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und 830 Mill. Kronen Produkkionswert), bes. Baumwoll⸗
weberei (Böhmen, Mähren, Schlesien, Niederösterreich)
Baumwoillspinnerei, Streich- und Kammgarnspinnerei und
⸗weberei und Seidenweberei (Niederösterreich, Böhmen,
Mähren), ferner Metallindustrie (99 388 Arbeiter, in Böh⸗
men, Mähren, Steiermark, Kärnten, Nieder- und Ober—
österreich, Schlesien, Ungarn), Maschinenfabrikation (35 444
Arbeiter), Glas- und Porzellanfabrikation, Holzindustrie
Produktionswert 112 Mill.), Papierindusrie (29 762
Arheiter), Bekleidungs- und Puhwarenindustrie; bes, wichtig
auch die Industrie in Nahrungs- uͤnd Genußmitteln, Muͤhlen
industrie, Brauerei (18000: 2141 Mill. ni), Brennerei (20
Mill. RJ Alkohol), Zuckerfabrikation (8,8 Mill. t Rüben in
1063739 6 Zucker), Tabakindustrie (1900 Produktion von
57 105 t Fabrikaten in 81 Staatsfabriken mit einem Erlös
von 812 Mill. Kronen), Petroleumindustrie (bes. in Gali—
zien) ꝛc. Handel. Die O. M. bildet seit 1867 ein ein⸗
en Zoll- und Handelsgebiet, zu dem auch Liechten—
ttein gehört. Gefamteinfuhr (1805) 2157,0, Ausfuhr
2168,1 Mill. Krouen (s. Beilage). Schiffahrt. Stand der
österr.s ungar. Handelsmarine Anfaug 1804: 139 See—
schiffe mit 258756 t Raumgehalt und 3093 Mann Be—
satzung, 1582 Küstenfahrer (81927 t, 4385 Maun) und
11838 Fischerbarken ꝛc. (23440 t, 28044 Mann). Dar⸗
unter waren 520 Dampfer und 18304 Segelschiffe. Schiffsderkehr
 1804: 122 056 eingelaufene Segelschiffe mit
15481601t Gütern und 122035 ausgelaufene Schiffe mit
15498638 t, davon 110 105 bez. 116080 österr. Schiffe:
vichtig die Donaudampfschiffahrtsgesellschaft (s. Donau)
Eisenbahnen im Betrieb (1. Jan, 1905) 21619 1*1 in Oster⸗
teich, 20 182 xmin Ungarn [ss. Beilage: Eisenbahnens.
Postanstalten in Osterreich (1903) 8638, in Ungarn 5108
Telegraphenleitungen 187922 bez. 121675 . Münz
währung früher Silberwährung, seit 1. Aug. 1892 Gold—
währung; 1Krone — 100 Heller — O,ss C; 2Kronen gleich
zinem frühern Gulden [s. Beilage: Währung]. Bank
wesen. 1800 bestanden 64 bez. 360 Banken mit 130 bez
33 Filialen; wichtigste Bank die Österreichisch-Ungarische
Bank (f. d.); außerdem 1800 Sparkassen (davon in Un—⸗
garn 740) mit 2340 Mill. Kronen Einlage.
Verfassung. Osterreich-Ungarn ist nach der Vragmatischen
 Sauktion von 1724 eine unteilbare, im Haus Habs—
durg-Lothringen nach dem Recht der Erstgeburt in männ—
licher und weiblicher Linie erbliche Monarchie, zerfällt nach
dem Grundgesetz vom 21. Dez. 1867 dualistisch in die
oben genaunten Reichshälften, denen außer dem Mon—
archen mit dem Titel Kaiser von Österreich und aposto—
lischer König von Ungarn die auswärtigen Aungelegenheiten
das Kriegswesen und die hierauf bezüglichen Finanzsachen
sowie (seit 1878) die Verwaltung von Bosnien und der
Herzegowina gemeinsam sind. Osterreichs Verfassung be—
ruht auf den kaiserl. Patenten vom 20. Okt. 1860 und
26. Febr. 1861 sowie den 6 Staatsgrundgesetzen vom
21. Dez. 1867: Reichsrat, bestehend aus Herrenhaus
(1905: 261 Mitglieder, kaiserl. Prinzen, Erz- und Fürst—⸗
hischöfe, erbliche und auf Lebenszeit vom Kaiser ernannte
Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (425 in b Klassen au
s Jahre, zum größern Teil direkt gewählte Mitglieder)
Für die einzelnen Länder bestehen beföndere Ländtage
Der ungar. Reichsstag, für Ungarn und Siebenbürgen
sowie für manche Angelegenheiten Kroatiens und Sla—
woniens kompetent, besteht aus der Magnatentafel (1905.
