Nik
Nikomedia. — N. III. Philopätor, Verbündeter der Rö—
mer im Kriege gegen Mithridates, vermachte bei seinen
Tode 74 v. Chr, Rom sein Reich und gab damit die Ver—
anlassung zun dritten Mithridatischen Kriege.
Rikomedia, Hauptstadt von Bithynien, an der Pro
poñtis, unter Diokletian Kaiserresidenz; jetzt Ismid (be
deuntende Ruinen).
Rikon, russ. Patriarch (seit 1652), geb. 1605 in Wel⸗
aminow, 1666 seiner Würde entsetzt, gest. 17. Aug. 1681
zu Jaroslawl, verbesserte die alten slaw. Kirchenbücher nach
dem Griechischen, veranlaßte aber damit den Abfall der
Altgläubigen von der russ. Kirche (. Raslkolniken).
Nikopöl, Flecken im rufs. Gouv. Jekaterinoslaw, am
Dnjepr, 8100 E., Flußhafen.
Nikopoli, türk. Nighebolü, auch Nebul, befestigte Stadt
m bulgar. Kr. Plevna, an der Donau, (1898) 5815 E.
Nikosia, Hauptstadt von Cypern, s. Levkosia.
Nikotin, Alkaloid, aus den Blättern und Samen des
Tabaks durch Destillation mit Kali gewonnene farblose,
olige Flüssigkeit von 1,04 spez. Gewicht, scharfem Geruch
brennendem Geschmack, siedet bei 247, löst sich in Wasser
Weingeist und AÄther, gibt farb- und geruchlose, schar
schmedende Salze; heftiges Gift, wirkt zunüchst anregend
später laähmend auf, Gehirn, Atmung, Herztätigkeit.
Der Geruch des Tabakdampfes wird durch Nitotinnin
(Tabakkampfer) bewirkt. Trockner nae enthält
2 Proz. N., trockne Tabakblätter 2—7 Proz.
Riksar Giitsara, Nigissar), Stadt im türk.-kleinasiat
Wilajet Siwas, 590 m ü. d. M., 4000 E.
Nikschitsch (Mitsith, befestigte Stadt in Montenegro,
1806) 3330 E., bis 1877 türkisch.
Riktitation (lat.), das Augenblinzen, unwillkürliches
rampfhaftes Bewegen der Augenlider.
Nil, einer der längsten Ströme der Erde JKarte
Afrika IIJ, entspringt als Kagera oder Alexaudra⸗N.
oͤstlich vom Tonganjikasee, fließt in den Viktoria-Njansa,
verläͤßt diesen als Somerset-, Viktoria-N. oder Kivira,
durchströmt die Seen Gita Nsige (Ibrahimsee) und Kodscha⸗
oͤder“ Tfchogasee und erreicht, bei Magungo den Alhert—-Niansa;
 mit dem aus dem Albert-Eduard-Njansa kom—
menden' Issango (Semliki) vereinigt, fließt er als Bahr
el⸗Dschebel aus dem Albert⸗ Njanfa nach N., durchbricht
hinter Dufilt das Hochland in neun, Stromschnellen, trit
dei Ladde in das oftfudanische Flachland, worauf er viele
Inseln, Rebenarme (bes. ven Giraffenstrom oder Bahr
c⸗Seraf; Sumpfregion) und Kanäle bildet, fließt nack
Aufnahme des Bahr el⸗Ghasal (Gazellenfluß) nach O.
nach der Einmündumg des Sobat als Bahr el⸗Abiad
Weißer N) nach NO, und vereinigt sich bei Chartum mi
dem Bahr el-Asrak (Blauer N.), der als Abai in Abes
simien entspringt, den Tanasee durchströmt, das Gebirgs
land Godscham unifließt und J. den Dschemma und Didessa
den Dinder und Rahat aufnimmt. Nach der Vereini⸗
qung Dnane der N. das 330 mm hohe Sandsteinplatean
der Libysch-Arab. Wüste in den sog. sechs Katarakten,
welche unterhalb der Cinmündung des Atbara bis Assuar
die Schiffbarteit des N. auf 1800 1m (250 m Nipeau⸗
differenz) unterbrechen; bei Assnan (104 m ü. d. M.) in
Agypten eingetretenn, wird der N. von 27,8 n. B. au
von dem zum Fajum gehenden Jussuf⸗(Josephs⸗)tangl be⸗
gleitet, 20kme im RW. von Kairo beginnt er das am Meert
70 An breite Delta (22194 4qkm), indem er sich in zwe
sfruüher sieben), durch zahlreiche Wasserarme und Kanäle
Niahmudijeh⸗, Menuffijeh]kanal) untereinander und mi!
dem Hteere verbundene Hauptarme, den von Rosette und
Damiette, teilt sKarte ĩ, 12]). Gesamtlänge 6307 km
Entfernung zwischen Quelle und Mündung 4120 *.
