der Diktatur Francias völlig abgeschlossen, unter der Prä—
ädentschaft von Carlos Antoniv Lopez (10444-62) 1852
als unabhängig auerkannt von Argentinien und 1858 dem
Handel geöffnet. Francisco Soland Lopez, Präsident 1862
-7oO, fuͤhrte seit 1864 einen erbitterten Krieg gegen Bra—
ilien, Argentinien und Uruguay, der erst endete, nachdem
Lopez am Aguidaban 1. März 1870 gefallen. Präsident
seit Dez. 10085 ist Cecilio Bacz. — Vgl. Decoud, (pan.,
2. Aufl 1806), Santos (span., 1897), von Fischer-Treuenfeld
 (2. Aufl, 1906). Geschichte von Washburn (engl.,
2 Bden 1871); Schneider, „Der Krieg der Tripelallianz
—D—— Gothein, „Der christl.⸗
ogiale Staat der Jesuiten in P.“ (1883); Pfotenhauer,
Die Mifsionen der Jesuiten in P.“ (3 Tle., 1893).
Paraguänytee, s. Iex.
araguda, s. Prunkottern.
pᷣaragummi, s. Kautschuk.
Rarahnyba, zwei Flüsse in Brasilien. 1) Der füdl.
P. Wioe . do Sus) entspringt im Staate Sas Paulo
in der Serra do Mar, mündet nach 950 kwä im Staate
Rio de Janeiro in den Atlant. Ozean. — 2) Der nördl.
P. (Rio P. do Norte) entspringt bei Teixeira im Staate
B. mündet nach 370 xm bei der Stadt P.
Paraunba, nördl. Küstenstaat Brasiliens, 74 738141*13,
1890) 457 232 E.; Hauptstadt P., am P. (1802) 32 0006
Parahybuna, brasil. Stadt, s. v. w. Juiz de Föra.
Paraklet (grch., „Helfer“, bei Luther „Troͤster“), im
Johannesevangelium der, von Christus verheißene Heilige
Beist. — Vgl. Schnabel (1890).
Paraldehnd, klare, farblose Flüssigkeit von eigentümlich
itherischem Geruch und brennend kuͤhlendem Geschmack,
entsteht aus gewöhnlichem Aldehyd durch geringe Mengen
»on Säuren oder Salzen, Schlafmittel.
Paralexie (grch.), Unfähigkeit, Schriftzeichen richtig
u lesen, haͤufig mit Sprachlosigkeit (Aphasie) verbunden.
Paralipomena (grch. Ausgelassenes“), Supple—
mente; in der Septuaginta Titel der Bücher der Chronitk.
Paralipse (grch. lat. praoteritio, „Ubergehung“),
chetorische Figur, wonach man etwas dadurch hervorhebt,
aß man es uͤbergehen wollen erklärt.
Parallage (grch.), Verwechssung; Geistesverwirrung.
Parallaktifche Aufstellung, die Aufstellung eines
Fernrohrs auf zwei Achsen, vermöge derer es der täg—
lichen Bewegung eines Sterns folgt. Die eine Achse,
die sog. Stundenachse mit dem Stundenkreis, an der man
den Stundenwinkel des Sterns abliest, ist parallel der
Weltachse, die andere, die Deklinationsachse mit dem Dekli—
iationskreis, liegt senkrecht dazu.
Parallaktisches Lineal, s. Triquetrum.
Parallarxe igrch.), der Winkel (parallaktischer Winkel),
zwischen den von den beiden Enden einer Standlinie nach
inem fernern Puntt gezogenen Visirlinien, wichtig in den
Aufgaben der Geodäfie und Astronomie für die Berech—
ruung der Entfernung des fernen Punktes von der Stand⸗
nie. z. B. des Abstandes ferner Weltkörper von der Erde.
Die P. nimmt zu, wenn die Entfernung des Punktes
tleiner oder die Standlinie größer wird. Tägliche P. ist
Xr. Winkel, unter welchem der quatorhalbmesser von dem
Bestirn (Sonne, Mond) erscheint; bei Firsternen, die wegen
hrer großen Eutfernungen keine meßbare tägliche P. haben,
»enutzt man die jährliche P., d. h. den Winkel, unter
velchem der Erdbahnhalbmesser vom Firstern aus erscheint.
Parallel (grch nebeneinander“) heißen in der Geo—
netrie Linien oder Flächen, die überal gleichen Abstand
voneinander haben und, beliebig verlängert, sich nicht
chneiden; in der Rhetorik, was eine fortgesetzte
ageaen zuläßt; die Parallele, Vergleichung,
Begenü erstellung; Parallelen im Kriegswesen,
Die parallel zur belagerten Festung als Infan—
eriestellungen angelegten Laufgräben (s. d.).
Parallelepipedon (grch), ein von drei
da batecer Ebenen begrenzter Körper Abb.
Parallelgrade, s. Lünge (geogr.). — Pa-333.
allelgradmessung oder Lüngengrabmessung, s. Paraulel.
Bradmessung. epipedon
Parallelismus (grch.), das Verhältnis ähnlicher
Dinge zueinander; psychophysischer P., die Lehre, daß
osychische Vorgünge regelmußig von physifchen begleitet sind
Brockhaus' Hleines HKonversations-Lexikoöon. 5 Aufl. II.

