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derdient als Herausgeber der „Reliques of ancient Eng
ish poetry“ (1765; neue Ausg. 1800 -93).
Perczel (pr. pertzel), Desider von, ungar. Staats—
nann, geb. 18. Jau. 1848 zu Szegzärd (Komitat Tolna),
1887 Vizepräsident, 1889 —1901 und 1803 —8 Präsident
des Abgeordnetenhauses, 1895—99 Minister des Innern.
Perczel (spr. pertzel), Moritz, ungar. Revolutionsgene⸗
ral, geb. 14. Rov. 1811 zu Tolna, flüchtete nach der Nie—
derlage 1849 ins Ausland, kehrte 1867 zurück, 1873 und
1874 Präsident der Deäkpartei; gest. 23. Mai 1899 in Bo—
nyhäd. — Biogr. von Kuppis (1867). snehmend
Perdéndo, perdendosi (ital., Mus.), verhallend, ab—
Perdikkas, Vertrauter und Feldherr Alexanders d. Gr.
dem dieser sterbend seinen Siegelring als Symbol der königl.
Bewalt gereicht haben soll, auf einem Zuge gegen Ägypten
321 v CEhr. von seinen Truppen erschlagen.
Perditivn (lat.), Verderben, ewige Verdammnis.
Perdurabel (lat.), ausdauernd, danerhaft.
Perkat (lat.), er gehe unter, verderbe! [Rent
Pere Duchesne (spr.pahr düschähn), s. Hebert, Jacques
8 re Grégoire (spr. paͤhr greabahr), s. Girard, Jean
Baptiste.
Peregrinus Proteus, Schwärmer des 2. Jahrh.
i. Chr., soll sich, um außergewöhnlich zu enden, 168 bei
den Olympischen Spielen freiwillig verbrannt haben.
Pereire (spr. rehr), Emile und Isaak, franz. Bankiers
geb. zu Bordeaur, der erstere 8. Dez. 1800 (gest. 6. Jan
1875), der andere 25. Nov. 1806 (gest. 12. Juli 1880),
Hründer und Direktoren des Crédit mobilier (s. d.) bis
u seiner se 1867. — 14609 E.
Perejäslaw, Kreisstadt im russ. Gouv. Poltawa, am
Perejaflawil, Pereslawl Saljeßskij, Kreisstadt im russ.
Bouv. Wladimir, am Trubesh, 9959 E. — Pp. Rjasänstij—
alter Name von Rjasan (s. d.).
Pereköp, tatar. Or⸗-Kapu; Kreisstadt im russ. Gouv.
Taurien, auf der Landenge von P., die die Halbinsel
srim mit dem Festlande verbindet, 5285 E.
Pere⸗Lachaise (spr. pähr laschähs'), Kirchhof zu Paris
(s. Lachaise).
Peremtion (lat.), Vernichtung; Verjührung durch
Nichtanfnahme des Rechtsverfahrens; peremtsrisch, ver⸗
nichtend, aufhebend, in der Rechtssprache Gegensatz von
hilatorifch (s. Dilatabel; vgl. Einrede und Frist).
Perennibranchiaten, Dauertiener (Perennibranhiata),
 Schwanzluͤrche, die zeitlebens Kiemen behalten
z. B. der Olm).
Perennierend (lat.) oder ausdauernd heißen Pflan⸗
en, deren pberirdische krautige Stengel jährlich absterben,
sch aber in jedem folgenden Jahre aus dem im Boden
leibenden Teile (Rhizom, Knolle, Zwiebel) von neuem
rzeugen (Stauden), in der Botanik mit A bezeichnet.
Peresiter, s. Pheresiter.
Perejlawl Saljeßskij, s. Perejaslawl.
Perettenlimone, s. Citrus.
ber exemplum (lat.), dn Beispiel. sstellen).
ber expressum (lat), durch besondern Boten (zu be—
Perey, Lucien, Pseudonym von Herpin, Luce.
Herez, Antonio, span. Staatsmann, geb, 16039 in Ara⸗
onten, Staatssekretär und Vertrauter Philipps I., Ge⸗
iebter der Fuͤrstin von Eboli (s. d.), 1579 gestürzt, flüchtete,
jest. 3. Nov. 1611 zu Paris. Memvoiren („Relaciones“,
594). — Bgl. Mignet (5. Aufl. 1881).
Perez Galdos, Benito, span. Schrifksteller, geb. 10. Mai
1845 auf den Kanarischen Inseln, leble seit 18683 in Madrid,
dann in Toledo, jetzt in Santander; verfaßte treffliche
Romane aus der span. Geschichte („La fontana de Oro“,
18713 Gioria“, 1877; deutsch 1880), 1879 -88 er⸗
schienen „Episodios nacionales“. Seine spätern Ro—
naue und Novellen („Angel Guerra“, 1891;, Tristans“,
1892;3; „Nazarin“, 1806; „Halma“, 18963 „Kl abuolo“,
1897) analysieren die heütige span. Gesellschaft in realisti—
chem Sinne. P. schrieb auch Dramen, wie „Fleotra“
deutsch 1901), „Alaa y vida“ (1902) u. a.
Perfall, Karl, Freiherr von, Komponist, geb. 29. Jan.
