Octidi, im franz. republikanischen Kalender der achte
Tag einer Dekade.
Getopsda, Unterordnung der Kopffüßer (s. d.).
Ocũli (lat.), s. Okuli. sphan
Doulus munci (lat. „Weltauge“), Mineral, s. Hydro⸗
Od, eine von Karl von Reichenbach angeblich entdeckte,
zwischen Elektrizitüt, Magnetismus, Wärme und Sicht
steheude Kraft, für welche allein die sog. sensitiven Per—
souen empfänglich sein sollen; die Theorie hat sich jedod
als Irrtum erwiesen.
Odal (schwed.; norweg. Odel), Adel; Freigut.
Odaliske (vom türk. Odalyt, Zimmermagd“), weiße
Sklavin im orient. Harem; gewöhnlich Name der Die—
nerinnen im Harem des Großsultans, aus deren Mitte
dieser sieben Kadinen oder Damen für sich wählt.
Oddfellows (spr. Iohs; Independent Order of O.
„unabhangiger Orden der närrischen Käuze“), weitverbrei—
teter, der Freimanrerei ähnlicher, sog. geheimer Orden in
England und Amerita (scit 1870 auch in Deutschland);
ursprünglich (um 1760) zu London zut, Unterhaltung und
Bergnügung destiftet, wendet er jeßt seine Tätigkeit der
Unterstützung, Wohltätigkeit und sittlichen Ausbildung
einer Mitglieder zu. — Vgl. Ohorun (4. Aufl. 1898)
Odds (engl.), im Rennsport die bei der Buchmachere
ibgeschlossenen Wetten mit ungleichen Sätzen.
Ode (arch., d. h. Gesang, singbares Gedicht), jetzt feier⸗
liches, erhabenes Gedicht in antikem, meist reimlosem
Bersmaß; als Muster gelten die griech. O. von Pindar,
die lat, von Horaz, die deutschen von Klopstock, Hölderlin
und Platen, die franz. von Chtnier, Lamartine,. B. Hugo
Odeion, s. Odeum.
Odel, s. Odal.
Odelsthing (Gdelsting), eine der zwei Abteilungen
»s norweg. Storthings (f. d.). swassersüchtig
Sdem (grch.), Wassersucht; ödematös, geschwollen
Odenberg, sagenreicher Berg bei Gudensberg.
Sdenburg, ungar. Sopron, Hauptstadt des ungar
Komitats H. (3111 4k4m, 246 318 E.), unweit des Neu—
siedler Sees, (1900) 33478 E.
Odenkirchen, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Düssel
dorf, an der Niers, (1900) 14745 (1905: 16808) E.
Amtsgericht, kath. Lehrerseminar.
Odense, deuisch Ottensee, Hauptstadt der dän. Inse.
Fünen, mit dem Odensefjord durch den Odeusekaual (8 Km
ig.) verbunden, an der Odense-⸗Aa (60 xmuIg.), (1801
10138 E.; Domkirche (seit 1300. mit Köniasarübern)
Fifengießerei; Handel.
Odenwald, Gebirge in Hessen, Baden und Bayern
IKarte: Bayern ac. Is, durch den Neckar vom Schwarz—⸗
wald getrennt, 70 Kmelg., 40 45 kmebr., aus dre
Bergzügen bestehend, dem westlichsten mit dem Melibocus
(515 m), dem zweiten mit der Seidenbacher Höhe (5698 mi
und dem Rodenstein, und dem dritten bis zum Maui
hin mit dem Otzberg (367 m); höchste Erhebung im S
der Katzenbuckel (626 m) bei Eberbach. — Val. Volt (1900)
Lorentzen (2. Aufl. 1904 fg.).
Oder, ein Hauptfluß Deutschlands, eniheewee Oder⸗
gebirge in Mähren (am Lieselberge; 634 m ü. d. M.), erreicht
bei der Oppamündung die Grenze Osterreichs, bildet 28 k1m
weit die Grenze, tritt bei Oderberg auf preuß. Gebie
Karte: Brandenburg?c. II, durchfließt Schlesien, danr
Brandenburg (unterhalb Franfkfurt das wiesenreiche Oder
bruch, 640 gꝛm), bildet dann in mehrern Armen (Kranich—
strom, Reglitz) den Dammschen See, fließt in das Poni
mersche Haff und mündet aus diesem in drei Armen
(Dievenow, Swine und Peene, welche die Inseln Wollin
und Usedom umschließen) in die Ostsee [Karte: Ost⸗-preußen
 ?c. INu. I. 2). Stromlänge 907 xm, Stromgebiet
118611 (112000) qkN; Förderung der Schiffbarkeit durch
Anlage des Großschiffahrtsweges bei Breslau (1887) und
zahlreiche Kanäle (Verbindung mit der Havel durch den
Finowkanal mit der Spree durch den Müllroser oder
Friedrich⸗-Wilhelm-Kanal und den Oder-Spree-Kanal)
Hauptnebenflüsse ! Oppa, Glatzer Neisse, Ohlau, Weistritz,
Katzbach, Bober, Lausitzer Neisse, r. die Bartsch und die
Warthe (durch Netze und Brahe mit der e verbunden)
— Vgl. Der Oderstrom“ (5 Bde., 1896), Brämer (1899)
Dederan, Stadt in der süchs. Kreishe Chemnitz, (1905)
5650 E.. Amtsacricht.

