Orth, Johannes, pathol. Anatom, geb. 14. Jan. 1847
n Wallmerod (Hessen-Nassau), Professor in Göttingen,
1902 in Berlin als Nachfolger Virchows, schrieb: „Lehr⸗
buch der speziellen pathöl Anatomie“ (is83 fg.),, Pa⸗—
hol.zanatom Diagnoͤftit⸗ (1000) una.
Orthez (spr. teß) Stadt im franz. Dep. Basses-Pyrt
aces, am Gave de Pau, (1901) 6366 E.; hier 27. Febr
1814 Sieg Wellingtons uber Soult.
DOrthoamidobenzoefaure, Anthranilsäure, kristal⸗
inische Säure, zuerst aus Judigo gewonnen, wird aus Phthal⸗
säure im großen dargestellt, dient zur künstlichen Gewiünung
von Indigo; ihr Methylester bildet einen wichtigen Bestandeil
 des — und anderer ätherischer Ole.
Orthobiotit (grch. s;, Makrobiotik.
Orthoceraskalk, Orthocerasschiefer, Kalksteine
im Untersilur und Oberdevon und dunkle Tonschiefer im
Oberdevon, die Orthozeratiten (Geradhör—-ner),
 d. h. Arten von Orthocçeras, einer
Nautilidengattg. mit gerader, kegelförmiger
Schale, führen 10. Neptunsum, mit abge—
brochenier Spitze, Abb. 1297; a im Länqsschnitt,
 nach Neumayr].
Orthochromatische Photogra⸗
phie, s. Isochromatische Photographie.
Orthodiagonale, die auf der Verti—
alachse senkrechte horizontale Achse im mono—
klinen Kristallsystem.
re epa läubigk —88
rthodorxie (grch.), Rechtgläubigkeit,
genaue übereinstimmung mit Neptuneam
einer bestimmten Kirche; orthodöx, rechtgläubig; als ortho—
doxe Kirche bezeichnet sich speziell die Griechische Kirche
Orthoepie (gich.), Lehre von der richtigen Aussprache
der Wörter.
Orthognãth (ggrch.), mit gerade stehenden Kinnladen,
d. h. mit senkrecht uͤbereinander stehenden Schneiderühnen
Abb. 1288]; Gegensatz: Prognatk
is. d.). (S. auch Menschenrassen.)
Orthogon (greh.), Rechteck; or—
thogonal, rechteckig, gehwinn or⸗
thogonale Projektion, s. Projektion.
Orthographie (grch.), Recht⸗
chreibung s. d.).
Orthotklas, s. Feldspate.
Orthoornbenzoẽsäure, s. Sa⸗
lizylsäure.
Orthopädie(grch.), Teil derMe⸗ 1208. Orthognath.
dizin, der sich mit Heilung der Verkrümmungen und Ver—
unstaltungen des menschlichen Körpers beschäftigt. Die O
wird in chirurg. Kliniken und größern orthopäd. Instituten
neuerdings in heilgymnastischen oder mediko-mechan. In⸗—
stituten geübt. Heilmittel: Gymnastik, Massage, Elektrizität
Bandagen, Maschinen. — Val. Hoffa,Orthopäd. Chirutgie⸗
(6 Aufl. 19008), Haudek ( Grundriß“ 18006)
Orthopnöe (grch.), höchster Grad der Atemnot bes
bei Asthma.
Orthoptẽren (Orthoptera), s. Geradflugler.
DOrthoftkopisch (grch.). Bezeichnung für Lin perspek—
ivisch korrekt zeichnendes photogr. Objettiv, z. B. Aplanat
Drthozeratiten, s. Orthocerastalt I(s. d.)
Ortiguneira (sfpr.geira), Santa Marta de O., Hafen⸗
stadt in der span Prov. Corna (Galicien). beim Kar
Ortegal, (1800) 18 426 E.
Ortleralpeit, Gebirgsgruppe der Rhätischen Alpen in
Tirol, zwischen Tonalepaß und Stilfser Joch, im Ortler
Fafelz Kattographle'ri, ). der höchsten Spitze des
österr. Alpenlandes Isoa zuerst erstiegen), 3902 m; andert
Vipfel gonigsspib (8887 ) Ceedaez e
gehru 14 ) Pallon deila ze inn m).
Drtnit, Sohn des Zwergkön ge Aiberich Held einer
deutschen Dichtung aus dem 183. Jahrh.
Dretee s. Ämmer.
Ortornta, O. a Mare, Ha i
oe an andn din eden e url. Prer—
rtraud, Stadt im' preuß. *
er Pulsnitz, (1905) hed d Neg⸗Beg. Merscburg, ar
Ortsarmenverband, s. Armenverbände.
Ortsbestimmung, mathem. Bestimmnag der Lage
eines Punktes der Erdoberfläche, gegeben durch die Fesi—
Brockhaus' Kleines Konversations-Kexikon. 5 Aufl. U

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Oro

tellung der geogr. Breite (s. d.) und Länge (s. d.) eines
qArtes, sowie seiner absoluten Höhe (J. Höhenmessung).
