Pat

Pathogenese, Pathogenie (grch.), Lehre von der Ent—
tehung der Krankheiten.
Pathognomik (grch.), die Kunst, Krankheiten, ins⸗
zej aus den Veränderungen der Gesichtszüge Gpathogno—
nische Zeichen) zu erkennen.
Pathologie (grch.), Lehre von den Krankheiten, hau—
deli von den Krankheitsanlagen (physiol. P.), den Krank—
Jeitsursachen (Atiologie), der Entstehung der Kraukheiten
Pathogenie oder Semiotik) und den Kraukheitszeichen
Sympfomatologie). Die spezielle P. oder Nosologie be⸗
jandelt die einzelnen Krankheiten und deren Heilung.
ßatholög, ein Krankheitslehrer; pathologisch, auf P. be⸗
üglich; krankhaft. Pathologische Anatomie, s. Anatomie.
Werke von Virchow, Uhle und Wagner, Cohnheim, Billroth,
Ziegler (10. Aufl., 2 Bde., 1902) ũ. a. schondrie.
Pathophobie(grh.), Furcht vor Krankheit, s.v. w. Hypo ⸗
Pathos (grch.), Lelden, Leidenszustand, bes. der Seele;
reidenschaft, leidenschaftliche Gemütsbewegung und der er—
zabene sprachliche Ausdruck derselben.
Patia, Rio P., Fluß in der südamerik. Republik
Zolumbien, entspringt am Vulkan Sotara, mündet bei
Sala Honda in den Stillen Ozean.
Patiäla, indobrit. Vasallenstgat in der Prov. Pan—
oschab (Phultianstaat), am Satladsch, 14016 qkm, (1001)
596692 E.; Hauptstadt P., 53545 E.
Patibülum (lat.), der Querbalken des Kreuzes; das
dreuz selbst; auch der Galgen.
Patience (frz., spr. paßlangß, „Geduld“), Geduld⸗
piel, Kartenspiel fuͤr eine Person. — Vgl. Merz (8. Aufl.
898), „Illustriertes Buch der P.“ (8. Aufl. 1887).
e etd ein ee ren e
atin (frz., spr. täng), Stelzschuh, Schlittschuh;
Batinceur (spr indhr), A Sqitischuh
Patina (lat.), die durch Einwirkung der Luft ver—
änderte (orydierke) Oberfläche von Bronzegegenständen,
chem. Gruͤnspan, bei antiken Gegenständen meist glänzend
grün (Edelrost, Antikbronze), gegenwärtig durch Chemi—
alien auch künstlich erzeugt (Patinieren).
Patinir, Joachim, niederländ. Maler, gest. 1524 in
Anlwerpen, Begründer der niederländ. Landschaftsmalerei
zes. biblische Vorgänge in Landschaften.
Patisserie (ftz.), Pastetenbackerei.
Patkul, Joh. Reinhold von, livländ. Edelmann, geb.
660 zu Stockholm, schwed. Kapitän, wegen Verteidigung
der Rechte der livländ. Ritterschaft als Rebell erklärt,
Jüchtete ins Ausland, trat 1688 in sächs. Dienste und
anterflůtzte August II. in seinem Plane, Livland mit Polen
zu vereinigen, ging 1701 nach Petersburg, 1704 russ. Ge⸗
andter in' Dresden, 1705 verhaftet und nach dem Königsein
 gebracht; nach dem Altranstädter Frieden an Karl XIVI.
rusgeliefert, 10. Okt. 1707 als Landesverrüter hingerichtet.
Biogr. von Wernich (1849), Buchholtz (18883).
Patmore (spr. pattmohr), Coventrij, engl. Dichter,
zeb. 28. Juli 1823 zu Woodford (Esser), gest. 26. Nop. 1896
Lymington; schrieb: „The angel in the house“ (2 Tle.
i854 u. d.), „ERe unknown eros“ (1877), „Amolia“
1878) u. ĩ. „Poems“ (2. Aufl., 2 Bde., 88
Patmos, jetzt Patmo, eine der Sporaden üdwestl.
»on Samos, türk, Wilaiet Dschesairi Bahri Sefid, 60 Km
Umfang; angeblicher Verbannungsort des Evangelisten
onenucs beruͤhmtes Johanneskloster (1088 gegründet).
atn, Ortsname in Ostindien, s. Pattan.
Patna, Hauptstadt der Div. P. (61316 qkm, 1901
15 464 386 E)) der brit.⸗ostind. Lieutenant-Gouperneursch.
Bengalen, r am Ganges, 134 785 E. Baumwollfabrikation,
Opiumhandel; in der Vorstadt Bankipur besuchte mo—
Jjammed. Moschee. P. war im Altertum als Pataliputra
'bei den Griechen Palibothra) wichtigste Stadt Indiens.
Begenüber Hadfchipur, 21388 E.; Wallfahrtsort der Hindu.
BPatois frz., spr. patoa), Bauernsprache, Dialekt des
uͤedern Volks.
Patos, Lagog dos P., Strandsee im brasil. Staate
Rio Grande do Sul, 262 xmIlg., bis 67 xm br., mit
dem Atlant. Ozean verbunden.
