Per

erspektiv (lat.), kleineres Fernrohr.
(lat.), Aussicht auf eine Gegend oder
n die Zukunft; dann die Lehre von der Darstellung von
Begenstaͤnden auf einer gegebenen Fläche, wie sie von be—
timmtem Standpunkte
aus nach Gestalt und
Farbe dem Auge er—
scheinen; die Linecar—⸗
»der Linien-P. lehrt
die rein geometr.«kon—⸗
truktiven Regeln zur
Darstellung der Gestalt
und Lage der geseheuen
Begenstände auf der
Bildebene, die Farben⸗
oder Luft⸗P. lehrt die
Beeinflussung der Farbentöne durch die zwischen Objekt und
Auge liegenden dickern oder dünnern Lufl- und Dunstmassen.
Die Linear-P. ist eine Zentralprojektion, bei welcher das
Auge das Projektionszentrum bildet und die Bildebene
ʒwischen diesem und den Gegenständen liegt. Man erhält
die perspektivischen Linien der Originalgegenstände, wenn
man zwischen diese und das Auge eine, Glastafel bringt
und auf dieser die gesehenen Linien nachzieht. Dabei liegen
entsprechende Punkte des Originals und des Bildes auf
Veraden, die im Auge zusammeuntreffeu (Sehstrahlen). IAbb
1360: 4 Auge des Beschauers, der auf der Horizoutalebene
IJ steht; &amp;G. Originalgegenstand; gegt dessen perspektivi—
ches Bild, erhalten durch die Schnittpunkte der Sehstrahlen
A, AG mit der Bildebene B; Ah Horizont (in Augen⸗
yöhe).J, Liegt bei der Linear-P. der Augenpunkt in der
Höhe eines Mannes über dem Horizont, so heißt die Kon—
fruktion gewöhnliche oder Feld-P., liegt er liefer, Frofch—
P., liegt er hoͤher, Kavalier⸗-⸗P., wenn noch höher, Vogei—
P. Besondere Arten der P. sind die Reliefperspektivel s. d.)
ind die Theaterperspektive.
Perspektograph (lat.⸗grch.), mechan. ubea um
dem Maler die Gewinnung der perspektivischen Linien zu
erleichtern; umgekehrt kann man hiermit aus einem Bilde
auf die wirklichen Größenverhältnisse schließen.
Perspiration (lat.), Hautausdünstung; perspiratö⸗
eisch, die Ausdünstung befördernd; perspirieren, ausdünsten.
Persuadieren (lat), überreden; Persuasion, Über—⸗
edung; Persuasorien, Üüberredungsmittel; versuasorisch,
zur Überredung dienlich.
Perth, Grafschaft in Hochschottland, 6647 qkm, (1901)
——
hare Ebenen; zahlreiche Binnenseen; bedeutender Wild—
stand; auf dem Dunsinan (260 m hoch) Macbeths Schloß.
— Die Hauptstadt P., an der Mündung des Tay in den
Firth of Tay, (1904) 83 894 E., St. Johnskirche, Aka⸗
demie; P. im Mittelalter bis 1487 Residenz der schott.
önige; nördl. früher der alte Königspalast Scone.
Perth, Hauptstadt der brit. Kolonie Westaustralien,
am Schwanenfluß, (1903) mit den Vororten 41373 E
Karte: Australien zc. 1, 8).
Perth Amboy (spr. embeu), Stadt im nordamerik.
Staate Neujersey, an der Mündung des Naritan in die
Untere Neuyorkbai, (1900) 17 699 E.
Perthes, Friedr. Buchhändler und Patriot (geb—
21. April 1772 in Rudolstadt, gest. 18. Mai 1843),
—
lung (die noch unter der Firma „W. Mauke Söhne“ be—
steht), war 1813 und 1814 einer der Leiter der Bewegung
zur Befreiung Hamburgs und Norddeutschlands von der
franz. Herrschaft, gründete 1822 in Gotha eine Verlags—
buchhandlung und 1840 eine zweite solche, die letziere
mit seinem Sohne Andreas P. (geb. 16. Dez. 18183 in
Riel, gest. 1. Jan. 1898), der 1854 beide Geschäfte
unter der Firma „Friedrich Audreas Perthes“ vereinigte.
Diese Firma ging 1874 auf seinen Sohn Emil P. (geb.
21. Mai 1841) uͤber und ist seit 1889 im Besitz einer
Aktiengesellschaft. Der Verlag, umfaßt bes. Geschichte,
Theologie, Jugendschriften. — Biogr. Friedr. P. (3 Bde.,
3. Aufl. 1886) von seinem Sohne Clemens Theodor P.
gest. 1867 als Prof. der Rechte in Bonn), ferner von
Baur (1879), Berdrow (1897).
Perthes, Justus, Buͤchhändler, (geb. 11. Sept. 1749
u Rudolstadt, Oheim von Friedr. P, gest. 1. Mai 1816)