Neuerdings wird auch die Photographie zur astron. O.
durch photogr. Gestirnsbeobachtung verwendet. — Die D.
zur See ersolgt durch Messung von Geflirnhöhen (f. Be⸗
deck), oder durch Berechnung zus der zurückgelegten Di—
tanzg und dem gesteuerten dut Koppelkurs), oder (in
)er Nähe des Landes) durch Feststellung der Richtungs⸗
inien von Türmen, Landspitzen ec. Peilung). — Vgal.
Jordan, „Astron. Zeit⸗ und Ortsbestimmung (1888);
Bislicenus Handbuch der geogr. O. auf Reisen“ (1881)
MNarey, „Die photogr O⸗ (1883); Heyenga, „O. und
dompaßberichtigung⸗⸗ (I888), Güßfeldt (18080). Gelcich
(1808), Marcuse (1905).
Ortscheit, Zugfcheit, an manchen Fuhrwerken der kurze,
bewegliche Schwengel zur Befestigung der, Zugfeile.
Ortsdienft, Sifftzier vom, s. Du joune.
Ortsgerichtspersonen, im Königr. Sachsen Per—
sonen ohne rechtsgelehrte Vorbildung, die als Gerichts⸗
beisitzer oder Urkundspersonen auf dem Gebiete de nicht⸗
streitigen Rechtspflege mitwirken. Die erste O. des Be—
uirks heißt Lokalrichter voder Ortsrichter die übrigen
Gerichtsschöppen.
Ortskrantkenkassen, durch das Krankenversicherungs⸗
zesetz Is. Beilage: Ardaee er vorge⸗
chriebene, nach oͤrtlicher und womöglich auch beruflicher
Zusammengehörigkeit organifierte Krankenkassen, bilden für
die versicherungspflichtigen Arbeitnehmer, die keiner einge⸗
chriebenen Hilfslasse oder Fabrik⸗ (Betriebs⸗)tasfe ange⸗
Jören, die normale Zwangskaffe, gewähren höhere Leistun—
zen als die Gemeindelrankenversuheruug
Ortsnane, Bezeichnung der geogr. ECigennamen (auch
oon Ländern, Meeren, Bergeuͤrr); ihre wissenschaftliche Be⸗
arbeitung, die Toponbomafut, befaßt sich mit der Erklaͤrung,
Rechtschreibung und Aneaee der Namen. — Vgl. Förfie⸗
mann, „Altdeutsches Namenbuch“ (Bdee2, 2. Aufl. d
ẽgli, Nomina geographica“ (2 Aufl. 1893); derf.,
„Geschichte der geogr. Ramenkunde“ (1806); Oppermann,
„Geogr. Namenbuch“ (1886), Wick (1896), Wollemann
Ortsrichter, s. Ortsgerichtspersonen. [1(1905).
Ortsschauer, s. Feuerortszeiger.
Ortssinn, die Fähigkeit anzugeben, wo eine Berührung
auf der Haut stattgefunden hat, und im Znsammenhange
damit zwei völlig gleiche Eindrücke an zwei verschiedenen
Zautstellen als räümlich gesonderte zu empfinden. Die
Leinheit des O. wird durch den Tastzirkel bestimmt. —
O. ist auch s. v. w. Orientierungssinn, die Fäbiakeit, sich
in unbekannter Gegend zurecht zu finden.
Ortstaler, s. Ort. 3 sstein.
Ortsftein, Alios, dunkelbrauner, eisfenbindiger Sand⸗
Ortsunterkunft, Kantonieruug, die Unterbringung
on Truppen in Ortschaften und Raͤumen außerhalb det
Barnison, geschieht in Kantonnements (Standquartieren),
ür kürzere Zeit in Marschquartieren.
Ortszeit, die für einen bestimmten Az Zeit
ider, da alle Orte auf gleichem Meridian aucdh gleiche Zeit
saben, die für den Meridian eines Ortes geltende Zeit;
ie weicht oft erheblich gegen die Einheitszeit (f. . ab.
Ortwein (Ortwin), Name mehrerer deutscher Helden:
m Nibelungenlied O. von Mesz, Schwestersohn Ha— ens;
n der Kudrun O. von Ortland, Bruder Kudruns
O. ein Sohn Etzels und der Helche. Ort gische hieß.
Ortygia, Hain bei Ephesus, von dem Artemis die
Oertzen, Georg, Baron von, Dichter, geb. 2. Febr.
1829 in Dentenwiereih 188188 kaiserl. Konful
in Marseille, dann bis 1802 Generalkonful in Ktristianig
ebt jetzt in Meran; veröffentlichte „Gedichte“ (8. Aufl.
61Deutsche Träume, deutsche Siege“ (1877) „Eigene
Wege“ (1879), „Adam contra Eva“ (anonyni, 3. —
1878). „Auf Schwarzwaldwegen“ (1806). Wort für
Uugenblicke“ (1898) u. a.
Oruba, niederlaͤnd.ewestind. Insel, s. Aruba.
Oruro, Hauptstadt des Dep. O. in Bolivia, (1900)
3576 E.; Ingenieur⸗ und Bergakademie.
Orust, Insel an der schwed. Westtufte, zum Län Göte⸗
„org und Böhus gehörig, 886 qxmn, 21000 E.
Orvieto, Stadt in der ital. Prov Perugia, an der
— (1290 begonnen,
m 16. Zahrb. vollenden)