Nis
Nisko, Bezirksstadt in Galizien, am San (zur Weich
el), CAoo) 468 E.
RNisky, Herrnhuterkolonie, s. Niesky. —U
Nismes (spr. nihm), franz. Stadt, s. Nimes.
Nifsa, serb. Stadt, s. Nisch.
Nisse, die Eier der Läusen(s. d.).
Nissel, Franz, Bühnendichter, geb. 14. März 1831
u Wien, gest. 20. Juli 1893 in Gleichenberg; schrieb die
Dramen: Ein Wohltäter“ (1856), „Heinrich der Löwe“
(1858), „Die Zaubexin am Stein“ (1864), das Trauer
spiel „Agnes von Meran“ (1877, mit dem Schillerpreis
gekrönt) u. a. Selbstbiogr. 1894.
Nissel, Karl, Schriftsteller, geb. 258. Nov. 1817 in Neu—
markt (Schlesien), gest. 6. April 1000 in Liegnitz; schriel
die Dramen: „Des Meisters Lohn“ (1839),,Ulrich vor
Hutten“ (1861), „Die Florentiner“ (1878), Um hoher
Preis“ (1887) u. a, auch Gedichte (1880 u. 1894).
Nissen, Heinr., Historiker, 3 3. April 1838 zr
Hadersleben, seit 1884 Prof. in Bonn; schrieb: „Ponr
—
„Ital. Landeskunde“ (Bd. 1u. 2, 1888— 1902) u. a.
Nissen, Hermann, Schauspieler, geb. 17. Juli 1858
in Dassow, 1888 1801 am Deutschen Theater in Berlin,
seitdem am Hofburgtheater in Wien.
Nisserelv, norweg. Fluß, entspringt in Telemarken
mündet in das Skagerrak, 181 km Ilg.
Nissumfjord, haffähnlicher Meerbusen an der West
tüste Jütlands, der südl. Teil trocken gelegt.
RNishros, Nisari, türk. Insel, eine der Südl. Spo—
aden, Durchmesser 7778 Km, erloschener Vulkan.
Nitendi, die größte der Santa-Cruz-Inseln (s. d.).
Nithard, fränk. Geschichtschreiber des 9. Jahrh. Enke'!
arls d. Gr. schrieb die Geschichte („Ristoriarum lübri IV“,
deutsch 1861) der Kämpfe der Söhne Ludwigs des Frommen
in denen er selbst 843 fiel.
Nitrate, die salpetersauren Salze.
Nitride, die Stickstoffverbindungen der Metalle und
»iniger Metalloide.
Nitrifikation, Salpeterbildung aus organischen
Stickstoffverbindungen oder Ammoniak, wird im Eid—
boden durch Bakterien (Nitrobakterien) bewirkt; verur—
sacht die Reinigung des Bodens von Abfallstoffen und
seine Aureicheruüg mit den für die Pflanzenernährung nö—
tigen Nitraten.
Nitrilbasen, tertiäre Basen, Ammonialbasen, in
denen sämtliche drei Wasserstoffatome des Ammoniaks
Rurch Alkoholreste ersetzt sind, z. B. Trimethylamin.
Nitrite, die salpetrigsauren Salze.
Nitrobaktterien, s. Nitrifikation.
Nitrobenzol, Mirbanöl, Mirbanessenz, künstliches
Bittermandelöl, entsteht aus Benzol durch Salpeter⸗
schwefelsäure, schwach gelbe, stark lichtbrechende Flüssig—
keit, erstarrt bei 32, siedet bei 2062, ist in Wasser un—
löslich, giftig, riecht wie Bittermandelöl; verwendet als
Parfüm für billige Seifen und hauptsächlich für die Dar—
stellung von Anilin. Ähnliche Verbindungen entstehen aus
Toluol (Nitrotoluole bilden, mit Nitrobenzol gemischt
das Material für die Fuchsindarstellung), aus Xylol ꝛc.
Nitrogelatine, s. Nitroglyzerin.
Nitrogenium, Stickstoff.
Nitroglyzerin, Knallglyzerin, Nobels Sprenugöl,
Glonoin, Globoin, Nitroleum, Trinitrin, Glyzerylnitrat
Salpetersäureglyzerinester, aus Glyzerin und Salpeter—
—
und geruchloses giftiges Ol, in Wasser uulöslich, in Wein—
geist und Äther löslich, erstarrt in der Külte, schmilzt bei
110, siedet bei 1850, verbrennt an der Luft und explodiert
durch Stoß, Schlag oder starkes Erhitzen außerordentlich
heftig; 1Ræ N. gibt dabei 710 1 Gas, das ist 31 mal se
biel als schwarzes Schießpulver. Durch die viel stärkerc
Temperaturerhöhung (70009) wirkt es etwa 13 mal so starl
wie Pulver. Es erplodiert in unreinem Zustande leich!
von selbst, wird durch Schwefelammonium zerlegt (deni⸗
triert), ist giftig, dient in alkoholischer Lösung geger
Asthma und, Migräne. N. wird wegen seiner Gefährlich
keit nur in Mischungen als Sprengmittel benutzt, läßt sich
in Holzeistlösung gefahrlos handhäben, bildet mit 3 Teileü
gKieselgur gemischt das Dynamit, mit Schießbaumwolle die
Spreuggelatine (Nitrogelatine), die sich formen läßt

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zornartig erstarrt und nur durch Knallquecksilber zum Er⸗
olodieren gebracht wird (Nobels ranchloses Schießpulver).
