qer)z ijegt noch der unterste Grad der vier niedern
Waͤhen (f. Ordines).
Oftlen (greh) die Herzmündungen; Ostienstenõose, Ver—
gerung der Herzmündungen insolge von Entartungen
der Herzklappen.
Oftiglia(fpr. ilja), Stadt in der ital. Prov. Man—
ua. l. am Po, (1801) 7188 E.; Flußhafen.
Ostinato (ital. Mus.), hartnäckig, beharrlich. (S
ug Basso ostinato.) J 4
Ostindien, im weitern Sinne Name für Vorderindien,
dinterindien und den Ind, (Malatischen) Archipel; im
ugern Sinne nur Vorderindien oder Indien diesseit des
Banges. Karte: Asien 1)]
J. Vorderindien, im N. vom Himalaja, im NW. vom
Indus, im SO. vom Bengal Meerbusen, im EW.
»om Arab. Meer begrenzt, physikalisch ca. 3,6 Mill. qkm,
18901) 288 Mill. E.; zerfällt in das Himalajavorland
Hindustan und in die Dekhanhalbinsel. Hindustan, etwa
„s Mill. qkm groß, größtenteils Tiefland, besteht aus dem
Stromgeblet des Ganges und der östl. Hälfte des Indus—
zebietes; in der Gangesebene fruchtbar, am Judus mit Aus—
aahme des Pandschab meist sandig. Dekhan, mit Ceylon
etwa 1,3 44m., Hochland, im N. vom Windhjagebirge be—
grenzt; das Hoqland Mittelindien (im O. Bundelkhand,
in der Mitte Malwa, im W. Mewar genannt) 8— 800 *
joch; am westl. und südöstl. Rande des Dethan die Weft—
auind Ostghats (s. Ghat), verbunden durch die Nilgiri (s. d.);
imm S. des Gap, d.i. der Vertiefung des Palghattals, die
Anamalliberge, 1200 —2700 m hoch, bis zum Kap Komo—
rin; Flüsse, meist von NW. nach SO. fließend: Maha—
nadi, Godawari, Kistna oder Krischna, Kaweri; von O
nach W. Narbada und Tapti. Klima im S— durch die
Monsune und die Wasserscheide der Westghats bedingt, so
daß Malabar und Koromandel entgegengeserzte Regenzeiten
jaben. Jahresmittel in Kalkutta 25,48, kältester Monat
18,47, wärmster 29,820. Vegetation arm in den Indus—
benen, sehr reich in Bengalen (Zitrone, Gummibaum,
Zuckerrohr, Zimt, Banane, Pfeffer, Ingwer, Palmen);
auch in den höhern Gegenden gedeihen nohh Kaffee, Baum—
volle und die europ. Getreidearten. Eigentümliche Tierwelt;
m W. Wüstenfauna; in dem an Wald und Dschungeln
reichen Gangesgebiete Affen, Tiger, Wildschweine, Ele—
anten, VBögel, Schlangen, Krokodile, Haifische sTafel:
Asiatische Tierwelt); im S. halb malgiische Faung.
— Politisch gehört Vorderindien zumeist den Briten, klei—
gere Gebiete den Franzosen und Portugiesen ss. Beilage:
Asien]. Das brit. Gebiet, BritOstindien (Brit.⸗In⸗
dien, Ind. Kaiserreich, Angloind. oder Indobrit. Reich),
erstreckt sich weit über Vorderindien hinaus (4 809 100 qkm,
1901 295 213 000 E.), während Ceulon mit den Maledipen
eine Kronkolonie ist.
Benvöltkerung sstarte: Bevölkerung 1II]. Neben den
eigentlichen Hindu oder arischen Indern (001 218780650),
—
3179275)) und Tibetern (Tibeto-Birmanen, 9560454)
¶. Inder ünd, Indische Sprachen) die Nachkommen der mo—
ammed. Eroberer, teils mongol. teils perseeztürk. Urfprungs,
die mohammed. Afghanen“ (rRohilla), Araber an der
düste Malabar ꝛc., Varfen, Juden (weiße, aingewanderte
zun der Küste Malabar, und schwarze, von Cingeborenen ab⸗
dammende). Der Religion nach sind in But Ostindien
1801) ca. 207. Mill. Hindu, 62 Mill. Mohammedaner,
36 Mill. Buddhisten, d,s Mill. Auhünger von Naturreli—
Uonen, 2,0 Mill. Christen, 2,2 Mill. Sith, 1,3 Mill.
Dschain, 94 000 Parfen, d2 boä Arjasomasch, 18 000 Ju—
den, 4000 Brahmosomadsch u. g. 99 Stadte mit über
100 000 E.
Erwerbszweige: vor allem Ackerbau (196 Mill. Men—
qhen); wichtigste Anbaupflanzen Reis, Weigen u a Ge—
reidearten Is. auch Beilage: ieeen Baumwolle,
Slsaat, Zuderrohr, Inute, Indigo, Tee, Kaffee, wertvoll
ür die Landwirtschaft sind die kunstlichen Bewãsserungs⸗
ulagen (Gangeskaual, Sirhindkanal, Kaweri, Kistna,
Bodaward); troͤhdem de Hungersnöte; Vieh—⸗
ucht, bes. Schaft und Rinderzucht; Bergbau weniger
hedeutend; großer Diamantenreichtum. JIndustrie sehr
Jeruntergekommen, blühend noch die Teppiche und Seidennanufakkur;
 Jutes, Baumwollindustrie (410 Mill. Spin⸗
deln). Indigofabriben, Zuckersiedereien Rum-⸗ um Aru,

