Schweiz seit 1877 und in Österreich seit 1886 auf 11
Stunden festgesetzt; im Deutfchen Reich nicht eingeführt,
doch ist die fägliche Arbeitszeit der Frauen auf 11, dei
jugendlichen Arbeiter auf 10 Stunden beschränkt, die der
erwachsenen männlichen Arbeiter kann, falls ihre Gesund—
heit gefährdet ist, durch Bundesratsbeschluß ebenfalls ein—
geschränkt werdeu. Die Sozialdemokratie erstrebt die Ein—
führung des Achtstundentages, der in je 8S Stunden Arbeit,
Erholung und Schlaf zerfallen soll. — Bal. Jäger (1891
u. 1892), Rost (1886), Rae (deutsch 1897).
Normale, in der elementaren Geometrie s. Lot [Abb.
1077]; in der analytischen Geometrie die in einem Kurven—
punkke auf der Tangente und die in einem Flächenpunkte
auf der Tangentialebene errichtete Senkrechte. Bei einer
Raumkurve bilden die unendlich vielen N. die Normal—
ebene. Die Hauptnormale ist die, welche den Krümmungs—
mittelpunkt enthält. Normalschnitt ist der senkrecht zu
den Tangenten durch eine Jläche gelegte Schnitt.
Normalelemente, s. Galvanisches Element.
Normalgewicht, s. Normalmaß.
Normalinstrumente, genau gearbeitete Iustrumentt
zur Bestimmung der Fehler weniger guter Instrumente
o Normalbarometer, Normalthermometer u. a.
Normalzahr (lat. annus decretorius), das J. 1624
welches im Westfäl. Frieden (1648) fuür den Besitzstand
der geistl. Güter und Rechte als Norm erwähst wurde
Normtalterze, Bezeichnung fuͤr
die deutsche Lichteinheit; als solche
dient die Hefuersche Amnlazetaklampe,
 deren Lichtstärke kurz als
Hefnerlicht, Hefnereinheit, Hefner⸗
kerze bezeichnet wird; der innere
Durchmesser des Dochtröhrchens be—
trägt 8 min, die Flammenhöhe
40 mu IAbb. 1258; 4 Behälter
für das Amylazetat; CDochtröhrchen
mit Verschluͤßkappe D; x bStellrüd—
chen; Flammenmaß mit Spiegel
zum Beobachten der Flammen—
spiße)].
BNMuormalmaß, Musiermaße(frz. étalon), eine beglau—
bigte Nachahmung des sog. Urmaßes, d. h. des Exem⸗
plars, das die genaueste Darstellung der Einheit des Län—
genmaßes bildet; vom N. des Deutschen Reichs (seit 1893
in Stab aus Platiniridium von 1m Länge) besteht eine
Auzahl unmittelbarer Nachahmungen, nach welchen die
Hanptnormale gefertigt sind. Diese dienen zur Richtig—
erhaltung der ihnen nachgeahmten Kontrollnormale, deren
Zweck es ist, die Gebrauchsnormale in den Eichungsstellen
zu herichtigen. Kontroll- und Gebrauchsnormale heißen aud
Eichungsnormale. Das Urgewicht des Deutschen Reiche
ist ein Stück Platiniridium von 1k8 Schwere; eine beglau—
bigte Nachahmung ist das Normalgewicht. Normalgewich
heißt auch das streug gesetzliche Gewicht einer Münze.
—————— Normalnull, der für alle Nivelle—
ments und Höheuangaben angenommene Ausgangspunkt
In Preußen fällt er mit dem Mittelwasser der Ostsee zu—
ammen. Hierauf beziehen sich auch die Höhenmarken be
Lisenbahnen, Chausseen, gewöhnlich mit A. X. bezeichnet
Normalprofil, im Eifenbahnbau die Umgrenzung
des lichten Raums, den die Abmessungen der Betriebs—
mittel und der Ladung nicht überschreiten dürfen, daher
Ladeprofil. In der Walztechnit find N. die durch Ver—
einbarung zwischen den Werken und den Jugenieurver—
rinen festgesetzten bestimmten Formen und Abmessungen
ür Formeifen (s. Walzeisen).
Normalfschnitt, NRocmale.
Norntalfschule, Mufsterschute, eine in ihrer ganzen
Einrichtung und Ausstattung mustergültige Unterrichtsanstalt;
 auch Schulen mit bes. tüchtigen Lehrkräften ode'
.v. w. Lehrerbildungsanstalten (frze Beoles normales
amerit. XNormal schools).
Normalspur, s. Spurweite.
Normalton, s. Kammerton.
Normaluhr, die Hauptuhr einer Sternwarte, deren
Vaug durch regelmäßige Zeitbestimmungen genau kontrol⸗
liert wird; auͤch die in Froßen Stüdten auf öffentlichen
Plützen aufhesteliten uͤhren deren Gang von oinem Mittel—
punkte aus geregelt wird

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Nor

Norman (spr. nöhrmänn), Fluß in Queensland, mün—
et in den Carpentariagolf, Goidfelder (Orte: Kimberley
in der Mündung, Normantown 50 kim aufwürts).
Normanbui sspr. nöhrmännbl), Stadt in der engl.
