in den Klöstern, 3) Leute, welche ihr Vermögen einem
Kloster vermacht haben und dafür früher das Ordenskleid
trugen (jietzt nur das Skapulier), 4) mehrere Ordenskon—
gregationen, z. B. die O. der heil Franziska, gestiftet 1488
in Rom, nur für adlige und fürstl. Danien, die in der Welt
weiter leben; die O. des heil. Ambrosius, ein von Carlo
Borromeo 1578 gestifteter Weltpriesterverein, 1848 wieder
hergestellt, jetzt bes. in England; O. der feligen Jungfrau
Maria (Maristen, Marienpriester), 1816 gestiftet, jetzt
bes. der Mission dienend.
Oblation (lat.. Darbringung“), freiwillige Gaben
an die Kirche oder den Pfarrer; in der alten Kirche die
Beiträge zum Liebes⸗ und zum Abendmahl, jetzt in der
dath. Kirche die Darbringung der Hostie und des Kelches
in der Messe.
Obligaãt (lat.), verpflichtet; verbindlich, unerläßlich
in der Musik eine selbstaͤndig geführte Begleitstimme, die
deshalb nicht wegbleiben kann. Obligatisn, Verbindlich—
keit, Rechtspflicht; die Verbindlichkeit eines Schuldners
gegenüber dem Forderungsrecht des Gläubigers; öffent
liche Schuldverschreibung des Staates, einer Gemeinde
Kreditanstalt, Aktiengesellschaft ꝛac. Das Obligatiouen
recht oder Recht der Forderungen bildet einen Haupt—
besiandteil des bürgerlichen Rechts. Obligatsrisch, ver—
pflichtend, von verbindlicher Kraft (Gegensatz: fakultativ)
Obligeant (frz., spri -ischäng), verbindlich, gefällig
ybligieren, verpflichten, verbinden.
Obligo (ital. obblägo), Verbindlichkeit, Gewähr, bes
im kaufmännischen Verkehr. Im O. sein, schuldig sein
D. stehen, Gewähr stehen; O. geben, haften, bürgen
ohne mein O., Zusatz bei Wechselindossaments, um die
Iegretpfict oder die Bürgschaft jür das Eingehen der
Zahlung abzulehnen.
Obliteration (at.), Ausstreichung, Tilgung; Ver—
schließung eines Gefäßes (Ader) durch Verwachsung; ob
literieren, ausstreichen, kilgen.
Oblongunt (Iat.), längliches Viereck (Rechteck).
Obmann, Vorsitzender, Präsident; derlenige, welchen
zwei von den Parteien ernannte Schiedsrichter als dritter
wählen, damit er den Ausschlag gebe; bei Schwur—
zerichten der von den Geschworenen aus ihrer Mitte
sur Leitung der Beratung und zur Verkündung
des Wahrspruchs Erwählte.
Dbodriten, Volksstamm, s. Obotriten.
Obve (Hobve, frz. hautbois), Holzblasinstru⸗
ment aus einer unten sich konisch erweiternden
Röhre bestehend, mit einem Mundstück (Röhrchen)
aus zwei dünnen Blättchen [Abb. 1272), 13-4
Klappen und im Umfang von n— und darüber
hinaus. Abarten der O. sind: O. da daccia (s.
Inglisch-Horn) und die zu J. S. Bachs Zeiten sehr
zehräuchliche, eine Terz tieferstehende O. d'amoro
d'amoir). (Psijol, 11872 E.
Dbojän, Kreisstadt im russ. Gouv. Kurst, am F
Obok, Hafen von Franz.-Somalland, an der k8
Tedschurabai im Golf von Aden.
Obolenskij, Alexander Dimitrijewitsch, Fürst, geb.
—DDDD—
des Generalgouverneurs von Warschau, 1905 bis Mai 1906
Oberprokuror des Heiligen Synod.
Obslos (greh.), ursprünglich eine Art altgriech, Stab—
geld (spize Stückhhen Eisen oder Kupfer), dann Silber
dud Kupfermünze, 6 Stück1 Drachme; als neuariech
Bronzemuͤnze — 5 Leptä.
Dbongs, Volksstamm, s. Abongo.
Obornik, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Posen, an
der Warthe, (1905) 4006 E., Amtsgericht.
Obotriten (Abotriten, Obodriten, Bodrizen), flaw.
Volksstamm zwischen Trave und Warnow, von Heinrich
dem Löwen im 13. Jahrh. unterworfen und christianisiert
Oboval (neulat.), verkehrt eiförmig.
Obra, l. Nebenfluͤß der Warthe im preuß. Reg.-Bez
Posen, durchfließt den 82 kKm langen, 330 qkm großen
Obrabruch, der durch die Faule O. (Obrzyckoflust, 30 kw
schiffbar) r. zur Oder abfließt, muͤndet bei Schwerin
durch den Obrakanal östlich mit der Warthe verbunden.
Obraädovié (spr. witsch), Dositije, serb. Schrift—
steller, geb. 1739 in Csakovär (Banat), führte ein Wau—
derleben, gest. 7. April 1811 in Belarad: wendete in

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Obs
einen Schriften (10 Bde. 1833— 45) zuerst die wirkliche
erb. Volkssprache an. — Biogr. von Sevit (1889)
Obrakanal, s. Obra.
