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Nordalbingta (GMordelbingen), früher das im NRC
»er untern Elbe von Sachsen (Nordalbingern) bewohnt;
Land, von dessen vier Gauen: Holstein, Stormarn, Dith—
marschen und Wagrien, Karl d. Gr. die drei ersten seinem
Reiche einverleibte.
Nordamerika, im weitern Sinne die nördl. Hälft—
oon Amerika (s. d.) IKarten: Nordamerika Tu. II
Querprofil auf: Erdkarten J, 1]). Es wird vom Nördl
Eismeer, Atlantischen und Stillen Ozean und Golf von
Mexiko bespült und hängt durch den Isthmus von Panama
mit Südamerika zusammen; Größe des Festlandes ohne
Zentralamerika und die arktischen Inseln (nach A. Supan;
1800) 19 818 000 qkm, 94 358 000 E., mit Zentralamerika
(J. d; ohne Westindien) 20580 300 4km, 99416000 E.
Bedeutendste Halbinseln des Festlandes von R. im engern
Sinne: Boothia Felix und Melville im N., Labrador, Neu—
schottland, Maryland-Delaware und Florida im O. Kali—
fornien und Alaska im W. Klima kälter als das euro—
plische. Länder von N. im engern Sinne: Mexiko, Ver
Staaten von Amerika, Brit.⸗-Nordamerika, Grönland misf
—
lon. [S.Beilage: Rordamerika.] — Literatur s. Amerike
und die einzelnen Staaten; vgl. auch Russel (engl., 1904)
Nordanmerikanische Literatur. Bis zum Be—
ginn des Unabhängigkeitskrieges ist die N. L. mit der engl.
eng verknüpft; sie zeigt in der die Kolonialzeit umfassen—
den ersten Periode (120—1765) nur geringe Spuren
nationaler Eigentümlichkeit (Gedichte von Anne Brad—
street, 1660; das Drama „The prince of Parthia“
1765, von Godfrey; theol. Schriften, Reisebeschreibungen;
die polit. und moralischen Schriften B. Franklins). Ir
der zweiten Periode (1765— 1800) entwickelte sich mi
dem regen polit. Leben bes. die Tagesliteratur (Otis
Dickinson, Pickering), die Staatswissenschaften (Jefferson
Hamilton) und die Geschichtschreibung (Holmes); auch
die geogr. Werke dieser Zeit (von Cower, Lewis zc.) sind
wertpoll. Dagegen hatte die schöne Literatur nur wenig
Vertreter: Freneau, den Dichter des Unabhängigkeits—
krieges, die Epiker Trumbull und Dwight, Barlow, den
Verfasser der Columbiad“, die Romauschriftsteller Brown
und Brackenridge, dieser auch Lyriker, und den Humoristen
und Satiriker Hopkinson. Die bis zur Gegenwart rei—
chende dritte Periode, in der erst ein ———— natio⸗
nales Geistesleben sich zeigt, ist sehr reich an Produkten
der Iyrischen Poesie; obenan steht Bryant, neben ihm sind
Longfelloio, Tana, Percival, Halleck, Moxris, Poe, Whit⸗
er Lowell, O. W. Holnicô, Leland, Stedman, Whit—
man, Aldrich Halpine (O Reilly) u. a., die Dichterinner
Geschwister Cach, Howe, Osgood, Jackson hervorragend
das Epos ist fast gar nicht (außer Longfellows Eia
Watha““), das Drama äußerst gering (Boker, Payne,
Willis) vertreten; als UÜberfetzer fremder Dichtungen rager
Longfeilow, Broots, Taylor (Goethes „Faust“), Leland
m. a hervor. Am erfolgreichsten ist, der Roman angebau—
worden, vor allen durch Irving („Knickerbockers“,
Sketel Book“), dem Paulding, Drake, Halleck sich au—
schlicßen: Cooper fand mit seiuen Kulturromanen zahl—
lose Rachahmer: Catherine Sedgwick, Simms; als Sitten—
schilderer ragt Hawthorne hervor, dem E. A. Poe nahe
steht; ferner zeichneten sich in diefer Richtung aus: Bret
Harte, Harriet Beccher-Stowe (, Unolo, Tom's cabin“),
Hiillet, Eggleston, James, Howells, Elisabeth Stnart
Phelps, Bellamy, H. James, Parker, H. Frederic ꝛc,; in
Kindergeschichten“ bef.: Luisa May Alcott, Francis Gliza
Burnett und John Habberton; als Vertreter der spezifisch
amerik. Form der huͤmoristischen Erzäühlung: Scba Smitk
(„Major Jack Dovwping“), Shillaber, Prentice, Derby,
Browne, Shaw, Hale, Wärner, Aldrich und bes. Clemens
Mark Twain). Als Geschichtschreiber sind bedeutend:
George Bancroöft, Prescott, Motley, Parkman, Hildreth,
Schouler, Fiske, Winsor, Wilson, Draper, Curtis, Tay
lor'n. a.; als Literaturhistoriker: Tuckermann, Griswold,
Hart, E. A. und G. L. Duyckinck u. a.; als Biographen:
Irving, Sparks, Greene, Quincy u. a. Die Philosophie
mehr in der populären Form munterer Plaudereien kul—
tiviert, ist vertreten durch Emerson, Holmes, Thorear
n. a.; die Philologie durch Webster, Bartlett, Whitney
Gallakin ꝛc.; die Theologie durch Channing, Worcester ꝛc.
die Geoagaraphie, insbes. die Reisebeschreibung, durch Tay—

or, Frau Harriet Beecher-Stowe, Audubon, Brace,
Curtis, Squier, Stanley, Lathrop, Kennan u. a. Vgl.
