Otto 1xI1., röm.-deutscher Kaiser (73 5883), geb.
355, Sohn Ottos J., 967 in Rom zum Kaiser tunt
unterwarf 977 die aufrührerischen Herzöge von Bayern,
Böhmen und Polen, vertrieb 978 den Koͤnig Lothar von
Frankreich aus Oberlothringen, entriß den Griechen Neapel,
Bari und Tarent, besiegte die Sarazenen in Kalabrien,
zxlitt Juli 982 bei Cotrone eine aroße Niederlaae, gest.
. Dez. 983 zu Rom.
Otto III., röm.⸗deutscher Kaiser (8831002),
—D0
hhaft seiner Mutter Theophano und seiner Großmutter
Adelheid, ward 896 in Rom zum Kaiser gekrönt, unter—
drückte 998 das. den Aufstand des Crescentius, erhob seinen
irühern Lehrer Gerbert als Sylvester II. zum Papst,
gründete 1000 das Erzbistum Gnesen, zog 1001 wieder
iach Rom, gest. 28. Jan. 1002 zu Paterno,
Otto 1X., röm.-deutscher Kaifer (1198 -1218),
zeb. 1174, zweiter Sohn Heinrichs des Löwen, 1198 Gegen⸗
nig Philipps von Schwaben, nach dessen Ermordung
n als König anerkannt, 4. Olt. 1208 zu Rom als
daiser gekrönt; wegen Aneignung von Ancona und Spo—
leto von Innozenz II. mit dem Bann belegt, kehrte er
1212 nach Deutschland zurück, konnte sich aber gegen den
Gegenkönig Friedrich II. nicht behaupten. Von Philipp II.
August von Frankreich 27. Juli 1214 bei Bouvines g
chlagen, zog er sich nach Braunschweig zurück, gest. 19. Mai
1218 auf der Harzburg. — Bgl. 8 (1872),
Winkelmann (2 Bde., 1372-78).
Otto von Nordheim, Herzog von Bayern, erhielt
1061 dies Herzogtum, 1070 eines Mordanschlags auf
Faiser Heinrich IV. angeschuldigt und geächtet, steüte sich
1073 an die Spitze des et der Sachsen und unter⸗
ttützte dessen Gegenkönig Rudolf, gest. 11. Jan. 1083. —
Biogr. von Mehmel (1870).
Otto J. von Wittelsbach, Herzog von Bayern
seit 1180), geb. um 1120, Freund Kaiser Friedrichs J.
ümpfte mit diesem gegen Heinrich den Löwen, dessen
Herzogtum er erhielt, gest. 11. Juli 1188. Er ist der
Stammvater des bayr. Königshauses. — Sein Bruders—
sohn Otto von Wittelsbach, Pfalzgraf von Bayern, kämpfte
anfangs für König Philipp von Schwaben, erstäch diefen
21. Juni 1208 aus Privatrache in Bamberg, darauf ge—
ichtet und 1209 auf der Flucht von he Heinrich
don Pappenheim an der Donau getötet.
Otto II., der Erlauchte, Herzog von Bayern, Sohn
Ludwigs J. geb. 1206, brachte durch seine Vermählung
1225) mit Agnes, der Enkelin Heinrichs des Löwen, die
Pfalzgrafschaft am Rhein den Wittelsbachern zu, folgte
1231 seinem Vater, 1251 König Konrads 1IV. Stellver—
reter in Deutschland, gest. 28. Ne 1253.
Otto J., König von Bayern, geb. 27. April 1848,
sweiter Sohn König Marimilians II. folgte 18. Juni 1886
einem Bruder Ludwig II. auf den Thron, und zwar unter
der Regentschaft seines Oheims, des Prinzen Luitvold, da
er selbst seit 1872 geisteskrank ist.
Otto, Markgrafen von Brandenburg. O. J. (1170
784), Sohn Albrechts des Bären, geb. um 1128, unter—
tützte den Kaiser im Kampfe gegen Heinrich den Löwen,
gest. 8. Juli 1184. — Sein Sohn O. II. sngä ä
in schwacher, gegen die Geistlichkeit nachgiebiger Fürst. —
D. III. (1220 67), jüngerer Sohn Albrechts II. regierte
1220- 58 zusammen mit seinem Bruder Johann J, stiftete
258 die brandenb.-zaskan. Linie zu Salzwedel, beteiligt
m Kampfe gegen Bela IV. von Ungarn und Christoph von
Dänemark, gefi. 9. Okt. 1267. — Vgl. Bauch (1886). —
D. IV., mit dem Pfeil (12811809), zweiter Sohn Jo—
zanns J., ritterlicher Fürst, in zahlreiche Fehden verwickelt,
auch Minnesänger, gest. 27. Nov. 1808. — D. der Faule,
üngster Sohn Kaiser Ludwigs des Bayern, 38 1341,
rhielt 1351 mit seinem Bruder Ludwig dem Römer die
Mark Brandenburg, die er nach des lehtern Tode 1866
allein regierte und' 1378 an Kaifer Karl 1IV. abtrat, gest.
1878 in Bayern.
Otto das Kind, erster Herzog von Braunschweig⸗—
Lüneburg, geb. 1204, Entel Heinrichs des Löwen, erbte
1227 von seinen Oheimen, Kaiser Otto IV. und dem
Pfalzgrafen Heinrich, die braunschw. Hausgüter, gest.
. Juni 1262; Ahnherr aller spätern welfischen Linien —
Ral. Michels (18819

