Oppeln, Hauptstadt des Reg.Vez. O. (18 225 4k*m,
4800: 1868 146, 1905: 2033 666 E., 5 Stadt⸗, 19 Land—
enn und Stadtkreis in der preuß. Prov. Schlesien, x. an
—
Land-⸗, Ämtsgericht, Reichsbankstelle, Oberpostdirektion,
Handelis-⸗, Handwertskammer, Piastenschloß, Gymnasium,
kath. Lehrerseminar; einst Hauptstadt des Fürstent. O.,
1163—15832 Residenz der Herzöge von O. und Ratibor
aus dem Stamm der Piasten. — VBgl. Idzikowski (18683)
Dppeln⸗Bronikowfti, Aler. Aug. Ferd. von, Schrift:
steller, geb. 28. Febr. 1788 in Dresden, Offizier in preuß.
und franz. Diensten, gest. 23. Jan. 1834 in Dresden;
schrieb Roͤmane aus der Geschichte Polens; auch eine
„Geschichte Polens“ (4 Bde. 1831).
Oppenau, Stadt im bad. Kr. Offenburg, im Schwarz⸗
vald, nahe der Rench, (1905) 2078 E.; Luftkurort.
Oppenheim, Kreisstadt in der hess. Prov. Rheinhessen,
. am (1905) 3686 E., Amtsgericht, Real⸗, Obst⸗
Weinbau de got. Katharinenkirche (1262 1317), Ruinen
der Reichsfeste Landsskron; Weinbau; früher Reichsstadt,
1689 von den Franzosen zerstört.
Oppert, Julius, Orientalist, geb. 9. Juli 1825 zu
Hamburg, von israel. Eltern, erforschte 18831 54 im Auf⸗
trage der franz. Regierung die Ruinenstätten in Meso—
potamien, seit 1857 Prof. zu Paris, gest. das. 21. Aug
1805; widmete sich bes, der Entzifferung der assyr.-babylon.
Keilinschriften; schrieb: „Kléments de la grammaire
assyrienne“ (2. Aufl. 1868), „EPtudes sumériennes“
(Bd. 1, 1881) u. a., gab seit 18584 die „Revue d'Assyriologie“
 heraus. — Sein Bruder Gustav Salomon O.
geb. 30. Juli 1836, seit 1872 Prof. des Sanskrit zu
Madras, von wo er 1894 nach Europa zurückkehrte
schrieb: „On the classitication of languages“ (1879)
„Contributions to the hisstory of Southern Iudia“
(1882) u. a. — Ein dritter Bruder Ernst Jakob O., geb.
5. Dez. 1832 in Hamburg, früher Kaufmann in Schang-hai,
jetzt in Hamburg; schrieb über Korea (deutsch: „Ein ver—
ichlossenes Land“, 1880), „Ostasiat. Wanderungen“ (1898)
Oppianus, griech. Lehrdichter aus Cilicien im 2. Jahrh
a. Chr., Verfasser der „Halieutika“ (hg. von Lehrs, 1846)
Oppido Mamertina, Stadt in der ital. Prov. Reg⸗
zio di Calabria, am Fuße des Aspromonte, (1901) 7686 E.
Oppolzer, Joh. Ritter von, Mediziner, geb. 8. Aug.
1808 zu Gratzen (Böhmen), 1841 Prof. in Prag, 1848
in Leipzig, 1850 in Wien, gest. das. 16. April 1871; be—
kümpfte den therapeut. Nihilismus der Wiener Schule, seint
„Vorlesungen über spezielle Pathologie und Therapie“
hg. von Stoffela (1866— 72). — Sein Sohn Theod.
Ritter von O., Astronom, geb. 26. Okt. 1841 in Prag,
1870 Prof. in Wien, gest. das. 26. Dez. 1886; schrieb:
„Lehrbuch zur Bahnbestimmung der Kometen und Pla—
neten“ (2 Bde., 188082), „Eyzygientafeln für den
Mond“ (1881), „Kanon der Finsternisse“ (1887).
Opponent (lat.), bei einer Disputation Gegner des
Disputanten; opponieren, widersprechen.
Opportüun (at.), bequem, gelegen, rechtzeitig. Op⸗
portunitaät, gute Geiegenheit, der geeignete Zeitpunkt
ODpportunist, jemand, der die Gelegenheit zu benutzen weiß
seine Handlungen nach den Zeitumständen richtet; Oppor
tunisten, in Krankreich gemßigt-republikanische Partei
früher unter Führung Gambettas, dann Ferrys. vereiniaten
 sich später zur Unson républteaineg
Opportunitätsprinzip, im Strafprozeß im Gegen⸗
satz zum VLegalitütsprinzip der Grundsatz, daß die An—
klagebehorde Staatsanwaltschaft) wegen strafbarer Handlungen
 nur dann einschreitet, wenn dies im öffentlichen
Interesse liegt. Der deutsche Strafprozeß kennt das O.
nur bezüglich der auf Anttag verfolgbaren Beleidigungen
und Körperberletzungen, die gewöhnlich im Wege der
Privatklage verfolgt werden.
