Ostrow. 1) O. auch Ostrowsk, Kreisstadt im russ.
Vouv. Pstow, an der Welikaja, 6488 E. — 2) Kreisstadt
m russ.⸗poln. Gouv. Lomsha, 10838 E.
Ostrowo. 1) Kreisstadt im preuß. Neg.s Bez. Posen,
1900) 11800 (1805: 18115) E., Garnison, Land⸗, Amtszericht,
 Gymnasium. — 2) D. oder Ostrau, Pädagogium
hei Filehne.
Ostroͤwskij, Alerx. Nikolajewitsch, russ. Dramatiker,
jeb. 12. April 1823 in Moskau, gest. 24. Juni 1886
chrieb sehr gelungene Schau- und Lustspiele, bes. aus
»em Leben der Moskauer Kaufleute.
Oftrumellen, eine durch den Berliner Kongreß 1878
zeschaffene autonome Provinz des Türkischen Reichs zwischen
Baltan, Rhodope und der Küste des Schwarzen Meers;
32594 qk, (1801) 1099 984 E.; durdyflossen von der
Biopsa, Tundza und Maritza; Hauptstadt Philippopel. (S.
d8 Buͤlgarien.) — Durch eine Volkserhebung wurde der
türk. Gouverneur Gavril Pascha 18. Sept. 18885 abgesetzt,
und Fürst Alexander von Bulgarien übernahm 20. Sept.
d. J. die Regierung O.s. 1886 übertrug ihm die Pforte
die alle fünf Jahre zu erneuernde Würde eines General—
gouverneurs von O. Seitdem blieb O. auch unter Fürst
Ferdinand falktisch mit Bulgarien vereinigt. Karten:
Balkanhalbinsel Lu. II.]
Ostrða, s. Hopfenbuche.
Ostsee, Baltisches Meer, Binnenmeer sKarten: Deut—
sches Reich J. Schwedenzc. J, bei Skandinavien, Ruß⸗
land I] zwischen Deutschland, den dän. Inseln, Schweden
and Rußland, größte Lünge 16800 km, größte Breite 680 Km,
415480 qkmm groß, mit der Nordsee durch den Sund, den
Großen und Kleinen Belt, sowie durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal
 und den Götakanal in Verbindung, mit zahlreichen
Einbuchtungen, im N. mit dem Bottnischen, im O. mit dem
Finnischen und Rigaischen Meerbusen, an der deutschen
—
der Neustädter Bucht; Tiefe, von S. nach N. zunehmend,
von 12—463 m, durchschnittlich 70 m; geringer Salzge—
halt; das Wasser kälter und klarer als das des Ozeauns;
Eisbildung hindert bes. im Norden die Schiffahrt; manche
Häfen, wie Libau, bleiben für Dampffchiffe stets frei;
Ebbe und Flut wenig bemerkbar, dagegen wird die Schiff⸗
fahrt durch den häufigen Wechsel der Winde sehr gefähr—
det. gee Inseln: Seeland, Fünen, Möen, Laaland,
Bornholm, Gottland, Oland, Alandsinseln, Rügen, Alsen,
Usedom, Wollin; 250 einmündende Flüsse (Oder, Weichsel,
Pregel, Niemen, Düua, Newa u. a.) mit 2318 000 qkm
Stromgebiet. — Vgl. Etzel (3. Aufl. 1874), Ackermann
(1883), „Segelhandbuch für die O.“ (b Tle., z. T. in
2. und 3. Auft., 1891 -19800, Credner (1895): Wegener,
„Deutsche Ostseeküste“ (1800).
Ostseeprovinzen, Baltifche Provinzen, die drei längs
der Ostsee gelegenen russ. Gouv. Kurland, Livland und
Estland, zusammen 94564 qkm, (1897) 2386 116 E.
81 Proz. Letten und Esten, 7. Proz. Deuntsche sKarte:
Deutschtum II, 3), 5 Proz. Russen, 20 Proz. Juden), bis
(876 ein besonderes Generalgouvernement. — Die O. waren
1202 1561 im Besitze des Deutschen Ordens, bildeten dann
sange ein Kampfobjekt zwischen Russen, Polen, Dänen und
Schweden; 1721 kamen Livland und Estland, 1785 Kur⸗
sand an Rußland, Aufhebung der Leibeigenschaft 1816—
d, Einführung der ruff Städteordnung 1877. Seit 1884
Russifizierun * Verwaltung, des Schulæ und Gerichtswesens;
 — der prot. Kirche und der Adelsvor⸗
rechte. Eine Erleichterung stellten die kaiserl. Manifeste
bon 1905 in Aussicht, da brach im Herbst die Revolution
us (Lettische Republik), deren Niederwerfen noch die Re⸗
ziexung —35 Bgl. Eckardt (2. Aufl. 1869 u. 1883).
Ostfeeschnäpel, s. Renke.
Sfifibirien, früheres russ.⸗ sibir. Generalgouverne⸗
nent, I1888 zerlegt in die Generalgouv. Irkutsk und Amur.
ODftfibirisches Küstengebiet, s. Küstengebiet
Sftflawen, die russ. Gruppe (Groß⸗. Klein⸗. Weik⸗
ussen) der slaw. Völker.