391 Mitglieder, kaiserl. Prinzen, geistl. und weltliche
Magnaten, erbliche und vom Kaiser auf Lebenszeit ernannte
Mitglieder) und der Repräsentantentafel (483 Mitglieder,
davon 413 für Ungarn auf 5 Jahre direkt gewählt und 46
Mitglieder des kroat.-slawon. Landtags). Fuͤr die Beratung
gemeinsamer Angelegenheiten bestehen die Delegationen
(jJ. d.). Finanzwesen. ĩ. Reichsbudget für 1905: 377 214 Mill
stronien (davon für Heer und Marine 3324 ordentliche,
27,702 außerordentliche Ausgaben); II. Budget für Oster—
reich 1777,0 Mill. Ktonen Einnahmen (davon 915,271 in⸗
direkte, 800,277 direkte Steuern), und 1776,27 Mill. Kro⸗
nen Ausgaben; Budget für Ungarn 2140,760 Mill. Kronen
Sinnahmen (418,246 Kronen indirekte Steuern, 214 6et
stronen direkte Steuern) und 2718,648 Mill. Kronen Aus—
Iaben. Gemeinsame Staatsschuld (1905) 5403 157 Mill.
Kronen, die Osterreichs 3872,8608 Mill. Krouen, Ungarns
5272,200 Mill. Kronen. Gerichtswesen. In OHsterreich 937

Bezirksgerichte, 71 Gerichtshöfe, d Oberlandesgerichte unt
er Oberste Gerichts⸗ und Kafsalionshof in Wien, sowie dae
Reichsgericht zur Entscheidung von Streitigkeiten öffent⸗
ichen Rechts und von Kompetenzkonflikten; in Ungarn
nschliehu Kroatien- Slamonien) A56 Bezirtsgerichte—
s Gerichtshöfe, 12 Gerichtstafeln und als letzte Iustanzen
ie königl. Kurie in Budapest und die Seplemviraltafel
n Agram. unterrichtswefen noch mangelhaft; „1880, w
Isterreich etwa 29,6 Proz., in Ungarn 48 Proz. Analpha⸗
eten. Vollksschulen 1886 in Osterreich (mit den Privat⸗
chulen) 10440, in Ungarn 18 2835, Lehrer⸗ und Lehrerinnen⸗
»ildungsanstalten 82 bez. 74, Gymnasien und Realgym⸗
iafien 186 bez. 166, Realschulen 86 bez. 42, land⸗ und forsur.
Schnlen 12 Be a Geserber und Handelsschulen 111
ez. 618, Bergschulen 6 bez. 4, nautische Schulen 4 bez.
