vom ungenähten Rock Christi verbindet, hg. von Ettmüller
(1858), Berger (1888); neuhochdentsch von Simrock (1845).
— Ssl. Heinzel (18602), Beneze (1897).
Orense, —28 der span. Prov. O. (6979 qkm,
1800: 404311 E. ), am inhe (Brücke), 15 194 E.; heiße
(66—-680 0.) Salzquellen (Kas Burgas).
Orkodoͤnten, Gruppe fossiler Säugetiere aus dem
iltern Tertiär Nordamerikas, die man widerkäuende
Schweine genannt hat, da sie Eigenschaften der Schweine
Hirsche und Kamele in sich vereinigen,
ODrestes, Sohn des Agameninon und der Klytaimnestra
rächte den ermordeten Vater an seiner Mutter und deren
Buhlen Aigisthos, versöhnte die ihn deswegen verfolgen⸗
den rächenden Erinnyen, indem ex auf Ral des Apollon
mit seinem Freunde Pylades (. d.) fich aufmachte, das
Bild' der Artemis bei den Tauriern zu holen, wo er seine
Schwester Iphigeneia (s. d. als Priesterin antraf, Der
Freund schaftsbuud zwischen O. und Vulades ist sprichwört⸗
lich geworden.
ODretanisches Gebirgssystem, von Mittelspanien
durch Estremadura und Portugal bis zum Cabo de Sines
sich hinziehende Gebirgsketten, Wasserscheide zwischen Taio
und Guadiana, in der Sierra de Guadelupe 1558 m hoch
Orfa, Stadt im türk.»syr. Wilaiet Haleb s. Edessa.
Orfe, s. Aland.
Orford, engl. Grafentitel, s. Walpole.
Organ sgrch.), Werkzeug, bes. Sinneswerkzeug, auch
Stimmie; in der Naturgeschichte ein bestimmten Funttionen
dienender Teil eines pflauetichen oder tiexischen Körpers;
uneigentlich: Vertreter einer bestimmten Ansicht (bes. von
Zeitüngen). Organisch, mit O. versehen, belebt, lebens⸗
dräftig, ein geschlossenes Ganzes bildend; den innern Bar
oder das innere Leben betreffend, z. B. organische Fehler,
folche, die gewisse lebenswichtige, O. betreffen, oxganische
Gesetze, solche, die die rechtlichen und administrativen
Grundlagen eines Instituts feststellen; organisieren, mit
O. versehen, bilden, einrichten; Organisation, die Art
und Weise, wie einzelne O. zu einem Ganzen vereinigt
sind; Organitmus. der organische Bau, die innerlich be—
lebte, gegliederte Bildung; der Zusammenhang der Glieder
eines Gaͤnzen. (S. Leben.) [s. v w. Mull (s. d.)
Organdy (Organdin, frz. organdi, spr. gangdih)
Organische Basen, s. Alkaloide.
Drganische Chemie, s. Chemie und Kohlenstoff.
Organische Verbindungen, die Kohlenstoffverbin⸗
zungen (s. Kohlenstoff). llogie.
Drganographie, Organologie (grch.), s. Morpho—
Organometalle, s. Metallorganische Verbindungen.
Orgaͤnon (grch.), Werkzeug, bes. Hilfsmittel zur Er—
—
des Aristoteles und Bacons.
Organotherapie 3. Behandlung von Krank⸗
heiten durch innerlichen Gebrauch bestimmter tierischer Or⸗
gane oder daraus gewonnener Extralte oder Stoffe; so
Behandlung der Fettleibigkeit durch Schilddrüsenprüparate,
der Hysterie durch Eierstoͤcksprüparate u, a.
Organsin, Orson oder Kettenseide. doppelt gezwirnter
rgasssmus (grch.), Wallung, starke Bewegung des
Blutes und anderer Säfte; strotzeüde Fülle, inn ruß
12 tie wallend.
Orgeade GErz., spr. orschahd), Orgeat r. schah),
Fühltrank aus schleimigen t ur
Mandelmilch.
Orgeijew, russ. Stadt, s. Orgjejew.
Orgel (vom grch. organon, Werkzeug), das größte und
oolltönendste Tonwerkzeug, zugleich Tasten⸗ und Blas⸗
instrument, hauptsüchlich beim christl. Gottesdienst ver⸗
wendet, besteht aus dem Windwerk (Bälge, Kanäle, Wind⸗
kasten, Pfeifenstöcke und Kanzellen), dem Regierwerk (Kla⸗
viatut, Manual und Pedal) und dem Pfeiswert (Labial⸗
und Zungenpfeifen). Die verschiedenen Stimmen der O.
heißen Register, deren jedes aus einer bestimmten Anzahl
pfeifen von ununterbrochener Tonfolge besteht. Die Pfeifen
sind offen oder gedackt (s. d); nach ihrer Tonhöhe werden
fie als 822, 162 82, 48 und 2füßig bezeichnet, wobei die
8 füßigen den Tönen des Klaviers (bei gewöhnlicher Nota⸗
tion) entsprechen. Durch sog. Koppeln kann man die
verschiedenen Manuale (2254)y oder Pedal und Manual

