404-368). und Artarerres III. Ochus (388 - 338), ver⸗
siel das Reich durch innere Kämpfe innner mehr, bis es
Darius Kodomannus 331 au Alexander d. Gr. verlor.
328 240 herrschten die Seleukiden, dann bis 22616, Ehr.
die parthischen Arsaciden, denen die Sassaniden folgten;
der letzte Sassanide, Jezdegerd IIT., ward 642 vom Ka⸗
lifen Omar befiegt und vertrieben, worauf die Araber
P. eroberten. Ihre Herrschaft wurde 1220 durch die Mon—
golen unter Dschingis-Chan gestürzt, die das Land bis
dum Tode Timucrs 1408 beherrschten. Dann machten sich
die Turkmanen zu Oberherren, Ismael-Seffi (1001.223)
gründele das neupers. Reich, das unter Abbas (1586
AA628) umd Radir (1786247) durqh glückliche Kriege
gegen Türken, Usbeken, Afghanen, Inder ꝛc. sich ver—
groͤßerte, feitdem aber verfiel, indem sich in Ostiran Af⸗
ghanistan losriß, in Westiran die entstandenen Königreiche
unablaͤffig bekümpften, bis Aga Mohammed (1794-387)
diefe unterwarf und die noch herrschende Dynastie der Ka⸗
dscharen gründete. Sein Neffe Feth Ali (17s87 1839) ver⸗
sor 1797 Derbend, 1802 Georgien, 1818 die Kaukasus—
länder, 1828 Armenien au Rußland. Unter Muhamnied
(1834 48) demoralisierte Rußlands und Englands Eifer—
sucht die Regierung, bis P. fast gauz von ersterm abhängig
ward. Sein — Naßir ed⸗-din eroberte 1862 und
1855 Herat, ward aber beidemal durch die Engländer zur
Rückgaͤbe gezwungen; auf dem Berliner Kongreß (1878)
erhielt P. Kotur don der Türkei zurück. Nach seiner Er—
mordung (1886) folgte sein Sohn Mujzaffer ed⸗din Mirza,
unter dem P. in snanzielle Abhäugigkeit von Rußland
geriet. 1901 wurden die Zölle und Wegegelder im In—
nern des Landes abgeschafft und die Post verstaatlicht
19806 wurde vom Schah die Einberufung einer Versamm—
lung von Vertretern der Kaufmannschaft und der Geist⸗
lichkeit zugestanden und die Gleichheit aller vor dem Gesetz
vertündet BVgl. Stolze und Andreas, „Handelsverhältnisse
 P.8“ (1888); Benjamin (engl., 1887); Rausch von
Traubenberg, Hauptwertehrswege P. s“ (1890); Bleibtreu
(1894); de Moͤrgan, „Mission Scientitique en Perse“
a Bve, 1804 961; Stahl (1895 u. 1897); Wilson,
ordian fs (1806); Gefchichte von Malcolm (deutsch
Bde. 1880), Justi Geschichte des alten P.“ (1879),
Nöldeke (1887), Gutschmid (1888), E. Meyer (1901) c
Persiennes (ftz. spr. enn), s. Jalousie.
Perfiflage (frz. spr. ahsch“), feiner versteckter Spott;
versiflieren, auf feine Weise verspotten.
Versigny (spr. innsih), Jean Gilbert Victor Fialin,
Herzog don, franz. Staatsmann, geb. 1. Jan. 1808 zu
Et.“Germain-Lespinasse (Loire), nahm mit Ludwig Na—
oleon an den Erpeditionen von Straßburg (1836) und
Boulogne (1840) teil, wirkte beim Staatsstreich vom
2. Dez. 1831 mit; unier Napoleon III. mehrmals Mi—
nister und Gesandter, gest. 18. Jan. 1872 zu Nizza. —
„Mémoiros“ (1896).
Perstiko (ital.), aus zerstoßenen Pfirsichternen herge—
ttellter der mit Bittermandelöl versetzter Likör.
Persimonpflaume, s. Diospyros.
Versio, Farbstoff, s. Orseille und Lecdanora.
Persis, die im Altertum von dem spätern Perserreiche
interschiedene ursprüngliche, zwischen Karmauien, Medien,
Susiang und dem Pers. Meerbusen gelegene pers. Provinz
Persische Kunst, die seit etwa der Mitte des 6.
Jahrh. v. Chr. in Persien in Blüte stehende Kunst, von
der aber aus dem Altertum nur wenige
Neste erhalten sind; so die Ruinen vom
Palast des Darius in Persepolis, des
Artaterres TI. in Susa, Feziert mit
igenartigen schlanken Säulen (Kapi—
tül mit zwiefachem Stierleib [Abb.
1359)) und Reliefdarstellungen, nach
Art derer an den assyr. Palästen, fernet
ngnig nrr
Felsengruͤber, Alabastervasen, Siegel— . Auversis
zylinder, Muͤnzen * Die P. K. dn 308. ————
neuern Zeit ist der arab. Kunst ver—
wandt, hervorzuheben die freiere Entwicklung des Orna⸗
ments bei Teppichen, Schmuck, Tonwaren ꝛc.
