2Bde., 1882), „N.s Vegafahrt“ (bearb. von Erman, 2. Aufl
1890), „Studien und Forschungen“ (1885), „Grönland“
(1886), „Facsimile-atlas tall kartogiatiens äldsta
historia“ (1889), „Periplus“ (18897). — Bgl. „Die
Nordpolarreisen Adolf Erit N.s 1838 — 78 (dentsch 1880),
Anderson (schwed. 1801), Forsstrand (schwed. 1901). —
Sein Sohn Erlaud, Freiherr von N., Südamerikaforscher,
geb. 19. Juli 1877 in Södertelge (Schweden), bereiste
1899, 1801/2 und 1804/5 Patagonien und die Grenz—
gebiete von Bolivia, Argentinien und Peru, jetzt Assistent
am Ethnograph. Museum in Stockholm. — Ein Neffe des
erstgenannten ist Otto Nordeustiöld, Geograph und Geolog
gebe6. Dez. 1889 in Sjögle (Schweden), bereiste Patago—
nien, Feuerland, Alaska, Ostgrönland, war Leiter der
schwed. Südpolarexpedition 190173 (,Wissenschaftl. Er—
gebnisse“, 7 Bde., 1908 fg.), welche u. a. feststellte, daß
Lonis⸗Philipp-⸗Land und Graham(s)land (König Oskar II.-Land)
 ein zusammenhängendes Land bilden, seit 1805
Prof in Göteborg; er schrieb: „Antarktik“ (in 5 Sprachen,
quch deutsch, 1805) u. a. gab noch heraus: „Wisseuschaftl.
Ergebnisse der schwed. Expedition nach den Magalhäes—
ländern 1885 —97“ (3 Bde. 1899. 1909).
Nordenstiöldmeer, Teil des Nördi. Eismeers an
der Nordküste Sibiriens, zwischen der östl. Taimyrhalb—
insel und den Neusibir. Juseln.
Norderney, preuß. Insel an der ostfries. Küste [Karte:
Nordwestdeutschland J, 2, bei Hannover], 20 qkm,
(1900) 4018 E., Secbad, Nationalhospiz für 250 Kinder
(auch Winterstation), Leuchtturm. — Vgl. Kruse (1899).
Nordfjord, Fsord an der Westküste Rorwegens, 70
kmilg.; an den Ufern Pferdezucht. ITafel: Karto—
Iraphie II, 10.)]
Nordfriesen, im Mittelalter auch Strandfriesen ge—
nannt, german. Volksstamm an der Westküste von Schleswig
 und auf den vorliegenden Inseln.
Nordfrieslaund, im Mittelalter Frisia minor,
Westeulaud, der schniale flache Landstrich an der Westküste
Schleswigs zwischen Tondern im N. und Husum im S.
nebst den vorliegenden Nordfriesischen Inseln und den
Halligen. — VBgl. Heimreich (3. Ausg., 2 Tle., 1819),
ohl (8 Bde., 1846), Hansen (2. Aufl. 1877), Jansen (1891)
Nordgermntanen, die Bewohner von Dänemark,
epee Norwegen und Island.
Nordhalben, Marktflecken im bayr. Reg.⸗Bez. Ober⸗
ranken, an der Rodach, im Thüringer Walde, (19051
656 E., Amtsgericht.
Nordhausen, Stadtkreis im preuß. Reg.-Bez. Erfurt
am Anfange der Goldenen Aue, an der Zorge, (19001
28497 (1965: 29 882) E. Land-, Amtsgericht, Hauptsteuer—
anmit, Handelskammer, Reichsbaukstelle, Gymmasiuni, Real—
gymnasium; bedentende Indüstrie, bes. berühmte Branntwein—
breunereien (über 70; RordhäuserKorn), Kautabak, Zigarren
Zichorien, Maschinenfabriken; bis 1803 Freie Reichsstadi
Nordholland, mederländ. Provinz westl. vom Zuider⸗
ee, 2770 qkm, (1904) 10563 083 E. ; Hanptstadt Haarlem
Nordholländischer Kanal (Großer), Nordkanal
Kaual von Ij vor Amfterdam nach Mieuwebiep bei Hel—
der, 80 xwlg.
Nordhorn, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Osnabrück
in der Vechte und dem Ems-Vechte-Kanal, (1905) 2640 E
Nordifche Mythologie, die Wissenschaft von dem
Zultus und den Mythen der nordgerman. Völtker. Ihre
Quelle sind hauptsächlich die beiden Edden (s. Edda). Nach
diesen sieht Odin sTafel; Religionen .22) aus dem
Geschlechte der Asen um Mittelpunkte der Goölterdynastie
ereist der Herr und oberste aller Götter. Daneben Thoi
Waf. L245 Baldr, Tyr, Freyr, Njördr, Hönir, Ullr, Heim—
dallt, Vidhar, Bragi. Göktinnen: Frigg, Odius Gemahlin,
Freyja, Idhun, Nanna, Gefjon, Sif. Unter den Asen be—
fand g auch Loki, das Prinzip des Bösen, der unter an—
derm Baldrs Tod veranlaßte(s. Göttergeschick). — Der
Stammvater der Götter ist Buri. Seinc Söhne Odin, Wili
nnd Ve schaffen ans dem Urricsen Pmir die Welt. Die Men—
en sind aus Bäumen (Esche und Ulme) entstanden. Dit
Welt stellte mau sich als müchtigen Baum (Esche Yggdrasitl
dor, an dessen Wurzel sich die Unterwelt befaud, das Reich
der Hel. Die Götter wohnen in Asgardh, die Mensche
in Midhgardh, die Rieseln in Jötunheim. Mit letztern
lagen die Göller bej hor in fortührendem Kampfe

