Papaverazken, Pflanzenfamilie der Khöadinen, Kräu—
er der gemäßigten und subtrop. Zone der Alten Welt,
nit schönen Blüten und kugeligen Fruchtknoten mit schild⸗
örnmiger Narbe.
Papaverin, Alkaloid des Opiums, bildet weiße,
n Alkohol und Äther lösliche Kristalle, schwächeres Gift
ils Morphin.
Papaw, Papayazin, Papayotin, s. Papain.
Papayabaum, s. (arien fAbb, 820).
Pape, Alex. von, preuß. Generaloberst, geb. 2. Febr.
1818 zu Berlin, führte 1870/71 die 1. Gardeinfanterie—
division (namentlich bei St.-Privat), 1888 Generalfeld-—R0

ken und Gouverneur von Berlin, 1895 im Rubestand, gest.
7. Mai 1895 in Berlin.
Pape, Heinrich Eduard, Jurist, geb. 13. Sept. 1816
zu Brilon (Westfalen), 1871 -79 Präüsident des Reichsoͤberhandelsgerichts
 zu Leipzig, seitdem Vorsitzender der
Zommission zur Ausarbeitung des Deutschen Buͤrgerl. Ge—
etzbuchs zu Berlin, seit 1884 auch Mitglied des preuß.
Staatsrats, gest. 11. Sept. 1888 in Berlin.
Pape, Wilh. Lexitograph, geb. 8. Jan. 1807 zu
Knini, gest. 28. Febr. 18804 als Gymnasiallehrer in Ber—
lin „Griech. Handwörterbuch“ (3. Aufl. 1880).
Papeẽte GPapeiti, Papete), Hauptort der franz. Insel
Tahiti, (1897) 4160 E.; wurde 718. Febr 1906 durch eine
Flutwelle zerstört.
Papeline, taftartiges Gewebe aus seidener Kette mit
Schuß aus Florettseide, Kümelgarn oder Kammgarn.
BPapelu (lat. Papulao), Knötchen, Hautausschlag,
destehend in kleinen rundlichen hirsekorngroßen, weißen
der rötlichen Erhebungen der Haut.
Papenburg, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Osnabrück
am Papenburger Moor, durch Kanäle mit der Ems und
den benachbarten Fehnkolonien verbunden, (1808) 7652 E.,
Amtsgericht, Realprogymnasium, Navigationsschule:
Schiffswerften, Reepschlaͤgereien.
Papenwasser, die 8 km lange Ausmündung des
dammschen Sees und der Oder in das Stettiner Haff.
Papenzinfee, See im preuß. Reg.-Bez. Cöslin,
qk, 6 xm Ig., 2 km ubr., bis 40 mm tief.
Paperliug, s. Hordenvögel [Abb. 824].
Papete, Stadt aͤuf Tahiti, s. Papeete.
„Papeterie (frz.), Papierhandel, Papierbandlung,
bapier⸗- und Pappwaren.
Paphlagonsen, kleinasiat. Landschaft zwischen den
Flüssen Halys und Billäus mit einer eigenen anscheinend
den Phrygein verwandten Bevölkerung. Im 1.Vahrh.
. Chr. röm. Provinzialgebiet. unter Siokletian eine be—
ondere Provinz.
Paphos, im Altertum zwei Städte auf Cypern. Das
alte P. (Palaipaphos) war verühmt durch einen Tempel der
Aphrodite, daher Paphifche Gottin (Paphia). 15 Rin nord⸗
vestlich davon das neue P. (Neapaphos), bis auf Kon—
antin Sitz des röm. Prätors von Eypern; heute Baffo
Papho), mit Ktima (1901) 3134 G.
Baplas, einer der sog. apostolischen Väter, angeblich
Schüler des Apostels Johannes, gest. um 163 als Bischof
zon Hierapolis. Fragmente seiner „Erklärungen der
Worte des' Herrn FJesu)“ bei Irenälis und Eufebius,
ihtig für die Entstehungsgeschichte der Evangelien. —
Bal, Weiffenbach (1874 u ) deimbach (187).
Papier (vom griech. papyros, der Papyrusstaude ss.
kabyrus antiquorum]), aus Wasser niedergeschlagener
und getrocknetet důnner Stoff aus Fasern von Lunpen,
Holz, Stroh u. at; dickere Platten heißen Karton (s. d.),
die dicksten Pappe (s. d.). Die Lumpen, das Hauptmaterial
 der Papierfabrikation, werden sorkiert, zerschnitten,
durch Kochen mit Kalt-, Soda- vder Pottaschelauge ge⸗
Linigt uid dann im Holländer zerkleinert, erst zu sog.
Halbzeug, wobei die Lumpen in einzelne dasern aufgelösi
werden, dann zu Ganzzeug, einem dunnen Brei zerkleiner—
ter Fasern. Die Holländer bestehen aus einem länglichen
Trog, der durch eine Scheidewand zu einem in sich zurück
laufenden Kanal gebildet ist. In dem einen Zweige dieses
anals dreht sich eine Messerwalze, welcher am Boden eine
Anzahl fester Messer fast bis zur Beruͤhrung gegenüber—
tehen zwischen diesen Messern wird die Masse getkleinert.
jn einem besondern Bleichbolländer wird der Masse Chlor