329

Ost

rennexeien, Olbereitung, Waffen, Juwelierarbeiten, Dia⸗
aantschleifereien ꝛzc. Hundel wird im Innern durch die
daste der Banja betrieben, mit den Nachbarvölkern Kara⸗
vanenhandel; Seehandel überwiegend in den Händen
der Briten; weiteres s. Beilage: Aften. Schiffsverkehr im
Außenhandel (Eingang) 1008/4: 1863 Schiffe mit 6,s Mill.
segistertons. Offentliche Straßen 28660 xm; Eisen⸗
ahnen (1804) 41361 I —
bahnen]; Telegraphenlinien: 96 d683 kD.
An der Spitze der Verwaltung steht ein Generalgouver⸗
neur (Bizekönig); ihm zur Seue ein ausführender, von
der Krone ernannter, uͤd ein gesetzgebender, vom Vize—
könig und dem ausführenden Rate ernannter Rat; vom
Bizekönig genehmigte Gesehe kann der engl. Staatssekretär
ür Indien wieder aufheben. Einteilung in 18, bez. 14
Hrovinzen, unter Governors, beʒ. Lieutenant Governors,
eʒ. OQhief Commissionars, zerfallen in Divisionen oder
Lommissionarships ꝛc. Daneben Vasallenstaaten (Feuds.
orʒ vder Native States) unter (co. 600) eingeborenen
Fürsten, deren einige nur die engl. Oberhoheit anerkennen,
indere ihre, Verwaltung engl. Einflüssen unterordnen, die
neisten Tribut zahlen und Truppenkontingente stellen; im
FJalle der Mißregierung kann das Obergericht die Ab—
etzung aussprechen; jeßt ifst die brit Regierung bestrebt,
ie ind. Fürsten durch Anerkennung ihres Fortbeftehens
ür sich zu gewinnen. Sie sind teils der Kontrolle der
inzelnen Provinzialregierungen unterstellt und werden
aher zu ihnen gerechnet, teils dem Vizekönig bez. seinen
Agenten unterstellt, werden daher als selbständige Pro—
inzen (6) betrachtet. In den Stadten Selbstverwaltung
nit Heranziehung der Eingeborenen. Budget 1804/8 (Aus
Jaben) 1208,2 Mill. Rupien (davon durch Zuschuß der Pro⸗
»inzen 19 782 000 Rupien gedeckt).
Heerwesen. Das Heer * in 8 Kommandos (8 Divi—
ionen) und 2 selbstaͤndige Divifionen in Sikanderabad
ind Birma eingeteilt. Die Infanterie zählt 51 brit. Ba⸗
gillone je 1030 Köpfe) und 137 eingeborene Regimenter
1800), die Kavalleriens (620) bez. 40 (630), die brit.
Artillerie 11 reitende, 45 Fuß⸗/8 Gebirgs⸗, 28 Festungs⸗
atterien, die eingeboreue 10 Gebirgs51 Festungsbatterie.
dazu kommen noch zahlreiche Sonderkorps. Gesamtfiärke
21708 Köpfe, darunter 146 700 eingeborene Truppen.
Unterrichtswesen. Erst 22,86 Proz. der Knaben und 2,6
Broz. der Mädchen im Schulalter haben Unterricht. Die
Universitäten (Kalkutta, Bombay, Madras, Allahabad,
ie Pandschab-Universität in Lahaur) nur Prüfungsbe⸗
örden; ihnen affiliiert ca. 170 Colledes
I. Hinterindien (s. d.).
Geschichte Is. auch Beilagen: Entdeckungsreisen und
dolonien]. Das älteste Ereignis der ind. Geschichte ist
)ie Einwanderung indogerman. Stämme (Arier, s. Inder)
»on NW. her in Vorderindien (wohl im b. Jahrtausend
». Chr.). Sie unterwarfen allmählich die Ureinwohner und
varen in frühester Zeit in viele einzelne Staaten unier
Radschas (Könige) und Maharadschas Oberkönige) geteilt.
Diese Zeit ist historisch ganz dunkel. Buddhas Tod (gegen
80 v. Chr.) ist der erste einigermaßen feste Punkt der ind.
ẽChronologie. Seit Alexanders d. Gr. Zug nach Indien
326 v. Chr.) traten sie mit den Griechen in Verbindung,
ie seitdem uͤnunterbrochen fortdauerte. Nach Alexanders
d. Gr. Tode herrschte Sandrokottus (ind. Tschandragupta)
iber das Land vom Indus bis zum Ganges. Sein Cutel
lcoka schloß 286 v. Chr. mit Antiochus Theos einen
Bertrag. Im 1. und 8. Jahrh. n. Chr. herrxschten die
Lakas oder Indostythen über Nordindien.“ Di— einhei⸗
nischen Reiche wurden seit dem 11. Jahrh. durch moham⸗
ned. Eroherer (s. Gasnawiden, Timur) unterjocht; 1526
ründete Babar das Reich des Großmoguls (s. d.) zu
Ddehli. Unterdessen hatten die Portugiesen den Seeweg
zach Indien 1488 entdeckt und unter Almeide und Al
uquerque bedeutende Besitzungen erworben, die sie fast
OOb J. und amit zugleig den ostind. Handel ausschließ⸗
ich behaupteten, bis Anfang des 17. Jahrh. die Hollan—
er und Engländer (Gründung der Ostind. Kompanie)
n ihre Stelle traten. Auch die Frauzosen gewannen
Zesitzungen in O. verloren dieselben aber 1763 fast alle.
stach dem Zerfall des Reichs des Großmoguls begrün⸗
eten die Engländer durch Clives Sieg bei Plassy 28. Juni
757 ihre Herrschaft in Bengalen erstürmten 4. Mai