Nob

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Nobiskrug, im deutschen Volksglauben der Ort, an
dem sich die Toten, bevor sie an ihren endgültigen Aufenthalt
 gelangen, längere Zeit aufhalten.
Noble, Goldmünze, s. Nobel.
Noblesse Erz), Adel; vornehme Denkart. J. oblis
spr. öblihsch), Adel verpflichtet (edel zu handeln).
Noce (spr. Asche), r. Nebenfluß der Etsch in Südtirol,
entspringt am Dreiherrenspitz des Ortlerstocks, bildet das
Bal del Monte, das Sulzbergtal (Val di Sole) und das
Nousbergtal (Val di Non), mündet bei San Michele.
Nocera de' Pagani (spr. notsch⸗), Nocera inferivre
Stadt in der ital. Prov. Salerno, äm Sarno, (1901
18796 E. Ostl. Notera snperidre, 7684 E.
Nocera Umbra (spr. notsch), Stadt in der ital
Krov. Perugia, am Röm. Apennin, (1901) 7545 E.
Nochgeschäft, s. Nachgeschäft.
Noch ist Polen nicht verloren, die Aufangsworte
»es sog. Dombrowskimarsches.
Nock, die Enden einer Rahe; die obern Ecken der
Zegel, die an der Rah-N. mit den Nockbändseln befestigt
verden; Unterscheidungsvorsilbe für das an der Rah-9
Nöck, s. Nir. lbefestigte Tauwerk
Nocken, feine Klöße aus gerührtem Teig als Suppen—
inlage oder Mehlspeise.
Nocturnum (lat.), Nachtgebet, Teil des Breviers
Bigilie (Mitternacht) und Metke (3 Uhr früh) umfassend
Nodier (spr. seh), Charles, franz. Schriftsteller, geb
29. April 1780 zu Besançcon, Oberbibliothekar des Arse—
nals, Mitglied der Franz. Akademie, gest 27. Jan. 1844
veröffentlichte Röomane („Peintre de Salzbourg, „Thé.
rèͤse Aubért“ 2c.), sprachwissenschaftliche, ästhetische und
andere Schriften, wie „Souvenirs, épisodes et portraits
(1831). — Bgl. Mnie. Meunessier-Rodier (1867).
Moẽ, Heinxich, Schriftsteller, geb. 16. Juli 1838 in Mün—
hen, gest. 26. Aug, 1896 in Bozen; verfaßte Naturschilde—
rungen aus den, Alpen, den Roman „Die Brüder“ (1873)
Noesche Säule, s. Thermoelektrizität. llehre
Noesis (grch.), Vernuufterkenntnis; Roktik, Erkenntnis—
Nogaier, türk.-tatar. Stamm in Rußland, sprachlich
den Kirgisen und Karakalpaken nahe stehend, am untern
Dnjepr Mogaiische Steppe; meist ausgewandert) und am
Knban (Kubanische Tataren, Mohanimedaner), hier 64048
Köpfe. Ihnen ähneln die Kumuken oder Kumüken (Kumykru)
zwischen Terek und Kaspischem Meer, 83 390 Köpfe, Mo—
hammedaner. Über die Kasi-Kumuchen ĩ. d
—AXV— J
Nogat, östl. Mündungsarm der Weichsel, beginuf
interhaͤlb Mewe, nimmt die Alte oder Kleine N. auf,
nündet mit 20 Armen in das Frische Haff, 52 kmulg.
Nogent⸗le⸗Rotron (spr. schaͤng 18 rotxuh), Stadt
im franz. Dep. Eure-et-Loir, an der Huisne, (10901) 8415
E.; hier 21. Nov. 1870 heftiges Gefecht zwischen Deutscher
und franz. Mobilgarden.
Nogent⸗sur⸗Marne (spr. schäug ßür marn), Dor'
im franz. Dep. Seine, 7 Kmm östl. von Paris, an der
Marne, (1901) 10586 E., Fort.
Nogent⸗sur⸗Seine (spr.schäng ßür ßähn), Stadt im
rauz. Dep. Anbe, an der Seine, (1901) 3818 E.
Nöggerath, Jak., Mineralog und Geognost, geb. 10.Okt
1788 in Bonn, 1818 783 Prof. das., gest. das. 13. Sept. 1877,
»erdient um das Berg- und Hüttenwesen in Rheinland
und Westfalen; Hauptwerk: „Das Gebirge in Rheinland—
estfalen“ (1821 -26). — Vgl. Dechen (1877).
Nöogräd, ungar. Komitat, gu Neograd.
Nohfelden, Gemeinde im oldenb. Isdsent. Birkenfeld.
an der, Rahe, (14805) 8888 E., Amtsgericht.
Nohl, Ludwig, Musikschriftsteller, geb. 5. Dez. 1831 zu
Iserlohn, seit 1880 Prof. in Heidelberg, gest. daf. 16. Dez
1885, verfaßte Biographien Mozarts 73. Aufl. 19069
Beethovens (1864 77) u. a.
Noiré (spr. ndareh), Ludw., philos. Schriftsteller, geb
26. März 1829 in Alzey, gest. 27. März 1889 in Mainz,
suchte ein System montstischer Weltanschauung zu begrün—
den; schrieb: „Aphorismen zur monistischen Vhilosophie“
(2. Aufl. 1884), „Einleituͤng und Bigründung eine—
monistischen Erkenntnistheorie“ (2. Aufl. 1884) u. a.
Noirmountier (spr. ndarmutfkeh), Insel an der franz
Westküste, zum Dep. Vendte gehörig, i18 xm Ig., bis 6 Km
dreit. An der Ostseite die Siadt N. (19011 6255 E.