Opposition Cat.), Gegensatz, Widgespruch insbes
im oͤffentlichen und parlamentarischen Leben die einem
herrschenden Regierungsfyftem widerstrebende polit. Rich⸗
iung; auch Bezeichnung für die dieser Richtung Ange.
hörenden; in der Asironomie s. Aspekten: ovpoñitionell
zur O. gehörig. J
Dppreffion (lat.), Unterdrückung, Beklemmung (3. B
der Piushe oppreffiv unterdrückend: opprimieren. unter⸗
drücken, bedrücken

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Opu
Opprobration (lat.), schimpflicher Vorwurf, Be—
nimpfung, Schmach.
Ops, altitalische Erdgöttin des Erntesegens, auch Consiva
nannt, später zur Gaͤttin des Saturnus gemacht.
Dptant, s. Option.
Optativ (lat.), in der griech. Grammatik der Modus
3 Wunsches, der Möglichkeit ic.
Optieren (lat.), wuͤnschen, wählen, insbes. die Op—
ion (s. d.) ausüben.
Optik (grch.), die Lehre vom Licht (s. d.); die gerad⸗
inige Fortpflanzung des Lichts behandelt die geometr. O.
ie in Katoptrik (Lehre von der Reflexion) und Dioptrit
Lehre von der Brechung) zerfällt; die physit. O. erklärt die
brigen Erscheinungen Intersereug, Beugung, Disperfion,
Polarisation, Doppelbrechung, Phosphoreszeuz, Fluoreszenj
4. a. aus der Wellennatur des Lichts; die prattische oder
angewandte O. beschüftigt sich mit den Linsen, Linsentombi—
nationen und den optischen Instrumenten sTafein: Optik
u. II]. lin bester Form.
Optima Ado (lat.), in bestem Glauben; optima forma.
Optimates (lat.„die Besten“), in den letzten Zeiten
der röm. Republik Name der aristokratischen und konfer
oativen Partei, gegenüber den Popuiares aeltereen
d. h. die Reformen anstrebende Opposition. Ver dampf
wischen beiden begann mit dem Auftreten der Gracchen
138 v. Chr. und endete mit dem Untergange der Republik.
Optimismus (vom lat. optimug der Beste“), die
Auffassung der Dinge von der günstigsten Seite, insbes.
die philos. Lehre, daß die Welt im Janzen volllommen,
d. h. auf die möglichst große Gläückfeligkent der Geschöpfe
ʒerechnet sei (Gegensatz: Pessimismus. s. d.); Optimist. Anzänger
 dieser Lehre.
Optimus (lat.), der Beste; O. NMaximus, der Beste
ind Größte, Beiname des Jupiter.
Option (lat.), Wahl bes. die Geltendmachung des
zei der vertragsmäßigen Abtretung eines Gebietbteils zu—
zunsten der Cinwohner desselben gemachten Vorbehalis,
his zu einem bestimmten Zeitpunkt fuͤr die Erhaltung ihrer
zisherigen Staatsangehörigkeit sich zu erklären“ Diejenigen,
velche bvon der O. Gebrauch machen, heißen Optanten.
Optisch, das Sehen oder die Optik betreffend.
Optische Täuschungen, die Gesichtstäuschungen (s. d.)
ind die Pseudoskopischen Erscheinungen (s. d.).
Optische Telegraphen, Einrichtungen, hei denen von
Ort zu Ort sich fortpflanzende Lichtstrahlen zur Zeichengebung
henuht werden; entweder werden die von einer starken Licht⸗
juelle ausgehenden Strahlen nach ihrer Dauer, ihrer Farbe
nder dergleichen benutzt, oder es können bei den optischen
Zeigertelegraphen durch die an einem senkrechten Balten
Fefestigten Arme Zeichen gegeben werden, die von Station
u Staͤtion durch das Fernrohr gesehen, nachgebildet und auf
ese Weise weiter befördert werden. Die ersten O. T.
varen die Feuer- oder Fackeltelegraphen des Altertums.
Optomẽter (grch.), Instrument zur Bestimmung der
eutlichen heee Auges. Optometrie. Bestimmung
r Sehweite des Auges.
u (lat.), reich, mächtig; berrlich: Opulenz.
Machtfülle, Reichtum, Überfluß.
Opuntia Mill., Fackel⸗, Feigendistel, Feigenkaktus
Pflanzengattg. der Kakteen. O. Ficus indica Aill. (ind.
Feige), aus Amerika, der wohlschmeckenden Früchte wegen
uch in Südeuropa angebaut und oft
perwildert. O. vulgaris Mill. (Cactus
opuntis L.), in Südtirol und der
Schweiz verwildert; ihre zerquetschten
Stengel kühlen Wunden (daher Wund—
feige). O. cocciniluföra Mill. (Cocheriuciattus,
 Nopalpflanze (Abb. 12830
sowie die O. tuns Aill. (Tunaopunti,
ingebaut zur Zucht der Cochenilleschild⸗
aus; ep d
Opuntinen, Pflanzenordnung der —
———— einzige Familie nut die Inddenille
dalteen.
Opus (lat.). Werl, Kunstwerk, Schrift, Komposition.
dpuseulum (Mehrzahl Opuscula), kleines Wert, kleinere
Ibhandlung.
GOpus operatum (lat. „getanes Werk“; Mehrzahl
pẽra operata), nach kath.⸗scholastischem Sprachgebrauch die