l, 8 Schulen für Tierheillunde, 11 Universitäten in Czer⸗
aowitz, Graz, Innsbruck, Krakau (poln.), Lemberg (poln
Prag (dentsch und tschechisch), Wien, Budapest ungat,)
dlaufenburg (ungar.), Agrani (kroatisch); J Technische Hoq⸗
chulen in Wien, Graß, Prag (deutsch und tfchechisch), Brünn,
enberg (olnd, Budapest dungar.); Hochshule füt Boden⸗
ultur in Wien, Akademie der bildenden Künste in Wien⸗
ronigl. vischöfi, und evang. Rechtsakademien in
Ingaͤrm tath.iherl Falltäten in Salzburg und Olmüt
angeetheobl. Falultat in Wien; 6 Berhakademien (in
ingart) 8 Tierarzneischulen (1 in üngarn), J.Agrikultutkademie
 in Ungarisch- Altenhurg, 23 Hoandelsatademier
in Ungarn), 5 Musikkonservatorien (3 in ngarn)
Kunstschulen (A4 in Ungarn), 1 Malerxakademie in Buda⸗
est and Prag, G74 Schnlen' fuͤr Musit und Theater (9
n Ungarn),. 387 Schulen für weibliche Arbeiten
Airchen wesen. Die röm -tath. Kirche hat in fierreich
Erzbistümer (Wien, Salzburg, Prag, Slmůtz, Lemberg
Börz, Zara) zuit 24 Bistümern, in Ungarn— Erzbis⸗
ümer (Gran, Kalocsa, Erlau, Agram) mit 17 Bistümern⸗
ʒie — VEr wigtůmer Cenberg. MAlda Inli⸗
ind Fogaras mit Sitz in Blasendorf) und 8 Bistümer⸗ die
rmenisch-kath. J Erzbistum (Lemberg), die ——
dirche Erzbischöfe und Metropoliten Eyernomig Karlowin
Zermannstadt) und,s Bistümer, die evang. Kirche in Oster⸗
Lich einen Oberkirchenrat für die Augsbuͤrger ünd Helvet
donfession, s Augsburger gud &amp; helvet. Superintendenzen.
in Ungarn' 4 Augsburger Bißtümer und 4 helvet. Super—
ntendenzen, die altkath. Kirche einen Eynodalrat in
Wien; Zahl der röm -kath. Klöster in Osterreich 1185 mit
A IA6, in Ungarn 431 mit 4048 Möonchen und Nonnen.
Heer und Fiotte s. Beilage.
Wappen: das kleinere schwarzer Doppeladler mit Zepteꝛ
— und
Hauswappen; das mittlere hat auf den ansgebreiteten
Flügeln und dem Schwanz des Adlers 11 Wappenschilder
er vsterr. Provinzen Abb, 1308). Flagge horizontal rot,
veiß, rot gestreift, im Mittelstreifen das Hauswapper
Tafel: FlaͤggenJ. Reichsfarben schwarz und gelb, gaus⸗
arben Sslerrehs rot und weiß Orden: Goldenes Vlies
Narig Theresia⸗, St.⸗Stephans⸗, Leopolds, Franz⸗
Fofephs⸗Elisabeih⸗Theresien⸗Orden, Orden der Gsernen
drone, Frauenorden des Sternkreuzes, Di nin
nd Trifabelhorden Geit 1do8). Resideng des Laifers und
Zitz der Reichsministerien ist Wien
Geichichte Den Gituestetn det B. M. bildet das Land
inter der Enns, wo Karl d. Gr. gegen die Awaren die
Ostwiark errichtete. Dieselbe, von den Ungarn zerstoöt⸗
dard 88 wieder hergestellt und 976. dem Grafen Leo,
dold J. von Babeuberg verliehen. Diesem folgte —
in Sohn Beinrich a, unter dem zuerst 36.der Nan
Osfterreich vorkommt, 1018 dessen Bruder Adalbert, 106
vesfen Sohn Ernfi; darauf 1076 Seopold T. 1096 8eh⸗
old II. und 1137 Leopold IV. Sein Bruder und Nach⸗
olger, Heinrich I1. Jasomirgott (1141277), ward mit
er zum Herzogtum erhobenen Mark Ssterreich belehnt.
Zein Sohn Leopold (11775 34) erwarb 1182 Sleiermaͤrk;
hm folgte Friedrich der Kathölische (11842.98), datauf
deopold VI. (11031230) und diesem der letzte Baben⸗
verger, Friedrich der Streitbare (12309 —46), der fast gans
Zrain erwarb. Das nun folgende Hsterreichische Iuter—
regnum (1246-82), in dem nach vielen Streitigkeiten
dnig Oltotor von Böhmen 1363 sich des —
emächtigte und 1269 Kärnten damit vereinigte, fan nach