32. Perspektir

382

ründete 1788 eine Verlagsbuchhandlung in Gotha unter
ao Firma Justus Perthes“,die noch besteht. r
Sohn Wilheim P. (geb. 18. Juni 17083, gest. 10. 38
18653) legte den Grund zum kartogr. Verlag. Des —858—
Sohn Bernhard Wilh. P. (geb. 8. Juli 1821, gest. 27. u
1857) gründete 1884 die Geographische Anstalt 25
Milteilungen“ (1855 zuerst hg. von Petermann).
1881 ist Besitzer des Geschäfts des letztern Sohn rnen
P. (geb. 16. Juli 1858). Verlag: Kartenwerke, Bothaisce
doftalender“ (1788 f) u. a. lde Pertheg
Verthes, franz. Schriftsteller, s. Boucher de Grepecoen
Pertinar, Publius Helvius, geb. 126 n. Chr. ratt
on Rom, 31. Vez. 1902 zum Kaiser erhoben, 28. März 1
yon den Prätorianern ermordet. te bei
Pertinenzien (late), Zubehör, Nebensachen, die
Beraußerung der Haͤuptfache als mitinbegriffen geltenge⸗
Perturbatisbn (lat.), Störung, Verwirrung, F
nütsunruhe; polit. Umwälzung; in der Astronomiendt
Ubweichungen der Himmelskörper von der reinen,e We
ischen Bewegung, erzeugt durch Gravitation gegeun in
Nahe befinduüche Massen (große Planeten). Perturbieren,
tören, beunruhigen, verwirren. gär
Pertz, Geore Heinr., Gefchichtsforscher, geb. 28.
7985 zu Hannover, 1842 —74 Oberbibliothekar zu In
in, gest. 7. Okt. 1878 zu München; Begrüuder der 6*
umenta, Germaniae vistoricg“'(f. du); schrieb *
sraphien des Freiherrn vom Stein (1846—58), Guci
zaus (5 Bde. 1864281) u. a. itan
Perü, südamerik. Republik sKarte: Südam erika .
Iã⁊ ooo (i 760 804) qn, (1806) 4550 850E.; durchzog
on den Kordilleren in mehrern Ketten (bis 6221m g9
fBeilage: Vergej)), welche ausgedehnte Hocheben
Paramos oder Punas, im Durchchnitt
 4000 m hoch) einschließen.
Die Küste ist zumeist Sand- und
dieswüste; zwischen den Küsten- und
en Biunenkordilleren liegt die
ruchtbare Sierra (Gebirgstäler), im
). der Binnenkordilleren Urwälder
Montaña); Bewässerung an der
üste unbedeutend, reichhaltig im O.
Amazonenftrom mit dem Huallaga
ind Ucayali), viele Seen (Lägunas).
An der Küste stellenweise üppige Weiden; in der Sieug
egion Anbau europ. Gemüse-, Frucht- und Getreideartun
owie von Oraugenbäumen und Chirimoya; in den —
dordilleren Waldregion(bis 2600 m)y; Klima im allge
neinen gesund, auf den Hochflächen die Sorah- oder Pung
rankheit; sehr reichhaltige Tierwelt, bes. Affesn und Vogel⸗
irten. Bevölkerung überwiegend Indianer, über 60 Proz.
»es. auf der Sierra und den Hochlanden, welche in die Que⸗
hua und Aymara zerfallen; im übrigen Mischlinge Mestizen
holos, Coftenos üuher do Proz.), Weiße (16000) —
50000). Erwerbszweige: Aubau von Mais, Weizen, Boh⸗
nen, Quinoa, Kartoffeln, Tabak, Zuckerrohr, Koka; Schafe
rzamas und Alpakazucht; Industrie unbedeutend; Silber⸗
ergbau; Salz- und Petroleumlager; Handel ss— Beilag
Südamerika] früher durch den Mangel an Veteng
vegen behindert; jetzt (1904) Eisenbahnen 1907 km u
Beilage: Eisenbahnen]; Telegraphenlinien (1908) agg
n. Handelsmarine (1802) 5. Dampfer und 56 Segel⸗
chiffe (von 80 und mehr Registertons). 3.
Verfassung und Verwaltung. An der Spitze ein Prä⸗
dent (Voltkswahl auf 4 Jahre); Senat (48 Riutglieder
Deputiertenkammer (108 Mitglieder, auf b Jahre gewähl
rinteilung in 19 Departamentoös; Hauptstadt Lima. Budaer
905; ca. 23,8 Mill. Sol (Silbers. Bildungswesen n
elhaft; Universität in Lima; kirchliche Einteilung in d—
trzbistum Lima und 7 Bistümer. Heer. Jeder —e
oll 3 Jahre in der Infanterie, 4 Jahre in der Kavalleri
nes stehenden Heers Johreé in der 1.8 Jahre in de
. Reserve und 15 Jahre in der Nationalgarde dienen
zriedensstärke 4000 Mann. Stellvertretung gestatten
die nicht Ausgelosten gehören der Nationalgarde an. aͤn
rrieden bestehen 5 Bataillone Infanterie Mauseʒgewenn
¶ 91, Kaliber 7,06 mm), 7 Eskadrons Kavallerie Manget
rabiner). I veldartillerieregiment (36 Kruppfche Ge—
chütze), 1Militärschule. Kriegsflotte: 2Kreuzer,? Dimpfen
1'Schulschiff, 6 Lleinere Raddampfer, im Bau 2 Kreuze.