283

Néör

durch die Riesen werden auch sie einst iu der großen
Bötterschlacht vernichtet. Die Welt endet durch den Wel—
enhrand, maͤch dem, cine neue Erde und einc neue Sonne
aus den Fluten auftaucht. Reben dem Gianben an per⸗
nliche Gottheiten bestand der Glaube as seelische Geister
und Dämonen. Die Secle soll persönlich fortleben, ein
eben wie auf der Erde In ver Witingerzeit bildete
ich der Glaube an cin Kriegerparadies (Valhöll), nach
——— Gefallenen brachten und
oo unter Odhins Herrschaft gezecht und gekümpft wurde.
Die andern Toten kamen zur Hel. Die Götter wurden
n Tempeln verehrt. Die Leitung des Opfers hatte der
Rodhe. Größere Opfer fanden zu Winters Aufang, im
Mittwinter und zu Sommers Anfang statt. Das Ge—
chick wurde durch Völven . d. Ngeweissagt. Val. E. H.
Meyer (1891), Mogt (2 Aufl 1897), Golther (1895).
Nordischer Krieg, 1700 21 geführt zwischen Schwe—
den (Karl XII.) einerseits, Duncmart (Friedrich 1V.),
Polen⸗Sachsen (August II.) und Rußland (Peter 1.5
päter auch Preußen und Haunover andererseits, vernich⸗
ete das übergewicht Schwedens im R. Europas und hob
Rußland zur kurop. Großmacht. Friedeusschlüsse Schwe⸗
dens: Altranstädt 24. Sept. 1706 (mit Sachsen); Slock—
holm 20. Nov. 1719 (mit Hannover; Abtretung von
Bremen und Verden), 1. Febr 1720 (mit Preußen; Ab—
tretung von Vorpommnern); Frederiksborg 13. Inli 1726
mit Tänemark); Nystad 10. Sept. 1721 (mit Rußland;
Abtretung Livlands, Estlands und Ingernianlands). —
6gl. von Noorden, „Euron. Geschichte m Jahrh.“,
3d. 2 (1873). skronenkrieg (1. d.)
RVordischer siebenjähriger Krieg, s. v. d. Drci
Rordische Syrachen und Literaturen. d⸗
Sprachen der standinavb. (nordischen) Völter bilden den
nordgerman. Sprachstamm. Dieser ist bis ins 10. Jahrh.
inheitlich, weist bis ins 183. Jahrh. nur wenig dialettische
duterschiede auf, spaltet sich daun aber in eine östl Gruppe,
ius der sich das heutige Schwedische und Dänische, und
ine westl. Gruppe, aus der sich das Norwegifchẽ und
Isländische entwickelte (s, Norwegische und Isländische
Sprache und Literatur). Auf Island entstand dann eine
besondere Literatur und Litcxatursprache, die man Alt⸗
nordisch zu nennen pflegt, Diese alte Sprache hat sich
hier auch an reinsten erhalten, während sie in Norwegen
nur noch in Dialekten fortlebt. Von den ostnordischen
Zprachen hat das Dänische die vollen Endungeu zeitig (13.
zahrh.) abgeschwächt, das Schwedische hat sie erhalten.
RNordranal. 1) N. (eugl. North Chanuel), Meerenge
— Irische See
it deam Atlan. Ozean, bis 280 m tief — 2 N.. s.
Nordholländischer Kanal.
——— Vorgebirge Guropas und Nor⸗
vegens, auf der Insel Magers 71042 n Bezd n
soch; noch cinige Sekunden nördlicher als Ragltegt die
tiedrige Landspihe Knivsk(z)järodden. (S. auch Nordtun)
Karte; Europa IL, I. 5
a North Caroliua), einer der süd⸗
ichen atlantischen Ver. Staaten von Amerika, 136420 qkm,
1900) 1893810 E.; an der Küste eben, gumählich zu dem
sppalachengebirge aufsteigend; Ackerbau; Reichtum au Pech,
keer und Terpentin; im W. Goldbergbau, Industrie in
zaumwolle und Tabat; Staatsuniversität Chapel Hiu;
Zauptstadt Raleigh. — N. früher (dis 1731) mit Suͤde
arolina vereinigt, staud im Bürgerkriege auf seiten der
donfderierten. — Bal. Moore (engl 8 Bde. 1880).
Nordkyn, Kynrodden, Kinerodden, nördlichste Spitze
des festländischen Europa und Norwegen, östlich vom Rord—
(s. d.), am Larefiord, 718“n. B. sKarte: Europa I,I.)J
Nordland. 1) Amt im nördl Rorwegen, 38 340 qkn,
1800) 152 144 E. Küste von Buchten zersplittert; Haupt—
et Bodö. Jusel, . Rordostland.
Nördliches Territorium, s. v. w. Nordaustralien.
Nordlicht, s. Polarlicht. J
Nördlingen, Bezirksstadt im bayr. Reg.⸗Bez. Schwa—
den, im Ries, an der Eger, (1805) 8401 E., Anitsgericht,
 Realschule, Waisenhaus, Mineralquelle; Malz⸗,
eder⸗z, Leim⸗, Teppich-, Möbel-, Lebtucheufabrikation bis
1803 Freie Reichsstadt; hier 6. und 7. Sept. 634 Sieg.
der Osterreicher unter König Ferdinand über die Fane
en unter Bernhard von Meimor — Val. Struck (18543).