Noisseville (spr. ndass'wil), Dorf im Bez. Lothriugen.
n din von Retz, (1000) 212 Er; hier 831. Aug. uͤnd
i. Septe 1870 Sieg der Deuischen unter Pring Fuedrich
Karl über die aus Metz ausgefallenen Franzosen unter
Bazaine. — Bgl. Kunz (1892).
Roify⸗le⸗Sec (spꝛ. ndafih Ie ßeck), Dorf im franz. Dep.
Zcine, 71901) 8789 E. Fott. F
Rort, Wilhelm, bad. Minister, geb. 80. Nov. 4832
n Bruchfal, 1874 Direttor des Oberschulrats, 1881 Präident
 der Justiz und des Kultus, 1883 —51901 Staats⸗
ninister und Präsident des Staatsministeriums, gest.
3. Febr. 1903 in Karlsruhe. — Val. Weech (1004).
Nokki GMoti), portug. Hafenplaß am untern Kongo,
rhe bei Matadi.
Noktamvbnlismus (uenlat.), das Nachtwandeln (.d.)
Rola, Siadt in der ital. Prob. Caserta, (18001) 14622
5.; eine der ältesten Städte Kampaniens.
Nöldeke, Theod., Orientalist, geb. 2. März 1836 3n
Harburg, 1872 1906 Prof. in Straßburg, veroͤffentlichte
bahnbrechende Werke über biblische, arab. und syr. sowir
nch iran. Philologie und histor Kritik (,Geschichte des
orans“, 1860; neusyr., mandäische, syr. Graͤmmatik;
„Das iran. Nationalepos“, 1896, u. a.).
Nolens volens (lat.), man mag wollen oder nicht.
Nolii me tangere (lat. „rühremich nicht an“), die
vilde Balsamine dder das Spriugtraut ss. Impatiens, Abb.
354); in der Malerei die Darstelung des der Magdalena
rscheinenden auferstaudenen Christus (nach Joh. 20, 17)
Nolissement (frz., spr. ißmäng), Seefrachtvertrag-Noli
 turbãre ciroulos meos (lat.), störe meine
dreise nicht! Worte des in mathem. Berechnungeu pen⸗
ieften Archimedes (s. d.) zu dem eindringenden röm. Sol⸗
aiten, der ihn erschlug.
Nollards, Nollbrüder, s. v. w. Alexianer (s. d.).
Nollen, höchster Gipfel des Titlis (s. d.).
Nollendorf, Dorf in Böhmen, (1900) 322 E. hiet
30. Ang. 1813 Gefecht, durch das Kleist (daher: Graf
von N.) die Niederlage Vaudammes bei Kuͤlm entschied.
Noma (grch.), Wasserbraud, Wangenbrand, Wasser⸗
krebs, Braud der Wangen und benachbarten Gefichtsteile,
rasch fortschreitend, bes, bei kachektischen Kindern ober nach
Masern und Scharlach, führt zu ausgedehnten Zerstörungen,
häusig durch Erschöpfung zum Tode.
Mommñden (greh.), Hirtenvölker ohne feste Wohnsitze,
die mit ihren Herden umherziehen (nomadisieren), stehen
kulturell höher als Jäger und Fischervölker, aber niedriger
als Ackerbauer. Tafel: Ethnographie T. 11.) — Bgl.
Brigorjew (1875).
Nomansland (engl., spr. nomünnsländ, „Niemandsand“),
 westl. Teil des nordamerik. Territöriums Okla—
homa; auch ehemal. unabhängiges Kafferngebiet, bestehend
uus Pondoland, Ostgriqualand und der Gérafsch. Alfred;
Ostgriqualand fiel 1876 an die Kapkolonie, die Grafsch.
Alfred an Natal, Pondoland 1894 an die Kapkolonic.
Nomaärch (grch.), Vorsteher eines Nomos (einer
Nomarchie), d. i. eines Verwaltungsbezirkes in Griechen—
Nombreé (frʒ., spr. nongbr), Zahl. sland.
Nom de guerreé (frz., syr. nong de gähr, „Kriegs⸗
ame“), Spitzname, angenommener Sghriftstellername,
Pseudonym (auch XNom de plume, spr. plühm).
Nomte, Kap (Cape) N., Golddistrikt auf der Seward⸗
jalbinsel sKarte: Nordamerika 1, 2], an der Nordküste
»es Nortonsundes im nordamerik. Territorium Alaska,
1898 entdeckt, mit der neuentstandenen Stadt N. (City)
früher Anvil City, 1900: 12488, im Sommer 1802über
30 600, im Winter 6000 E, — Vgl. Mecee (engl. 1802).
Nomten (lat. „Name“, Mehrzahl Nomina), Neun—
wort, diejenigen Woͤrter, die entweder ein Ding (Nomina
zuhstantiva) oder die Eigenschaft eines Dinges (Xomina
adjectiva) bezeichnen; im Rechnungswesen eine Geldpost
(Nomina aetiva, außenstehende, Nomina passiva, Schuld⸗
posten). N. eollectrrum, s. Kollektivum; X. commune, Ge⸗
meinuame; N. proprium, Eigenname (s. Name). F. et
omen, Name und (zugleich) Vorbedeutung (nach Plautus).
Nomenklator (lat.), Namennenner, im alten Rom
ein Sklave, der seinem Herrn die Namen der Begegnenden
nannte; daher s. v. w. Namenregister, bloßes Ramenver—
eichnis ohne weitere Erklärung. Nomenkiatur, die Ge—
'amtheit der auf einem Gebiete üblichen Benennungen.