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aber seinen Sturz 30. Olt. und die Bildung eines ver—
fassungstreuen Kabinetts unter Auersperg veranlaßte
3. Nov, erfolgte auch die Entlassung Beusts und die Be—
rufung des bisherigen ungar. Ministerpräsidenten Andrässy
als Reichsministerpräsident. März 1873 ward die Wahl⸗
reform (direkte n für den Reichsrat) durchgesetzt und
dann die äußern Rechtsverhältnisse der kath. Kirche durch
Zesetz geregelt. Nach auswätts waren bei allen europ. Kons
litten der lLeitende Faktor die 1872 in Berlin mit Deutfchand
 und Rußland getroffenen (1884 in Slierniewicze er—
neuerten) Verabredungen (Dreikgiserbündnis) und bef. das
1879 mit Deutschland abgeschlossene Defensivbundnis, das
auch die Nachfolger Andraͤssys, zunachst Haymerle(feit
8. Olt. 1878) und Kalnotye(seit 10. Rop. 1881) aufrecht
hielten. Iufolgedessen blieb Osterreich während des Russ.⸗
Türk. Krieges (1877) neutral und erhielt auf dem Ber—
liner Kongreß das Mandat zur Befehung Bosniens und
der Herzegowina, die 28. Juli 1878 erfolgte. Die Oppo⸗
sition der verfasungstreuen Partei gegen diefe Okkupa⸗
tionspolitit sowie gegen den 1878 Ddann wieder 1888)
erneuerten Ausgleich mit Ungarn veranlaßte Febr. 1879
dRen Rücktritt Auerspergs und die Bildung eines neuen
dabinetts unter Taaffe, das, den Bestrebungen der aus
Klerikalen, Tschechen und Polen gebildeten Majorität des
Abgeordnetenhauses mehr und mehr nachgebend, immer
weiter antideutsche Tendenzen verfolgte. Erst 1881 wurde
die deutsche Partei ue die Neuwahlen gestärkt, was die
Berufung des Grafen Kuenburg indas Ministerinm zur
Folge hatte. Mit Hilfe der Veutschen wurde 1802 das
Beset über die Valutaregulierung angenommen, aber da⸗
e kam es zu neuen Differenzen. 1893 trat Taaffe zu⸗
rück. Das folgende Koalitionsministerium des dFurfen
Windisch-Graͤtz vermochte die Schwierigkeiten nicht zu be⸗
eitigen und machte 1884 dem provisorischen Ministerium
diel mannsegg Platz. Auch Graf Kalnoky trat zuruck und
Braf Goluchowsti wurde sein Nachfolger in der Leitung
der auswürtigen Angelegenheiten. Graf Badeni (seit 1885)
ührte 1896 die Wahlresorm durch, konnte aber den Aus—
gleich mit Ungarn nicht durchsetzen, irozdem er den Tschechen
durch zwei Sprachenverordnungen für Böhmen sehr ent—
gegenkam. Das führte zur Obstruktion der Deutschen und
zum Rücktritt Badenis (1887). Auch seinen Nachfolgern
Gautsch und Thun, seit 1888) gelang es nicht, geordnete
Verhältnisse zu schaffen. Erst unter dem Beamtenministes
ium Koerbers (1800 bis Ende 1904) besserte sich die Lage;
dagegen kam es 1803 in Ungarn infolge der Obstruktion
zegen die Wehrvorlage zu großen Verwicklungen. Im Febr.
1805 nahm der ungar. Ministerpräsident Tisza seine Ent⸗
lassung, und erst im Juni fand sich in Fejervary ein Nach—
folger für ihn. Auch in den übrigen Kronländern, nament⸗
lich in Tirol, gab es wiederholt scharfe nationale oder
celigiöse Kämpfe. Ju Osterreich hatie 31. Dez. 1904 bis
Ende April 1906 Freiherr Gautsch von Frankenthurn den
Borsitz im Ministerium, der infölge großer Demonstra—
tionen 1805 die Einführung des allgemeinen Wahlrechts
in Ausbsicht stellte. Ihm folgte Prinz zu Hohenlohe, der
edoch schon, 30. Mai 1806 zurücktrat, weil der Kaiser dem
Verlangen Ungarns nachgab, den gemeinsamen Bolltarif
als nn ungar. Tarif zu veröffentlichen, worauf
Freiherr von Beck ein Koalitionskabineit bildete.
Literatur. Zur Geographic und Statistik: „Die Länder
Osterreich⸗ Ungarns in Wort und Bild“ (16 Bde. 1879
—89); „Die Volter Osterreich⸗ Ungarns“ (12 Bde. 1881
786); „Osterr. statist. Handbuch“ (1883 fg.); „Die österr.
Monarchie in Wort und Bild“ (24 Bde. 1888 1802)
Umlauft, „Die O. M.“ (8. Aufl. 1886—87); „Osterr
Statistik (1902). Zur Verfassung und Verwaltung: ul⸗
brich (Verwaltnugbrecht; 1884 u. 1887 80.2 Bde.).
Albrich (Staatsrehht; 8. Aufl. 1904); Mayrhofer Berwal⸗
tungsdienst; 5. Aufl. 1895 f9.); Mischler und Ulbrich,
„Staatbwörterbuch““ (2 Bde.8. Aufl. 18004 f9); Gum⸗
plovicz ( Staatsrecht; 2. Auft. 1902). — Zur Geschichte
Mailäth (5 Bde., 183160), Mayer (2 Bde. 2. Aufl.
1899 -1801), Krones (b Bde, 1876 789, und 4 Tle. 1881
783), Huber (Bd. 126, 1888 06 u. 1901 12. Auft.