Patow, Erabsmus Rob., Freiherr von, preuß. Staats—
mann, geb. 10. Sept. 1804 zu Mallenchen bei Kalau, April
zis Juni 1848 Handelsa, 186862 Finanzminister, 1878
75 PNherwranvenr der Prov. Sachsen, gest. 5. Jan. 1890
11 erlinue

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Patras (Paträ), Hauptstadt des griech. Nomos Achaia,
m ee e an ol h e, Hafen Coffene Reede),
Zandel, bes. mit Wein und Korinthen. dy;
Patres (lat.), Vater, Mehrzahl von Pater .
ie altröm. Senatoren; P. ecolesiae, Kirchenväter;
wostollci, Apostolische Väter; P. conseripti, s. v. w.
Zenat (bei den Römern).
Patria (lat.), Vaterland. d
patria potestas (lat.), Väterliche Gewalt (s. i⸗
Patriarcha den, epische Dichtungen aus er 3
estanentlichen Hatriarchengeschichte, bes. durch Joh. vat.
Bodmer gepflegt. d)
Baeiahat, die Würde eines Patriarchen G u
zugn die Zugehoͤrigkeit zur vaterlichen Familie Gegqensaß:
Matriarchat). ater deb
Patrlarchen (grh.), Erzvüter, die Stammyüter *
Sraelit. Volts, bes. Abraham, Isaak, Jakob. Patrigrwa
afch, erzväterlich, von einfachen und ehrwürdigen Fami
itten; patriarchalisches Reginment, milde, hausväter *
Famtlienregierung. Rach der Vernichtung des jüd. en
vurde P. ein Ehrentitel der Vorsteher des Synerin
8. von Tiberias für die westl. (bis 415), P. von —28
ur die dl. Judenschaft oes 1038). Ja der christ. Kiuct
ichen aufangs alUle Bischöfe gc seit den 8. Jahrh.
ie Metropoliten, vorzugsweise die von Rom, ——
ropel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem Der 3
»on Konstantinopel nennt sich seit 587 tumenischer 3
ind gilt als Oberhaupt der griech.-kath. Kirche. e *
on —* wurde zum Haupt des ganzen Okzidents, a⸗
chieiten die Bischöfe von Aquileja, Raveung und
and, den Titel und lange eine Ausnahmestellung; sr—
ioch fuͤhren ihn die Erzbischöse von Venedig und Lissa
beusoedie Häupter der armenischen, jakobitischen, —7
chen, maronttischen und nestorianischen Kirche. Das n v
egruͤndete Patriarchat von Moskau wurde 1721 *
ee i den galigen Synod verwandelt, de
Oberhaupt der russ. Kaiser ist. llelen
Patriarchenkreuz, ein Kreuz mit zwei para n
leeblattförmig endenden Querbalken, von denen der o
Her kürzere ist. Ir⸗
Patrick Uat. Patrizius), kath. Heiliger, Aposte h
ands ged um z72 zu Vangbem-Tabernig(jetzt Kilpa *
n Schoͤttland, verkundete seit 482 in Irland das Iu
selium, richtete ein volliges Kirchensustem und aen
chulen ein; gest. gwischen 457 und 498 Gedachtnienen
I Marz. Die Egtheit seiner Selvstbiographie „Donte
40 ist a. Georg Ux. suftete ihm zu Ehren 6. * 35
788 sür Irldad den Orden des heii. v. — Val. Bu
engl., 19805). .onium
RPatrimonial, zum väterlichen Erbgute Gatrimoniun
.d) gehoörig, välerlich ererbt. Patt moniaigerichtaren
eit Erbgerichtsbarkeit, Gutsgerichtsbarkeit, die frühen
Jerichtsbarkeit der Grundherren über ihre Erbzins—
dehnsleute, 1848 in den meisten deutschen Staaten
ehoben, durch das Gerichtsverfaffungsgeletz vom 2
i877 vollständig beseitigt. VPatrimonialprinzip, die Theorn
velche die Staatsgewalt als Ausfluß eines —— s
Zrund und Boden darzustellen und das Wesen des Sig
Patrimonialstnat) auf diefe Weife zu begründen g
BPatrimoniuin (lat.), das Vermögen einer xe *
elbstaͤndigen Verfon; dann das väterliche Erbteil; P. —5
das Erbteil des Petrus, der älteste Teil des girchen staa
Patriot (grh.), Vaterlandsfreund; als polit. Beꝛeg
gi zuerst im 18Jahrh. in Hollandefuͤr die Geguerede
erbstalthalters gebrauhe Patrivtenliga, ein 41880 p
ründeter, 1880 aufgeldster franz. Verein zur Pflege
sepanchegedankens. Patriotenpartei, bis 1887 Rame
zentrumsͤpartei in Bayern. Patridtisch, daterlandsliebend;
datriotismus, Vaterlandsliebe.
Patripassianer, s. Monarchianer.
Patristik, s. Patrologie. Gra⸗
Patrize (vom lat. pater), —— oder *
ierung, als Urform für die durch Abformen oder ga
nisches Niederschlagen herzustellende Matrize. aglieder
Patrizier orrieu)im alten Kom die Mitgliede
des Geschlechtsadels, nach der herrschenden Auffasung
Jesamte älteste Vollbürgerschaft, nach anderer nur in der
derfelben, der Adel, der allmählich im Kampfe mui in
Plebse d sne Vorrehte verinr. Sät Konstan