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eschriebene Paradeaufstellung und marschieren im Parade,
narsch an dem Kriegsherrn oder Befehlshaber vorbei. Bei
»er Flotten⸗P. sind die Kriegsschiffe reihenweise verankert,
»er die P. Abnehmende durchfährt die Reihen, während die
Matrosen auf den Rahen oder auf der Reeling äufgestellt
ind und beim Vorbeifahren „Hurrah“ rufen (paradieren).
— P. oder Parieren, in der Fechtkunst die Abwehr der Stöße
der Hiebe des Gegners; in der Reitkunst das plötzliche
Anhalten des Pferdes.
Paradieren (frz.), Parade (s. d.) machen, prunken.
Paradies (grch aus dem Altpersischen), eigentlich
Parl, in der griech. Bibel Bezeichnung des Garten Eden“,
)es Wohnsitzes der ersten Menschen, später auch s. v. w.
Ort der Seligen. — Vgl. Delitzsch, Wo lag das P.“
1881). — P. heißt auch die Vorhalle der Büßer in den
iltchristl. Kirchen.
Paradies, Dorf und Domüäne im preuß. Reg.-Bez
Bosen, an der Pachlitz zur Obra, (1900) 351 E. kath.
rehrerseminar nebst Waisenanstalt im ehemal. Zisterzienser—
Paradiesapfel, s. Liebesapfel [Abb. 1051]. skloster.
Paradiesbaum, s. Elaeagnus.
s. Paradiesvögel.
Paradiesfeige, s. Muse [Abb1214)].
Paradiesholz, s. v. w. Agallocheholz (s. d.).
Paradieshöpfe, s. Paradiesvögel.
Paradieskörner, s. Amomum.
Paradiesrabe, s. Paradiesvögel.
Paradiesvögel (Paradiseidae), Familie der Sper—
ingsvögel, im männlichen Geschlecht prachtvoll gefärbte,
metallisch glänzende, durch zerschlissene oder in lange Bor—
ten auslaufende oder in Fe⸗
derbüsche zusammengestellte
Schmuckfedern ausgezeich—
iete, im weiblichen schlicht
braun, grau) gefärbte Vögel
mit mittellangembis langem,
geradem oder leicht geboge—
tem Schnabel, bewohnen
Reuguinea, die Papuainseln,
Nordaustralien und die Mo⸗
ukken. Drei Unterfamilien:
l) echte P. (Paradiseinae),
mit dem gewöhnlichen P. (Paradiesraben, Göttervogel,
baradissa apoda L. [Abb. 1330]), von Dohlengröße, mit
angen, orangegelben Brustbüschelfedern, auf den Aru—
inseln, dem roten P. (P. xubra L), mit seitlichen roten
Federbüscheu; 2) Bürstenvögel (Lophorinae), mit dem
önigs⸗P. (Gincinnurus regilus Vicill.), von Amselgröße,
mit zwei mittlern, drahtartigen, an der Spitze spiralig auf⸗
zerollten Schwanzfedern mit goldgrüner Endfahne; 8) Pa—
radieshöpfe (Eprachinae), mit der Paradieseister (Astraaĩa
 nigre Vieill.), prachtvoll bunt metallisch schillernd, im
Innern Nenguineas.
Paradieswitwe, s. Witwenvögel.
Paradigma (grch., „Vorbild“), in der Grammatik ein
veispielsweise flektiertes Wort; paradigmätisch, als V. die—
iend, durch — belehrend.
Parados (srz., spr. doh), s. Rücken—
vehren.
Radsr (grch.), von der allgemeinen
Meinung abweichend, sonderbar, auffallend;
Paradsöron, seltsame Behauptung oder Mei—
zung; Paradoxie, Sonderbarkeit in Mei—
aungen.
Paradoxides, Gattg. der Trilobiten;
vichtig als Leitfossil für das Untersilur ist 1331.
»er P. Ppohemtons Burm. [Abb. 1331]. ene
Parafe, s. v. w. Paraphe.
Paraffin, ein Gemisch fester Kohlenwasserstoffe der
Athanreihe, kommt im Petroleum, Ozokerit und Bitumen
»or, entsteht bei der trocknen Destillation von bituminösen
Schiefern, Torf, Braunkohle und Holz, wird aus Rohpetro—
eum und Braunkohlenteer durch fraktionierte Destillation
zuerst ölig abgeschieden; das Rohöl wird durch Schwefel—
— Naltronlauge gereinigt und durch Kristallisation
bei niederer Tenperakur in Paraffinöl (zu Schmierölen,
zur Leuchtgaskarburierung) und Paraffinschuppen getrennt.