353

Par

Barallelkreise, Breitenkreise, auch Breitenparallelen,
rade der Breite, die mit dem Erd- oder dem Himmelsäquator
arallel laufenden, nach den Polen zu sich verkleinernden
reise; auf der Erde verbinden sie Orte mit gleicher geogr.
dreite (s. d.), am Himmel Sterne gleicher Deklination
J. d.), stellen also gewissermaßen den däglichen Gang der
zterne am Himmel dar.
Parallelogrämm (grch.), ein Viereck, dessen gegen⸗
berliegende Seiten paarweise parallel sind, wodurch Gleich—
eit der gegenüberliegenden
zeiten und Winkel bedingt
st. — P. der Krüfte, geonetr.
 Hilfsmittel, nach wel⸗
hem die Gesamtwirkung (Re⸗
ultante) zweier gleichzeitig
uuf einen Punkt in verschie
enen Nichtungen wirkender Kräfte (Komponenten), deren
Richtung und Größe durch zwei an den gegebenen Vuntt
ingetragene Geraden ausgedrückt sind, gleich ist (nach Größe
ind Richtung) der Diagonale des aqus den Geraden kon—
truierten P.s IAbb. 1334: m Angriffs⸗
unkt der Komponenten d und d: r Re⸗
ultante].
Parallelzůge, bei Feuerwaffen Zůge
s. dAd. deren Breite vom Laderaum bis
ur Mündung des Gewehrs oder Ge—
chützes g bleibt [Abb. 13365 a];
—5 ete bei — q Fel⸗ 4 c
er schmal anfangen und sich nach vorn
»erbreitern [pj, Progressivpdrall fe) ist 1336. 38
neim Beginn der Züge am Geschoßraum zuge.
ehr klein, wird von hier ab groͤßer und erreicht in der
dähe der Mündung sein Maximum (Enddrall)
Paralogie (grch.), Vernunftwidrigkeit, Irrtum; Pa—⸗
alpgismus, Trugschluß; Paralogistik, s. v. w. Sophistik.
Paralyfe (Paralyis, grch.), Gliederlähmung; alige—
neine progressive P., Geisteskrankheit, s. —z Pa⸗
alyse der Irren; paralysieren, lähmen; überhaupt hemmen,
nwirksam machen; paraltytisch, gelähmt, vom Schlagfluß
Paramagnete, s. Magnetismus. getroffen.
Paramaribo, Hauptstadt von Niederländ.-Guayana,
m Surinam, (1904) 32 685 E. Hafen.
Paramaita, dreibindiges Köpergewebe mit baum—
voollener Kette und Kammgarneinschlag.
Paramatta, brit.-austtal. Stadt, s. Parramatta.
Paramente (lat.), die gottesdienstlichen Gewänder der
Veistlichen sowie die Bekleidungen der Altäre, Kanzeln und
kaufsteine; auch der Kirchenschmuck überhaupt.
Parameren (grch, „Nebenstücke“), die völlig gleichen
kongruenten) Teile, in die strahlig gebaute Tiere (3. B.
Quallen) durch Sqchnittebenen zerlegt werden können.
Parameros (span. ) rauhe, steppenartige, steilabfallende
Zochflächen. (S. auch Paramos.)
Parameter (grch.) jede in der Gleichung einer Kurve
»ortommende Konsiante; bei einem Kegelschnitk die durch den
Zrennpunkt gehende, auf der Hauptachse see Sehne.
Parametritis 797 Entzündung des Beckenzell⸗
ewebes in der Umgebung der Gebärmutter.
Paramorphosen (grch.) Pseudomorphosen.
Raramos (pan.), in Südamerika öde Hochebenen,
es. auf den Kordilleren. (S. auch Parameros.)
Paramuüshir, zweitgrößteInsel der Kurilen, 24169 qkm.
Paramthie (grch. d. h. Ermahnung, Ermunteruͤng),
ine durch Herder kingeführte, auch von Krummacher ge⸗
pflegte Form der Parabel
—— Fluß in Südamerika, bildet mit dem Para—
zuay und dem Uruguay den La Plata, entsteht aus dem Rio
Zrande (auch für sich schon P, oder Para genannt) und dem
Paranahyba. Der Rio Grande entspringt an der Serra da
Mantiqueira, fließt als P. durch Brasilien und bildet die
Zrenze zwischen Brasilien und Paraguay, dann zwischen
Paraquay und Argentinien, fließt dann nach S. durch Ar—
jentinien und mündet in vielen Armen nach 8860 40 in
as Astuarium des La Plata, empfangt zohlreiche Reben—
luͤsse (Paranä⸗Panema, 33 Paraguay, Rio Salado).
Barana, Küstenstaat Brafiliens, 231819 4kx m, (1886)
49491 E., vom P. bewässertes, fruchtbates Plateau
200- 1000 w); Hauptstadt Curitiba; deutsche Folomie
Issungui (90 km nördl. von Curitiba: 1860 gegründet).