BGemeinschaft mit seinem geistesschwachen Halbbruder Iwan
gest. 1656), suchte, nachdem er 1689 den Einfluß seiner
Halbschwester Sophia befeitigt hatte, mit SErfolg seinem
Reich die Kultur Westeuropas zu übermitteln, schuf ein
europdisch geschultes Heer, legte den Grund zur russ. See—
macht, eroberte 1696 Asow, bereiste 1697208 das Aus—
land, ward im Nerd n Kriege 30. Nov. 1700 von
Karl XII. bei Narwa geschlagen, vernichtete, nachdem er
mitten im Kriege 1708 die neue Residenzstadt Petersburg
gegründet hatte, die schwed. Armee 8. Zuli 1709 bei Pol—
kawa, mußte zwar den Türken 1711 Asow zurückgeben,
zrwarb aber im Frieden zu Nystad Livland, Estland
und Ingermanland und näch einem Kriege mit Persien
(1722 23) die Städte Derbent und Baku. Nachdem er
l. Nov. 1721 den Titel Kaiser aller Reußen angenommen
und zahlreiche innere Reformen durchgeführt hatte, starb
er 8. Febr. 1728. Seinen Sohn Alexej (s. d.) hatte er
1718 zum Tode verurteilen lassen. — Val. Herrmann
(1872), Brückner (1880). Das sog. Testament P.s d. Gr.
ist eine Fälschung Napoleons J. aus dem J. 1812 (vgl.
—DDD — —
geb. 28. Okt. 1715, Sohn von Alexes Petrowitsch, folgie
1727 Katharina J. auf dem Thron, gesi. 80. Jan. 1730.
— P. UI., Feodorowitsch (1 762), 5 21. Febr. 1728 in
Kiel, Enkel Peters d. Gr. durch dessen Tochter Anna Pe—
trowna, als Herzog von Holstein-Gottorpgenannt Karl
Peter Ulrich, von Kaiserin Elisabeth 1742 zum Thron—
folger von Rußland ernanut, 1. Sepi. 1745 vermählt mit
Sophie (Katharina Alexejewna) von Anhalt-Zerbst, be—
stieg nach Elisabeths Tode 5. Jan. 1762 den Thron, schloß
mit Friedrich IJI. Frieden, 7. Juli durch seine Gemahlin ge—
türzt, 17. Juli 17602 zu Ropscha von Orlow erniordet.
Peter 1., König von Serbien, geb. 11. Juli 1844 in
Belgrad als Sohn des Fürsten AÄlcrauder Karadjsordje,
nahm am Kriege gegen Deutschland 1870—71 und an den
bosnischen Aufstand'1876 teil wurde nach der Ermordung
des Königs Alexander 15. Juni 18903 zum König von Ser—
bien proklanuert und 21. Sept. 1904 gekrönt. V. war ver—
mählt mit Zorka (geb. 1864, gest. 1890), Tochter des Für—
sten Nikola von Montenegro. Söhne: Georg (geb. 8. Sept.
1887; serb. Kronprinz), Alexander (geb. 16. Dez. 1888)
und Tochter Jelenn Mch. 1884).
Peter, König von Ungarn (1038 46), Sohn der
Schwester Stephaus T. des Heiligen, 1041 von den Ungarn
vertrieben, kehite 10414 mit Hilfe Heinrichs IT,. zurück
Oogs nach neuer Empörung gefangen und geblendet
Peter deAilly Uupr. üish), dat. Petrus de Auliaco,
Philosoph, geb. 1350 in Nocdfrankreich 380 Kanzler
der Unibersität Paris, 13938 Bischof von Cambray, 1211
Fardinal, Haupt der kath. Reformationspartei auf dem
Konzil guͤ Pisa und Konstauz, gest. 8. Aug. 1420 als
päpstl. Legat in Avbignon; als Theolog Vertreter einer
Leptischen“ und zugleich mystischen Rihnug. Val.
Tschackert (1877)
Peter von Amiens, der Einsiedler, Kreuzzugsprediger,
 geb. um 1050, unternahm schon 1008 ne
suicht beendete) Wallfahtt nach Palasting, wurde Agt
ator für die Kreuzzugsbewegung Urbans TI., zog mit
Walther von Habenichts an der Spitze eines ungedroͤneten
Haufens voraus, schloß sich aber spüter dem ee
gu; gest. 7. Juli 1118. als Prior des von ihm gestifteten
dtlosters zu Huy. VBgt. Hagenmeyer (1879).
Beter de Bruys, s. Petrobrusianer.
Peter der Ehrwürdige, .Petrus Venerabilis.
Peter, Karl Ludwig Gefchichtschreiber, geb.6. April
1808 in Freyburg a. d. U., 18866—73 Rektor der Landes⸗
shule in Pforta, seitdem Honorarprof. zu Femn⸗ IAen
—
1881) u. a. — Sein Sohn hHermann Pe, Hhilolog, geb
. Sept. 1887 in Meiningen, 1874 19006 Netlor der gur
stenschule in Meißen, veröffeutlichte Ausgaben röm. Schrift⸗
steller, Die geschichtliche Literatur über die röm. Kaiserzeit
bis Theodosius nnad ihre Quellen “(s Bde 1887), Der
Brief in der röm Literatur⸗ 1901).
Peterborough (fpr pihorbors). 1) Stadt in der
ingl. Grafsch. Rorthampton, anm Reu, (1601) 30872 6.
athedrale (1140- 1200), Abtei; Handel mit Steinkohlen
ind Bausteinen und Mafchinenban 2) Stadt in' der
anad. Prov. Ontario, (1801) 11289 E.
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 53. Auft. M.