1824 in München, 1867-98 Hoftheaterintendant das.;
schrieb Opern (Sakuntala“, „Raimöndin“ ꝛc.), Märchen⸗
tantaten u. a. — Sein Neffe Anton, Freiherr von P.,
Schriftsteller, geb, 11. Dez. 1863 zu Landsberg am Lech,
lebt in Schliersee (Oberbayern); schrieb Novellen und

—X
ozialpolit. Nomane, sowie Dramen (, Gift und Segengist
Bod Dämon Ruhm,, 1880; ,Die Sünde“, 1895.
Zonne“, I1898 u. a). — Dessen Bruder Karl, Freien
jon P.ebenfalls Schriftsteller, Pseudonym ——
er Ammer, geb. 21. Marz 1881 zu Landsberg am r
eit 1886 Feulletonist und Kunstkritiker an der „Köln
hen Zeitung“; schrieb zahlreiche Novellen und —TE
Per fasn et neras (lat.) durch Recht und Unrecht.
iuf erlaubte und unerlaubte Weise. sbilis·
Perfeékt (lat.), vollendet, volkommen; Persetthine
nus, der Glaube an eine ins Unendliche fortschrei ende
Zervollkommnungsfuͤhigkeit (Verfektibilitüt) und b
ommnung (Perfektisn) der Menschen; Herfettibilisten,
Anhänger dieses Glaubens; auch s. v. w. Zlluminaten in
Perfektionisten oder Bibellommunisten, ——
zcie gesiftet I861 von John Humphrey Noyes (1811580
aim Oneidafluß im Staate Neuyork Sueidagemein de)/ 4
treben vollkommene Familien- und Ruergemeinschaft:
ier Gemeinden. der
Perfektum (lat.), Zeitform, die die Vollendung 8
zandlung ausdruͤckt. bruch, n
Perfid (lat.), treulos, hinterlistig; Perfidie *
Vverforativi siat), Durchhosung, Durchtöcheruna
n der Chirurgie die künstliche Erosfnuug natürlicher
vidernatuͤrlich gebildeter Körperhöhlen; in der Patho *
ie durch Geschwüre und Nekrose herhorgerufene Qu
öcherung der Wände von Kanälen und Höhlen ——
pontane P). gn der Geburtshilfe ist P. die *
iche Eröffnung des kindlichen Schädels mittels eine xä
oudern Instrüments (Perforatoriums) und Enteen n
Euthirnungh desfelben vehnfs Erlelerung der Ge
hei zu engem Becken.
Perfusion (lat.), Begießung, Übergießung ches
Pergamenische Alteriümer, Pergamenis
Reich, s. Pergamon. eite
Pergameént, ungegerbte, nur von Hagaren vesrd
und gereinigte, mit Kalk gebeizte und geglättete g
haut, verwendet zu Trommel- und Paukenfellen, Büch
nbanden, benaunt nach der Stadt Hergamon, wo *
m Altertum in Menge bersertigt wurde, diente vor dee
Erfindung des Papiers vornehmlich als Schreibmaterneh
zuch die ültesten Bücher wurden teilweise und, —e
ostbare Werke werden noch auf P. gedruckt [Tafel
atur IIis u. Lo Pergamentaapier (Gegetabilis— p
B.) entsteht durch Einwirtung von Schwefelsaure oder hn
ẽhlorzinklösung auf ungeleimtes Baumwollpapier, ist —*
rtig, dauerhaft, dient zu Dokumenten, als Ersatz der Ti
lase zum Verschluß von Gefüßen, in der Chirurgie ——
BPergamon, Pergamos (lat. Pergämum, Perganue,
Ztadt in der mysischen Landsch. Teuthrania, am —3
zauptstadt des Pergamenischen Reichs, das um 9
. Chr. von Philetärüs gegründet wurde, seit Attalu uẽ
241187) Königreich und unter seinen Nachfolgern qn
er mächtigsten Reiche in Kleinasien war, von Atkalus —
33 den Römern vermacht wurde. P, besaß eine 34
zibliothek und eine berühmte grammatische Schule.
Zergania(f. d.). Von den Bauten der Königsburgn
hrem Skulpturenschmuck sind durch die Ausgrabunge
zumanns 1878 86 wertvolle Reste zutage —
Dnin der jetzt im Berliner Pergemon- Museum
indliche Gigantenkampffries sTafel: Griechisch— —*
nische Kunst T ees bon dem machtigen Siegesgltar *
ẽumenes II. o JL. A]. Seit 1900 wurden von 2
ieue Ausgrabungen unternommen. — Vgl. Altertun
on P.“ (1885 fg.); Conze, Pro Pergamo“ (1888); ussing⸗
Bergamon“ (I869); Führer“ (8. Aufl. 1802). purtana.
Pergamos, die Hurg von Troja.sbel Mur. *
Perge, alte Stadt in Pamphylien; bedeutende F
Pergine (spr. perdsch), deutsch Fersen oder Pe
Marktflecken in ahn an der — —
1069 E., Irrenanstalt.
Pergola (ital.), auf Säulen ruhender Laubengang
Pergola, Stadbl in der itai. Prov. Pesaro e Ur un
im Eesano, 3 9278 E., techmsche — Indusunn
Pergolese, Giovanni Battista, ital. Kirchen⸗Menz
Ipernkomponist, geb. 3. Jan. 1710 zu Jesi, gest. 16. —*
1736 in Pozzuoli bei Neapel; berühmi qu „Step
mater“, „Saivo regina“ und die Oper „Ls aoh
»adrona“, — Val. Schletterer (1881).