Vrafsch. Yort (North Ridingh, (18061) 8128 6E.
Norntandie (spr. angdihß, ehemal franz Provinz mit
der Hauptstadt Rouen, jebt die3 Dep. Seine-Inferieure,
ure. Orne, Calvados und Manche, v18 von Kart dem
Einfültigen dem Normanneuführer Rolf oder Rolso als
erbliches Kronlehn abgetreten, feit 1066, wo Herzog Wil⸗
helm II. England eroberte, mit diesem Lande vereinigt,
dis sie Philipp August von Frankreich 1205 —4 wieder
roberte, worauf sie französisch blieb mit Ausnahme der
I40, in denen die engl. Könige wieder in ihrem
Zesitz waren. — VBgl. Barthelemy (1857), Baudrillart
1880), Mitton und Jungmann (engl. I905), Home (1905).
Normannen (Mordmannen), Name der standinav.
Zeeräuber (Wikinger), die im 8.bis 11. Jahrh. Europa
jeimsuchten. Als Dsimannen oder Däunen faßten sie 866
zuerst festen Fuß in England, wo Knut d. G0 1016 die
dün. Herrschaft (bis 1042) aufrichtete. An den Küsten
des Fränk. Reichs hatten sie seit Karls d. Gr Tode Raub⸗
üge unternommen; 812 erhielt ihr Anführer Rollo von
Karl dem Einfältigen das Gebiet' an der Seinemündung
. Normandie) eingeräͤumt; 1066 begründete der Nor
maunenherzog Wilhelm der Eroberer die franzeznormanu.
Dynastie in England (s. Großbritannien und Irkaud [Ge⸗
schichtel), Andere Scharen drangen bis nach Island,
Grönland und dem nordöstl. Amerika. Beilage: Ent—
deckungsreisen.— An der Ostsee gruͤndeten 862 die
Waräger unter Rürik (s. d. das Reich von Nowgorod,
andere schwed. N. das von Kiew. Späater drangen diese
längs der Flüsse bis ins Schwarze Meer vor uüd dehn—
ten ihre Raubzüge bis in die Umgegend von Kouflautinopel
aus (866, 8906, 941 und 1048). Von der Normandie
aus zogen viele Edle nach Süditalien, wo Robert Guiscard
058 durch den Papst zum Herzog von Apnlien, Roger I.
130 zum König von Sizilien erhoben wurde. — Val.
Dondorff, „Die N.“ (1875), ferner über die R. in Eng⸗
aud: Freeman (engl, 6Bde. 1867-79), ders. (1880);
n Sizilien: Schack (2 Bde., 1889) und von Heinemann
Bd. J, 1894); in Rußlaud: Thomsen (enal. U877) in
merita: Fischer (1902).
e em, Kanagliuseln (frz. Ites Nor—
nandes, engl. Chaunel Islands), brit. Jnselgruppe inm
danal, an der Westküste der Rormandie, 186 4kmn, 801)
5 618 E.; mit eigener Verfassung (2 Republiken oder Bai⸗
iwicks); strategisch wichtig; Sprache altnormann. Dialekt;
hanptinseln: Jexsen, Guernsey, Alderney, Sercq (engl.
Sart); Hauptstadt St.-Helier. — Vgl, Ansted und Batham
engle; 2Aufl, 1868), Fegote Ogiet Erauz. 188).
Rormännischer Baustil, der in Nordfrankreich
hedem übliche Romanische Stil. im 11. Jahrh. auch nach
5 übertragen.
eeeeeees Pferd, eine in der Normandie ge—
üchtete Pferderasse, groß, rumpfig, Kreuzungsprodukt dos
ilten normänn. Landschlags mit dem eugl. Vollblutpferde.
Normanton (spr. noͤhrmännt'n), Stadt in der engl.
vrafsch. York (West Riding), (1901) 12353 E.; Industrie.
Normatage, in kath. Landern diejenigen Tage, an
»elchen öffentlüche Belustigungen untersagt sind.
Rormativ, als Rorm ( d.) geltend.
Normieren (lat)), regeln; anordnen, vorschreiben.
Nornen, die Schicksalsgöttinnen der nord. Mytho⸗
ogie, nach später überlieferung drei: Urd (Vergangenheit),
Berdandi (Gegenwart), Skuld (Zukunft)
Nörnik (xuss.), junger Blaufuchs (Polarfuchs); Nor⸗
tiki, Norki, Norken, die Felle desselben.
Norrbotten, Luleä, das nördlichste Ln Schwedens,
05882 4k*4km, (1904) 147 646 E.: Eisenaruben (Gelli—
ara); Hauptstadt Luleaͤ.
Nörre Sundby, Stadt im däu. Amt Aalborg, ani
Limfjord, nördl. von Aalborg (Brücken), (1901) 3814 E.
Norristown (spr. taun), Stadt im nordamerik.
ztaate Pennsylvanien, am Schuüylkill, (1000) 222656
Norrköping (spr. dschö⸗), Handelsstadt im schwed.
zän Ostergötland, unweit der Mündung des Motala⸗
troms in den Ostseegolf Bräviken, (1904) 44878 E.;
endustrie bes. Textilindustrie und Schisfhans GHandel.