Pektorale (lat.), Brustschmuck höherer kath. Geistlichen,
Abte, Bischoͤfe in —* — Schildes JAbb. 1348],
sreuzes oder einer Reliquie (meist aus edlem Metall).
Pektoralien (lat.), Brusts oder Husten⸗
Pektose, s. Pektinstoffe fmittel.
—X (lat. pooulatus), Entwendung
Unterschlagung) — ———— Gelder, Kassen⸗
diebstahl.
Pekultum (lat. peculium), Sonderqgut,
das besondere Bermogen der unter väler⸗
licher Gewalt stehenden Kinder.
Pekuniär (lat.) Geld (pecunia), Ver⸗ 348.
nögen betreffend; in Geld bestehend. Pektorale.
Pekzieren (lat.), fehlen, fündigen.
Peladan (spr. -ang), Josefin, genannt Le Sar, franz.
Schriftsteller, geb. 1859 in Lyon, gab sich als Magier aus,
schrieb exzentrische, mystische Romane („La déoadénee latine“,
 9 Bde. 1886—91), Werke über Kunst u. a., grün—
dete den Orden Rosenkreuz, Kreuz des Tempels.
Pelade (frz.), Haarschwund; in Kolumbien bei Menschen
und Tieren ehe des Genusses verdorbenen Maises be—
obachtete Krankheit (kolumbische Maiskrankheit), bei der
Haare und Zähne ausfallen und Schwäche in den Glied—
maßen besteht.
Pelagianer, Anhänger des brit. Mönchs Pelagius
(gest. un 420 in Palästina), der seit 440 in Rom und
Karthago die Erbsünde verwärf und die natürlichen Kräfte
des Menschen ausreichend zur Erlangung der Seligkeit er—
klärte. Von Augustin betämpft, wurde der Pelagiauisuus,
 obwohl im Orient vorwiegend als rechtgläubig be—
trachtet, 431 zu Ephesus verdammt, lebte aber in einer
vermittelnden Richtung (s. Semipelagiauer) in Gallien
wieder auf, die in der mittelalterlichen Kirche herrschend
wurde. Die Reformatoren verwarfei den Pelagianismus
wieder völlig, was trotz Melanchthons Milderungen ortho—
dore Lehre wurde.
Pelagisch(grch.), im Meere gebildet; pelagische Schich.
ten, auf den Boden des offenen Meers abgesetzte Schich—
ten; pelagische Tiere (Oberflächentiere), Meresbewohner,
die von der Dderfldche an bis etwar 800 mn tief vor—
lomnien, meift durchsichtig farblos oder blau—
Belagins, wei iple. BP. ĩ., 5865 3560, erregte
durch seine Unterwürfigkeit gegen Kaiser Justinian im
Dreikapitelstresi ein Schisma in der Kirche des Westens.
7 F. II. 378 — 5300, fuchte vergebens dieses Schisma
u überwinden, nahm schon Unfehldarkeit in Anspruch.
Pelagtus, Stifier der Pelagianer (s. d.)
Pelagona, im Altertum Landschaft des nördl. Maze—
doniens am vbern Erigon (ietzt Trna oder Karasu) in
den Gegend des heutigen Monastir.
Belagonisi, Pelerissa, eine der nördl. Sporaden, zum
gri h. Romos RNagnefig gehörig, 28 g9kun, Hafen.
A Pelagofa, zu Dalmatien gehörige Infelgruppe im
h driat Meer; auf der größten get (P. grande, 87 m
hoch) ein Leuchtturm.
Feltargome Pelargontum I, Her.), Kranich- oder
Storchsanabel, Pflanzengattg. der Geramiazeen, Sträncher
dasritas vorwiegend des Kaplandes. Wegen ihrer meift
uftenden Bläͤtter werden gezogen P. crispum Aic. P. odoatasstmum
 Ait. (Muskattraut), P. radula Ait. mit der
— rossam (Rosengeranium), P. citridörum Ilort
Gnach Zitronen dustend) u ac P. Zιle ιιJ, und inqui
dnnd Ait. mit herzförmigen Blättern und lebhaft roten
iep in langgestielten Dolden sind die als Zierpflanzer
d iebten Scharlach (Scartet). andere Spielarten sind
w pnschigen Ddier- und die niederliegenden Epheun⸗P.
Pelasger, ein Teil der ältesten Bewohner Griechen
auds angeblich Erbauer der kyclopischen Rauern.
Pelasgioris, altgriech. Landschaft in Thessalien.
Pe⸗la⸗ swong, Chinawachs.
Pele, Mont⸗, Vulkan, s. Mont-Pele.
PBelee, kleine frauz. Felfeninfel, Cherbourg gegenüber
Pelemele frz. pélo·méloe, spr. pühl mähl), bunt durch;
nander, gemischt; anch das Vurcheinander Wirrwarr.
Pelerine uz Pilgerin⸗dehnertraͤgenuber—
vurfkragen für Vamen
Pucrise griech. Insel, s. Pelagonisi. J
ei elesch, Bergschloß des Königs Karl von Rumänien,
e Sinaia, 1878 81 erbaut.vVal. zZalke 11883)

