Ohrwurm, s. Ohrwürmer. — Als Tierkrankheit die
Entzundung des äußern und mittlern Ohrs bei Hunden.
Shrwürmer, OÖhrlinge (Forticulidae), Familie der
eigentlichen Geradflügler, mit gestreckz F
tem Körper, fadenförmigen Fühlern, —E—
Lanfbeinen und horniger Zange anm —
lehten Hinterleibbring, Flügeldecke 1277. Gemeiner
sehr kurz, Flügel dünuhäutig. Licht- Ohrwurm.
scheue, unter Baumrinden, Steinen ꝛc. lebende Insekten.
Gemeiner O. (Fortictla auricularia L. [Abb. 1277)),
rostbraun, in ganz Europa, Nordafrika, Kleinasien, NRord—
amerika, schadet in Gärten durch Anfressen von süßem Obst:c.
Oidipus (Odipus), Sohn des Laios, Königs von Theben,
und der Jokaste, wuͤrde wegen eines Orakels, daß er
seinen Bater umbringen und seine Mutter heiraten würde,
ausgesetzt, aber gerettet und in Korinth erzogen, tötete
auf dem Wege nach Theben, ohne es zu ahnen, seinen
Vater, löste das Rätsel der Sphinx und erhielt zum
Lohn die Hand der königl. Witwe, seiner Mutter. Sie
gebar ihm den Eteokles und Polyneikes, die Antigone und
Zomene. Nach Aufdeckung des Greuels blendete er sich
felbst und fand nach langem Umherirren im Hain der
Fumeniden bei Kolouos Ruhe. O.
hildet einen Lieblingsstoff der antiken
Tragödie.
Osdium Lins, Eischimmel, Pilz⸗
Jattg., Konidienform der Perisporia—
zeen. 0O. alblcans Rob. (Soorpilzʒ)
erzeugt auf der Zunge und Mund—
schleimhaut des Menschen die Aphthen
oder Schwänmichen (s. d.). O. lactis
Frei, Schimmelüberzug auf dem Rahm saurer Milch; o
Tueiceri Berk. [Abb. 1278, Pilzfäden mit Konidienträgern.
Arsache der Traubenkrankheit (s. d.).
ODignon sspr. onnjöng), frauz. Fluß, s. Ognon.
Oigob, afrik. Volksstamm, s. Massai.
Oil City (spr. cul ßitti), Stadt im nordamerik. Staate
Pennsylvanien, an der Muͤndung des Oil Creet in der
Alleghaͤny, (1800) 13264 E.: Mittelpunkt der Petroleum—
oroduktion. Fayencen
Oironfayencen (spr. varoöng-), f. Henri-deux
Oife (spr. bahs'), r. Nebenfluß der Seine im wordöstl
I e entspringt auf den Ardennen, mündet nach
305 km bei Conflans-Sainte-Honorine. — Das Dep. O.
5887 4km, (1901) 407 808 E.; Hauptstadt Beauvais.
Oitava (portug.), der 8. Teil des Alqueire (s. d.
ind der 128. des Arratel (s. d.).
v. J., Abkürzung für: ohne Jahr.
Diibwany, Indianerstamm, s. v. w. Odschibwe.
Oijo, Hauptstadt des Negerreichs Jorüba ss. d.)
Dka, Gewicht, s. Okka.
Oka. U). R. Rebenfluß der, Wolga, 1547 xm Ilg.
mündet bei Nishnij Nowgorod; schiffbat, wichtige Wasser—
straße im mittlern Rußland, — 2) L. Nebenfluß der An⸗
zara im russ.⸗sibir. Gouv. Irkutst, 800 km, schiffbar.
Okahandja, Militärstation in Deutsch-Südwestafrika
d Windhuk, Missionsstation.
kajama, Kenhauptstadt auf Nippon, (1903) 81 0256
Dkanda, afrik. Fluß, s. Ogowe.
Okapi (Ocapia Jounstoni [Tafel; Afrikanische
Tüerwelt, 3), ein zur Familie der Giraffen gehöriger
Wiederkäuer, die Kennzeichen der Antilope (Kopf, Farbe
des Vorderkoͤrpers) und Giraffe (Gestalt und Zeichnung
des Hinterteils) vereinigend, von Pferdegröße, mit kurzem
strafsem Haar, großen Ohren, mäßig langem, Schwanz
kastanieubraun, — weiß. Beine unten weiß (KFesseln
braun), oben ungleichmäßig weiß geriugelt; lebt in den
Urwäldern am Fuͤusse Semliki (Fentralafrifad
DOkarber Mineralbrunnen, s
Selzerbrunnen.
Okarina (ital.), pfeifenartiges
— aus Ton [Abb. ö
— südafrit. Fluß, 1279. Okarina.
Okeanos (at. Oceauus), nach ältester griech. Auf⸗
fassung ein mächtiger, die ganze Welt umischließender
Strom, Urquell aller Dinge, auch der Götter; Sohn des
Uranos und der Gaia, Gemahlin der Thethys, Vater
einer zahlreichen Schar (3000) Töchter, der Okeaniden.

