Ovatidn (lat.), bei den alten Römern militär. Aus—
zeichnung ähnlich dem Triumph; jetzt v. w. Haldigung.
Overath, Gemeinde im ppreuß. Reg.-⸗Bez. Köln, an
der Agger, (1805) 13667 E.; Bleierzs, Zinkblendegrube.
Overbeck, Franz Camillo, prot. heoleg gr ĩs. Nov.
1837 in Petersburg, 1870 97 Prof. in Basel, gest. das.
26. Juni 1905; Hauptschriften: „Studien 3 Geschichte der
alten Kirche“ (1875), Zur Geschichte des Kanons“ (1880),
„Uber die Ansünge der Kirchengeschichtschreibung“ (1882).
Overbeck, Friedr. Maler, geb. 8. Juli —— Lübeck,
Sohn des Lyrikers Christian Adolf O. (geb. 21. Aug. 1755,
— 9. Mactz 1821 als Syndikus des Domkapitels zu
übeck), feit 1810 dauernd in Rom, ward 13183 katholisch,
gest. 12. Nop. 1869; Haupt der romant.-kirchlichen Schule
Nazarener). Religise Bilder; Verkauf Josephs (Frank⸗
furt), Madonna ( ünchen), Krönung Mariü (Dom zu
Köln), Triumph der Religion in den Künsten (Frankfurt),
Zzyklüs zu den Sieben Sakramenten, Fresken in der Casa
Zartholdy und in der Villa Massimi; Zeichnungen. —
Biogt. von Howitt (2 Bde., 1886). — Sein Neffe Jo⸗
hannes Adolf O., Archäolog und Kunsthistsriker, geb.
27. März 1826 zu Antwerpen, — 1853 Prof. und Direktor
des Archäol. Museums in Leipzig, gest. das. 8. Nov. 1895;
schrieb: „Pompeji“ (4. Aufl. 1884), „Geschichte der griech.
Plastik“ (2 Bde., 4. Aufl. 1804), , Griech. Kunstmytho—
dogie“ (Bo 13 1871 80)
Dver Darwen, engl. Stadt, s. Darwen.
Overflakkee, niederländ. Insel, jetzt mit Goeree ver—⸗
unden (s. Goeree en Ovperflakkee).
Overiissel, niederlind. Provinz, s. Oberyssel.
Deversee (Oversee), Dorf im preuß. Reg.-Bez. Schles⸗
wig, an der Treene, (1900) 299 E.; hier 6. Febr. 1864
Sieg der Osterreicher unter Gablenz über die Dünen.
Sverweg, Adolf, Afrikareisender und Geolog, geb.
24. Juli 1822 zu Hamburg, begleitete 1850 Richardson
und Barth nach Innerafrika bis Damerghu, erreichte 1851
stuka und befuhr den Tsad, besuchte mit grt Kanem und
185162 Musgu, ging dann allein nach Jakuba und befuhr
den Komadugu, gest. 27. Sept. 1882 zu Maduari am Tsad.
ODvidio, Francesco D', s. D'Ovidio.
Ovidius, Publius, mit dem Beinamen Naso, röm.
Dichter, geb. 48 v. dr zu Sulmo (Sulmona), lebte in
Rom, 9 n. Chr. von Augustus nach Tomi (heute Küstendze)
am Schwarzen Meer verbannt, gest. das. 17; unter seinen
zahlreichen Werken am bedeutendsten: „Metamorphoses“,
„Amores“, „Ars amandi“, „Fasti“, „Epistolae“ oder
AMHeroides“, „Tristia“ und „Epistolad ex Ponto“.
Besamtausgabe von Merkel (2. Aufl. 18738—75, neu von
Ehwald, Bd. 1, 1888), Riese — zahlreiche Einzel⸗
ausgaben und deutsche Übersetzungen.
Oviedo, Hauptstadt der span. Prov. O. oder Asturien
s. d.) zwischen den Flüssen Nalon und Nera, (1900)
148103 E., Kathedrale (760—1388 erbaut, mit Königsräbern),
 got. Kirche San Salvador (775 bis 784), Kloster
San Pelayo, Universität (seit 1680), königl. Waffenfabrik.
Ovine (lat.), die Schafpocke: Oninatiäͤn,. Impfung
zegen Schafpocken.
ODviparen (lat.), eierlegende Tiere, Ovoviviparen, Tiere,
die im Mutterleibe aus den Eiern gekrochene Junge zur
Welt bringen (viele Fliegen, die Giftschlangen ꝛc.)
Ovũla Graafuiana (lat.), die Graafschen Follikel des
Fierstocks (s. d.); Ovulatiön, die Berstung eines Eierstock—
ollikels und die Ausstoßung des reifen Eies aus dem
Tierstocke. lder Pflanzen.
vuium (lat., „tleines Ei“), die Samenkuospe (s. d.)
. W., Abkürzung für österr. Währung.
Dwahi, Sandwichinsel, s. v. w. Oahu.
Dwaihi, Sandwichinsel, s. v. w. Hawaii.
HOwanibo (Ovambo), Negervolk im N. von Deutsch⸗
Südwestafrila, im Ambolande (zur Bezirkshauptmann—
ichaft Outjo), südl. vom Kunene. — I. Seidel (1892).
Owen aun der Teck, Stadt im württemb. Donaukreis,
an der Lauter, (18908) 1547 E.; dabei Ruine Teck (778 m).
Owen (spr. den), Sir Rich. engl. Naturforscher, geb.