äber einzelne Pexioden außer den Werken von Arneth
Bindely, Höfler, Lorenz, Zeißberg ꝛc.: Büdinger (bis 13
Jahrh., 1888) Springer (seit dem Wiener Frieden, 2 Bde.,
1863-65), Rogge (seit 1849. 1872 73 u. 1819), von

helfert (seit 1818, 4 Bde., 1868 —86), Wertheimer ¶.
dahrzehnt des 18. Jahrh. 2Bde. 1884 -60) u. a. „Fontes
rorum Austriacarum“ (seit 1849). Weig
Ssterreich sch⸗ Ungarifcher Ausgleich, Aus-Sflerreichisch⸗
 Ungarischer Livyd, Osterreichischer
2oyd, s. Lloyd. sunter der Enns, s. Riederosterreich
Ssterreich ob der Euns, s. Oberösterreich; Verrae
dfterrifor, Riser, Stadt im norweg. Amt Nedenüs,
1900) 3495 E.; Holzausfuhr, Schiffahrt.
Ofterspiele, dramat. Darstellungen der Auserstehuna
Thristi, wahrscheinlich die teste Art geistl. Schauspie p
eit dem 15. Jahrh. von den aeeen verdrängt.
Bal. Milchsac 1880), Lange Is67), Wirth (1888).
Dsterstade, fruher Ssistedingen, der östl. Teil des von
n Stedingern (s. d.) bewohnten Gebietes.
Osterstein, Residenzschloß bei Gera. der
Sfterfund, einzige Stadt des schwed. Läns O. ode
emtland (s. d.), am Storsee, (1900) 6866 E. F
Osterwieck, Stadt im preuß. Reg-Bez. Magdeburg, ge
er Ilse (1008) 8631 E. Amtsgericht, Praͤparandenanstalt;
zucker⸗, Zigarren-, Handschuhfäbriken. z
Ofterzytlus, die Periode, nach deren Ablauf da
tterfest wieder auf denselben Tag fällt ( 532 date
ODfte⸗Schwinge⸗Kanal, Elmer Schiffgraben,.
Dfteuropaische Zeit (abgekürzt O. E, 8.). die wao
em 80. Grad der Lünge östl. von Greenwich bestimmte vr
eitszeit; gilt in Bulgarien, Rumänien und in der ös —
kürkei (Konstantinopeler Eisenbahnneß), 1Stunde vo
egen mittelz, 2 Stunden gegen westeurop. Zeit.
ODftfalen, seit etwa 700 Name der mit Thüringern
acschmolzenen östl. Sachsen im heutigen Braunschweig,
vdl. von Hannover und in der preuß. Prov. Sachsen.
Osftfalkland, eine der Falklandinseln (s. d.). o⸗
Dftflandern, belg Provingz, 8000 qkm (1904)1 0785 —
5.; hochentwickelte Bodenkultur; Spinnerei, Weberei un
Spitzenklöppelei; Hauptstadt Gent. D
Oftfranken, im frühern Mittelalter v. w. Austrasien
eit dem Vertrag von Verdun 818 Deutschland im Gegen⸗
atz zu Frankreich; spüter das Hzgt. Franken am Main im
Begensatz zu Rheinfranken.
Osftfranzien, das fränk. Austrasien.
Oftfriesische Inseln, s. Friesische Inseln. ost
Oftfriesland, chemal. deutsches Fürstentum, jetzt ne n
»em Harlingerland den preuß. Reg.«Bez. Aurich bildend,
on Nachtkommen der alien Friefen, den Ofifriesen, be⸗
vohnt, 1154 Reichsgrafschaft, 1654 Reichsfürstentum. od
ard J. d. Gr. (14811528), führte die Primogenitur un
ie Reformation ein; im 17. Jahrh. heftige Elreitigkeiten
wischen dem Fürsteuühause und den Ständen. Nach dem
Tode des letzten Cirtsena kam O. 1744 an Preußen, 1807
in Holland, 1810 an Frankreich, 1816 an Hannover, 1866
vieder an Preußen — Bgl. De Vries und Foceen (1881),
derquet (1883), Houtrouw (2 Bde. 1880 989).
Ditgermauen die vstl. Gruppe der german. Völker
aus Goten, Rugiern, Vandalen, Silingen, Gepiden be—
tehend), deren Siß an der Weichsel war.
Dfstahats, Gebirge in Vorderindien, s. Ghat.
Bstasten, s. Goten. —(6 —
Osigotlaud, deutsche Namensform für Östergötlan
end s. Griqua.
Ostheim vor der Rhön, Stadt in S.-Weimar, in
iner Erklave in Bayern, an der Streu, (1905) 2244 E.
Amtsgericht, Bergschloß Lichtenberg; Piüschweberei, Ger⸗
derei; bekannt durch die aus der Sietra Morena siammenden
Zwergkirschen (Ostheimer Weichseln).
Ofhofen, Narktflecken in der hess. Prov. Rheinhessen,
im Seebach, (1805) 3707 E., Amlsgericht. il
Ofthoff, Hermann, Sprachforscher, geb. 18. Aprit
847 in Billmerich (Westfalen), seit 1877 Prof, der per
zleichenden Sprachwissenschaft und des Sanskrit in Heidel⸗
zerg; schrieb: „Zur ure des Perfelts im Indoger⸗
manischen“ (1889), mit Brugmann„Maorpholog. Unter⸗
uchungen“ (16 Tle, 1878 -00) u. a. 8
Ostia, Stadt in Latium, ülteste, angeblich von Ancu
Marcius gegründete Kolonie Roms, J. an der Mündung
eie g e * 24 KRm iee an re seine
Salzwerke und als Hafen wichtig; jetzt verfallen.
Ostiarius (lat.) Türhüter, Pförtner; in der r
hristi. Kirche die untersten Geistlichen (Sakristane, Glöck⸗