317

Ori

erbinden. An sonstigen komplizierten Mechanismen ist die
noderne Q. sehr reich Berühmte Orgelbauer: Silbermann,
Savaille⸗Coll, Walcker, Reubke, Ladegast; Orgelspieler und
komponisten: Frescobaldi, J. S. Baqh, Rinck, Haupt, Best,
Saint⸗Saens, Guilmant u. g. — Bal. Ernst Fr. Richter
4. Aufl. 1896), Töpfer (2. Aufl. 1888), Scholze (1808),
Riemann (1801).
Orgelchor, derienige Teil der Galerie (Empore) in
einer Kirche, in dem die Orgel aufgestellt und Vlatz für
die Sänger gelafsen ist; gewöhnlich an der dem Altar
zegenüber gelegenen (West-)Seite angelegt.
Orgelgeschütz, Totenorgel, Geschreigeschütz, früheres
dartätschgeschüß, bei dem mehrere Gewehrldufe auf einem
ahrbaren Gestell orgelpfeifenartig vereinigt waren.
Orgelkorallen, s. Oktaktinien.
Orgelton, s. Chorton.
Orgien (grch.), ursprünglich jeder religisse Geheim⸗
dienst, dann bes. die mit mystischen Bräuchen und trunkener
Wildheit gefeierten Feste des Bacchus; daher ausgelassene,
mit Ausschweifungen verbundene Trinkgelage; Orgiasmus,
die Feier von Ornß orgiastisch, orgienartig, ausgelassen,
kwärmerisch begeistert. [Reut, 14156 E.
Drgiejew, Kreisstadt im russ. Gouv. Beffarabien, am
rguo portatit Erʒ. spr. org). s. v. w. Portativ (f. d.).
Dria, Stadt in der ital. Prov. Lecce, (1901) 8731 E.
Orianda (Oreanda), Besitzung der ruff. Kalserfaminie
in der Südküste der Krim, 5xm westl. von Jalta.
Oribasius, griech. Arzi, aus Pergamum oder Sardes,
25403 n. Chr., Leibarzt des Kaisers Julian, perfaßte
n 79 Büchern Auszüge aus frühern mediz. Schriften.
Orient (lat.), Morgen oder Osten Morgenland, im
Hegensatz zu Okzident die den Europäͤern nach Morgen
zelegenen Lünder, insbes. Asien und das nordwestl. Afrita;
n engerm Sinne (Orientreisen): Unterügypten, Paläftina
und Syrien. Orientalen, die Völker des Di; Drientalifche
Thzristen, die Anhänger der griech. (Orientalischen) Kirche.
In der Freimaurerei bezeichnet O. die versammelte Loge.
Oriental, ein fünsbindiger Baumwollatlas, in der
Art des Englischen Leders gewebt.
Orientalische Frage, das polit. Problem über die
Zukunft des Türk. Reichs, bes. die Frage über die Machtjestaltung
 im Orient im Falle eines Zusammensturzes
es zerrütteten Türk. Reichs.
—An—
Drientalisches Kaisertunt, s. Byzantinisches Reich.
Drientalische Sprachen, gemeinsame Bezeichnung
für die Sprachen aller Völker Asiens sowie der moslen.
Gebiete Asfrikas und Enropas. Hierher gehören die semi⸗
ischen, indischen, iranischen, Türksprachen, das Chinesische,
Japanische ꝛc. Ihrer Förderung dienen verschiedene ge—
ehrte Gesellschaften, die Orientalistenkongresse, das Se⸗
ninar für O. S. in Berlin u. a. — Benfey. Geschichte
der orient. Philologie in Deutschland (186833.—
Orientalische Tauben, türkische Tauben, richtiger
Warzentauben, Tauben mit nackten, fleischigen oder warzigen
Augenringen, wulstiger Nasenhaut, kräftigem Schnabel,
ochbeinigen und unbefiederten Füßen; Gefieder hart, alun—
end und meist einfarbig.
Drientalisch⸗ ortho dore Hirche, s.Griechische Kirche.
Drientalist, Kenner der orient., bes. semit. Sprachen
ind Literaturen.
Orfente, östl. Provinz der südamerik. Republik Ecuador,
200 000 ꝗkm, 80 000 G. (viele wilde Indianer: Jivaro,
Zaparo); Hauptstadt Archidona (b5000 E.).
Orientieren (sich), sich nach dem Ostpunkt stellen; sich
urechtfinden, sich mit etwas bekannt machen. Im Kirchenbau
jeißt O. das Anlegen der Kirche mit dem Chor nach Osten.
Drientierungsapparate, s. Feueroitszeiger.
Drientkomitee, 1888 in Berlin gegründeter Verein,
der orient. Altertümer ausgraben läßt und sie deutfchen
Museen zum Selbstkostenpreise anbietet.
Drienutkrieg, s. Krimkrieg.
Oriflamme, die chemal. Kriegsfahne der Könige von
Frankreich, ursprünglich Kirchenfahne der Abtei St.«Denis,
eit Karl VII. außer Gebrauch.
Orisg anum L., Dost, Dosten, Pflanzengattg. der Labiaten.
O. Majoräana T. (Majoran, Meiran), mit aromatisch
iechenden und schmeckenden Blättern, Suͤdeuropa, Gewürg
Wurstkraut): dieser sowie O. vnJgaße T caemeites v—