371

Pel

Beles Haar, fadenförmiger Obsidian(s. d.) von Hawaii.
Pelet⸗Rarbonne (spr. boͤnn), Gerhard von, Kaval—
erieoffizier, geb. 8. Febr. 1840 in Friedeberg (Neumark),
rahm am Deutsch-Osterr. und Deutsch⸗Franz. Kriege teil,
1891 Generallentuant, 1804 Jutr Disposition gestellt;
chrieb; „Leitfaden für Kavalleristen“ (28. Aufl. 1903),
„Der Kavallerie-Unteroffigier“ (3. Aufl. 1804) c.
Peleus, Sohn des Aiatos, Bruder des Telamon, der
Beherrscher der Myrmidonen in Phthia (Thessalien), Ge—
nahl der Nexeide Thetis, Vater des Achilleus (Pelide).
Pelewinseln (spr. pelljuß, s. Palauinseln.
Pelham lengl. spr pellämm), eine Form der Kan—
dare, Vereinigung von Trensen- und Stangengebiß.
Pelias, Sohn des Pofeidon und der Tyro, Herrscher
»on Jolkos, sandte seinen Brudersohn Jafon nach dent
Boldenen Vlies, wurde nach dessen Rückkehr auf Anstiften
)er Medea, die vorgab, er werde dadurch verjüngt werden,
»on seinen Töchterü in einen siedenden Kessel geworfen!
Pelide, d. i. Sohn des Peleus, Beiname des Achilleus.
Pelikan Gelekan), Kropfgans, Ohnvogel (Pelecãnus),
Battg. der Ruderfüßler, mit kleinem Kopf, langem, gerä—
)em, schmalem Schnabel, hakiger Oberschnabelspitze und
großem Kehlsack zwischen den Unterkieferästen; große, lang⸗
alsige, schwerfällig aussehende, aber qusduead und
chnell fliegende, schwimmend tauchende Vögel, fangen die
Fische in ihrem Kehlfack, leben au Ufern großer Gewässer.
Bemeiner P. (P. onocrotalus T. [Tafel“ Afrikanische
Tierwelt, 10)), weiß, mit schwarzen Schwungfedern, alte
iere mit Federschopf gin Hinterkop Südosteuropa, Afrika,
Asien; Symbol der Mutterliebe, da die Alten glaubten,
rrisse sich die Brust auf, um die Jungen mit seinem Blute
u tranken; Krauskopf-⸗P. (P. crispus Bruch), etwas kleiner,
‚zrauweiß, mit gekräuselten Federn an Kopf und Hals.
Pelikan, Jnstrument zum Ausziehen der Zähne.
Pelioma txyphoaum, rundliche bläulichrote Flecke an
dumpf und Gliedmaßen, bes. beim Typhus.
Pellon, jetzt Plefsidi, Waldgebirge der thessal. Halb⸗
asel Magnesia, 1618 m hoch; an den Abhüngen die sog.
4 Dörfer.
eliosis (gIrch.), die Blutfleckenkrankheit (s. d.).
Vee g Aeh) „Jean Jacques Aimable, Herzog
»on Malakow, franz. Marschall, geb. 6. Rov. 1794 zu
Naromme, vernichtete 1845 in Algier zahlreiche in die
Dahragrotten geflüchtete Araber durch Rauch, Jan. 1855
in Cauroberts Stelle Kommandant des 1. Armecekorps in
der Krim, 48. Mai Höchkommandierender, nach Erstür—
n des Wrleten (e Se es d e
858-69 Gesandter in London; gest. 22. Mai 1864 zu
Algier als Generalgouverneur von Algerien.
Kelitische Gesteine, Schlammgesteine, aus feinst
benem Gesteinsschutt entstandene Gesteine, z. B. Schiefer—
Peljuinfelu, s. v. w. Palauinseln. ston.
Pett, niederrheinisch, s. v. w. Bruch Brudboden), Moor.
Pella, seit Philipp II. Residenzstadt Mazedoniens in
tZotticia, Geburtsort Alexanders d. Gr. — v. Stadt im
Ostjordanlaud, zur Dekapolis gehörig; wahrscheinlich das
‚eutige Tabakat Fahil. 9J
Pellagra (ital.), mailünd. Rose, lontbard. Aussatz, bes.
n Oberitalien endemische Hautkrankheit, chronische Haut⸗
ntzündung, begleitet von Verdauungsstörungen und Nerven⸗
eiden, kehrt jedes Frühiahr verstärkt wieder, führt zwischen
em 8. und 7. Jahre zim Tode; wird dermutlich verursacht
urch den Genuß von Mais, der infolge Bakterienwucherung
ziftige Stoffe enthält. Heilung durch Wechsel des Aufenthalts
Bgl. Lombroso (deutsch 1898), Babes und Sion (1901).
Bellegrin, Pseudonhm des Dichters Fonque 9. dd.
Pellegrino, genannt Tibaldi, ital. Architekt und Maler,
eb. 1627 zu Bologna, gest. 4698 zu Mailand; Moderni⸗
ierung des Innern bom Mailänder Dom, Paläste in
Mailand, Bologna u. a.; mytholog. Fresken uͤnd anmutige
eligiöse Olbilder.
Pellestring, Laguneninsel der ital. Prob. Venedig, 18km
g. bis 200 mebr.; befestigter Hauptort P., (1901) 5531 E.
Pelletan (spr. pell tang), Pierre Clement Eugene, franz.
ßublizist und Politiker, geb. 20. Ott. 1813 zu Royan,
1870 Mitglied der Regierung der Nationalverteidiguͤng.
871-76 Mitglied der Nationalversammlung, 1876 des
ZSenats, gest. 13. Dez. 1884 in Paris; jchrieh! Aeures
le travail“ (2. Aufl. 1869), Ia noααια Babylone“
12