385

Pet

Peter⸗Friedrich⸗ Ludwig⸗Orden, der einzige
denb. Orden, 27. Nov. 1838 gestiftet; Ordenszeichen
in goldgerandetes weißes Kreug, in deffen rotgerandetem
lauem Mittelschild Namenszug P. P.L
Abb. 1364)].
Peterhead (spr. piht'rhedd), Hafen—
tadt in der schott. Grafsch. Aberdeen, an
er Nordsee, (18001) 11768 E.
Peterhof, Kreisstadt im russ. Gouv.
zetersburg, am Meerbusen von Kronstadt,
1300 E. kaiserl. Lustschloß.
Peteriein, s. v. w. Petersilie (s. d.).
Petermann, August Geograph, geb.
S. April 1822 zu Bleicherode, 1824 . Petor⸗
dartograph zu London, seitdemn zu Gotha Ie d
Redakteur der,„Mitteilungen aus JHer wig-Orden.
hes Geogr. AÄnstalt“, gest. 25. Sept. 1878 durch Selbstnord
 in Gotha; um die Ausbildung der Kartographie durch
ahlreiche Schüler, sowie um die Förderung geogr. For—
chungsreisen (von Barth, Vogel, Heuglin, Rohlss u. a.),
owie bes. um die Polcrforschung hochverdient.
Petermannchen (Trachinus draco TsAbb. 13657]),
u den Drachenfischen gehörige
Stachelflosser mit sehr gesrecktem
örper, graurötlich, intd gefleckt,
Seiten silbergrau, abwechselnd blan
ind gelb gestreift, mit seitlichen,
iufwuͤrts gerichteten Augen, sehr schiefer Mundspalte, sehr
anger zweiter Rücken- und Afterflofse, erste Rückenflosse
ind Kiemendeckel mit scharfen Stacheln. Europ. Küsten,
Mittelmeer, afrik. Westküste; Fleis wohlschmeckend.
Petermannspitze, Berg n Grönland, südwestl. vom
daiser⸗Franz-Joseph⸗Fsord, 1870 von Payer entdeckt, 2500
2800 m hoch.
Peter — (spr. piht'r parli), Pseudonym des
merik. ee Samuel e (s. d.).
Veter⸗Paulshafen, s. Petropawlowst.
Peter⸗Paulstag, s. Petrus (Apostel).
Peters, Musikalien-Verlagshaudlung in Leipzig,
Firma: C. F. Peters, Bureaus de Musiquo, gegründet
1800, 1814 im Besitz von Karl Friedr. Peters igest.
828), seit 1900 von Henri Hinrichsen. Ausgabe der
Werke der musikal. Klassiker u. a. unter dem Titel „Rdilon
 Peters“ (1867 fꝗ.; 3200 Nummern).
Peters, Christian Aug. Friedr Astronom, geb.
. Sept. 1806 zu Hamburg, gest. als Direktor der Steru⸗
varte zu Kiel 8. Mai 1880; redigierte die „Astron.
dachrichten“ und schrieb über die Nutation (18412) und
iber die Eigenbewegung des Sirius 18851).
Peters, Karl, Begründer der Kolonie Deutsch-Ost⸗
ifrika, geb. 27. Sept. 1856 zu Neuhaus an der Elbe,
eit 1881 Vorsitzender der von ihm begründeten „Gesell⸗
chaft für deutsche Kolonisation“ in Berlin, schloß 1884
n Ostafrida die ersten Verträge ab, gründete 12 Febr.
1885 die Deutsch-Ostafrik. Gesellschaft, unternahm 1889
—90 eine Erpedition nach Deutsch⸗Osiafrika, welche ur⸗
prünglich zur Aufsuchung Emin ini (. d. und Stan⸗
ey) geplant war, stellte 189188 als kaiserl. Kommissar
ür Deutsch-⸗Ostafrika die deutsch-engl. Grenze fest, ward
896 wegen verschiedener ihm zuͤr Last gelegter Grausam—
eiten gegen Eingeborene entlassen, gründete 1898 in Eng⸗
and eine deutsch⸗engl. Gesellschaft zur Ausbeutung Gold)
Nhodesias und bereiste letzteres seitdem mehrfach; schrieb
„Willenswelt und Weltwille“ (1883), „Deutschnational.
tolonialpolit. Aufsütze“ (1. bis 3. Aufl. 1887),, Die deutsch⸗
»stafrik. Kolonie“ (18809), „Die deutsche Entine Pascha⸗Ersedition“
 (1881), „Das deutsch⸗ ostafrik. Schutzgebiei⸗⸗
1896), „Das goldene Ophir Salomos“ (1895), „Was
ehrt uns die engl. Kolonialpolitik“ (1897), „Im Goldande
 des Altertums“ (1902), „England uͤnd die Eng⸗
änder“ (1804). F — Phillis.
Peters Gpr. piht'rs), Phillis Wheatley, s. Wheatley,
Petersberg. N) P.e fruͤher auch Lauierberg (NMon⸗
orsnus), Berg 13 kKin nördl. von Halle a. S., 241m hoch;
stuine des 1124 gestifteten, 1840 säkularisierten Augusti⸗
erllosters mit 1888257 erneuerter Kirche. Klosterchronik
on 4124 1226 69. von Eckstein (1856). — Bgl. Knauth
—
on Erfurt.