Persischer Meerbußfen, von engl. Kriegsschiffen be—
herrschter Teil des Ind. Ozeans und des Arab. Meers,
zwischen Arabien und Persien, Größe 236 800 4km, davon

381

Per
s06s 4km Inseln (Ormus, Tawilah, Charak, Bahrain—
iseln u. a.); Perlenfischerei.
Persische Sprache und Literatur. Das Persische
t ein Zweig der sog. Jranischen Sprachen (s. d.). Der
ilteste Diglekt ist das Altpersische (die Sprache der
deilinschriften der pers. Könige). Unter den Sassa—
niden herrschte das Pehlevi (s. d.), aus welchem das
zarsi hervorging. Das Neuperfische bildete sich uuter
rab. Einfluß und in arab. Schrift zu einer höchst ge—
chmeidigen, auch in Nordiudien verbreteten Sprache aus.
Brammätiken von Mirza Ibrahim (deutsch von Fleischer,
. Aufl. 1875), Wahrmund (2. Äufl. 1889), Salemann uͤnd
Shukovsti (1888), Platts (engl., T. 1, 1894), pers.lat.
dexikon von Vullers (18632 67), perf.engl. von Johnuson
ind, Richardson (1892); etymolog. Wörterbuch von Horn
1893). —. Die neuperf. Literatur ist fast durchaus mo⸗
ammedanisch. Seit Ende des 9. Jahrh. sind fast alle
zweige der schönen Literatur in ihr vertreten, obenan die
rik durch Nisämi im 12. Sadi und Dschelal ed-din Rumi
mm 13. Hafiz im 14. Dschämi im 15. Jahrh.; Firdusi
jlänzt durch das großartige Nationalepos Schahnameh;
iußerdem fanden bes. die Geschichtschreibung, die Märcheu⸗
ind Erzühlungspoesie, eine Art teligiöser Dramen und die
nystische Philosophie Pflege. — Val. Hammer-Purgstall
818), E. Browne (engl. 1802).
Persischgelb, s. v. w. Auripigment.
Persischrot, als Malerfarbe verwendetes Eisenoxyd.
Persistent (lat.), beharrend; Persiftenz, Beharrlich⸗
atz persistieren, dauern; auf etwas bestehen.
Persius, Ludwig, Architekt, geb. 15. Febr. 1803 in
Lotsdam, gest. das. 12. Juli 1845; bes. in Potsdam
ür Friedrich Wilhelm IV. tätig (Friedenskirche u. a.).
Persius Flaccus, Aulus, röm. Satiriker, geb.
n. Chr. zu Volaterraͤ in Etrurien, gest. 62 n. Ehr zu
Rom; Satiren hg. von Jahn (1848 u. 1883), K. Fr Her—
nann (1854 u. 1872), deutsch von Blümnet (1887) u. a.
Person (lat. persona), jedes Wesen mit der Änlage
u freiem, vernünftigem Wollen und Handeln (yphysische
B.), im Gegensatz zur Sache, dem willenlosen Gegen—
tand; juristisch jedes Subiekt, welches die Fähigkeit hat,
sechte zu erwerben und Verbindlichkeiten zu übernehmen
s. Juristische Person). Persona grata GEratissima), in
yoher) Guust stehende P.; Persona publieg, öffentliche P.
Personal (lat.), persönlich, in Person; als Sub⸗
ntiv: die Gesamtheit der Angestellten eines Geschäfts tc.
Personalarrest, s. Schuldhaft.
ßerfonalien (lat.), Lebensumstände einer Person;
ich Bericht darüber. .
Personalität wennd Persönlichkeit; Personali⸗
iten, Hinweise auf die Lebensumstände zc. einer Person.
Rerfonalkredit, s. Kredit
Personalunion, die zufällige Vereinigung mehrerer
täaten unter einem Monarchen, ohne daß sie auf einem
aatsrechtlichen Vertrage beruht (z. B. die Niederlande
id — bis 1880). —
Perfonenkilometer, s. Eisenbahneinheiten.
Personenname, s. Name.
ßersonenporto, ein einheitlicher Eisenbahnpersonen⸗
—D0—
ind Pabkete besteht; vorgeschlagen von Brandon (1868),
derrot (1872), Engel, Hertzka.
Personenrecht (Jus personarum), der Inbegriff
er Bestimmungen über die allgemeine Rechtsfähigkeit,
vie sie sich mit Rücksicht auf Geschlecht, Alter und Ge—
undheit darstellt, endlich die Vorschriften über die Fa—
nilienbeziehungen und Familienverhältnisse der Person.
Bersonenstand, s. p. w. Sivilstand.
Hersonentarif, s. Eisenbahntarif.
Personifikation (at.), die Darstellung abstrakter
Begriffe oder lebloser Dinge als lebender Wesen, per—
Inifizieren, als Person darstellen.
Persönliche Gleichung, s. Gleichung (persönliche).
Perfönliche Klage, die Klage, welche dauf ein
Farderungsrecht sich grüudet, auf Lin Rechlsverhaltnis
ilso, welches nur die Leistung seitens einer bestimmten
herson bezweckt und mit derselben endigt; Gegensat: Ding⸗
che Klage (s. Firehe Rechte).
Personnage Erz. spr. ahsch'), Person, Persönlich—
eit, meist im spöttischen oder verächtlichen Sinne.