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Pap

ugeleitet, dessen überschuß später durch Antichlor entfernt
oird. Dem Ganzzeug wird' dann der nötige Leim, sowie
twaige Farbe und Fuͤustoffe beigegeben. Die eigentliche
Papierbildung erfolgt entweder durch Handarbeit oder mit⸗
els Maschinen. Bei der Fabriketion des Haude vder Büůt⸗
en⸗B. werden die Bogen einzeln aus der mit der Papier⸗
nasse gefüllten Bütte geschoöͤpft, mittels eine sog. Form,
inem mit siebartigem Gefiecht oder Drahtgewebe bespann⸗
en Rahmen. Detr noch nasfe Bogen wird auf dem sog.
zilz (lose gewebtes rauhes Wollzeug) abgelegt; auf den
Zogen kommt noch ein Filz, dann wieder ein Bogen ꝛc.
BZei der Fabrikation des Maschinen⸗P. wird das Auf⸗
ringen der Papiermasse auf das Sieb, das Abertragen
iuf den Filz ac. von Mechanismen beivirkt. Aus den
Bütten fließt das Zeug in den Regulator, aus dem es
n gleichförmiger Starke der Maschine zugeteilt wird, nach⸗
em es vorher noch einen Sandfang und einen Knoten—
änger passiert hat. Das Sieb, auf welches das Zeug
iun abfließt, ist entweder eine waudernde horizontale Ebene
oder ein rotierender Zylinder. Durch verdünnte Luft wird
auf der andern Seite der Siebfläche die Hauptmenge des
m Zeug enthaltenen Wassers abgesaugt. Der Rest des
Wassers wird teils durch Walzen ausgepreßt, teils über
eißen Trockenzylindern verdampft. Nachdem die Papier⸗
ahn noch von Satinierpressen geglättet und einem Lüngs⸗
chneideapparat an den Rundern heschnitten, event. quch
er Länge nach in Streisen zerteilt ist, gelangt sie zum
SZchluß auf einen Wickelapparat, dem sie in Form von
sollen entnommen wird. Fie Erfindung des P. wird
»en Chinesen zugeschrieben, die schon im 3. Jahrh. v. Chr.
in P. aus Hanf fertigten. Von ihnen kam die Papierʒereitungskunst
 im 7. Jahrh. n. Chr. zu den Japanern,
dann zu den Arabern, die in Kleinasien, Nordafrika, Sizilien
und Spanien sog. Papierhauser anlegten, aber die Kunst ge—
eim hielten. Erst durch die Kreuzzüge kam sie nach dem
Abendlande; in Deutschland finden sich ihre Anfänge um
1180, in Frankreich um 1250, in Ftalien um 1275, in
der Schweiz um 14830. Die erfte deutsche Papiermůhle
entstand in Ravensburg 1290. In Belgien und Holland
purde die Papierfabrikation 1686 durch franz. Emigranten,
n den meisten übrigen europ. Stagten erst zu Anfang
des 18. Jahrh. eingeführt. Die Erfindung der Papier?
naschine fällt gegen Ende des 18. Jahrh. — Vgl. Klemm
1904), Müller und Haußner (1905). IJ
Papier, auf Kurszetteln (P. f. v. w. Brief (s. d.).
Papierblumen, künstliche Blumen aus Papier, auch
ie der Immortellen (s. d.)..
Papierboot, s. Argonaute JAbb. 112)]. I
Papiergeld, vom Staate ausgegebene unverzinsliche
Zapiere, denen ein bestimmter Geldwert aufgepraͤgt und
ie im inländischen Berkehr das Metallgeld zu eersehen
estimmt sind (s. Geld und Kassenscheine): dann auch
Zanknoten (s. d.).
Papierkohle, Blätter- Blattkohle, Dysodil. eine aus
apierdünnen zähen Zauten bestehende Braunkohle.
Papiermaché Erz., spr. paplehmaͤscheh), plastische
Masse aus altem Papier mit Zusatz von Leim, Stärke,
Lips, Kreide, Schwerspat oder Ton, in Formen gepreßt,
ann getrocknet, gefirnißt, bemalt und zu Dosen. Puppen,
erfiguren ꝛc. verwendet.
Vapiermaulbeerbaum, s. Broussonétia.
Zapiernautilus, s. Argonaute [Abb. 112)].
Bapierstaude, s. Papyrus antiquorum fAbb. 1326)].
Lapierstuck, s. v. w. Steinpappe . d.)
Papierwäsche, aus bloßem Papier mit eingepreßtem
dewebemuster oder aus Papierschirting hergestellte Wüsche
bes. Kragen, Manschetten) als Ersaß der leinenen.
Papierwespen, s. Faltenwespen.
hapilio (lat.). Schmetterling, als Gattg. die Tagfalter;
u ihr gehören Schwalbenschwanz sTafel: Schmetter
inge J, 2)] und Segelfalter.
Papilionazeen, Abteilung der Pflanzenfamilie der
deguminosen (s. d.).
Bapilioniden, s. Tagfalter.
Papillargeschwulst, Papillom, Zottengeschwulst,
Veschwulst, bestehend auͤs einem gefäßreichen Bindegerüsi
ind einem, Überzuge von Epithelzeuen, gutartig (ge⸗
vöhnliche Warze, Feigwarze) oder boͤsartig (Zottentrebs),
neist auf der äußern Haut, der Suleimbann d 6