Letztere iwerden scharf gepreßt, mit Benzin gewaschen und
entfärbt. P. ist eine feste, harte, klingende, farb⸗ und ge—

1330. Paradiesvogen

ichlose Masse vom spez. Gewicht 0,o und schmilzt zwischen
Ae Deeeede EShhmelzpunkt, bis 500 gr
Z. daruͤber schmelzend)y; in Wasser ist,es unlöslich, in
Zenzin, Schwefelkohlenstoff, fetten Olen löslich, gegncent
Ingriffe und Hite sehr bestandig. Es dient zur Fabri
son von Kerzen (aber nur Hart-P.) und, als, Zusatz J
Stearinkerzen, ferner als Schmiermittel für Maschinen, *
Zatinieren und Polieren des Glanzpapiers, zum Einfe icn
on Leder ꝛc., Weich-P. zum, Tränken von ——ã—
haraffinöl gibt mit Wasser fein verrührt die 3
Festes und flüssiges P. sind offizinell; sie dienen als F
jengrundlage. Chirurgisch wird P, zum Ersatz —8
der geschwundener Körpergewebe (Rasenkorrettur), zu
Zerschluß von Gaumenspalten c. benutzt. Belmontin r
us birman. Naphtha abgeschiedenes P. das im ——
Stadtteil Belmont guf Kerzen (Belmontinkerzen) verar ei
vg — eee
araffinbad, êMzBBad (chem.).
Varaffinoͤr, s. Parefin Zuch ein aus hochstedendem
erdol gewonnenes farb- und geruchloses Ol. azhig⸗
Paragenesis (grch.), die Lehre von der Gesetma —
eit des Zusammenvorkommens der Mineralien. — gl.
Breithaupt (1849). Ab⸗
Paragium (ueulat., richtiger Vartagtum), die —*
indung von nachgeborenen Gliedern regierender 9
tandesherrlicher Haͤuser durch Immobilien und —68
echte untergeordneter Art; Paragiätslinien, die Fami
olcher Glieder. zn
Paraglobulin, ein im Blute neben dem Album
»orkommender Eiweißkörper. tteß
Paragoge (gich), Endverlängerung eines Wortes,
83. „dorten“ statt „dort“. Tert
paragon, engl. Gezeichnung des Schriftgrades Tert.
Paragonit, s. Glimmer. n
Paragons (span.), Bezeichnung großer Briu auten
ßaragramium grh) Zusaß hisiebsel; Buchstang
runderung ur Crsieclung eints scherzhaften Wortspi *
Paragraph (grch., d. h. das Daucbengefchriebene),
leinerer Abschnitt (Abfatz) in einem Werke, mit dem num
ierten Paragraphzeichen (9. ten
Paraͤgraphie (orchd, Unfähigkeit, in den ——
Zriftzeichen zu schteiben, Symptom gewisser Hirn. a
Paragua, Jufel, s. Palauan. lhei
Paragua, der Oberlauf des Orinoco. ne⸗
Paraguanä, Halbinsel an der Nordküste von Ve—
uela, gebirgig, im Corre de Sta. Ana 700 m. ni⸗
Paraguah, bedeutendster Nebenfluß des Parana, 5
prungt bei Diamantino im brasil. Staate Mato 3
voß mHoͤhe, ist im größten Teile seines Laufs i
ar; mundet uach 2600 voberhalb Corrientes; Stro
chiet i 148 ood 4kKNebenfiusse Jauru, Sad VLourento.
Pilcomays und Rio Bermejo. rte:
Paraguan, Kepublit in vnnern Südamerilas Kart
S mte oι , öο äασεινα ,
anker 100 doo Inbianer), im Sdhöher und unebener
im W., Klima halb tropisch, doch
gesund und der Vegetation guͤnstig;
Zßrodukte: Paraguaytee, Que—
drachorinde, Tabat, Holz, Oran—⸗
zen. Ackerbau noch primitiv, wich⸗
äger die Viehzucht. Handel s.
Beilage: Südamerika; Eisen—
zahnen s. Beilage: Eisenbah—
nen; Zelepancpiien —8
780 xkm. auptsta uncion.
Verfassung vom 18. Nov. 1870; 333. Paraguar ein
ieben dem auf vier Jahre gewählten Präsidenten bt
Senat (von 18 Mitgliedern) und eine Äbgeordnetenanun.
von 26 Mitgliederm). Einteilung in 24 ———
Departements). Budget (1808, AÄusgaben) 11,63 *
Befos (d Oα); Einnahme meist in Zöllen —*—
Zeer: 1520 Mann (ohne die Artillerie), Wappen: in
Tchild, in der Mitte die rote Freiheitsmütze; dahinte
echsspihiger, silberner Stern Abb. 10321 Flagae 5
“afel: Flaggen. it 136
Gefchichte“ P. von den Spaniern entdeckt und sei
olonisiert, war 1608 -1768 in der Gewalt der Jesuiten
zier eine Theokratie gründeten, nach ihrer ——
hieder fpanisch seit 1811 unabhaängig. 1814-40