Richol (engl., 1882), Knortz (2 Bde., 1881), „Lbrary
or Americuin Lterature“ von Stedman und Hutchinson
AI Bde. 188800), Wendell (engl., 1801), Trent (engl.,
802), Stedman (Anthology'““, 1900).
Deutsch⸗amerik. Literatur. Die ersten Anregungen dazu
ind teils religiösen, teils polit. Charakters. 1739 er⸗
chien die erste dentsch-amerik. Zeitung. Von Schriftstellern
ind Dichtern sind hervorzuheben; Therese A. LRobinson
Talvs), F. Kapp, Mathilde Annecke, bes. als Lyriker K. Krez,
. Heinzen, Zuͤnbi, Knortz, Reitzel, Edna Fern, M, Dreschet,
Ries, Terberg, während das Drama wenig vertreten ist;
n der Robeuistit betciligten sich unter audern: Klauprecht,
Rt. Dilthey. F. und R. Lexow, B. Möllhansen ec. F
Bal. Zimmermaun (Chicago 1892). svon Amerita.
Nordamerikanische Union, s. Vereinigte Staaten
Hordandaman, eine der Andamanen, zur, Gruppe
hrohandaman gehbrig, 1513 qkm, bis 736 1n hoch, an
der Ostküste Hafen Port Cornwallis.
Nordau, Mar, Schriftsteller, geb. 29. Juli 1849 in
Pest sei 1880 Anßt in Paris; schrieb „Paris unter der
zritien Republik“ (4. Aufl. 1880), „Die konventionellen
dugen der Kulturmenschheit“ (18. NAufi, 1901),,„Paradore
7. Anfl. 1901), „Vom Kreml zur Alhambra““ (3. Aufl.
889), „Entartung“ (3. Aufl. 1806), Romane, Dramen u. a.
Nordausftralien Mordterritvrinm, Northern Terru
töry), nördlichster Teil (Dependenz) der brit.-austral. Kolonie
Südaustralien, vom Carpentariagolf und Alerandralaud
begrenzt, mit zahlreichen, vorliegenden Inseln, 1356 180
m, 1801) 245 1406.; Flüsse: Kittoria, Adelgide, Roper,
Forkommen von Eifen, Kupfer und Gold; Eisenbahn von
ßalmerston nach Pine Creet. Im 17. Jahrh. entdeckt,
senauer erst seit der Anlage, der überlandielegraphen
1870—72) durch Forrest, Lindsay u. a. bekannt geworden⸗
Nordbeveland, Jusel in der Scheldemündung, zut
ederländ. Prov. Seeland gehörig.
—X—
Norddakoöta (eugl. North Dakota), einer der Ver .
Siaaten von Amerika, 183 569 qkm, (1900) 319 146 E
185 840 qkxm Indianerreservationẽeu mit 6968 Indianern).
Zauptstadt Bismarck; Staatsuniversität in Grand Forks.
Seit 1889 Staat der Union.
Rorddentsche Missionsgesellschaft, 1886 in
Zamburg entstanden, spüter durch die Hermannsburger
Rjston geteilt und' nahh Bremen verlegt. ürbeitsfeld
s Gebiet der Ewe (Sklaventuͤsse). Oraan das „Mo—
ratsblatt der N. M.“ (Bremen).
Norddeuntscher Bund, der 1866 nach der Auflösung
es Deutfchen Bundes unter dem, Präsidium der Kroue
Breußen aus den Ländern nördlich vom Main (außer
uremburg und Limburg), insgesanit 22 Staaten, gebil⸗
ete Bundesstaat, ging 1871 im Deutschen Reich anf.
Norddeutscher Lloyd, s. Lloyd.
Rorddevon Cengt. Rorth Devon), Insel im Arkti—
chen Archipel von Amerika, zwischen Laucaster- und Jones⸗
Sund, zu den Perryinseln gerechnet, mit Grinnellhalb⸗
nsel etwa 55 600 qkxm.
Rorddorf, Dorf (174 E.) mit Seehospiz auf Amrum—
Rordelbingen, s. Nordalbingia.
Norden, s. Mitternacht. J
Norden, Kreisstadt im Reg.-Bez. Aurich, in der Nühe
er Rordfee, (10085) 6717 E., Amtsgericht, Lindaeritirche,
Hymnasium, Gewerbeschule.
Nordenburg, Städt im preuß. Reg.-Bez. Königs⸗
erg, an der Swine (Ausfluß des Nordenburger Seck
905) 3200 E., Amtsgexicht.
Nordenham, Bauerfchaft und Hafen in Oldenburg,
in der Weser, (1900) 2092 E.; Hohsecfischerei.
Nordenfkisdid (Ept. jchöid), Adolf Erik, Freiherr
»on, schwed. Geognost und Volarfahrer, geb. 18. Rop.
1832 zu Helsingfors, seit 1888 Prof. zu Stockholm, nahm
don 1868-75 an allen schwed. Dihen Expeditionen
keil, die er zum Teil (1864 und 1868) selbst leitete, um—
egelte 1878.79 auf der Vega die RPordküͤste Sibiriens
und kehrte durch die Beringstraße nach Europa zurück, wo⸗
durch er das Problem der Rordöstl. Durchfahrt löste; geß.
12. Aug. 1801 in Stockholm; schrieb unter anderm; „Die
Imsegelung Asiens und Europas auf der Vega“ deutsch.