20. Juni 1804 zu Lancaster, Prof. und Oberaufseher
der naturwiss. Fächer im Brit. Museum in London, gest.
das. 16. Dez. 1898; schrieb: „Odontograpuy“ (2 Bde.,
1840-45), „Lectures of comparativo anatomy“
2 Bde.. 164346), „On the anatomy of vertebrates“

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Oxe

3 Bde., 1866-68), „On the fossil mammals ot
ustralia“ (2 Bde., 1877) u. a. — Biogr. von seinem
snkel R. Owen (2 Bde., 1895)
Owen dpr. den), Robert, engl. Sozialist, geb. 14. Mai
771 zu Newtown (Montgomery), maͤchte sich als Direk⸗
or (seit 1800) einer großen Baummwolspinnerei zu New⸗
anark um die materielle wie intellektuelle
ind moralische Hebung der Arbeiter hochrerdient, suchte
»en Plan einer kommunistischen Assoziation 1828 im
vordamerik. Staate Judiang prattisch durchzuführen, kehrte
ach einem Mißerfolge 1827 nach England zuruͤck und
vard mit seinen Schuͤlern, den Oweniten, die Seele der
Arbeitervereine und der geistige Begrunder der Konfum—
ereine, gest. 17. Nov. 1888 in Newtown; Hauptwerk:
Ths boox of new moral world“. — Biogr. von Jones
engl. 1880), Liebknecht (1892).
Owen Glenudower (spr. den glenndauer) oder
ztyndwr, Abkömmling einer Walliser Fürstenfamilie,
ührte den Freiheitskrieg der Walliser gegen Heinrich IV.
»on Englaud, gest. 1416. — Bgl. Bradley (1801).
Owen Sound (spr. den ßaund), Stadt in der kanad
Zrov. Ontario, an der Georgianbai des Huronfeese( 1901)
3776 E., Hafen.
Dwen⸗Stanley⸗Gebirge (spr. den stännle), Bergkette
n EO. von Reuguinea, im Viltoriaberge 1008 m hoch.
Dralate, die Salze der Oralsdure s̃ d.).
Dralatsteine, Harnsteine aus vralsaurem Kalk; sehr
art, meist höckerig, deshalb auch Maulbeersteine genannt.
ODralideen (Oxæalidénae), Pflanzenfamilie der Grui⸗
alen, krautartige Gewächse hef. der waärmern Gegenden
Oxalis L., Pflanzengattg. der Orxa⸗
ideen, mit dreia oder vierzähligen Bluͤt⸗
ern. O. acetosella L. (gemeiuer Sauer⸗
lee, Hasenklee, ampfer,⸗-kohl, Kuckucks⸗,
zuchklee, Kleesalztraut [Abb. 1305)
nit rötlichweißen Blüten, bei uns in
chattigen, seuchten Laubwäldern, reich
in Oralsäure. Von einigen amerik.
———
on O. crassicaulis Zucc., O. escuenta
 Li. und bes. von O, tuberösa
ind carnosa Molin., deren Knollen als 1308. ee ner
Ocapatate oder Aracucha in Chile viel Saueretee.
jegessen werden; manche Arten Zierpflanzen; O. 8trieta
ind dorniculata T., mit gelben Blüten, aus Nordamerika,
ind bei uns Gartenunkraut.
Oralfäure, Sauerkleesäure, Kleesäure, anisg
Zäure, als saures Kaliumsalz im Sauerklee (s. Oxalis), als
dalziumsalz in vielen Pflanzen und im Harn, als Ammo—
numsalz im Guano vorhanden, —A durch
Zchmelzen von Sägemehl mit Alkali, früher durch Ory—
ation von Zucker mit Salpetersäure (daher Zuckersäure
enannt); stark saure, farblose Prismen, in Wasser und
Beingeist löslich, sublimiert Wn deen und Inan
n Koͤhlenoryd, Kohlensäure, Ameisensäure und Wasser.
durch Exhitzen mit Glyzerin entsteht Ameisensäure. Hef—
iges Gift (Gegengift geschlämmte Kreide, Zuckerkalk oder
MNagnesia). Die oralsauren Salze Oralate) eristieren als
aure und neutrale Salze; nur die Alkalisalze sind in Wasser
öslich und sehr giftig, wie die O. selbst. Neutrales Ka—
umsralat dient in der Photographie mit Ferrosulfat ge⸗
aischt GFerrokaliumoxalat) als Entwickler. Saures Ka—
umoxalat (Kleesalz, Bitterkleesalz, Sauerkleesatz) kristal⸗
isiert gut, dient zur Beseitigung von Rosi-, Tinten-,
Obst- uünd Rotweinflecken, ist sehr giftig.
ODralsaurer Kall, oxatsaures Kalzium, s. Kalzium;
xalsaure Satze, J. Oralsäure; gratsaures Cer, Ger:
Orenstierna (spr. scherna), Arel, Graf von, schwed.
Sztaatsmann, geb. 16. Juni 1583 zu Fauö (Uppland),
inter Gustav Adolf Kanzler, folgte diesem 1651 nach
deutschland, ward auf dem von ihm 1683 zur Fortsetzung
es Krieges versammelten Heilbronner Kongreß als Leitet
es Evang. Bundes anerlannt; nach seiner Rückkehr nach
gweden I636. iner der funf Vormündet ba a
hristine, gest. 28, Aug. 3654. Schriften und Briefe do
eit 1888 (bis 10905 11 Bde.) durch die Atademie,
Oreustierna (spr. scherna), Joh, Fabriei, Graf,
chwed. Dichter, geb. 4. Juͤli 1760 auf Stenäs (Söder⸗
nanland), 1770 -74 als Diplomat in Wien, 1792 Feichs