Obreénowitsch (Obrenovic), serb. Fürstendynastie,
dem Namen nach von dem serb. Landmann Dbren ab⸗
stammend. Dessen Stiefsohn Milosch, geb. 1780, zeich⸗
nete sich seit 1304 in den Kümpfen gegen die Türken aus
ind wurde 1816 vom Sultan als dFurst von ESerbien
anerkannt. Er regierte despotisch und mußte Jum 1839
abdanken. Sein Sohn und Nachfolger, Milan O. II.,
tarb schon 8. Juli 18389, sein zweiter Sohn, Michael
d. III. geb. 1828, mußte 1842 dem Fürsten Karadjor—
ojewitsch weichen, nach dessen Sturz Milosch O. J. 28. Dez.
858 wieder gewählt wurde. Dieser starb 26. Sept. 1860.
Sein Sohn und Nachfolger, der genaunte Michaet O. INI.,
vurde 10. Juni 1868 ermordet. Ihm folgte fein Nefse
Milan O. IY. (s. Milan J.), diesem sein Sohn Alexander
is. d. Imit dem die Dynahslie 19083 erlosch.
OBrien (spr. öbreien), William, engl. Parlamen—
arier, Mitglied der irischen Nationalpartet, geb. 2. Ott.
1852 in Mallow, mehrmals wegen Anreizung zu öffent—
ichen Tumulten zu Gefüngnis verurteilt, floh 1890 nach
Amerika, Autiparnellit, 189295 Vertreter der Stadt
Foxt im Unterhause, gest. 28. Mai 1908 in London; schrieb:
Obrist, s. Oberst. Recoollections“ (1805).
Obrogieren (lat.), ein altes Gesetz teilweise aufheben;
Obrogation, Vorschlag zur Abänderung eines Gesetzes.
ODbrutschew, Wladimir Afanasssewitsch, russ. Geolog
and Reisender, geb. 18638, 1002 Prof. am Techmschen In—
stitut in Tomsk, bereiste Transbaikalien, die Wuüste Gobi
a. a.; schrieb; „Aus China“ (2 Bde. 1896)., Ssbir Briefe
Ron O. O.“ (1894) u. a.
Dbrzyckoflußz (spr. obrschüzto-), s. Obra.
Obsekrieren (lat.), beschwören, dringend bitten;
Absetration, Beschwörung, dringendes Anliegen —
Obsequenz oder Obsequinm (lat.), Gehorfam, bes.
»er durch das Gelübde vorgeschriebene Gehorsam der
fOrdensglieder; gauch das Gefüngnis für ungehorfame
Irdensglieder. Obfequien, Totenfeier, sev. w. Etequien.
Observanten (lat.), s. Franziskaner.
Observanz (lat.), Beobachtung, Herkommen, Regel,
die durch längern Gebrauch xechtsverbindlich geworden;
ðvewohnheitsrecht. szier, s. Navigationsoffizier.
Observation (lat.), Beobachtung; Observativusoffi⸗
Observatorium (neulat.), eine zu physik. Beobach⸗
ingen eingerichtete Anstalt, bes. Sternwarte.
Sbservieren (lat.), beobachten, bemerken; genau be⸗
Obsessi (lat.), s. Besessene. Oen befolgen.
Obsidian, natürliches, vulkanisches Glas, durch rasche
Abkühlung bes. kieselsäurereicher Schmelzmassen entstau—
den, famtschwarz oder braun, selten grau oder grün, von
der chem. Zusammensetzung der Rhyolithe und Trachyte,
bisdet für sich Ströme, Lager und Gänge, auch die Ober⸗
släche von Lavaströmen (Liparische Inseln, Island, Te—
eriffa, Neuseeland). Schaumiger O. ist Bimosstein (s. d.).
Frühet zu Pfeilspitzen, Messern, Spiegeln, jetzt zu Schmuck—
achen zc. benutzt. fren, gerichtlich versiegeln.
Obfignation (lat.), gerichtliche Versiegelung; vbsignie-Obfkur
 (at.), dunkel, unbekaͤunt, unberühmt; Obstu—
ant, Finsterling, Feind der Auftlaͤrung; Obskurautis—
nus, das Streben eines Obskuranten; Obfturitãt, Dunkel⸗
eit, Mangel an Deutlichkeit: Leben im Verborqenen,
inberühmtheit.
Dosolet (lat.), veraltet, ungebrüuchlich.
Obst, die Früuͤchte der (meist kultivierten) Bäume,
Sträucher, selten Kräuter der nördl, gemäßigten und
alten Kone (Gegensatz: Südfrüchte), welche roh, getrocknet,
gekocht oder eingemacht genossen werden. Man unterscheidet
dern⸗, Stein, Beeren⸗ und Schalen⸗O. Das O, enthali
ung viel Stärke, die sich spüter in Zucker umwandelt;
»as Aroma stammt von Fruchtäthern. Die Lehre von den
Obstsorten heißt Pomologie. — Vgl. Bach, „Verwertung
des O.“ (2. Aufs. 1898); Gaucher, „Handbuch“ (3. Aufi,
902); ders. „Obstbaukunde“ (1805); Lucas, Handbuch“
4. Aujl. 1902); ders., „Anleitung““ (11. Äufl. 1004);
oach (4. Aufl. 1903), Barfuß (1805), Zürn (1806).
—An
Obstbaum. Die O. bedürfen zu ihrem Gedeihen einer
uten Wflege (Einvflanzen am geeigueten Ort. Be—