mit Priuzessin
Alexandra von Oldenburg (gest. 1900), gest. 25. April
1801. — Söhne: N., Großfürst von —A geb. 18. Nov.
806, 1895 Generalinspelttor der Kavallerie, 1900 Kom—
mandeur des Militärbezirks St. Petersburg; Peter, geb.
22. Jan. 1864, Generalinspeltor des Geuse, 1889 ver—
mählt mit Miliza, Tochter Nikolas J. von Montenegro.
Nikolaus von Cusa, s. Cusanus.
Nikolaus von Lyra oder N. Lyranus, aus Lyra
nn der Normandie, Franziskauer, gest. 23. Okt. 1340 zu
Karis; trefflicher Exeget Postiliae perpetuae“, 14715.
Nikolaustag, s. Nikolaus Heiliger).
Nikolsburg, Bezirksstadt in Mahren, (1900) 8001 E.
ürstl. Dietrichsteinsches Schloß, Piaristeukollegium, Ober⸗
ymnasium. Hier 26. Juli 1866 Praliminarfuede zwischen
Breußen und Hsterreich.
Nikomedes, Könige von Bithynien. — N. J. rief 217
Chr. die Kelten aus Thratien nach Asien und gründete
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