Oflturkestan, chines. Thian⸗schan ⸗ nan⸗lu, auch Ta-⸗
intbecken, früher Hohe Tatarei, Hohe oder Kleine Bu⸗
harei genannt, zwischen dem Kwenslun, Pamir, Thiau⸗
Hhan und der Wufte Gobi, Teil der hines. Prov, Sin—
jang; 1100 m hohe Hochebene, durchflossen vom Tarim,
mit dem Ses L3203 cam Tarim unfruchtbar. am Ge—

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Otf
irge gut angebaut; Einwohner nomadisierende Kirgisen
ind Mongolen, Chinescn sunnit. Türken. O.als Durch⸗
angsgebiet für den Karawanenverkehr zwischen China,
ibet, Kaschmir und Ruffisch-Turkeftan wichtig, seit 1768
hinesisch, vorübergehend zu dem von Jatub Beg gegründeten
eiche gehörig; seit 1878 wieder chinesisch. Städte: Ab⸗-su,
kaschgar, Jarkent, Khotan. Val. die betreffenden Werke
an — von Hedin. SEprache.
Isttürkische Sprache Sschagataisch), s. Türkische
Dtuni, Stadt in der ital. Prov. Lecce, (1901) 22987 E.
Sst-⸗Vaagö, größte der Lofoten, 541 qkm.
Ostwald, Wilhelm, Chemiker, geb. 2. Sept. 1853 in
stiga, seit 1882 Prof. daf. feit 1887 in Leipzig, Haupt⸗
ertreter der physik. Chemie, lebt seit Herbst 1806 im Ruhe⸗
tand in Großbothen bei Leipzig; seee Lehrbuch der
illgemeinen Chemie“ (2. Aufl 1891 g.), „Elektrochemie“
1896), „Grundriß der allgemeinen Chemie“ (3. Aufl.
899), „Die wissenschaftlichen Grundlagen der analytischen
hemie“ (4. Aufl. 1804), Grundlimen der anorganischen
Chemie“ (2. Aufl. 1804), Elemente und Verbindungen“
1904); gibt mit vant Hoff Die Zeitschrift für physit.
chemie“ (seit 1887) und mit vbon Ottingen, Die Klaffiker
er exalten Wissenschaften“ (feit 1880)“ heraus Val.
Walden (1804).
Ofnug (Offuna), Stadt in der span. Prov. Sevilla,
1900) 18072 E., Industrie in Esparto⸗, Seiden⸗ und
einenwaren, Handel; früher (1540 1824) Universitãt.
Osung, Don Pedro Teilez y Giron, Herzog von, geb.
579 zu Valladolid, 1611 Vizekönig von Sizilien, 1616
»on Neapel, suchte sich der Herrschaft zu bemächtigen; 1620
ibberufen, gest. 1624 als Gefangener im Schlosse Alamede.
Oswald, der Heilige, geb. 604 (605), Sohn des Königs
Ethelfred von Northumbrien, verbreitele das Christentum
inter den Angelsachsen, gefallen 5. Aug. 642 auf dem Macer⸗
eld gegen Penda, König der Mercier.“ Die Oswald⸗Legende
st Gegenstand mehrerer altdeutscher Dichtungen, Bal.
Berger (1885).
Oswald von Wolkenstein, Dichter, aus tirol. Nit—
ergeschlecht, geb. 1867 auf der Trostburg bei Waidbruck,
‚est. 2. Aug, 1445 auf seiner Burg Hauenstein. Gedichte,
g. von B, Weber (1847) und J. Schatz (2. Rusg. 1904).
Bgl. Zingerle (1870).
Oswaldtwistle (spr. wißl), Stadt in der engl.
Brafsch. Lancaster, (1901) 14200 E.; Baumwollspinnerei.
Oswego (spr. wihgo), Stadt im nordamerik. Staate
sdeuyork, an der Mündung des Flusses O. in den Onta—
iosee, dueh Kanal mit dem Griesce verbunden, (18000
2198 E. ʒ künstlicher Hafen Einfuhr).
Dowestry (spreoͤssestri), Stadt in der engl. Grafsch.
*alop, (18901) 83879 E.; Baumwoll⸗ und Leinenindustrie.
Dswiecini (spr.oschwlenzim), poln. Rame von Auschwitz.
Oszillation (lat.) Schwingung (s. d.); oszillieren, sich
hwingend hin und her bewegen; oszistatörisch schwiugend.
Ot, Piz, Gipfel der Errgruppe in Graubünden, 3240 w.
Ota, jetzt Katabothra. Gebirgskette im Rdes mitt
ern Griechenlands, 2152 m hoch, hängt im W. mit dem
dindos, im O. mit dem Knemis zusammen.
Dtagra (grch.), Ohrenzwang (sDOtalgie).
Ataha, eine der Gesellschaftsinfseln, f. Tahaa.
Dtaheiti, eine der Gesellschaftsinseln, s. Tahiti.
Dtaheitische Apfel, s. Spondias.
Otalgie (grch.), nervöser, anfallsweise auftretender
e ist meist mit Ohrensausen und Schwer⸗
örigkeit verbunden, in seinen höchsten Graden als Otagra
Ohrenzwang) bezeichnet; Ursache meist Erkältung.
Otaphon (grch.), Apparat, der die Ohrmusqhel nach
orn drängt, um das Hören zu erleichtern.
Otawi Gtavi, Otavifontein), Ort im N. von Deutsch⸗
-züdwestafrika, Militärposten; Kupfererzlager. Die Diawiahn
 1805 bis Omaruru eröffnet(s aid dn
Dtea, eine der Barrier Islands. (Zitat aus Cicero.
2tompora, o mores! (lat.), o Zeiten, o Sitten
öte-toĩ deo Ia que js my melte frz.) „entferne dich
mn dort, damit ich mich hinsetze““; stammt von Saint⸗Simon
Otfried, Benediktinermönch zu Weißenburg im Elsaß,
erfaßte um 868 eine poet. Evaͤngelienharmonie (s. dy,
as älteste deutsche Gedicht mit Endreimen; hg. von Erd⸗
nann (1882), Piper (1898), übersetzt von' Kelle (1870).
Val. Pfeiffer (1905