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Oken, Lorenz, eigentlich Ockenfußß, Naturphilosoph und
Katurforscher, geb. ᷓ Ang. 1778 in Bohlsbach Baden),
seit 1807 Prof. in Jena, —* 1828 in Muͤnchen, seit 1832
n Zürich, gest. das. 11. Aug. 18815 Herausgeber der
Isis“ (1816.48), Begründer eines umsassenden Natur⸗
ystens im „Lehrbuch des Systems der Naturphilofophie““
1800 - 11; 3. Aufl, 1843), entwickelt im „Lehrbuch der
daturgeschichte“ (8 Bde, 1616 26), verfahle ferner eine
Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände“ (13 Tle.,
888 46. - Vat Guet ss3), Guttler 1884).
Oker Ocker), l. Nebenfluß der Aller, kommt vom Bruch⸗
erg im Oberharz, durchfließt das Otertal. mündet, 108
xm lg., bei Müden.
Okinawashima, Hauptinsel der Liuskiu (s. d.).
Okrka Ota) frühere türk. Gewichtseinheit im Klein—
sandel zu 400 Dirhem — 1,282, in Ugypten — 1,286, in
Sriechenland (auch Stadera genännt) —Iheso Rg Flüssig⸗
reitsmaß in der Türkei — Ijes I; griech. Olmaß — 29
alte Gewichts-⸗O. Inhalt.
Oktkasion (lat.), Gelegenheit, Veranlassung; okkasio—⸗
néll gecasionaliter, gelegentlich, bei Veranlassung.
Orkasionalismus (neulat.), die von Geulincr aus—
zebildete philos. Ausicht, wonach Gott überall unmittel—
dar mitwirkt und sich des Willens der Menschen und des
Instinkts der Tiere üur als Gelegenheit zum Wirken be—
dient; Otkasionalisten, die Anhänger dieser Lehre.
Okklusisnsvermögen, die Cigenschaft mancher Me⸗
alle (Palladium, Platin), unter gewissen Umstaͤnden Gase,
vor allem Wasserstoff, aufzunehmen.
Okkultation (lat.), Verdeckung, Verheimlichung; in
der Astronomie, s. Bedeckung.
Okkultismus (lat.), Iamtbezeichnung für Vorgünge
des Ratur- und Seelenlebens (Hypnose, Hellsehen, Tele—
athie, Gedankenübertragung, Somnambuͤlssmus, Doppel⸗
Jängerei), die durch die bekannten Naturkräfte nicht'er—
lärbax erscheinen. Dem O. sind gewidmet die „Phrchi⸗
chen Studien“ (1874 von Wittig, Atsakow und Mutze
Jegründet) und, die (1888) von Bessoir gegründete Gefeu—
caft für Erperimentalpsychologie in Berlin, die rein empi—
isch wissenschaftlich arbeitet. — Vgl. Siegismund (1888),
Du Prel (18800-81), Kiesewetter (3 Bde., 1881 96).
Okkupatidn (lat.), Besetzung, Einnahme, Besitznahnie,
Beschäftigung; insbes. die militär. Besetzung eines Lan—
des durch feindliche Truppen Oktupationslorps), zur
Geltendmachung gewisser Rechtsansprüche oder um die Er—
üllung der von dem betreffenden Staat eingegangenen
gerpflͤchtungen eeeee Okkupieren, einnehmen,
ch bemächtigen; beschäftigen.
das seit 1878 von Osterreich⸗
Ungarn defehte Gediet der Türkei (Bosnien, Herzegowina
und Limgebiet).
diee (lat.), in der Kirchensprache das Zusam⸗
nentreffen von zwei Festen auf denselben Tag.
Oklahoma, Terxritorium der Ver. Staaten von Ame⸗
ata, 100 307 qim, (18000) 398 331 E.; Hauptort Guthrie;
Universität in Norman; 1890 als Territorium organifiert.
Skolampadlus, Johs. eigentlich Hüßgen oder Heuß—
gen (nicht Hausschein), schweiz. Neformator, geb. 1482
u Weinsberg, 1816 Prediger in Basel und Gehilfe bei
Srasmus' Ausgaben des N. T. 1518 Prediger in Augs—
zurg, wurde, 1520 in ein Kloster eingetreten, von Luthers
Schriften angeregt und wirkte seit 1022 als Prediger und
Prof. für die Reformation in Basel (1031 auch in Ulm),
rat im Abendmahlsstreit auf Seite Zwinglis; gest. al⸗
Antistes der Basler Kirche 24. Nov. 1831. — Biogr. von
Herzog (2 Bde., 1843), Hagenbach 8859).
Stologie ( grch.), Zweig der bot. Physiologie, der die
Beziehungen der Pflauzen zu ihrer Umaebung (CKlima,
zoden, Fauna ?c.) behandelt.
Skonom (grch), Hausverwalter; Landwirt; Okvnvinie,
Haushaltung; Landwirtschaft; Wirtschaftlichteit, Sparsam⸗
keit; zweckmäßige Einrichtung, Polit. Otonomie, f. v. w.
Nationalökonomie, s. Vollkswirtschaftslehre. Okondnmiisch,
wirtschaftlich; sparsam. Okonomisten, im 18. Jahrh. die
Anhänger des Physiokratismus (s. d.).
Skonvmiehandwerker, im deulschen Heere die zum
Dienst ohne Waffen ausgehobenen, zur Anfertigung von
heeresbekleidungs⸗ und Ausrüstungsftücken bestimmten
MNannschaften.