Stronigeblet 2867600 4km; höchste Breite des vom N
üͤberschwemmiten kulturfähigen Landes 15 km; durchschnitt⸗
lich günstigster Wasserständ ist eine Höhe von. q bis
8m am Rilmesser von Roda, wenn das Maximum den
Jlußschwelle des Weißen und Blauen N, zusammenfällt
die Nilschwelle beginnt Aufang Juni, wird stärker Mitt
Juli, erreicht den Hoͤhepunkt in der ersten Hälfte des Ok—
tober. Seit Ende 1802 oberhalb Assuan ein Staudamn
(1962 m — ebenso bei Siut (888 melg.). Der Ur—
sprung des R. schon im Altertum bei Eratoͤsthenes und
Ptolemäus in die südafrik. Seen verlegt; das Rütsel der
Hikanellen wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrh

276

ss. Beilage: Eutdeckungsreißen)] gelöst, — Val. Klö⸗
den (1856), Speke (deutsch, 2 Bde, 4864), von Heuglin
(1869), Marno (1874); Chavanne, „Afrikas Strönie uͤnd
glaffe“ is88) Hortinann,, Die Rilländer? (1884);
Baumann, Durch Massailand zur Nilquelle“ ——
eethee ichts bewundern“— soll Pytha—
otas geantwortet haben, als er gefragt wurde, was er
zurch sein Nachdenken erringe.
Nilbarsch, s. Barsch.
Nileidechfe, s. Warane.
Rilgans, s. Sporengänse nebst, Textfigur. *
Rilgan, Nilgauautilope, s. Antilopen und Tafel:
Afiatische Tierwelt, 27.
Nilgiri, eugl. Neilgherry Hills, Neilgherries,
hirgskette im S, von Vorderindien, verbindet die Ost⸗
ind Westghats, schließt mit diesen und dem Windhja das
Zochland'von Dekhan ein, im Dodabetta 2630 n hoch
Nilhechte (Mormyridae), Familie der Edelfische, mi
hefchupptem Rumpfe und Schwanze und nacktem —
die Allen der belden Gattungen Mormyrus uund 2
arebus smit nur einer Arte“ G. niloticus Cuv.) bewo
ie sühen Gewasse des trop irita, bes. den Fil
A Haut einen
allertigen, bandförmigen Koͤrper (pPseudoelektr. Organ)
— — Nilkrätze, s. Roter Hund.
Rilkiefel, leberbraune Jaspiskugeln aus Agypten;
Hhmuck stein. J
Riloniker, ostl. Mischgruppe der Sudanneger, im ober:
Niltal (DSinka, Schitluk, Bougo, Bari; Massai) Hrr
Rilpferd, Fiußpferd (ippopotamus) Säugetien
attg. der nicht wiederkauenden Paarzeher, mit über Agn
cker, fast nackter Hant, vier huftragenden Zehen hinten
ind vorn und furchtbaren Eckzähuen (Hauern) im unter⸗
tiefer. Einzige lebende Art das afrik. Flußpferd 77
amphibius T. sTafel Afrikanische Tierw elt, 333
doöbοο schwer, braunrötlich, plump gebaut, —
nast piereckig; Ohren und, Augen klein, Schnauze m
herbreitert, Maul weit gespalten, Hals kurz, —J.
nförmig aufgetrieben, Fuͤße sehr turz, plump. In Seen
ind Fluͤffen Südafrikas, bis Abessinien und Senegam⸗
hieu, lebl von Vegetabilien; das Fleisch wird gegesen
die Haut zu Peitschen und Schilden, die Eckzühne werde!
vie Elfenbein verarbeitet.
Nilfchildkröte, s. Lippeuschildkröten.
Rilsfon, Ehristina, schwed. Sängerin, geb. 8. Aug
813 ben Werio, seit 1864 am hehtue rique, seit 188
in der Großen Oper in Paris, seit 1870 meist auf Kunst⸗
reisen, vermählt 1872 in erster Ehe mit dem Banticn
Ronreaub (geste 1882), 1887 in zweiter mit dem Grafer
Mirxanda (gest. 1902).
Nilsson, Sven, schwed. Zoolog und Altertumsfotsche
— Doʒen
rit 1831 Prof. in Lund, feit 1866 im Ruhestande, ges
30. Nov 1088 in Lund; schrieb: Ornithologis Suecico
Bde., I817 ενnavisk Fauna“ (4 Bor⸗
820 -35 1. ö.), „Skandina viska Nordens Urinvanare
Tle., 183843 u. ö.; deutsch 18683 — 68) u. a. r
Ninibschen, Klosterruine und Gut bei Grimma r
Sachfen, hier Jebte Katharina von Bora als Ronne q
Nimburg, Stadt in Böhmen, an der Elbe, (190
813 E.; Zuckerfabrik, Getreidezs, Viehhandel. —in
Rinibus Clatd, eigeutlich Regenwölke, Rebelhülle,
er Meteorologie eine dunkle Wolkenmasse; dann —9
igenfchein; figuͤrlich: der Glanz, der eine Person umgibt
Nimegue (spr. nimähg'), franz. Name von Rimweg
Rimed snsmes, spreuhm), im Allertum Kemausuts
Zauptstadt des franz. Dep. Gard, an der Vistre, ο
0605 E., Kathedrale, Justizpalast, Zentralgefüngun
Museum; Industrie in Seide, Teppichen, Tapeten, Moͤn
soffen, Mafchinen; Tempel aus dein 2. Jahrh. n, 9
Aaison, Carrée, jetzt Altertumsmuseum), röm., Beden
zut erhaltenes Amphitheater, noch jetzt zu Schaustellung
enutzt, Augustustor; im Tal des Gard der VPont du Gar
Abb. I9. bei Aquädukt). — Vgl. Pievre (3 Bde., 1886
38), Bazin (1891). agel
indierfanrrantalus), Gattg. der Storchvöge
mil Tangem, gerundetem, leicht abwärts gebogenem —
hel, ncktem Geficht, deradem, Schwang. Afrit. a
ilsannsitee wie T. Abb. 13849) weinß, Rücke