290

Odo

Dderberg, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Potsdam,l.
n der (Alien) Oder, (1805) 4016 E.“ Amtsgericht.
Dderberg, Stadt in Östert.-Schlesien, an der Oder,
1800) 1888 E.; hier 25. Jan. 17148 Gefecht zwischen
reußen und Osterreichern.
Oderbruch, s. Oder.
Oderfurt, bis 1902 Priwoz, Stadt in Mühren, an
»er Oder und Ostrowitza, (1900) 10873 6.
Odergebirge, südöstl. Glied des Muhr Gesenkes, mit
den Oderquellen.
Oderint, Aum mostuant (Cat.), mögen sie hassen,
enn sie nur fürchten; Zitat aus Accius Tragoödie „Atreus“
ODdermennig, Pflanzengattg f. Agrimonia.
Oder⸗-Spree⸗ Kanal, Fuͤrsienberger Kaual, 1887
81 hergestellter Kanal, geht von Fürstenberg an der Oder
anter teilweiser Benutzung des Friedrich-WilhelmKanais
nach dem von der Dahme vor ihrer Mündung in die Spree
zehildeten Seddinsee; 86,6 xm lg., 2n tief, Sohlbreite 18m.
Odessa, Sees und Handelsstadt im russ. Gonvb. Cherson,
am Schwarzen Meere sKarte: Europtisches Rußlanv
l, 5J, Sitz des Kommandonten des Militärbez. O. des
Erzbischofs; Universität (seit 1864); bildet mit der Um
gebung die Statthaltersch. O. (463 qum, 149673 E.),
5 Sechäfen ss. Beilage: Rußland], Ausfuhr (Gbes. Ge⸗
treide) und Kinfuhr jührlich 100 Mill. Rubel
Odeum (greh. Odeion), bei den Alten theaterähnliches
Bebäude für musikal. Wetistreite, jetzt arößere, fur Konzert,
Lanz ac. bestimmte Räume.
Odenr Erz., spr. odöhr), Duft, wohlriechender Stoff.
ODdeypoor, engl. Schreibung für Udaipur.
Sdgartenwirtsfchaft, s. v. w. Egartenwirtschaft (1. d.).
Odilien berg (Ottilienberg), Vogesengipfel bei Barr in
interelsaß, 826 n; darauf das Odilienkloster (Hohenburg),
am Fuße Kloster Niedermünster, beide um 680 von der
heil. Odilia (Schutzpatronin des Elsaß), der Tochter des
Asäss. Herzogs Eticho, angelegt; ersteres restauriert (mit
Museum), leßzteres verfallen. — Vgl. Forrer 1899).
Odilo, Heiliger, geb. um 962 zu Clermont, seit 994
Abt von Clugny, Stifter des Allerseelenfestes, Reformatot
des Benediktinerordens, gest. 1048, kanonisiert 1345
Ddilon, Helene, Schauspielerin, geb. 81. Juli 1865
in Dresden, 1882 -591 am königl. Schauspielhaus in Ber⸗
lin, seitdem am 8 Volkstheater in Wien.
Odilon-Barrot (spr. -oͤng barroh), s. Barrot.
Odin (Odhin), deutsch Wodan oder Wuvtan, oberster
Vott in der Mythologie der nordgerman. Völker, Stamni⸗
»ater der Asen, Gemahl der Frigg, Kriegese und Sieges⸗
jott, Wind- und Totengott, Herr von Valhöll und Gott
ʒer Dichttunst Tafel: Religionen 1,22)].
Odiös (lat.), gehässig, verhaßt; Odissa, verhaßte Dinge.
Odi profanum vuigus et aroso (lat.), ich hasse
e uneingeweihte Menge und halte sie fern; aus Horaz'
Sdipus, s. Oidipus. .Oden“ (III, 1).
Ddium (lat.), Haß, Ungunst.
Odo, Herzog von Aquitanien, s. Eudo.
Odo (Endo), Graf von Paris, Herzog von Franzien,
vegen seiner ruhmvollen Verteidigung von Paris gegen die
stormannen 886 zum König ausgerufen, mußte dem ihm
päter entgegengestellten Karolinger Karl den Einfältigen
veichen, gest. 19 Jan. 888. — Bgl. Favre (Par. 1893).
Odoaker, Auführer der im weström. Sold stehenden
Gexmanen, ein Rugier, nötigte 476 den Romulus Angu—
tulus der weström. Kaiserwuͤrde zu entsagen, nahm den
tönigstitel an, ward, vom byzant. Hof als Patrizins von
Rom anerkaunt, mußte sich nach drei Schlachten in Ra—
— März
193 bei einem Gelage von diesem erschlagen.
Oedogonium I., Algengattg. der Chlorophyzeen.
O. capillare Atæ. bildet in stehendem Wasser dicke uͤberzuͤge,
die nach dem Vertrocknen des Wassers als filzattige Muffen
Metrorpapier, Wiesenleder, ⸗tuch) zurückbleiben.
Ddombovar, ungar. Großgemeinde, s. Dombovaͤr.
O' Donnell, altirische Familie, deren Glieder als
Anhänger der Stuarts nach der Schlacht am Boyne
10. Juli 1690) fast sämtlich teils nach Osterreich, teils
iach Spanien auswanderten. — Jof. Heury O. Grai
zou Abispal, geb. 1770, span. General im Kriege gegen
stapoleon J., mußte 1823 den Oberbefehl der Reserde⸗
irmee niederlegen, weil er mit der ronclistischen Varte;