Nitrokresole, s. Kresol.
Nitrolkum, s. Nitroglyzerin.
Nitrolignose, aus fein verteilter Holzfaser herge
stellte und mit salpetersauren Salzen zusammen zu Pa⸗s
tronen komprimierte Nitrozellulose (s. d).
Nitrolit, Gemisch von gelatiniertem Nitroglyzerin,
Nitrobenzol und Salpeter; Sprengmittel.
Nitromannit, s. Mannit. J
Nitrophendie, aus Phenol durch Salpetersäure ent⸗
stehende kristallinische Substanzen, die sich in Alkalien
mit gelber bis roter Farbe lösen. Zwischenprodukte der
Farbstoffabrikation. Trinitrophenol ist Pikrinsäure.
Rifrophosphate, als Vungemittel verwendete Ge⸗
nische von Superphosphaten mit Chilesalpeter.
Nitropruffide, Salze, die aus Ferrocyansalzen durch
Zalpetersäure entstehen. Ritroprussidnatrium, rote, wasser⸗
ösliche Kristalle, zeigt mit Schwefelwasserstoff erst purpur⸗
rote, dann blaue Färbung, dient zu dessen Nachweis.
Ritrose, Nitrosylschwefelsüure, Nitrosulfosäure, Zwi⸗
cheuprodukt bei der Schwefelsäurefabrikation.
Nitrostärke, s. Uchatiuspulver.
Nitrotoluodle, s. Nitrobenzol.
Nitrorylin, s. Kollodin.
Nitrozellulose, Xyloidin, die explosiblen Salpeter⸗
äureester der Zellulose, eutstehen aus Zellulose oder ge—
ceinigten Faserstoffen durch Salpeterschwefelsäure bei niederet
Temperatur. Je nach Teperatur, Stuürke der Süure, Ein⸗
wirkungsdauer derfelben zcerhält man verfchiedene Stufen
der Nitkrierung von verschiedener Explosionskraft: Mono—,
Bi⸗ bder Die und Tri⸗Re Je nach Hertunft der Zellulose
unterscheidet man Schießbaumwolle, Kollodiumwolle, Nitro—
lignose, Pyropapier. N. dient zur Herstellung von Schieß⸗
und Sprengpulvern, Zelluloid und Kollodium.
Nittenau, Mattiflecken im bayr. Reg.-Bez. Oberpfalz,
um Regen, (1905) 14565 E., Amtsgericht.
Nitzsch, Karl Immanuel, prot. Theolog, Sohn des
Theoloͤgen Karl Ludw. N. (geb. 6. Aug. 17501 zu Wit⸗
tenberg, gest. das. 5. Dez. 1881 als Prof. und General⸗
fuperinteudents, geb. 2. Sept. 1787 zu Borne, 1847
Prof. und Oberkonsistorialrat (1805 auch Propst) zu Ber⸗
lin, gest. das, 21. Ang. 1868. Hauptwerke: „Eystem der
christl. Lehre“ (6. Aufl. 1831), „Praktische Theologie
(2. Aufl. 18389—72). — Biogt. bon Beyschlag (1872).
— Sein Bruder Gregor Wilh. N., geb. 22. Nop. 1790 z3n
Wittenberg, gest. 22. Juli 1861 als Prof. zu Leipzig, ver⸗
dient durch seine Forschungen über die griech. Epik. — Biogr.
von Lübker (1864). — Dessen Sohn Karl Wilh. N., Histo—
riker, geb. 22. Dej. 1818 zu Zerbst, gest. 20. Juni 1880 als
Prof. der Geschichte zu Berlin; schrieb⸗ „Geschichte des
heutschen Volks“ (3 Bde., 2. Aufl. 1893),Geschichte der
öm. Republik“ (2 Bde., 188485).
Niua, Inselgruppe im Stillen Ozean, zwischen den
Tonga- und Samvainseln, politisch zu erstern gerechnet,
»esteht aus den Eilanden Boscawen (Tafahi, 17 qkcm) und
sdeppel (Kiuatabutabn, 14 qkm) mit etwa I000 (hristl. E.
Niuk, Inne, Savage Zslaud, brit. Koralleninsel im
Stillen Ozean, südl. von den Samoainseln, 94 qkmm,
3083 prot. E., Dependenz von Neuseeland.
Niutschwang, ecigentlich Jing-tse, Stadt in der
hines. Prov. Scheng-kisig, am Liau-sho, 21 xm oberhalb
der Mündung in den Goͤlf von Liau-tung, (1804) 50000
hines. E., Hafen, seit 1860 dem Welihandel geöffnet.
R. wurde 25. Inli 1804 von den Japanern eingenommen
Niveau (frz., spr. niwoh), horizontale Fläche, z. B.
des Meers; auch s. v. w. Wasserwage: fiaürlich der
Höhengrad von etwas.
Niveauflächen, in Kraftfeldern die Flächen gleichen
doteutials; sie verlaufen senkrecht zu den Kraftlinien (s. d.)-Niveaulinien,
 Niveaukurven, s. Schichtlinien.
Nivellement (frz., spr. niwell'mäng), das Messen von
höhen und Höhenunterschieden durch Rivellieren (s. d.);
zuch die nach solchen Messungen agezeichnete Karte eines
Beländes.
Nivelles (spr. niwell), fläm. Nyvél, Stadt in der
helg. Prov. Brabant, an der Thines, (1904) 12108 E.
Nivellieren (frz.), die Höhenabstände zwischen verr
Ardcuen Kantied u obere bnhomen crtit