333

Ott

Otto 1., König von Griechenland (183262), geb.
Juni 1815 zu Salzburg, zweiter Sohn Ludwigs 1. don
Zayern, bestieg, 7. Mai 1882 von der Londoner Konferenz
rwählt, 6. Febr. 1833 den griech. Thron stand erst unter
iner Regentschaft, trat 1. Jum 1836 die Regierung an,
2. Nov. 1836 vermählt mit Amalie pon Oldenburg
geb. 21. Dez. 1818, gest. 20. Mai 1875), vermochte die
marchistischen Zustände und die Finanznot nicht zu be—
eitigen, ward 1862 durch die Repolution gestürzt, gest. 26.
zuli 1867 kinderlos zu Bamberg.
Otto der Reiche, Markgraf von Meißen (1156-90),
zus dem Hause Wettin, geb. 1128, Sohn und ——
donrads d. Gr., begründete den Meißner Bergbau, bes
ampfte 1188 89 seinen Sohn Albrecht, der sich gegen
die Abänderung der Erbfolge empörte und 11886 feinen
Zater gefangen nahm, gest. 18. Feoͤr. 1100
Otto Heinrich, Pfalzgraf bei Rhein, geb.
0. April 1502, übernahm 18522 mit seinem Bruder Phi⸗
ipp (bis 15419 die Regierung der sog. jungen Pfalz,
vurde 1556 Kuͤrfürst, untersiußte die Universitat Heidel⸗
erg und vergrößerte das dortige Schloß Otto⸗Heinrichs⸗
zau), gest. 12. Febr. 1668. Vgl. Salzer (1886).
Otts von, Bamberg, der deilige der „Apostel
er Pommern“, geb. um? 1060 aus goliger Familie in
»er Grafsch. Bregenz, 1102 Bischof von Bamberg, ver—
reitete selt 1124 das Christentum in Pommernũ, gest.
0. Juni 1189 in Bamberg, 1189 heilig gesprochen. Ge—
üchtnistag 2. Juli. — VBgl. Juritsch (1889).
Otto von Botenlauben, Graf von Henneberg,
Ninnesänger, lebte 11971200 im Heiligen Lande, I
244 als Propst in dem von ihm geflifteten Kloster Frauͤenoda.
 — Biogr. von Bechstein (4846), Wegele (1876),
Stöckel (1883), Ausgabe seiner Lieder (18987).
Otto von Jig age deutscher Geschichtschreiber, Sohn
nes Markgrafen Leopold TV. bon Osterreich, 1137 Bischof
»on Freising, gest. 22. Sept. 1188; verfaßte eine allge⸗
neine Geschichte (bis 1146, fortgesetzt von O. von St. Blasien
is 1209) und eine Geschichte Kaiser Friedrichs J. *
156), h9. von Wilmans (1867), Waitz (1884), übersetzt
on Kohl (2. Ausg. 1889. — Bgl. Hashagen (1800).
Otto, Jnl. Muauͤnnergesangskomponist, geb. Sept.
804 zu Königstein, 1830.276 Kantor an der Kreuzfchule
n Dresden, gest. das. 6. März 1877.
Otto, Karl, Ritter von, prot. Theolog, geb. 4. Okt.
816 zu Jena, 186187 Prof. der Kircheuͤgeschichte zu
Vien, gest. 11. Jan. 1887 in Dresden; Ausgabe des
Corpus apologetarum chrisstianorum saeculi seoundi“
9 Bde., 184272; die ersten 5 Bde. JJustins Werte]
n 3. Aufl. 1876-81) u. a.
deluatde Munemotechniker, s. Reventlow.
Otto, Paul, Bildhauer, geb. 8. Aug. 1846 in Berlin,
est. das,7. April 1883; Marmordenkmal W. von Hum—
oldts Lutherdenkmal (1895) in Berlin.
dttobad, s. König⸗Otto-Bad.
Ottobenren, Macktflecken im Reg.⸗Bez. Schwa⸗
en, an der Günz, (1805) 2194 E. mitsgericht, berühmte
zenediktinerabtet (764 gestiftet) mit —A
Dtto⸗HeinrichsBau, Teil des Heidelbetger Schlofes
s. Heidelberg). J
Ottskar, Könige von Böhmen. O. J. Preuniyst, 1197
derzog, seit 1188 König von Böhmen, gest. 1230 nach
inruhiger wechselvoller Regierung. — O. II. Premyfl (1253
78), Sohn König Wenzels T.. sette sich in den Besit
es erledigten Hzgt. Osterreich, folgte 12583 seinem Vater
n Böhmen, unternahnm 1254255 mit den Deutschen Rit⸗
ern einen Kreuzzug gien die heidn. Preußen (Grün⸗
ung Königsbergs), erbte 1268 Kärnten. Da er die Wahl
udolfs von Habsburg zum Kaiser nicht anerkannte, ward
r in die Acht erklärt und mußte 1276 Osterreich, Steier⸗
nark, Kärnten und Krain abtreten; als er daranf den
krieg gegen Rudolf erneuerte, fiel er 26 Aug. 1278 auf
em Maxghfeld. — Bgl. Lorenz (1866).
Dttö kar von Steiermark, falschlich auch O. von Hor⸗
teck genannt, lebte Mitte des 13. bis Anfang des 14. Jahrh.,
zerfasser der steier. Keimchronik, ha. von Seemusser (1880
93). — Vgl. Busson (4 Hefte, 1885-92).
Zttomane, türk. Ruhebett vhne Lehne, Hiwan.
Otto manen, s. v. w. Obmanen. itonnne Reich,
o. w. Osman. Reich. Türkei oder Türkisches Reick en du